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Unsicherheit und Schwindel: Epilepsie, konvulsive Synkopen?

SYaltkråxkan hat die Diskussion gestartet


Guten Tag liebe Forengemeinde, dies ist mein erster Beitrag.

Bei mir traten in den letzten Wochen mehrere Zusammenbrüche (Bewusstseinsverlust) auf die mit einem krampfenden Körper, jedoch ohne einnässen oder Zungenbiss einhergingen.

Die Anfälle hatten eine Vorlaufzeit von 30-60 Sekunden. In dieser Zeit verfärben sich die Fingernägel blau, kalter Schweiß, Frieren, Unsicherheit und Angst kommen dazu.

Auch im Alltag treten solche Gefühle auf Schwindel, Unsicherheit, Angst, Ohnmachtsgefühl.

Auf dem MRT wurde ein weißer Fleck ausgemacht der erst nach dem Kontroll-MRT im November ausgewertet werden kann. Das EEG ergab keinen Befund. Dennoch wurden nun Antiepileptika verschrieben (Lamotrigin) sowie ein einjähriges Fahrverbot.

Meine Fragen sind nun: Kamm das Epilepsie sein? Wie wird diese diagnostiziert? Was kann der weiße Fleck im MRT bedeuten? Woher kommen derlei Angst und Schwindelgefühle?

Antworten
SSaltknrKåUkan


Kennt hier niemand ähnliches? |-o

lFornxy


Hallo Saltkrakan,

ein Epileptischer Anfall muss nicht immer mit einnässen und Zungenbiss einhergehen. Es gibt unterschiedliche Arten von Anfällen. Bei großen Anfall sind die typischen Symptome eben das Krampfen, Atmung setzt aus, man läuft blau an, Zungenbiss, "Schaum" vor dem Mund, ggf. einnässen (muss nicht sein).

Daneben gibt es auch kleine Anfälle, je nach Art der Epilepsie. Hierbei unterscheidet man zwischen generalisierter oder fokaler Epilepsie. Bei der generalisierten Epilepsie ist das gesamte Gehirn betroffen, bei der fokalen nur eine bestimmte Region. Typische kleine fokale Anfälle haben oft eine Aura, ein unwohlsein Gefühl, oft mit Déja vue erlebnissen. Kann sich bei jedem anders Äußern so ein Anfall, kribbeln in den Armen, Übelkeit, unkontrolliere Handlungen, unsinniges gerede etc. Ein Déja vue erlebniss ist v.a. bei Epilepsien im Temporallappen der Fall. Wo genau wurde der weiße Fleck festgestellt? Wenn es daran liegt scheinst du eine fokale Epilep zu haben.

Kommen denn diese Symptome noch vor seitdem du die Medikamente nimmst?

Warst du bei einem Neurologen? Das ist das wichtigste! Such dir einen guten Neurologen, der mit dir durchgeht alle Symptome, der sich Zeit nimmt dir das ganze zu erklären!

Die Diagnose erfolgt zum einen durch die beschreibung der Symptome, zum anderen durch das EEG. Allerdings nur weil man im EEG nichts sieht heißt es noch lange nicht dass man keine Epilepsie hat. Die spike and waves sieht man teilweise nur recht selten. Für gewöhnlich wird ein Schlafentzugs EEG gemacht. Hierfür muss man die ganze Nacht wach bleiben, und dann zum EEG. Außerdem kann ein Flackerlicht EEG gemacht werden, was aber auch nicht zwingendermaßen ein Auslöser für die Epilepsie sein muss!

Was genau der weiße Fleck im MRT ist kann ich dir nicht sagen, da solltest du mit einem Neurologen drüber reden!

Was die Angst und Schwindelgefühle auslöst kann ich dir auch nicht sagen....

Das mit dem einjährigen Fahrverbot ist echt kacke, kenn das nur zu gut!

Hoffe ich konnte dir etwas helfen!

