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MS, ständige Schwindelattacken

C\atW&il0lowxs hat die Diskussion gestartet


Guten Tag!

Ich schreibe hier mal, weil ich mir seit einigen Wochen Gedanken um meine Tante mache. S

Bei ihr wurde letztes Jahr im Alter von 48 Jahren MS diagnostiziert (zufälliger Befund auf MRT-Bild, Bestätigung durch Lumbalpunktion). Sie hatte vorher nie Beschwerden oder ähnliches.

Seit dem Befund ist jetzt ein Jahr vergangen. Sie hat vor vier Wochen ihren ersten heftigen Schwindelanfall gehabt, hat es aufs warme Wetter geschoben. Ene Woche später wieder das gleiche, sie ging zum Hausarzt, dieser hat ihr dann ein Kreislaufmittel verschrieben.

Wieder eine Woche später ein weiterer Schwindelanfall, sie müsste sich richtig dabei festhalten, damit sie nicht umkippt. Dazu kam noch Übelkeit und Erbrechen. Der Hausarzt schickte sie dann ins Krankenhaus, wo ein CT und MRT einen möglichen Schub erkennen ließen. Sie Baum dann einen Tropf mit Kortison über drei Tage.

Meine Tante ist jetzt knapp eine Woche wieder aus dem Krankenhaus und immer noch krankgeschrieben. Jetzt rief sie mich vorhin an und sagte, ihr ginge es schon wieder so schlecht und sie muss gleich zum Hausarzt.

Wie geht das jetzt weiter?

Wird dann jedes Mal ein Tropf gegeben? Oder muss sie evtl nun regelmäßig Medikamente nehmen?

Danke fürs Lesen!

Antworten
C|atWi)lloxws


Meine Worterkennung macht heute auch was sie will |-o

tdatRuxa


Hallo Catwillows,

Vielleicht war die Schubtherapie nicht ausreichend lang.

Standard sind eigentlich 5 Tage lang Cortison i.v.

Man kann, wenn die Symptome sich nicht verbessert haben noch eine zweite Runde mit höherer Dosis anhängen aber jedesmal bzw. dauerhaft kann man mit Cortison nicht behandeln.

Möglicherweise hilft deiner Tante Vomex gegen die begleitende Übelkeit – gegen den Schwindel hilft fast nichts.

Macht deine Tante denn keine Prophylaxe (Basistherapie)?

C1atWkillowxs


Vielen Dank für deine Antwort, tatua.

Es wurde präventiv nichts gemacht. Man hat ihr zwar zum Rehasport geraten, aber das bezahlt die Krankenkasse nur für zwei Mal im Monat. Gerade hat sie vom Arzt nur etwas Homöopathisches bekommen. Sie soll jetzt einfach nochmal ins Krankenhaus fahren, wenn es nicht besser wird.

Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass es für uns sehr belastend ist, wenn sie ständig deswegen hier anruft (sie hat nicht viele Verwandte und wir sind immer die, die dann von ihr alles mitbekommen) und weinerlich sagt, dass ihr ja wieder so schwindlig ist. Da sie ca. 80 km entfernt wohnt, ist es auch immer einiges an Fahrerei, wenn wir dann zu ihr kommen.

Ich hoffe, dass diese homöopathischen Sachen jetzt etwas helfen.

WBolfgxang


Ich zerstöre ja ungerne Hoffnungen, aber Homöopathie ist nix, was gegen einen akuten MS-Schub hilft. :-(

Da müssen schon andere Medikamente ran und zwar rasch und in der nötigen Dosierung, ehe der Schub noch weiter fortschreitet.

Darüberhinaus sollte die Tante dringend Physiotherapie bekommen um die Krankheitssymptome aufzuhalten und nicht weiter fortschreiten zu lassen. Auch Schwindel kann mit Physiotherapie behandelt werden, und das sicher besser als mit Homöopathie.

W1olfAganxg


Gerade hat sie vom Arzt nur etwas Homöopathisches bekommen.

Ich kann nur unverständig und ärgerlich gucken:

Ist das ein Neurologe?

Wenn nicht, sollte sie dringend die Behandlung eines Neurologen beanspruchen.

C{at(WLillowEs


Sie war leider nicht beim Neurologen, sondern beim normalen Hausarzt, da dieser jetzt auch die Befunde aus dem Krankenhaus alle da hatte.

Dass der Schwindel mit Physiotherapie behandelbar ist, wusste ich noch gar nicht. Da werden wir mal fragen, danke für den Tipp!

Der Hausarzt sagte ihr gerade noch, dass Schwindel leider ein begleitendes Symptom der MS sei und sie dagegen nicht viel tun kann. Sie soll nun aufs Autofahren verzichten und sich ne Woche ausruhen.

