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MS oder somatoforme Störung?

W+ind=owpaxne hat die Diskussion gestartet


Wie dem Titel zu entnehmen ist, beschäftigt mich das Thema MS.

Vor ca. 3 1/2 Monaten zeigten sich bei mir Symptome, die mich dazu veranlassten, einen Hausarzt aufzusuchen.

Kurze Hintergrundinformation: Ich stand zu dieser Zeit unitechnisch unter Stress, hatte zwei oder drei Tage keinen richtigen erholsamen Schlaf und der Alkohol kam in dieser Zeit auch nicht zu kurz.

Jedenfalls hatte ich am ganzen Körper Muskelzuckungen, eine Art Strom in den Beinen und Händen, Koordinationsstörungen, gelegentlich Probleme beim Fokussieren, starke Müdigkeit und Gelenkschmerzen.

Der Hausarzt führte dann seine Routineuntersuchung durch mit dem Ergebnis, dass nichts mit mir sei. Zwecks Gewissheit überwies er mich aber doch zum Neurologen.

Dieser unternahm dann neben den typischen neurologischen Untersuchungen eine VEP-Untersuchung vor, mit dem Ergebnis, dass zwar eine Reaktionsverminderung festzustellen sei, die aber noch nicht im Bereich des Krankhaften liegt.

Wie der Zufall es so will, konnte ich drei Wochen nach Eintreten der Symptome an einer Studie teilnehmen, durch die ich MRT Bilder von meinem Gehirn auf CD erhielt (sagittale Schnittebene)

Der Arzt meinte, darauf sei auch nichts zu erkennen, leider weiß ich nicht wonach er gesucht hat....

Ergebnis: Körperunsicherheit. Also psychische Ursache. Ich solle viel Sport treiben.

Kann die Psyche derart in den Organismus eingreifen, sodass es zu einer verminderten Reaktion des Sehnerves kommt?

Ich wollte sicher gehen und suchte noch einen zweiten Neurologen auf. Ich kenne persönlich eine Dame mit MS, deren erster Neurologe ihre Symptome auch nicht ganz ernst nahm und ihr attestierte, dass alles psychischen Ursprungs sei.

Der zweite Neurologe, dem ich von meiner ersten Untersuchung nichts erzählte, führte "bloß" die typischen neurologischen Tests durch, also ohne jegliche Apparatur.

Diagnose: Somatoforme Störung.

Auf meine Frage, ob er denn MS oder Borreliose ausschließen könne, entgegnete er mir mit den Worten: das Wort "ausschließen" würde er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen aus seinem Wortschatz streichen.

Super, damit wäre ich wieder am Anfang. Was ich mich Frage:

MS tritt doch in Schüben auf. Würde das nicht bedeuten, dass man in schubfreien Phasen keine neurologischen Auffälligkeiten zeigt? Wenn ja, könnte man eine Untersuchung beim Neurologen dadurch sogar positiv bestehen?

Beim zweiten Termin waren die meisten Schwierigkeiten nämlich nahezu vollkommen abgeklungen.

Ich versteh einfach nicht, was der Grund für eine noch nicht krankhafte Reizverzögerung des Sehnerves wohl sein mag. Außerdem wurmt mich oben genannter Satz des Neurologen (kein Ausschluss)

Ich hoffe, dass mir jemand meine Fragen beantworten kann und danke im Voraus für eure Aufmerksamkeit.

Gruß

M.G.

Antworten
G.rau+amsexl


Nein, Deine Fragen beantworten kann ich nicht – kann wohl niemand hier in der Community.

Meine Freundin leidet an MS und ist seit 10Jahren vollkommen gelähmt. Weil ich sie jede Woche sehe, kann ich trotzdem das Eine oder Andere schreiben zum Thema MS.

Nicht jede MS verläuft in Schüben. Meine Freundin hat z.B. die progressiv-progrediente Form (über die Jahre wird es dauernd, jedoch ganz langsam schlimmer).

Bis zur "richtigen" Diagnose dauerte es mehrere Jahre, wobei auch hier die Neuros schwankten zwischen körperlicher und psychischer Krankheit... (Erfahrung: was ihnen "seltsam" oder "atypisch" vorkommt, wird gerne auf die Psyche geschoben.) Es hätte meiner Freundin psychisch SEHR geholfen, hätte sie nicht viele Jahre auf der Psychoschiene fahren müssen und sich noch quasi rechtfertigen.

Meine Freundin hat keine Sehstörungen, nie gehabt und sie hat auch jetzt noch – bei vollständiger Lähmung – die komplette Darm- und Blasenkontrolle. DAS ist "nicht typisch" für MS. Aber, wie ihr ein aufgeschlossener Neuro sagte, hat "jeder Mensch seine eigene MS".

Ich bin weit entfernt davon, Dir eine MS herbeizuschreiben! "Eigentlich" wollte ich Dir nur sagen, dass MS nie "grad sofort" diagnostiziert wird, auch nicht nach dem ersten Schub. Vielleicht war der erste Schub gar keiner, sondern eine Nervensache wegen übermässigem Stress – könnte bei Dir zutreffen.

Reaktionsverminderung – vielleicht hast Du die "schon immer", aber wusstest es nicht und es wurde jetzt "diagnostiziert". Und noch von Wegen "Ausschluss" – der Arzt ist halt ehrlich und vorsichtig...

W0indocwpanxe


Hallo Grauamsel , danke für deinen Beitrag.

