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MS, ständige Schwindelattacken

CwatWi2llows


Ich verstehe jetzt gerade nicht: Ich dachte bisher, dass sie nur einmal, also vor ganz kurzer Zeit in dieser Neurologie gewesen wäre. Ist das ein Missverständnis? War sie schon öfter dort? Weshalb? Mit welchem Ergebnis?

Sie war dort vor einem Jahr zur Lumbalpunktion (Diagnosestellung). Und letzte Woche die 3 Tage am Tropf.

W'ol_fgTang


Aha! Naja, dann scheint sie durchaus in neurologischer Behandlung zu sein. Bleibt offen, was der Hausarzt mit dem homöopathischen Getüddel erreichen will. Entweder die Tante braucht richtige Anti-MS-Medikamente oder gar nix.

Nun muss man schon noch in diesem Zusammenhang ergänzen, dass MS eine Krankheit der 1000 Gesichter ist. Manche Leute haben diese Krankheit jahrzehntelang und sind so wenig beeinträchtigt, dass es aussenstehende Dritte kaum bemerken. Die Kranken sind nur "müde", "nicht belastbar", "gangunsicher" und das kann lange Zeit so konstant bleiben, bis doch wieder ein Schub kommt.

Andere Kranke trifft es viel härter und in kurzer Zeit sind sie auf schwerste Weise behindert und nicht mehr in der Lage selbstständig zu laufen. Das kann auch im Laufe von wenigen Monaten gehen.

Es gibt natürlich auch alle Zwischenstufen und diese Entwicklung ist nur schwer vorhersehbar.

Natürlich sind in beiden Fällen die Medis unterschiedlich. Aber man muss eben gut aufpassen, dass man nicht vom ersten Fall in die zweite Form rutscht.

Bei diesem Aufpassen hat aber auch der Patient ein hohes Mass an Eigenverantwortung. Nimmt er die verordneten Medikamente regelmässig nach Vorschrift? Nimmt er alle Vorsorgetermine wahr? Ergreift er Angebote von Physiotherapie, die ihn auf dem Stand halten, auf dem er gerade ist?

Oder ist der Patient lieber nachlässig, schlampig oder hat Wichtigeres zu tun und jammert lieber rum, (Weil sich ja sowieso alles gegen ihn verschworen hat)?

Zwingen kann man da niemand.

tvatxua


Letzlich ist deine Tante erwachsen und es ist ihr Leben.

Allerdings hast du ja auch ein eigenes Leben und immer die Klagen anzuhören, ohne dass Bereitschaft da ist, etwas zu verändern – das braucht kein Mensch.

Da musst du die Grenze ziehen.

Was die Behandlung angeht...wenn man eine simple Krankheit hat, wie eine Grippe oder ein gebrochenes Bein, dann ist die Einstellung deiner Tante passend. Man geht zum Doc. Der untersucht, verschreibt vielleicht ein Medikament und gut ist es.

Bei MS braucht man viel mehr Eigeninitiative.

Man muss informiert sein, selber herausfinden, was an Behandlungen angeboten wird und überlegen, von welchen man profitiert.

Das wird der Arzt dann schon sagen, ob ich Physio brauche.

Diese Haltung ist zwar verständlich, aber sie bringt nicht weiter. Ich gehe zu meiner Ärtzin und sage ihr: "ich möchte es mit dem Medikament xy ausprobieren. Was halten sie davon?"

Was Basistherapie angeht – also Prophylaxemedikamente – ich hatte die zu Beginn mal abgelehnt und habe das bitter bereut, als der nächste Schub heftige Dauerschäden gemacht hat. MS ist unberechenbar. Man kann ewig Ruhe haben, aber man kann auch innerhalb weniger Monate von völlig fit zum Rollipiloten "degenerieren".

Das ist aber letzlich nicht dein Problem. Vielleicht rätst du ihr mal zur DMSG zu gehen und sich da zu informieren. Da gibt es auch Selbsthilfegruppen, die geeigneter sind ihre Sorgen aufzufangen, wie du.

C~at?Wil>lows


So, seit heute gibt's Neuigkeiten. Nach aktuellem MRT hat sich kein neuer Herd gebildet.

