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MS, ständige Schwindelattacken

tDaxtua


@ BerlinerJung

Ich glaube auch dass sie nebenbei nicht richtig begriffen hat um was es geht.

Das verhalten deutet aber auf jeden Fall darauf hin, dass seelisch nicht ganz alles einwandfrei ist.

Und das muss schnellstens ausgeschaltet werden, wir alle wissen, ist man im Kopf nicht ganz bei der Sache, lässt man sich auch gehen und man sucht stattdessen jemanden wo man sich fallen lassen kann.

Ehrlich, ich musste erstmal bis zehn zählen und Luft holen, damit dieser Beitrag hier ohne Zensur stehen bleibt.

Ja, es ist offensichtlich, dass sich Catwillows Tante noch nicht viel mit ihrer neuen Situation beschäftigt hat.

Sie ist schon älter und ihre bisherigen Konzepte bei Krankheit a 'la "Ich geh zum Arzt und der richtet es dann" funktionieren nicht gut. Es geht ihr nicht gut und sie sorgt sich und belastet auch ihre Nichte.

Daraus zu schliessen, dass bei ihr

seelisch nicht ganz alles einwandfrei ist

ist gelinde gesagt eine Unverschämtheit.

Die Diagnose einer unheilbaren schweren Krankheit zu bekommen, die möglicherweise zu schweren Behinderungen führt und die Lebensqualität empfindlich einschränkt, bringt das ganze Leben ins Wanken.

Das kann man nicht "schnellstens ausschalten". Das muss erstmal verdaut werden. Und es ist auch normal, jemanden zu suchen, bei dem man sich mit all der Unsicherheit auch mal fallen lassen kann.

Natürlich kann das eine grosse Belastung für einen Angehörigen sein – nicht zuletzt deshalb habe ich versucht, CatWillows so gut es geht mit Infos und Rat zu helfen.

Auch ist eine Abgrenzung absolut in Ordnung und nur mit guten Grenzen kann man langfristig für seine Leiben da sein.

Aber dein pauschales Urteil über eine Frau, die du nicht einmal kennst – das ist unterste Schublade :(v

@ PiMa0509

ich kann nicht beurteilen, wie deine Kindheit gelaufen ist – ich kann mir aber gut vorstellen – dass es für Kinder schlimm sein muss, wenn chronisch kranke Eltern nicht für sie da sind, sondern anders herum.

Allerdings ist die Situation hier wohl kaum vergleichbar. CatWillows ist kein Kind und nicht von ihrer Tante abhängig.

CIatWiulloxws


@BerlinerJung

Vielen Dank für deinen umfassenden Beitrag! Sicherlich ist es an einigen Stellen etwas drastisch geschrieben, aber es stimmt trotzdem absolut!

Mir scheint, als ist das Haussegen bei Deiner Tante nicht voll intakt und sie fühlt sich einsam und alleine.

Ich glaube, dies ist das zweite Problem, was sie hat. Ständig am Telefon dieses "Dieter (ihr Mann) hat dies gemacht, Dieter hat das gemacht, Dieter schläft schon wieder am helllichten Tag vor dem TV, Dieter hat heute nicht mal gewischt, obwohl ich soooo krank bin, Dieter sitzt wieder im Golfladen rum, Dieter hier Dieter da...."

Neulich hatte sie mal nach Jahren Besuch von einer Freundin, die beiden wollten mal alleine sprechen, aber der Mann ist keine Minute lang vom Tisch weggegangen. Der muss immer alles mitkriegen, macht aber ansonsten nichts im Haushalt was meine Tante Corinna unterstützen würde. Sie nörgelt dann, dass er nichts macht und er nörgelt dann, dass sie immerzu putzt.

Ich glaube auch dass sie nebenbei nicht richtig begriffen hat um was es geht.

Das ist völlig richtig. Ich weiß bei jedem Telefonat mehr über diese Krankheit zu sagen als sie, sie antwortet dann immer nur "Jaa??", wenn ihr was darüber erzähle.

Was mich noch immer sehr wundert ist, dass wenn sie über ihre Situation spricht, sagt "Dieses MS ist ja unheilbar, dieses MS kann ja mal......dieses MS...." und nicht "Meine Krankheit" oder so.

Es hört sich immer so an, als spreche sie über jemand anderes.

Es gab hier zahlreiche Ratschläge, jede Menge Hilfe und vieles mehr.

Und mir tut es natürlich sehr leid dass Du nun ziemlich belastet wirst, und das wo sie ja einen Partner hat, aber leider mit der Hüfte wohl selbst viele Probleme hat.

Ich hoffe und drücke die Daumen, dass Deine Tante vernünftig wird und endlich was annimmt.

