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Hirnblutungen und die Folgen

V+aliAtaan hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr lieben,

eigentlich bin ich immer im Säuglingsforum unterwegs aber heute brauche ich mal von euch Hilfe/Unterstützung/ Erfahrung oder was auch immer.

Es geht um meinen Vater. Er ist 41, Raucher, hat einen Stressigen Job und Bluthochdruck der nicht behandelt wurde.

Seit Sonntag ging es ihm schlagartig sehr schlecht. Er schlief nur, hatte Kopfschmerzen und Erbrechen und war zeitweise sehr Desorientiert und Agressiv. Ich riet meiner Mutter wg. Verdacht auf Schlaganfall (bin Altenpflegerin) den Rettungwagen zu rufen aber mein Vater meinte wenn sie das tut dann haut der dem Arzt eine rein (mein Vater ist sehr stur) und er hätte nur Migräne.

Es besserte sich nicht und Mittwoch kam dann doch der RW und brachte ihn ins KH. Er hatte einen Blutdruck von 220. Er wurde überwacht, bekam Blutdruck senkende Mittel und das wars. Gestern war ich da und da wurde gesagt er könnte vllt. am WE nach hause, keine Überwachung nichts, war aber schlimmer Wesensverändert als die Tage zuvor.

Auf mein Drängen wurde heute ein CT gemacht und es kam raus das er Hirnblutungen hat. Gemacht werden kann wohl erstmal nix nur versucht werden den Blutdruck zu senken. Die Bilder wurden einem KH mit Neurologie übersendet und die sagten wenn es nicht besser wird solle er Verlegt werden und eine Drainage bekommen.

Mehr Infos haben wir nicht erhalten bzw. konnte oder wollte man uns nicht geben.

Ich wollte einfach mal wissen wie eure Erfahrungen sind? Klar kann man keine Ferdiagnose machen aber meine Mutter hat angst das er nie mehr wird wie vorher. Er hat keine Lähmungen ect. wirklich "nur" eine Wesensveränderung (wobei das ja das schlimmste ist)...

Muss er danach wohl zur Reha? ???

Irgendwie stehe ich auch auf dem Schlauch, bis jetzt nur Schlaganfallpatieten jenseits der 70 gehabt da wird leider nicht mehr viel gemacht. Aber mein Vater ist ja noch jung.

Danke das ihr euch die mühe macht das durchzulesen! @:)

Antworten
sdchokXolovxe


Kommt auf die Menge des Blutes an, die er ihm Hirn hat.

Ok Blut im Hirn ist immer ein Risiko, allerdings bei nur wenig schafft der Körper es besser abzutransportieren.

Daher sollte sein Blutdruck wirklich schleunigst nach unten gejagt werden, 220 ist ja schon ...huiii...

Gehe mal von aus dass dadurch eine Ader geplatzt ist, da stehen die Chancen auf heilung besser als wenn es andere Ursachen wären.

Ob er in eine Reha muss wird auch von der Blutmenge abhängen und ob es Bereiche im Hirn geschädigt hat.

Nach Schlaganfall klingt das für mich persönlich eher nicht.

Alles alles gute dir und ihm. :)* :)* :)*

AJVM-Jotanne


Bei einer Hirnblutung geht das Gewebe unter, welches Blut abbekommen hat. Je nach dem betroffenen Bereich hat es mehr oder weniger dramatische Folgen.

Auch ist entscheidend, ob die Blutung inzwischen selbst aufgehört hat oder man ggfs operieren muss.

Ich hatte eine kleine Blutung und extreme Kopfschmerzen, weil ein Aneurysma geplatzt war. Die Blutung hat selbst aufgehört und war in einem weniger wichtigen Bereich*...*, also nicht lebenswichtig und keine Lähmungen o.ä. Folge bei mir Epilepsie und Trauma(psyche etc)

Ein Drainage muss erfolgen, wenn durch die Blutung der Hirndruck zu sehr steigt. Man legt dann einen Schlauch in den Kopf.

Hört es nicht auf zu bluten gibt es je nach dem mehrere Möglichkeiten die Blutung zu stoppen. Verkleben mittels Katheter über die Leistenarterie oder große Op.

Das alles hängt ab von der Schwere der Blutung und dem Ort, wo sie stattgefunden hat.