Heißt das jetzt, dass es doch kein Schub war?

Naja, das Krankenhaus hat jetzt meiner Tante empfohlen, einen GUTEN Neurologen aufzusuchen.

, damit dieser ihr präventiv Tabletten verschreibt.

Heute war ihr leider wieder sehr schwindlig, aber den Termin hat sie bereits jetzt schon am Montag bei einem Neurologen, der viel empfohlen wird und sie fährt dafür auch etwas weiter. also wird es jetzt sicher bergauf gehen.

W?ol&fganxg


Ausser MS gibt es noch etwa 524 andere Möglichkeiten für Schwindel.

Es gibt Spezialisten für Schwindel, z.B. diesen hier

[[http://www.schwindel-sprechstunde-hamburg.de/haeufigste_diagnosen.php]]

Das ist aber nur ein Beispiel und wenn du unter dem Begriff "Schwindelsprechstunde" googelst, so findest du wahrscheinlich auch einen Fachmann in deiner Wohnortnähe.

sulow[ga@n


Man spricht sowieso nur von einem neuen Schub, wenn seit dem letzten mehr als vier Wochen vergangen sind, was, wenn ich das richtig verstanden habe, hier ja nicht der Fall war. Der Schwindel kann durchaus noch durch die vorangegangenen Herde hervorgerufen werden (und der letzte Schub war ja wohl erst kürzlich). Ich hoffe für Deine Tante, dass eine Basisherapie ihr langfristig hilft. Aber einmal Tabletten nehmen und gut ist, so funktioniert es meistens leider nicht...

Pgi(Ma60U50r9


Also mein Gedanke war jetzt spontan auch, daß der Schwindel eventuell garnichts mit der MS zu tun hat. Man kann ja Läuse und Flöhe haben und wenn ich so lese, was deine Tante durch hat, dann kann es doch eventuell auch psychisch bedingt sein, oder?

W]olfgaxng


Es ist zwar ein hübsches Wortspiel, dass der Schwindel geschwindelt ist, aber Schwindel kann auch verursacht werden durch

- Probleme der Halswirbelsäule

- Ohrprobleme / Innenohrprobleme

- andere neurologische Probleme als MS

- Blutdruckprobleme

- wahrscheinlich noch weiter Ursachen.

Das muss erst mal zweifelsfrei geklärt werden.

C0atVWill!ows


- Probleme der Halswirbelsäule

Wurde geröntgt, alles ok

- Ohrprobleme / Innenohrprobleme

Wurde durch HNO mit Schwindeltests etc. (kalte Luft ins Ohr) abgeklärt, auch hier alles einwandfrei

- Blutdruckprobleme

Der Blutdruck war etwas niedriger als normal, könnte also nochmal nachgeschaut werden

- andere neurologische Probleme als MS

Hätte man diese dann nicht auf dem aktuellen MRT oder CT-Bild erkannt?

Danke mal wieder für die Antworten! :)^

W~olTfg<anxg


Hätte man diese dann nicht auf dem aktuellen MRT oder CT-Bild erkannt?

Weiss ich nicht. Ich bin Laie und kein Neurologe. :-/ ":/

tRatuxa


Schön, dass du uns auf dem Laufenden hältst :-)

Heißt das jetzt, dass es doch kein Schub war?

Es kann immer noch der Schub von vor einigen Wochen sein – sowas dauert oft und er ist nicht sehr intensiv behandelt worden.

Naja, das Krankenhaus hat jetzt meiner Tante empfohlen, einen GUTEN Neurologen aufzusuchen.

Das ist eine sehr gute Idee

damit dieser ihr präventiv Tabletten verschreibt.

Es werden eher Spritzen werden – das einzige Mittel zum Schlucken ist recht risikoreich und darf nur als Eskalation gegeben werden, wenn die Spritzen nicht wirken.

t}atuxa


[[http://www.dmsg.de/service/index.php?w3pid=service&kategorie=mskliniken&kategorie2=klinikenverzeichnis Hier]] findest du Adressen von Ärzten, die sich mit MS auskennen.

