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Weit fortgeschrittenes Parkinson verschlimmert sich extrem

PFittY000x0 hat die Diskussion gestartet


Hallo miteinander,

es geht hier um meinen Vater der schon seit einigen Jahren an Parkinson leidet. Seit ca. einem halben Jahr verschlimmert sich sein Zustand zunehmend. Er leidet unter Wahnvorstellungen und hat jegliches Gefühl für Mitmenschen verloren. Es geht so weit, dass er sich ständig beobachtet fühlt und glaubt, dass quasi jeder ihm etwas Böses an tun möchte oder zumindestens so denkt. Wir haben uns mittlerweile viel mit den Medikamenten beschäftigt und natürlich auch ärtzlichen Rat gesucht. Scheinbar sind wohl die Dosen mittlerweile veraltet und nun muss das alles neu eingestellt werden. Wir sind uns aber nicht sicher, ob das alles etwas bringt und langsam werden wir krank von seinem Verhalten. Da das eine sehr gefährliche Entwicklung ist, wollten wir uns hier mal informieren, ob jemand von euch solche Probleme kennt bzw. einen Rat dazu hat.

Vielen Dank und freundlichen Gruß

Antworten
PhustHebl>ume65


Wenn ihr wollt, das sich der Gesundheitszustand eures Vater bessert, dann solltest ihr dem Rat des Neurologen/Psychiaters flogen und euren Vater medikamentös neu einstellen lassen, wenn nötig durch einem stationären Aufenthalt.

Pfitt0x000


Danke für deine Antwort.

Heute Nacht war es wieder besonders schlimm mit ihm und wir haben auch den Gedanken einer stationären Behandlung ins Auge gefasst. Allerdings ist es sehr schwierig sowohl ihn, als auch unsere Mutter davon zu überzeugen. Beide sind der Meinung, dass sich das doch irgendwie und irgendwann wieder legt. Nur dann ist es evt. zu spät. Wie kann man ihnen am Besten den Ernst der Lage klar machen und gibt es Kliniken die sich auf solche Fälle speziallisiert haben und zu empfehlen sind??

Pousteb@lu me65


Lieber Pit

ich vermute, das auf Grund des Geisteszustandes deines Vater ihm garnicht klar gemacht werden kann, was los ist.

Für ihn sind seine Halluzinationen warscheinlich real.

Um es mal deutlich auszudrücken. Dein Vater ist warscheinlich nicht mehr bei klaren Verstand, er ist nicht mehr ihn der Lage für seine Gesundung zu sorgen. Das müssen jetzt andere für ihn übernehmen und entscheiden.

Sprich mit dem behandelnden Neurologen und Psychiater über das Thema.

Ich vermute, das eine gerichtlich bestellter Betreuer die Gesundheitsfürsorge deines Vater übernehmen muss.

Und an eurer Stelle als Sohn oder Tochter würde ich diese Aufgabe selber übernehmen, als es einem Fremden zu überlassen.

Um es mal ganz genau zu schreiben, ich habe mich als gerichtlich bestellter Betreuer meines Vater einsetzen lassen und war für seine Gesundheitsfürsorge usw zuständig.

PmuOstebKluxme65


gibt es Kliniken die sich auf solche Fälle speziallisiert haben und zu empfehlen sind??

Ja, entsprechende Kliniken gibt überall im Land in jeder größeren Stadt. Jedes größere Psychiatrische Krankenhaus hat eine geschlossene Geriatrische Station. Mit Hilfe von Neuroleptika kann euer Vater dort innerhalb 2 Wochen wieder seinen klarem Verstand zurück erhalten.

Sprecht mit dem behandelnden Psychiater über das Thema, er kennt diese Kliniken.

W7olf}ganxg


Ob diese Haluzinationen tatsächlich durch die Parkinson-Erkrankung ausgelöst wird, kann ich aus der Ferne des Forums nicht beurteilen. Ich habe aber schon mehrfach bei älteren Bekannten erlebt, dass diese plötzlich sehr verwirrt wirkten. Dies war dann in den Fällen, an die ich gerade denke, verursacht durch Fehldosierung der Medikamente. Nachdem die Dosierung geändert wurde, verschwanden auch die Wahnvorstellungen sehr schnell. Versuche mit den Ärzten über eine Dosierungsänderung zu reden. Dann wird man ja schnell merken, ob sich das Verhalten bessert oder nicht.

dQidge@an


Hallo Pit000,

aus meiner Arbeit (in der neurologischen Reha) weiß ich, dass Halluzinationen eine relativ häufige und typische Nebenwirkung von nicht passenden bzw. zu hoch dosierten Parkinsonmedikamenten sind.