Ich denke, dass ich beim nächsten Schwindelanfall direkt mit ihr in die Ambulanz fahren werde. So geht das ja nicht weiter.

Außerdem steht nächste Woche nochmal ein MRT an, um zu gucken, wie das Cortison angeschlagen hat und ob man darauf etwas Neues erkennen kann.

W2olf7gang


Ich möchte es freundlich und mit vornehmer Zurückhaltung formulieren:

Dieser Hausarzt macht keinen kompetenten Eindruck. Die Tante sollte ihn meiden und wirklich sehr bald den Rat eines guten Neurologen suchen. MS ist eine Erkrankung des Nervensystems und daher fällt es in den Bereich des Nervenarztes / Neurologen. Er ist der geeignete Fachmann dafür.

Wo wohnt die Tante? Es gibt auch Spezialkliniken für MS, die gerade bei akutem Schub sehr kompetent helfen können, z.B. diese

[[http://www.sauerlandklinik-hachen.de/]]

Wenn es irgendwie geht, sollte sie versuchen dort aufgenommen zu werden.

CHatnWilloxws


Da müssen schon andere Medikamente ran und zwar rasch und in der nötigen Dosierung, ehe der Schub noch weiter fortschreitet.

Also ist der Schub durch die dreitägige intravenöse Gabe von Cortison nicht gestoppt worden?

Ich frage mich jetzt, ob der Schwindel noch der Schub ist oder die "normalen Begleiterscheinungen" von MS.

C(atWilxlows


Die Sauerlandklinik kenne ich! Wir kommen aus Sundern! Ich arbeite sogar in Hachen, was ist die Welt doch klein! :-D Meine Tante wohnt im Ruhrgebiet. Ich frage sie mal, ob wir uns dort mal vorstellen sollen.

Der Hausarzt steht kurz vor der Rente, ich habe auch das Gefühl, dass er sich irgendwie keine Mühe gibt oder seine Kompetenzen ausgeschöpft sind.

W;olfga5ng


Ob der Schub gestoppt worden ist, kann man im Forum auf keinen Fall beantworten: Kann sein – kann sein, dass nicht. Auch die Frage, ob der Schwindel der Schub ist, ist eher unwichtig. Nach einem Schub werden (wahrscheinlich) Verschlechterungen zurückbleiben und vielleicht gehört da der Schwindel dazu. Es können aber noch weitere Beeinträchtigungen auftreten, mehr oder weniger schwer. Bei MS ist es immer äusserst schwer Voraussagen zu machen. Jedenfalls muss der Arzt versuchen die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten und dazu gehört es, dass der Schub zuverlässig gestoppt wird. Danach wird man aber sicher weiter Therapie machen müssen. Dazu werden Medikamente (nicht Homöopathie!) gehören und auch Krankengymnastik.

WColfg=anxg


Ich frage sie mal, ob wir uns dort mal vorstellen sollen.

:)^ :)= und zwar so bald wie möglich!

C]at}Willpows


Vielen Dank für die zahlreichen Infos!

Wenn man so plötzlich damit konfrontiert wird, kann man so vieles nicht richtig einordnen.

Der Neurologe sagte im Krankenhaus bereits, dass ihr Gehirn auf dem MRT aussehe wie das einer 90-jährigen :-o . Soviel dazu. Auf jeden Fall werde ich sie überreden, in diese Klinik zu fahren, um eine Zweitmeinung einzuholen.

W)olf8gandg


Die Sauerlandklinik ist für akute Fälle. Ich weiss aber nicht, wie die genaue Aufnahmeprozedur ist. Wahrscheinlich braucht die Tante eine Einweisung ( Überweisung) von dem Hausarzt. Vielleicht ist der dann aber auch froh, wenn der diese Patientin los hat. ;-) :-D

Frage telefonisch, wie das genau gemacht werden muss.

CratPWil/loDwxs


So, wir haben us die Seite dort jetzt mal angeschaut und meine Tante darüber informiert.

Sie möchte auf keinen Fall in eine andere Klinik, wenn der Schwindel jetzt wieder anfängt, sondern in "ihre" Klinik im Ruhrgebiet. Dort kommt sie auch immer auf die Neurologie Station. Sie meinte jetzt, was auf der Internetseite der MS Klinik in Hachen steht, würde auch alles auf der Neurologie Station gemacht bzw wäre auch schon gemacht worden.

Ich habe ihr dann vorgeschlagen, dort dann einfach eine Zweitmeinung einzuholen, aber das will sie nicht. Mehr helfen kann ich ihr dann auch nicht. Sie möchte jetzt das abschließende MRT abwarten und dann entscheiden, was sie macht.

Wir können sie natürlich nicht zwingen. Aber wenn sie wieder ratlos ist, werde ich ihr sagen, dass sie unseren Vorschlag mit der Sauerlandklinik ja abgelehnt hat.

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