Dir wünsche ich alles Gute, weiterhin viel Kraft und für Deine Tante auch alles Gute.

BerlinerJung83

Dafür danke ich euch allen sehr! Da ich mittlerweile wieder Vollzeit arbeite und deshalb von 7:00 bis 17:00 außer Haus bin, hat sie Gott sei Dank nur einmal in der letzten Woche angerufen, Donnerstag, da war es ihr wieder schwindlig %-| ( Sorry, aber der Smiley musste sein).

Durch die Arbeit geht es mir vieeeeeeeel besser und ich werde weniger damit konfrontiert. Jetzt werden wir Anfang nächster Woche dann sehen, was der Neurologe vorschlägt.

Ich möchte euch wirklich allen sehr für die hilfreichen Beiträge danken, tatua, ich habe mir einige Adressen in der Näher rausgeschrieben und werde mir nun mal ne Mappe anlegen mit Infos und Adressen.

:)^ *:)

sqlYowgaxn


da war es ihr wieder schwindlig %-| ( Sorry, aber der Smiley musste sein)

Soll was heissen? Das Du ihr nicht glaubst?

CqatWi&lloxws


Soll was heissen? Das Du ihr nicht glaubst?

Das komische an diesen Schwindelsituationen ist, dass er immer dann auftaucht, wenn folgendes passiert:

Sie ruft hier 4 bis 5 mal hintereinander an, ich kann nicht rangehen oder sehe erstspäter dass sie angerufen hat. Sie hat mich also nicht erreicht. Dann probiert sie es auf Handy. Wenn ich auch da nicht rangehen kann, schreibt sie nach 5 Minuten eine SMS mit dem Inhalt "Mit geht's wieder ganz schlecht".

Danach bin ich sozusagen gezwungen sie zurückzurufen. Das kommt mir manchmal vor wie ein Triumph ihrerseits. Denn wenn sie dann ans Telefon geht und ich sie frage, was denn ist, sagt sie nur "Ach mir war's eben wieder etwas schwindlig". Aber in der SMS steht, es ginge ihr ganz schlecht. Ich finde, manchmal gibt sie das nur an, damit ich zurückrufe.

tdatua


@ Catwillows

Ist ja durchaus denkbar, dass ihr schlecht und schwindlig ist und sie deshalb versucht, dich anzurufen.

Vielleicht sprichst du mal direkt mit dir und sagst, dass du überfordert bist, ständig Rettungsseil und Kummerkasten zu sein.

Deine Tante ist weiterhin für ihr Leben verantwortlich und muss regeln, wie sie mit solchen Situationen umgeht. Sie kann sich überlegen, welche Hilfe ihr sonst noch zur Verfügung steht.

Es ist schwierig abzuschätzen, wo der akute Hilfsbedarf aufhört und wo ein chronisch kranker Mensch manipulativ wird und seine Krankheit als Hebel nutzt, um Aufmerksamkeit einzufordern.

So etwas ist demjenigen auch oft nicht bewusst und der Übergang ist schleichend.

Dir kann ich wirklich nur raten, klare Grenzen zu setzen, was du tun kannst und möchtest und wo es dir zu viel wird. Indirekt hilfst du damit auch deiner Tante.

:)_ *:) , Tatua

B#erTline-rJujng83


@ tatua,

ein wenig Offtopic:

es tut mir leid wenn meine Worte für Dich anmaßend waren.

Ich bin leider durch diese ganzen Krankheiten und psychische Belastungen in meiner Familie etwas gefühlskalter Mensch geworden. Sprich, die Emotionen sind verschwunden. Dies kann leider passieren wenn gewisse wunde Punkte überschritten werden und man keine Grenzen zieht. Ich habe nämlich noch einen Bruder der sich dieser Sache durch seiner neuen angebliche Familie damals weit entfernt hatte und so alles an mir hängen blieb. Seit 10 Jahren ist das so, und der Kontakt war auch weg. Ich bin jetzt 30 Jahre alt, meine Jugend war praktisch schon wären der Ausbildung kaputt da ich noch in Elternhaus wohnte und da schon alles anfing, Frauen und oder eine Partnerin zu finden ist bis heute nicht möglich, Freunde habe ich auch keine mehr. Jetzt ist der Kontakt mit meinem Bruder wieder schleichend vorhanden, allerdings wegen etwas anderem, er ist jetzt selber erkrankt. Aber ich nehme mir dieser Sache nicht an, er hat ja seine Familie wie er es auch damals sagte, komisch nur das ich bin heute noch kein Onkel bin.

