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Schwere Polyneuropathie mit Schmerzen

gTotxano hat die Diskussion gestartet


Hallo, ich (55) bin seit heute in diesem Forum angemeldet. Folgender Sachverhalt: Seit mehreren Jahren habe ich dieses Kribbeln und Brennen in beiden Füßen. Mal mehr, mal weniger. Im November 2011 wollte ich der Sache auf den Grund gehen und ließ mich im Januar stationär 2,5 Wochen untersuchen. Das Ergebnis: Schwere Polyneuropathie mit eventuell alkoholbedingter Ursache. Keine Diabetes, keine Borrelien.

Den Begriff "alkoholbedingt" gab ich an, da meine Gamma GT-Werte in der Vergangenheit sehr lange sehr hoch waren. Sprich: ich habe lange viel Alkohol konsumiert.

Seit der Entlassung aus dem Krankenhaus werden die polyneuropatischen Schmerzen immer dominanter. Folgende Medikamente wurden bisher verabreicht, aber wegen katastrophaler Nebenwirkungen und unzureichendem Schmerzlinderungseffekt vom Neurologen abgesetzt.

Gabapentin 3x300 mg

Lyrica

Cymbalta

Helfen würde Tramadol 100mg. Nehme ich aber nicht wegen der Abhängigkeitsproblematik.

Zur Zeit bin ich auf Amitryptilin 25mg abends und 10mg tagsüber.

Macht müde, aber nicht so schlimme Nebenwirkungen wie die obigen Medikamente. Schmerzen sind noch da.

Seit Dezember habe ich keinen Alkohol mehr getrunken. Können sich meine Nerven regenerieren und die Schmerzen lindern? Die Ärzte sagen "nein".

Ja, so sieht es aus. Vielleicht hat noch jemand Gedanken zu dieser Problematik "Polyneuropathischer Schmerzpatient".

Viele Grüße von

Antworten
S?unflcower_7x3


Polyneuropathie ist leider eine dauerhafte Nervenschädigung...

Die von Dir beschriebene Medikamenten-Kombi ist eigentlich recht gängig (Cymbalta, Lyrica). Hast Du ALLES zeitgleich bekommen und alles zeitgleich abgesetzt? Wenn ja, wäre es sinnvoll, da schrittweise vorzugehen.

Was das Tramadol angeht:

Wenn es retadierte Präparate sind, sogar noch mit ergänzendem Wirkstoof (Naproxen), damit es nicht kickt... wenn Du es nach Zeitplan nimmst... dann ist das Suchtpotential eher gering. Und es gibt einfach keinen Grund, sich mit diesen Schmerzen zu kämpfen.

Alternativ könnte man auch entsprechende Schmerzplaster ausprobieren, da ist das Suchtpotential noch geringer.

Jedenfalls brauchst Du zum Amitr. noch ein Schmerzmittel. A. ist ja ein Antidepressivum, welches zeitgleich auf die Schmwerzwahrnehmung wirkt. Reicht allein aber nicht aus.

Hast Du schon mal über eine umfassende stationäre Schmerztherapie (also Medikation, Physio, Psychotherapie usw. in einem Paket) nachgedacht?

gzotanxo


Hallo Sunflower_73, danke für die Antwort. Ich dachte eigentlich, dass Amitriptylin auch allein zur Schmerzlinderung bei mir eingesetzt wird. Pflaster habe ich beim Neurologen angesprochen. Aber zu Qutenza nur angedacht.

_BParvadti_


Wurde mal geschaut, ob du einen Mangel an B-Vitaminen hast? Ein Mangel ist nicht selten die Ursache einer Polyneuropathie. Gerade, wenn du sagst, dass du sehr viel Alkohol konsumiert hast, ist gerade ein Mangel an B-Vitaminen, vor allem an B1, sehr wahrscheinlich.

g`ot|anxo


Hallo, Vitaminmangel wurde nicht festgestellt. Obwohl im Krankenhaus die prophylaktischen Vitamin-Infusionen mir gut taten.

Weiß jemand wie lange es dauert bis die schmerzlindernde Wirkung der Amitriptylin-Tabletten eintritt ? Eine oder mehr Wochen?

Am besten aus eigener Erfahrung.

Danke

L3K10


@ gotano

Es stimmt nicht zwingend dass es eine "permanente" Erkrankung ist. Das wird die Zeit zeigen.

Ernährung wieder hochschrauben, Vitamin-Substitution auf jeden Fall – wiederaufnehmen! B Präparate und dann hoffen dass es besser wird. Also das mit den Vitaminen, angeblich ernährt man sich ja viel zu vitaminarm wenn nicht alles Bio ist, bei Alkoholikern besteht aber definitv ein eklatanter Vitaminmangel.

Wie siehts denn mit der Leber aus?

Also Amitrtiptylin ist ein Antidepressivum dass man ganz gerne auch bei neuropathischem Schmerz verschreibt. Wie lange nimmste das? Hast du denn auch Schmerzen oder nur so Taubheitsgefühle, Ameisenlaufen, Parästhesien?