Ob danach eine Reha erfolgen muss, hängt auch von den Einschränkungen ab, die durch die Blutungen entstanden sind.

Ich habe keine Reha bekommen. ich lag 2 oder 3 Tage auf der stroke-unit und durfte dann gehen.

Die Anfälle kamen erst Monate später und werden medikamentös gut behandelt.

Was mich bei deiner erzählung stört sind die Wesensveränderungen. Hört sich nach Frontalhirn an?

Dort operiert man nicht so gerne.

Ich hoffe, dass der Oberkörper auf 30° erhöht gelagert wird und er Sauerstoffversorgung (dünner schlauch vor der nase) bekommt?

Wenn das KH keine Neurologie hat, sollte man vielleicht doch mal überlegen, ihn in ein anderes zu verlegen. Jede Minute zählt.

:°_ :)* :)* :)*

VkalitNaan


Ich danke euch sehr für eure Antworten!!! @:)

Also aktueller Stand ist, dass man regelmäßig CTs macht die an andere Kliniken mit Neurologie und Stroke Unit übersandt werden damit die diese beurteilen. Bis jetzt waren alle der Meinung das keine OP gemacht werden muss und somit eine Verlegung zu stressig und unnötig wäre.

Er liegt jetzt auf der Intensiv, Blutdruck haben sie auf 150 runter bekommen.

Was mich bei deiner erzählung stört sind die Wesensveränderungen. Hört sich nach Frontalhirn an?

Ich habe keine ahnung, wo die Blutung sitzt hat man uns nicht mitgeteilt. Die Agressivität kommt aber wohl daher, dass er halt desorientert ist uns angst hat. Zudem hat er eine Ärzte Phobie (ja wirklich Phobie, er kam mich nach Entbindung nicht mal besuchen aus angst vor KH)

Ich hoffe sehr das die Nacht ohne zwischenfälle verläuft. Er muss aber nüchtern bleiben wg. evtueller Not Op.

s%chok\o"lovxe


Die Agressivität kommt aber wohl daher, dass er halt desorientert ist uns angst ha

Klingt auch für mich am plausibelsten. Hab noch nie davon gehört dass Aggressionen daher ausgelöst werden dass bestimmte Hirnbereiche geschädigt sind.

Ich hab auch Panik vor Krankenhäusern und kann das daher gut nachvollziehen. Vielleicht sollte einer von euch bei ihm bleiben und ihm ruhig zureden. wenn er zu große angst bekommt sollte vielleicht mal über ein beruhigungsmittel etc nachgedacht werden ":/

VnalitWaxan


Hab noch nie davon gehört dass Aggressionen daher ausgelöst werden dass bestimmte Hirnbereiche geschädigt sind.

Ja doch schon bei einigen Demenzformen.

Es soll eigentlich kein bzw. kaum besuch kommen weil er sich sehr schnell aufregt und sowiso die ganze Zeit schläft, da bring gut zureden auch nicht viel. Beruhigungsmittel bekommt er jetzt auch weil er heute nachmittag wohl stiften gegangen ist und im Schwesternzimmer gefunden wurde und sehr böse gegenüber den Schwestern wurde. Dabei ging der Blutdruck dann auf 250... %:|

DAieKr"uemri


Mehr Infos haben wir nicht erhalten bzw. konnte oder wollte man uns nicht geben.

?? dann habt ihr wohl irgendwie die falschen Fragen gestellt.

Mein Vater hatte 2008 eine Hirnblutung mit Ventrikeleinblutungen. Ich habe noch im Krankenhaus die CT-Bilder gesehen, sie wurden mir erklärt, dann Verlegung in eine Spezialklinik, dann Not-OP, dann Reha. er hatte fast die Hälfte der linken Hirnhälfte eingeblutet, aber für den Schweren Befund (3 Kliniken haben ihn abgelehnt, weil es "sich nicht mehr lohnt, zu operieren") geht es ihm jetzt, 3,5 Jahre später relativ gut. Er hat eine Aphasie (Sprachverständnisstörung und Wortfindungsstörung) das rechte Gesichtsfeld ist praktisch nicht mehr für ihn einsehbar, daher darf er nicht mehr Autofahren, er hat leichtes Parkonson, ist deutlich langsamer als vorher, leichgewichtsstörungen, ist emotional "erkaltet" (da in der linken Hälfte eben auch die Emotionen liegen)aber er kann wieder alleine leben-wenn auch mit Gärtner, Essen auf Rädern und Putzfrau.