Ich werde eh bald dieses "für etwas verantwortlich sein" Gefühl ablegen. Ich bin als Krankenpfleger eben nicht gemacht, sondern bin stinknormaler Elektriker. Und das will ich auch jeden auf diesem Wege mitgeben, dass man sich nicht berufen fühlen sollte. Man kann es versuchen und probieren seine Angehörige zu Pflegen, aber zwingt euch nicht.

Klar hätte ich das alles anders formulieren sollen. Und dafür entschuldige ich mich ausdrücklich.

Ich weiß das alles was Krankheit in einer Familie bedeutet.

Und wie ich ja lesen konnte, hat dies wohl doch in einigen Punkten reingepasst.

PBiMaf0509


@ Berliner Jung:

Und wie legst du demnächst einfach so dieses "für jeden verantwortlich fühlen-Gefühl" ab?

C<atW9il`loxws


So, nochmal was Neues:

Meine Tante war bei einer guten Neurolgin, die das Problem wohl richtig eingeschätzt hat.

Meine Tante hat neue Herde im Gehirn und bekommt nun jeden zweiten Tag Extavia gespritzt. Dies soll erstmal über einen langen Zeitraum geschehen und dabei wird der mobile Pflegedienst sie unterstützen. Sie wendet sich jetzt auch meist an den Pflegedienst, wenn sie Fragen hat oder es ihr nicht so gut geht wegen dem Extavia. Ich bin da jetzt erstmal außen vor. :)^ Das tut ihr gut, das tut mir gut und das gut auch unserer Beziehung zueinander gut.

Jetzt hoffe ich, dass die Mediamente ihr helfen und damit auch der Schwindel nicht mehr so durchkommt. :)*

CuatWil3lowxs


Soooo, es geht wieder weiter. Nachdem meine Tante nun seit knapp 3 Wochen Betaferon spritzt, hat sie beinahe täglich Schwindel, musste mehrmals von der Arbeit nach Hause gebracht werden und konnte kaum 500 Meter laufen. Jetzt liegt sie mal wieder im Krankenhaus, ich werde ihr noch sagen, das war wohl abzusehen, weil sie wieder nur zum Hausarzt gegangen ist als ihr so schwindlig war. So etwas sollte beim Neurologen abgeklärt werden.

Ich weiß nicht, was die im Krankenhaus jetzt wieder mit ihr machen, aber ich hoffe, es wird danach endlich besser. ???

Vielleicht liegt es am Betaferon? Sie wird wohl ihrer Arbeit so nicht mehr nachgehen können und Rente beantragen, wenn der Schwindel jetzt ihr täglicher Begleiter ist. Sie arbeitet mit scharfen Maschinen und da wäre ein erneuter Schwindelanfall nicht von Vorteil. Mal sehen.

Pci8Ma0S509


Ich meine mich aber zu erinnern, daß man Betaferon schon ein halbes Jahr nehmen muß und die Anfangsbeschwerden, wie eben der Schwindel dann auch besser werden. Im ersten halben Jahr ist es wirklich sehr schlimm und erst danach setzt eine Besserung ein. So kenne ich es zumindest bisher.

CMatWoillxows


. Im ersten halben Jahr ist es wirklich sehr schlimm und erst danach setzt eine Besserung ein. So kenne ich es zumindest bisher.

Vielen Dank für deine Antwort! Jeder Fetzen an Einschätzung ist mir im Moment wichtig.

Ein halbes Jahr ??? Damit hab ich nicht gerechnet. Da fragt man sich fast, ob es nicht besser ist, das Betaferon abzusetzen, da es ja sowieso nur eine 30%ige Chance auf Besserung gibt.....

P=iMa5050x9


Meine Mutter hat es abgesetzt. Ihr ging es so schlecht, daß sie es nicht durchziehen wollte.

Meine Kollegin hat es durchgezogen und es geht ihr sehr gut damit.

MS ist wirklich eine tückische Krankheit. Und erst wenn man mal für sich persönlich die richtige Behandlung gefunden hat, kann es aufwärts gehen.

t8atxua


Man muss Betaferon nicht ein halbes Jahr einnehmen sondern es kann bis zu einem halben Jahr dauern, ehe ein Schutz durch das Medikament greift.

Betaferon wirkt nicht gegen schon bestehende Schäden (wie z.B. der Schwindel) Es kann neue Schübe verhindern oder zumindest verringern. Es ist ein reines Prophylaxemedikament und es verstärkt in der Anfangsphase sogar oft die bestehenden Symptome.

Bei mir sollte Rebif schon abgesetzt werden, weil ich in den ersten 7 Monaten nach Therapiebeginn 2 Schübe hatte – ich habe aber weitergemacht und danach wurde es deutlich ruhiger. Die Nebenwirkungen sind echt nicht lustig – bis heute nicht, aber MS ist eben auch nicht lustig.

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