Vielleicht ist ja eine Adresse in der Nähe dabei. Alles Liebe für deine Tante *:)

C7atW-ill;oxws


Ok, danke euch. Bei dem Neurologen ist sie sicher gut aufgehoben und hat ja recht schnell einen Termin bekommen.

Leider geht sie meiner Meinung nach zu ruhig an die Sache ran, sie sagt immer nur "Ja mal abwarten, was der Arzt jetzt nächstes Mal sagt" wenn man ihr Tipps gibt oder vorschlägt, nochmal da oder dorthin zu gehen.

Ich vermute mal, dass der Neurologe dann direkt am Montag anhand der ganze Ergebnisse und MRT-Bilder direkt wissen wird, was zu tun ist. Viel mehr zu untersuchen gibt es ja für ihn nach der ganzen Geschichte auch jetzt nicht mehr.

BserlineFrJ,ungx83


Hallo,

ich habe alles sehr aufmerksam gelesen und verfolgt.

Das alles tut mir sehr leid und finde es sehr schlimm.

Ich selbst kenne solche Dinge wenn plötzlich ein Familienangehöriger schwer erkrankt und auch nicht heilbar ist, welche Belastung psychisch hinzukommen.

MS kommt zwar nicht in meiner Familie vor, aber dafür andere Krankheiten die ebenfalls volle Aufmerksamkeit fordern.

Ich will jetzt natürlich nicht zu nahetreten, Fakt ist das Du schon ziemlich am Ende mit Deinen Kräften bist und Deine Tante regelrecht nach voller Aufmerksamkeit schreit.

Um diese auch zu bekommen wird alles weitere abgelehnt was zum Erfolg führen könnte.

Mir scheint, als ist das Haussegen bei Deiner Tante nicht voll intakt und sie fühlt sich einsam und alleine. Das ist jetzt natürlich sehr Persönlich was ich vermute, aber ich kenne dies aus meiner Familie in ähnlicher Form. Es scheint Deine Tante jedenfalls seelisch etwas fertig zu machen.

(Nur das Finanzielle kann es auch nicht sein)

Du bekommst jedenfalls die ganze geballte Jammerladung ab und zieht Deine Laune mit hinunter, ohne dabei dies zu merken. In diesen Fall muss auch psychisch eine Unterstützung her.

Wenn man dies erst mal mit der Person anspricht, kann natürlich passieren dass die Person total verletzt und böse oder gar aggressiv drauf reagiert.

Die Form könnte dann so aussehen "Jaaaa, keiner kümmert sich um mich, immer muss ich alles alleine machen, ER/SIE (Lebensgefährte/in/Ehepartner) macht gar nichts mehr, sitzt den ganzen Tag faul rum, ich kann einfach nicht mehr und jetzt kommst Du damit an".

Das ist natürlich nur eine Vermutung von vielen.

Ich glaube auch dass sie nebenbei nicht richtig begriffen hat um was es geht.

Das verhalten deutet aber auf jeden Fall darauf hin, dass seelisch nicht ganz alles einwandfrei ist.

Und das muss schnellstens ausgeschaltet werden, wir alle wissen, ist man im Kopf nicht ganz bei der Sache, lässt man sich auch gehen und man sucht stattdessen jemanden wo man sich fallen lassen kann.

Es gab hier zahlreiche Ratschläge, jede Menge Hilfe und vieles mehr.

Und mir tut es natürlich sehr leid dass Du nun ziemlich belastet wirst, und das wo sie ja einen Partner hat, aber leider mit der Hüfte wohl selbst viele Probleme hat.

Ich hoffe und drücke die Daumen, dass Deine Tante vernünftig wird und endlich was annimmt.

Dir wünsche ich alles Gute, weiterhin viel Kraft und für Deine Tante auch alles Gute.

PwiMaw0509


@ BerlinerJung:

sehr schön geschrieben. :)^

Bei mir ist es die Mutter, die MS hat und meine Eltern sind damit total überfordert und haben alles immer auf mir abgeladen. Das hat mich selbst psychisch krank gemacht, nur daß das meine Eltern jetzt nicht glauben bzw. wahrhaben wollen. Damit muß ich nun fertig werden.

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