ArVM-Joxanne


irgendwie – entschuldige bitte – musste ich dann doch kichern bei der Aktion Schwesternzimmer und schimpfen.

Es scheint ihm jetzt also nicht soo schlecht zu gehen, dass er nicht mehr aufstehen könnte.

Das Frontalhirn ist für die Moral zuständig. Wenn also ein Schaden von dort ausgehen würde können Wesensveränderungen vorkommen.

Du hattest von Wesensveränderungen gesprochen und das ist ja ein dehnbarer begriff.

wenn er sowieso eine KH-phobie hat (wer nicht?), zudem schnell auf 180 (schon vorher?) ist es kein wunder, dass er sich so verhält.

klar ist natürlich, dass der blutdruck runter muss. am besten noch unter 120.

Wenn die Neurologen alle keine op haben wollen, ist es gut möglich, dass die blutung schon gestoppt hat.

das problem liegt darin, dass bei einer stattgefundenen blutung, eine weitere auftreten könnte und dann wird es gefährlich. deshalb muss er still liegen und der blutdruck runter.

Angst hatte ich auch, das kannst Du glauben. Desorientiert war ich allerdings nicht.

Er hat ja das Schwesternzimmer gefunden, was ist also mit desorientiert gemeint?

Ich drück euch jedenfalls die Daumen, dass er sich wieder beruhigt,er stabil bleibt und es nicht wieder blutet. :)* :)* :)* @:)

VWali,taaxn


?? dann habt ihr wohl irgendwie die falschen Fragen gestellt.

Ich glaube in dem moment ist man so überwältigt das man viele Fragen hat die einem erst hinterher einfallen.

Es scheint ihm jetzt also nicht soo schlecht zu gehen, dass er nicht mehr aufstehen könnte

Das war gestern nachmittag. Jetzt ist er ruhiggestellt und schläft nur und ist nicht mehr ansprechbar.

zudem schnell auf 180 (schon vorher?)

Ja wie gesagt. Er hatte schon vorher Bluthochdruck war aber weil er so stur ist nie in behandlung '(da konnte man sich den mund fusselig reden.) bei seiner einweisung hatte er zuhause 220.

Er hat ja das Schwesternzimmer gefunden, was ist also mit desorientiert gemeint?

Gefunden kann man das nicht nennen. Er weiß nicht wo er ist. Zu meiner mama meinte er vorgestern er wäre im noch Urlaub. Er hat kein gefühl mehr für zeit geschweige enn welchen Tag wir haben.

Du hattest von Wesensveränderungen gesprochen und das ist ja ein dehnbarer begriff.

Mein Papa ist eigentlich ein liebenswerter, gutmütiger mensch der sich zu vor anderen benehmen weiß Aber gestern hat er dann Ärzte und schwestern angemacht, dem Arzt mittelfinger gezeigt (hat er nicht gesehen) wird schnell agressiv. Ich dachte da liegt ein Dementer Patient erlich.

Jetzt ist es wohl so, dass die anderen Kliniken sich noch nicht gemeldet haben. Verschlechtert hat es sich seit gestern abend nicht aber wie gesagt nicht ansprechbar.

Man kann wohl nichts tun ausser abwarten.

Tut mir leid wenn es etwas unsortiert war aber mein Sohn hat mich heute nacht nicht Schlafen lassen und ich bin Totmüde.

E@hemaliger NuCtzer (}#46x7193)


Hi,

Geb' mal meinen Senf dazu :-). Erstmal mein Lob dass du den Rettungsdienst verständigt hast, super Sache! Leider muss man auch dazu sagen, dass die Hirnblutung wohl eine langfristige Konsequenz des unbehandelten Bluthochdrucks sein wird. Das steigert das Risiko für solche Dinge bekanntlich enorm.

Prinzipiell hilft hier jetzt nur abwarten und Tee trinken. Wichtig ist dass dein Vater in einem Krankenhaus liegt, das eine geeignete Einrichtung für neurologische Notfälle hat. Mir grausts jedes Mal davor wenn die Patienten aus irgendwelchen Wald- und Wiesenkrankenhäusern mit so einer Diagnose erst nach mehreren Tagen überstellt werden.