Von daher gehört dein Vater zur Neueinstellung in eine neurologische und eher nicht in eine psychiatrische Klinik. Heutzutage bekommt man Parkinson mit ganz speziellen Medikamentenkombinationen doch deutlich besser in den Griff, als das noch vor einiger Zeit der Fall war.

Es könnte natürlich auch sein, dass dein Vater zusätzlich zum Parkinson eíne andere Erkrankung wie z. B. eine Demenz bekommen hat; aber das herauszubekommen/auszuschließen, ist sicher ebenfalls Aufgabe einer neurologischen Klinik/Fachabteilung.

Alles Gute für euch!

Cvoryy71


Hallo Pit

Wir scheinen in einer ähnlichen Situation zu sein. Auch meine Mutter hat Parkinson im fortgeschrittenen Stadium. Seit Frühling hat sich ihre Situation stark verschlechtert. Es ist nun eine Frage der Zeit, bis sie nicht mehr zu Hause leben kann.

Es kann verschiedene Ursachen für die Probleme deines Vaters geben. Es kann sehr gut sein, dass die Probleme Nebenwirkungen von Parkinsonmedikamenten sind. Leider ist auch eine Demenz nicht ausgeschlossen. Viele Menschen die an Parkinson leiden entwickeln mit der zeit auch eine Demenz. Auch meine Mutter möchte nicht immer das hören, was ich sage. Doch wenn ich genügend hartnäckig bin renkt sie dann doch ein.

Du weisst, dass dein Vater um einen Arztbesuch nicht herumkommt. Am Besten wäre sicher eine stationäre Medikamenteneinstellung. Vielleicht kannst du dir ja mal deine Mutter erst zur Seite nehmen und ihr klar machen wie wichtig eine gute Medikamentöse Einstellung ist.

Liebe Grüsse und viel Kraft Cory

P%itt0T000


Nach vielem hin und her, hier ein Update und ein weiterer "Hilfeschrei" zu unserer Situation.

Eigentlich war es in letzter Zeit erträglich, aber nun geht es wieder richtig los. Das Problem ist, dass unser Vater absolut beratungsresistent ist. Die Ärzte versuchen ihn neu einzustellen, aber er verweigert jegliche Zusammenarbeit. Das zeigt sich in sofern, dass er jede Meinung in Frage stellt und teilweise Tabletten unter den Teppich schmeißt, also nicht einnimmt. Mittlerweile denkt er auch, dass seine Frau ihn mit dem Nachbarn betrügt und kontrolliert alles und jeden. Unsere Befürchtungen, dass durch diese Sache sowohl die Familie, als auch die Freundeskreise bzw. Nachbarschaft kaputt gehen, werden immer stärker. Hat jemand einen Rat, wie wir ihn zur Zusammenarbeit mit den Medizinern oder zu einem stationären Aufenthalt "zwingen" können??

Vielen Dank für eure Hilfe!

P.S.: Er spricht mittlerweile sogar offen von Selbstmord und ähnlichem.

WJolfgaxng


Oh je, das sieht ja schlecht aus...

Guten Rat habe ich da auch nicht. Es wäre schon wichtig, dass der Patient auch die Tabletten einnimmt, die der Arzt verordnet, doch das ist ja eine Binsenweisheit.

Sag mal: Kann es sein, dass der Vater noch ein anderes Problem, also z.B. ein Alkoholproblem hat?

Es kann natürlich auch sein, dass sich zusätzlich und unabhänig von Parkinson mit zunehmendem Alter noch andere neurologische oder geistige Störungen ausbilden. Vielleicht sollte man dann auch an einen stationären Aufenthalt oder Heimaufenthalt denken...

FCluc2htg7edaanke


Hallo Pitt,

das liest sich ja gar nicht gut :( Kann verstehen dass ihr verzweifelt.

Was ich loswerden möchte: Man kann gleichzeitig Läuse und Flöhe haben- soll heißen, Parkinson muss nicht zwangsläufig die Ursache der Persönlichkeitsveränderung sein, auch andere Ursachen kommen in Frage. Es ist denkbar, dass unabhängig von der Parkinson-Erkrankung eine Psychose aufgetreten ist.

