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Antidepressiva und Libidoverlust

ÖjndurE[s hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Mein Freund nimmt jetzt seit 6 Tagen Antidepressiva wg Schlafstörungen und allgemein viel zu großem Stress.

Er hat nun seltener Lust auf Sex.

Ich weiß, dass Libidoverlust eine Nebenwirkung von ADs sein kann.

so langsam aber sicher mache ich mir nun Sorgen was passiert, wenn er diese Dinger von seinem Hausarzt weiterhin verschrieben bekommt.

Jetzt frage ich mich:

Kann der Libidoverlust, wenn er die ADs absetzt, weiterhin bestehen bleiben?

Mein Problem ist auch, dass mir jetzt Opipramol verschrieben wurde... Nebenwirkungen: Libidoverlust %-|

Ich kann erst morgen anfangen, sie zu nehmen, weil die Apotheke die erst bestellen muss.

Ich habe WIRKLICH Angst, dass mein Freund und ich irgendwann nurnoch wie Zobies nebeneinander her leben und keine Zärtlichkeiten mehr austauschen...

Wie realistisch ist meine Angst dahingehend, dass wir irgendwann wie Geschwister leben?

Mir ist Sex schon sehr wichtig. IHM ist es noch nichtmal aufgefallen, dass er weniger Lust hat.

Können die Tabletten nach nichtmal einer Woche schon die Libido senken, oder liegt seine Sexunlust am Stress, den er zur Zeit hat?

Fragen über Fragen...

Ich bin echt betrübt, was das angeht.

Ich wäre für ein paar antworten dankbar.

PS Ich habe zudem auch noch Angst, dass ihm das Zeug so gut bekommt, dass er es weiterhin nehmen will und dafür in Kauf nimmt, keinen Sex mehr zu haben... :°(

Antworten
_hParvaTti_


Es sind gerade mal 6 Tage rum. Wie willst du dass da schon beurteilen können, wieviel Lust er hat? Ihr solltest erst mal abwarten. Im Grunde wirkt das AD nach nur 6 Tagen noch nicht so richtig und man muss sich auch erst mal daran gewöhnen. Aber eine Dauerlösung kann das trotzdem nicht sein. Eine Phsyotherapie halte ich für sinnvoller und/oder eine Stressreduktion ebenso.

Kann der Libidoverlust, wenn er die ADs absetzt, weiterhin bestehen bleiben?

In der Regel verschwnden Nebenwirkungen nach dem Absetzen wieder.

b3med


Hallo,

Mein Problem ist auch, dass mir jetzt Opipramol verschrieben wurde (...) Libidoverlust ...

nun, da ihr jetzt beide Medikamente nehmt, die "das Ganze etwas ruhiger erscheinen lassen", dann passt es doch wieder ... o:) ;-)

lg.

hHappy3369


Hallo,

Deine Sorgen sind leider sehr berechtigt! ([[http://de.wikipedia.org/wiki/Post_SSRI_Sexual_Dysfunction)]] Der Prozentsatz der Menschen, bei denen der Libidoverlust und andere sexuell Dysfunktionen lebenslänglich bestehen bleiben, ist meiner Meinung höher als angenommen, viele sprechen das Problem aus Scham ja gar nicht erst an und Ärzte schieben das dann gerne auf eine doch noch bestehende Depression, bei der die Libido ja auch zumeist gedämpft ist und machen es sich damit viel zu einfach, oftmals aus eigener Unwissenheit (siehe Absatz zu den Versuchstieren im Wikipedia-Link).

Entsprechende Selbsthilfegruppen gibt es seit einigen Jahren z. B. in den USA.

Hier der Link zu der deutschen Selbsthilfegruppe: [[http://de.groups.yahoo.com/group/SSRIsex_German/]].

Ein youtube-Video eines Betroffene (auf Englisch): [[http://www.youtube.com/watch?v=9-6pmsVOe3g]]

Zum Opipramol: Ich habe es vor 3 Jahren für 3 oder 4 Tage genommen sofort wieder abgesetzt aufgrund der Nebenwirkungen. Ich hatte es während einer Reha in einer Psychosomatischen Klinik wegen Schlafstörungen/Depressionen verschrieben bekommen. Auf meine Frage nach den Nebenwirkungen wurde abgewunken und nur Mundtrockenheit genannt... Ich hatte aber die ganze Palette und am gravierendsten fand ich die sexuellen Störungen – habe mich wie ein Stück Holz gefühlt! Da mir meine Sexualität wie Dir sehr wichtig ist und Psychopharmaka ja ohnehin keine langfristige Lösung sind, habe ich mich dagegen entschieden, stattdessen mit viel Geduld versucht, etwas an den Ursachen zu ändern (da mir die Ursachen meiner Depressionen – Überforderung auf zu vielen Gebieten – durchaus bewußt waren). Obwohl Opipramol nicht zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern gehört und ich's ja nur sehr kurz genommen hatte, habe ich seitdem das Gefühl, in sexueller Hinsicht nicht mehr so wie früher zu empfinden. Von einer Freundin, die 1 Jahr lang Citalopram genommen hatte, es schon 1,5 Jahre nicht mehr nimmt, habe ich ähnliches erfahren. Also von dem Spruch "Wart's doch erstmal ab..." halte ich nichts, man sollte sich vorher genauestens informieren und sehr gründlich abwägen, was man sich und seinem Körper zumutet, wie groß der Leidensdruck ist. Es muß jeder für sich entscheiden, was er einnimmt, was ihm wichtig ist, ich kann nur meine eigenen Erfahrungen und Gedanken dazu weitergeben.

Übrigens stieg lt Wikipeadia zwischen den Jahren 2000 und 2009 die Verschreibung von Antidepressiva von 419 Mio. DDD (Defined Daily Dose) auf 1058 Mio. DDD, also auf das 2,3fache. Die Ängste und Depressionen sind ja überwiegend Reaktionen der Menschen auf die gesellschaftlichen Umstände – und wieder wird nur an den Symptomen herumgedoktert, damit die Menschen weiterfunktionieren, als an den Ursachen etwas zu ändern. Kostengünstiger als aufwändige Therapien (und erstmal der Ausbildung guter Therapeuten) ist es auch und darum geht es ja leider im Gesundheitssystem primär.

Ich hoffe, Dir etwas weitergeholfen zu haben!

Viele Grüße

S.

ÖYnVdur@dís


@ happy:

Danke dir für deinen Beitrag!

Ich fand die Frage auch berechtigt, da ich ja nunmal, wie du so schön sagtest, mich eben nicht "wie ein Stück Holz" fühlen möchte!

Danke nochmal für die Links zu dem Thema!

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