Dass dein Vater nicht ansprechbar ist, kann verschiedenste Gründe haben, einerseits durch die Blutung, andererseits wird man ihm dort, eben weil er wie du ihn beschreibst, nicht sehr umgänglich ist, etwas zur Beruhigung gegeben haben.

Die langfristigen Prognosen für Hirnblutungen sind unterschiedlich und schlecht vorherzusagen, ich würde mich da an den behandelnden Arzt wenden.

LG und gute Besserung!

V(alBitaaxn


Danke für deine Antwort.

Mir grausts jedes Mal davor wenn die Patienten aus irgendwelchen Wald- und Wiesenkrankenhäusern mit so einer Diagnose erst nach mehreren Tagen überstellt werden.

Genau so geht es mir auch. Das Krankenhaus ist halt ein normales kleinstadt Kh ohne neurologie. Wir wohnen hier im Ruhrgebiet und hier gibt es genug ausswahl an guten Kh in der nähe aber aufgrund des Blutdrucks mussten sie ihn in das nächste KH bringen und für eine verlegung muss der Blutdruck wieder stimmen. Sowas erlebe ich täglich im Altenheim und denke würden die Leute sofort in das richtige KH bringen würde denen viel mehr geholfen werden.

A1VUM-Jo_anxne


hm...da weiß ich auch ehrlich gesagt nicht so wirklich weiter. mich würde es komplett fertig machen, dass er nicht schon in einem KH mit Neurologie liegt.

So schnell kann doch keiner dort sein, wenn doch was passiert ???

ich weiß schon, warum ich die feuerwehrleute gleich darauf hinweise, nur in eins mit neuro fahren.

Ich drück Däumchen, dass nichts mehr passiert und diese Verwirrheit wieder zurückgeht :)* :)* :)*

E2hemalig:er N}utzer (#|467193x)


ich weiß schon, warum ich die feuerwehrleute gleich darauf hinweise, nur in eins mit neuro fahren.

Sowas liebe ich persönlich ja heiss. Die Vergabe der Betten bzw. das anzufahrende Krankenhaus obliegt zumindest in meiner Großstadt nicht dem RD-Personal – und am wenigsten den Angehörigen. Eine Stroke-Unit wäre natürlich Mittel der Wahl, aber laut Erzählungen der Threaderstellerin ist zuviel Zeit vergangen und diese Option ergab sich deswegen nicht.

Sollte akute Gefahr bestehen (z.B. steigender Hirndruck, weitere Einblutungen) die eine dementsprechende Behandlung erfordert ist eine nachträgliche Überstellung von einem KH in ein anderes kein Problem. Ansonsten heißt es abwarten, Tee trinken, Verlaufskontrollen durchführen und die Entwicklung im Auge behalten.

AUVM-J-oann[e


Ich hatte mit dem RD-Personal in meiner Großstadt kein Problem, dass man mich quer durch die ganze Stadt transportiert hat, um eine perfekte Behandlung zu bekommen. Weder bei Anfällen, noch bei meiner Hirnblutung.

Im schlimmsten Fall kommt sowieso der Hubschrauber und fliegt dorthin. Da wird kein Tee getrunken sondern gehandelt.

Ich habe einfach schon zu viel mit Leuten/Ärzten zu tun gehabt, die sich als Nullnummern herausgestellt haben und mich beinahe umgebracht hätten. Denen werde ich sicher nicht mehr vertrauen und ich würde auch keinen Angehörigen dorthin schicken.

Sowas muss man dann einem Sani aber auch sagen und natürlich kommt es auch auf den Zustand des Patienten an.

Wenn ein KW kommt und mich zum KH fährt und dann auf dem Gelände nicht die NA findet? Wie soll so jemand dann dazu in der Lage mein Leben zu retten? Da muss man dann schon ein wenig nachhelfen.

Nicht jeder Sani ist so im Bilde wie Du, vielleicht ;-)

D~iDe7Kruemxi


Im schlimmsten Fall kommt sowieso der Hubschrauber und fliegt dorthin

bei einer Hirnblutung im Hubschrauber fliegen ??? lieber nicht....

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