S-anuubQi


Hallo Ihe Lieben,

ich hoffe ihr könnt mir schnell antworten, ist nämlich ziemlich dringend...! Also...ich hatte 2007 meinen ersten "Anfall" bei dem ich ohnmächtig geworden bin und leichte Zuckungen hatte! War dann zweimal bei einem Neurologen, der auf dem EEG sowohl im "Ruhemodus als auch bei HV und Photosimulation auftretende generalisierte epilepsietypische Potentiale" in den Befund schrieb....ich musste drei Monate später nochmals hin und wieder dasselbe beim EEG. Medikamente wurden mir nie verschrieben. So...ich war dann auch nicht mehr beim Neurologen. Bin aber seit 2007 ich glaube noch 3 - 4mal umgekippt! Momentan leide ich an einer Angststörung mit Panikattacken...und eine Psychologin verschrieb mir Citalopram 20...die ich aber noch nicht einnehme. Ab nächster Woche wollte ich eine Hypnose-Therapie gegen die Angst starten! Ach ja, den Befund des Neurologen hab ich mir heute von meinem Hausarzt faxen lassen (der hat übrignes nie was zu mir gesagt was da drin steht...??!). Ich hab jetz voll die Panik dass ich Epilepsie habe, nie mehr Auto fahren darf (was ich berufsbedingt MUSS) oder Leberschädigungen bekomme, falls ich ein Medikament dagegen einnehmen muss!

Meine Frage ist außerdem, darf ich ab übernächster Woche (da hab ich Urlaub) das Citalopram überhaupt nehmen wegen dieser Anfallsbereizschaft ??? Ich hab jetz tierisch Panik!!!! Und ich weiß nicht mehr was ich noch machen soll! Jeder erzählt mir was anderes...meine Mutter meint das wäre keine Epilepsie...sondern psychisch bedingte Ohnmacht, da es jedesmal kam wenn ich Streit mit Ihr/oder sonstwem hatte oder unter stressigen Bedingugen (langes anstehen in engen stickigen Räumen im Freizeitpark)! Bitte helft mir ich weiß nicht mehr weiter!

P.S. das letzte mal ohnmächtig bin ich letztes Jahr im Juli oder August geworden (Notaufnahme im Krankenhaus weil ich allergisch auf einen Wespenstich reagiert habe und eine Infusion bekam....)

lkorzny


Hallo Sanubi,

deine erste Beschreibung von den Untersuchungen beim Neurologen deuten schon sehr auf Epilepsie hin! Gerade HP und Photosimulation im EEG zeigen eigentlich deutlich eine Epilepsie. Bei mir hat man nie spike and waves weder bei HP noch bei Photosimulation im EEG gesehen, nur beim Schlafentzug. Ich hatte nur einmal einen Anfall und trotzdem bekomme ich jetzt Medikamente und darf ein jahr lang kein Auto fahren.

Daher wundert es mich dass man dich nicht auf eibn antikonvultivum eingestellt hat!

Was deine Ohnmachtsanfälle momentan allerdings auslöst kann ich dir nicht beantworten. Bei jedem sind ja die Auslöser für einen Anfall auch unterschiedlich. Bei einem ist es das flackerlicht, bei einem Schlafentzug, bei einem Ruhe nach lang andeuerndem Stress etc. Vom Wesoenstich allerdings bekommt man so weit ich weiß keinen Epileptischen Anfall. Wohl eher eine allergische Reaktion etc.

Das mit nie mehr Autofahren ist auch totaler Bullschitt. Mir wurde im Krankenhaus nach meinem ersten (und einzigen) generalisierten Krampfanfall gesagt ich darf ich ein halbes Jahr kein Auto mehr fahren,. Dann hat man allerdings im EEG nachm Schlafentzug gesehen dass ich spike and waves zeige. Schwups durft ich ein Jahr kein Auto mehr fahren. Um anzumekren, z.b. bei der einen Patuientin die ich kennen gelernt habe wurde nie ein Schlafentzug EEG gemacht. Und im normalen EEG waren nie auffälligkeiten zu sehen. Folglich darf sie ein halbes Jahr später wieder fahren. Bei mir war im normalen EEG auch nix zu sehenm, ich darf aber erst ein Jahr später wieder fahren. Find ich schon bissle ne Frechheit!!! aber was solls über Ärzte, die ja anscheinend alles wissen, darf man sich ja nicht beschweren.