Mehrere Jahre? D.h., eine Lumbalpunktion und ein MRT-Scan zeigten zuerst keine Auffälligkeiten?

ORbiWmahn


Hat einer oder beide Neurologen die MRT-Bilder vom Gehirn gesehen? Wenn ja und wenn sie darauf nichts gesehen haben, dann ist MS wohl sehr, sehr unwahrscheinlich.

Wenn nein, würde ich die Bilder jedenfalls beiden Neurologen (und nicht nur dem Hausarzt) zeigen. MRT-Bilder sind derzeit zusammen mit der Lumbalpunktion der zuverlässigste Weg eine MS zu diagnostizieren.

Eine Sehnerventzündung zeigt sich nicht durch Probleme beim Fokusieren, sondern durch Einschränkungen des Gesichtsfeldes (was ich so weiß und bei mir wars so).

Das Lhermitte-Zeichen (Stromschläge in den Beinen) beim Beugen des Kopfes, passt nicht so ganz zu dem was du beschreibst.

Ich hab selber MS seit 1993, und neige nicht dazu mir Symptome einzubilden, aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es unglaublich ist, wie schnell man sich etwas einbildet. Und die Unterscheidung, was echt und was eingebildet ist, ist nicht einfach.

Natürlich "passen" viele deiner Symptome zu einer MS ABER: Es gibt 100 andere Möglichkeiten, die wesentlich einfacher behandelbar sind. Viele Symptome bei der MS sind einfach auch Allerweltssymptome.

In diesem Sinne: Entspann dich, trink viel, nimm ein bissl Magnesium, mach ein bissl Sport und hoffentlich normalisiert sich alles wieder.

Aber stell sicher, dass die Neurologen die MRT-Bilder gesehen haben.

Alles Gute,

B4ru:ce2x1


Muskelzuckungen

MS kann in der Tat viele Symptome machen,aber Muskezuckungen gehören nicht dazu.

Girauaxmsel


Mehrere Jahre? D.h., eine Lumbalpunktion und ein MRT-Scan zeigten zuerst keine Auffälligkeiten?

Meine Freundin hat seit 31Jahren MS, es fing an im Alter von 32Jahren. Zu der Zeit gab es MRT Scan noch nicht und die Lumbalpunktion wurde erst nach ein paar Jahren gemacht. Als die Diagnose gestellt wurde, war meine Freundin 35 – also dauerte es drei Jahre bis zur Diagnose.

In diesem Sinne: Entspann dich, trink viel, nimm ein bissl Magnesium, mach ein bissl Sport und hoffentlich normalisiert sich alles wieder.

Ja, den Rat von ObiWahn solltest Du befolgen!

WuindoPwp6ane


ObiWahn, ja, der erste Neurologe hatte die CD erhalten.

Ich hoffe auch, dass es einfach nur stressbedingt ist. War bzw. bin seit diesen Anzeichen auch sehr reizbar. Ferner musste ich auch feststellen, dass mir der Alkohol auch nicht mehr bekam. Nach 3 Gläsern Wein hatte ich am nächsten Tag auch erhebliche Probleme die Reize meiner Umwelt zu verarbeiten, war absolut überfordert.

Ein Freund zog gar einen Alkoholentzug in Erwägung, wegen Zittern und gelegentlichen Anflügen von Panik....

G*rau/amsexl


Bist Du alkoholkrank? In DEM Fall würde ich SOFORT einen Entzug machen.

WTindo.wpanxe


seit dieser Geschichte hatte ich den Alkohol nicht mehr angerührt

G"rauaemsel


Das ist gut so – und müsste jetzt, nach meiner Rechnung, etwa 1/4 Jahr her sein.

CHool{Time


@ ObiWahn,

darf ich fragen, wie deine MS bis jetzt behandelt wird? Du hast sie ja schon ganz schön lange.

Bekommst du eine BT oder hast du schon einmal

die neuen oralen Medikamente a la Fingolidmod genommen.

W{indBowpyane


Nachtrag:

Nachdem mir der zweite Neurologe ebenfalls zu verstehen gegeben hat, dass alles rein psychosomatisch bedingt sei, hab ich einen dritten Neurologen aufgesucht. Diesmal bin ich etwas energischer vorgegangen, wodurch eine MRT- und Liquoruntersuchung veranlasst wurde. Auch hier wurde ich mit den Worten verabschiedet "Und wenn man im MRT nichts findet, dann haben Sie auch keine MS! Wir kümmern uns dann um Ihre Psyche."

So, cMRT ergab nichts. Mittlerweile habe ich nun zwei Aufnahmen meines Gehirns im Rahmen zweier Studien und eine rein diagnostisch veranlasste.

Lumbalpunktion ergab keine Pleozytose, dafür positive oligoklonale Banden, Autsch.

Bisheriger neurologischer Status: unauffällig.

In vier Wochen HWS und LWS-MRT.

Ich denke mal da wird man dann die fiesen Herde finden...

LUK10


Lumbalpunktion ergab keine Pleozytose, dafür positive oligoklonale Banden, Autsch.

Sagt nix aus... man wird auch weiterhin nichs finden. Keine Pleozytose, restlicher Befund der LP war wahrscheinlich auch normal.

-jToffi'fexe-


Hat man bei MS Pleozytose und oligoklonale Banden?

faroscthlie


Hallo ich dachte bei einer ms liegen oligoklonale Banden vor oder nicht? ???

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