Was das Tramadol angeht:

Wenn es retadierte Präparate sind, sogar noch mit ergänzendem Wirkstoof (Naproxen), damit es nicht kickt... wenn Du es nach Zeitplan nimmst... dann ist das Suchtpotential eher gering. Und es gibt einfach keinen Grund, sich mit diesen Schmerzen zu kämpfen.

Das ist egal, er ist Suchtpatient, da sind Opioide so ziemlich das schlechteste was man machen kann. Sofern die Schmerzen erträglich sind, würde ich damit warten bis ganz zum Schluss.

Und Naproxen ist ein Antiphlogistikum – gehört in den Formenkreis der NSAR und wird, außer dass es den Magen beleidigt bei einer Polyneuropathie – gar nix bringen.

g.otGanxo


@ LK10

Hallo, an den Füßen habe ich ein ständiges "Brennen", so als wenn die Füße in zu heißes Wasser getaucht sind. Der Hausarzt sagt bei der Blutkontrolle nichts zu Vitaminmangel.

Zum Alkoholkonsum kann ich sagen, dass ich nie süchtig war, denn ich konnte ja von jetzt auf nachher ohne Alkohol leben. Ohne Entzugserscheinungen.

Gruß

WYolfxg]anxg


"süchtig" und "Alkoholmissbrauch" sind aber zwei verschiedene Dinge. Wenn du lange Zeit zu viel Alk trinkst, können auch Schäden auftreten, obwohl du nicht im eigentlichen Sinne süchtig bist. Das ist dann aber ein Grund mehr einfach ganz mit dem Alktrinken aufzuhören.

_jPar$vatxi_


Hallo, Vitaminmangel wurde nicht festgestellt.

Da ist jetzt die Frage: Welche Vitamine wurden überhaupt überprüft? Ich würde da nochmal nachhaken und eventuell eine Kopie der Blutergebnisse geben lassen. Die Werte könntest du ja dann mal hier rein stellen. Ohne Blutwerte ist es sowieso immer schwer etwas genaueres zu sagen.

L>K1x0


@ gotano

Sag mal wieviel du getrunken hast. Also rechnes für mich in ein Maß um damit ich mir was vorstellen kann. Über welchen Zeitraum und welche Menge. Du kanst als Einheitsmaß gerne Schnaps oder sowas hernehmen.

gmotEaxno


Hallo, das neurologische Abschlussgutachten: .....Vitamin B12/Folsäure-Mangel.....waren nicht nachweisbar.

Trinkverhalten: jeden Tag 3...4 0,5l Bier. Gelegentlich Schnaps und Wein zusätzlich. Dauer 25 Jahre.

L<K1x0


Gotano

Ist was anderes ausgeschlossen worden?

Das sind 1,5 Liter Bier – auch auf 25 Jahre ist das nicht viel. Also Alkohol ist leider ein Problem, auch bei der Leber manche kriegen in 3 Jahren ne Zirrhose manche gar nicht bei schwerstem Missbrauch.

1,5 Liter Bier sind aber dennoch sehr wenig für ein so schwerwiegendes Syndrom.

Sonst irgendwelche Schäden durch Alkohol außer erhöhte Leberwerte? Konzentrationsschwäche, Depressionen oder was dergleichen? Also Polyneuropathie gibts bei Alkohol relativ häufig, das betrifft aber dann doch eher Leute die wirklich heftigen Missbrauch betreiben.

nMiemaLnd00


Hallo,

ich selbst leide auch an einer Polyneuropathie, die aber in erster Linie Krämfe verursacht.

Ich habe hier mit Gabapentin sehr gute Erfahrungen gemacht 1 X täglich 300mg.

Anfangs schlug die Müdigkeit voll zu, was sich aber nach Gewöhnung und Umstellung auf abendliche Einahme gebessert hat. Gegen Schmerzen wegen meines Rückenleidens nehme ich auch Oxycodon.

Ich kann nur empfehlen einen Schmerztherapeuten in deiner Nähe zu suchen. Dank meines Arztes kann ich immer noch Vollzeit in meinem Bürojob arbeiten. Mit dem Neurologen wirst du mit der Therapie nicht weiter kommen.

gnota1nxo


Hallo niemand00,

danke für deine Darlegungen. Ja aber der Neurologe ist doch der Fachmann, dachte ich.

Ist denn so ein Schmerztherapeut dann auch begleitend da? Zeitnah?

Ich bin jetzt z.B. in Wiedereingliederung, 4h täglich. Aber eigentlich geht es mir schlecht. Müdigkeit, Depri, Antriebslosigkeit. Die Neurologin meinte, dass das nach einer Eingewöhnungsphase sich gibt. Mal sehen. Ich habe auch gemerkt dass ich Amitriptylin als retard besser vertrage als nicht-retard.

Gruß

gotano

n\iemtaxnd0x0


Ich habe ca. alle 4 Wochen einen Termin bei meinem Schmerztherapeuten einem Facharzt für Anästhesie. Dort werden dann die Einstellung auf die Schmerzmittel überprüft und gegebenenfalls angepasst. Falls ich ein Problem habe bekomme ich auch zeitnah einen Termin oder kann es mit ihm am Telefon absprechen.

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