Aber zurückl zum Thema, wenn du Anfallsfrei bleibst darfst du nach einem jahr wieder Auto fahren.

Und nur weil du Medikamente gegen die Epilepsie nimmst bekommst du nicht gleich Leberschäden! Die Pille wird von den gleichen Enzymen in der Leber abgebaut wie die antikonvultiva. Glaubst du eine junge Frau macht sich Gedanken über Leberschädigung? Diesbezüglich muss man jedoch aufpassen bei Einnahme der Pille in Kombination mit antikonvuiltiva, da die Gegenseitig ihre Wirkung abschwächen können, weil dann beide stärker abgebaut werden. Man fängt natürlich auch nicht mit dem krassesten antikonvultivum an das aufm Markt ist. Besonders jungen Frazuen wird für gewöhnlich ersteinmal Lamotrigin verschrieben. Das hat wenig Nebenwirkungen. Natürlich muss man erst einmal ausprobieren welches Medikament und welche Dosierung für den Patienten gut ist.

Und nur weil man "umkippt" heißt es nicht gleich dass man Epilepsie hat. Da gehören schon gewisse Merkmale dazu! Dadrüber kann dich dein Neurologe speziell für deinen Epilepsie-Typ (falls du Epilepsie hast) aufklären.

Außerdme heißt es auch nicht dass man die Krankheit für immer hat. Teilweise kann man nach 3 oder 4 Jahren die Medikamente wieder absetzten.

Klar du bist auf das Auto angewiesen-wer nicht ??? Aber willt du andere Menschenleben damit gefährden dass du eventuell einen Anfall am steuer bekommst weil du keine Medikamente nimmst? Ich weiß das ist schwer zu akzeptieren. Ich hatte einmal(!) in meinem Leben einen Anfall. Aber diese 5 Minuten haben alles geändert. Auch wenn ich selbst überhaupt nichts davon mitbekommen hab, nur den Zungenbiss und die desorientierung als ich langsam wieder klar wurde. Und trotzdem soll man sein leben ändern, jeden Tag morgens und abends Medikamnte schlucken=? Ich weiß das ist nicht einfach! Ich kann es selbst an mir beobachten. Teilweise zieht es einen ziemlich runter. Allerdings war ich auf einem Wochenende Seminar zu dem Thema, habe einiges darüber gelernt, kann es inzwischen besser verstehen und akzeptieren. Und hey, ein halbes Jahr ist schon um, irgendwiewird es auch nochmal ein halbes Jahr ohne Auto funktionieren. Meine ganzen Sportaktivitäten betreibe ich, gegen den Rat meines Neurologen, weiterhin, bis aufs Tauchen. Weil ich einfach sage ich lebe lieber glücklich im Risiko vlt dabei zu sterben(was ich nicht glaub) anstatt mich nur noch in meinem Zimmer zu verkrichen und dann am Ende bei einem Anfall mitm Kopf auf die Tischkante zu knallen und tritz aller vorsicht daran zu sterben,.....

hab nich so eine große Panik. Wenn du dir Sorgen machst such dir lieber einen guten Neurologen, der erneut ein EEG macht. Sollte dabei etwas rauskommen wird er es dir auch alles erklären!!! Das ist wichtig, dass man selbst die Krankheit lernt zu verstehen und zu akzeptieren. Nur dann kann man auch damit leben.

Und wer weiß, vielleicht hast du gar keine Epilepsie? Die Diagniose ist nicht gerade einfach. Wurde denn mal ein MRT gemacht, ob man da was sieht (da sieht man bei mir allerdings auch nichts).....

Ich wünsche dir auf jeden Fall das Beste!!!

SiaRnxubi


Danke für die Antwort Lorny =)

Ein MRT wurde schon dreimal gemacht...zuletzt anfang diesen Jahres! Villeicht sollte ich wirklich nochmal einen Neurologen aufsuchen...=(

Weißt du (oder irgendjemand) ob ich die Citalopram jetzt nehmen darf oder nicht ???

Ist doch alles scheiße :°(

S"an8ubi


P.S.

Muss man die Medikamente gegen Epilepsie für immer nehmen? und wenn nicht, kommt es dann wieder zu anfällen wenn man sie absetzt ???

l_orlny


Weißt du (oder irgendjemand) ob ich die Citalopram jetzt nehmen darf oder nicht ???

Nein tut mir leid. Das sagt mir gar nichts. Das solltest du dann mit deinem Arzt drüber reden.

Muss man die Medikamente gegen Epilepsie für immer nehmen?

Das kommt total auf die Art der Epilepsie an. Es gibt Leute bei denen man sie nach ca. 3 Jahren Anfallsfreiheit wieder absetzt, die dann für immer Anfallsfrei bleiben. Es gibt aber auch den Fall dass dann wieder Anfälle auftreten und man wieder anfangen muss sie zu nehmen. Problematisch ist halt zu sagen wenn man die Medikamente nimmt ob die Epilepsie nicht mehr vorhanden ist und man deswegen Anfallsfrei ist, oder ob man nur Anfallsfrei ist weil die Medikamente wirken.

Ich hab auch von Leuten gehört, die nur 1 oder 2 mal einen großen Anfall hatten, nie Medikamente bekommen haben und nun keinerlei Probleme mehr haben.

Daher würde ich dir erstmal bevor du Panik hast, raten zum Neurologen zu gehen und checken lassen ob deine Ohnmachtsfälle wirklich Epileptischer Natur sind. Dafür solltest du vor allem genau beschreiben können wie sich das anfühlt wenn sie kommen.

pfaradi:essc2hnecxke


Hallo zusammen,

ich hatte vier Jahre lang Sprachaussetzer von 20-30 Sekunden. Ich fühlte schon im Vorfeld, dass ich in den kommenden Sekunden keine Sprache mehr verstehen oder äußern kann. Auch lesen war nicht mehr möglich. Der Neurologe, den ich deswegen aufsuchte, überwies mich zum MRT, das aber keinen Befund zeigte. Danach vergingen zwei Jahre. Die Sprachaussetzer wurden mit der Zeit stärker, Hitzegefühl und Realitätsverschiebung kamen hinzu.

Im Internet bin ich dann auf einen Eintrag in einem Epilepsieforum gestossen, wo fast exakt meine Symptome beschrieben wurden. Mir wurde klar, dass ich vermutlich eine Epilepsie habe. Nach einer weiteren Vorstellung beim Neurologen und Schlaf-EEG bestätigte sich die Vermutung. Inzwischen werde ich auf Lamotrigin eingestellt, was die Anfälle schon fast beseitigt hat. Derzeitige Dosis 100/0/100.

Später stellte sich heraus, dass auch mein Großvater Epileptiker war mit richtig großen Krampfanfällen. Da hatte nur niemand darüber gesprochen!

Bevor ich anfing, die Lamotrigin einzunehmen, setzte ich erst einmal die Antidepressiva ab (Citalopram). Da wurden die Epilepsie-Symptome viel schlimmer. Gehäuft mehrere Sprachaussetzer am selben Tag und dies gehäuft mehrere Tage hintereinander. Danach war dann wieder zwei Wochen nichts und dann wieder wie beschrieben mehrere am Tag. Ich habe den Eindruck, dass das Citalopram die Epilepsie in Schach gehalten hat.

Dann fing ich ja mit Lamotrigin an und die Symptome wurden wieder schwächer.

ptaradsiess<chneGcMkxe


Das Citalopram wurde ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie entwickelt. Insofern wirkt Citalopram gegen die Anststörungen UND die Epilepsie. ;-D

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