PxustKeblu4me6x5


Das Problem ist, dass unser Vater absolut beratungsresistent ist. Die Ärzte versuchen ihn neu einzustellen, aber er verweigert jegliche Zusammenarbeit. Das zeigt sich in sofern, dass er jede Meinung in Frage stellt und teilweise Tabletten unter den Teppich schmeißt, also nicht einnimmt. Mittlerweile denkt er auch, dass seine Frau ihn mit dem Nachbarn betrügt und kontrolliert alles und jeden.

Lieber Pitt,

ich schrieb dir ja bereits oben, wie ich den Geisteszustand deine Vater einschätze. Ich kenne diese Situation von meinen Vater.

Hat jemand einen Rat, wie wir ihn zur Zusammenarbeit mit den Medizinern oder zu einem stationären Aufenthalt "zwingen" können??

Auch darauf habe ich dir oben bereits eine ausführliche Antwort gegeben.

Schreibe formlos an das Amtsgericht, das dein Vater nicht mehr in der Lage ist für sein Wohlergehn zu sorgen, den Rat der Ärzte nicht mehr versteht. Stelle einen Antrag auf Betreuung für deinen Vater und bitte das Gericht dich als Betreuer einzusetzen.

Bitte um schnelle Erledigung, da es deine Vater sehr schlecht geht.

Das Gericht wird den Antrag prüfen und dich warscheinlich als Betreuer einsetzen. Du bist dann verpflichtet an Stelle und im Sinn der Gesundheit für deinen Vater über dessen medizinische Behandlung zu entscheiden.

P.S.: Er spricht mittlerweile sogar offen von Selbstmord und ähnlichem.

Das dein Vater seine Tabetten weg wirft und offen mit Selbstmord droht, solltest Du umgehend und eindringlich seinem Neurologen/Psychiater mitteilen. Wenn dein Vater seinen Neurologen/Psychiarter nicht aufsuchen will, dann bestelle seinen Psychiater zu einen Hausbesuch bei deinem Vater.

Du sollest bei diesem Hausbesuch ebenfalls zu gegen sein, damit du dem Arzt sehr deutlich alles über die Tabletteneinahme und Suizidabsichten deines Vater mitteilen kannst.

Der Arzt ist dann verpflichtet zu handeln, wenn er sich nicht strafbar machen will.

Alles Gute Euch

P8ittt0000


Hallo...

Nach langem melde auch icn mich mal wieder!!

Also es hat sich mitlerweile etwas getan.

Die Geschwister von meinem Vater haben eine Vormundschaft beantragt und auch von meinem Vater bewilligt bekommen!

Der Neurologe hat mitlerweile die Dosis erhöht er bekomme jetzt abends 3 Quentiapin und über den Tag verteilt noch mal 5. Wir sind uns aber immer noch nicht sicher ob er sie auch nimmt.

Er wurde vor Weihanchten auf einer Neurologen Station neu eingestellt , meiner Meinung nach hat sich aber nichts geändert.

Nun hat sein Neurologe eine Rhea beantragt und die haben mein Vater und meine Mutter nun benehmigt bekommen für erst mal 4 Wochen in Bad Segeberg.

Dann fängt alles wieder von "NEU" an, das er wieder neu eingestellt wird und dann bekommen meine Eltern halt noch Paartherapien. Meine Frage ist, wie meine Mutter sich in der Rhea verhalten soll, sie Wohnt in einem Nebengebäude und wir wissen halt nicht ob es gut ist ihn jeden Tag zu besuchen und zu bedüdeln oder sich einfach Zeit für sich nimmt, die ihr in letzter Zeit (schließlich geht das fast schon 6 Monate so) genommen wurde!!!Vielleicht habt ihr dort da Erfahrung!!!

Vielen Dank für die Tollen Antworten und Grüße:

P.s.: Er hat kein Alkoholbproblem....

Pitt :)^

K3auth}aMaxtze


ich hab dir privat eine nachricht geschrieben ...schau mal in dein postfach :)

P[us=tjeblJuJme65


und dann bekommen meine Eltern halt noch Paartherapien.

Vielleicht sollte deine Mutter die Frage die sie hat, selber stellen. Es ist ihr Leben, Du kannst es ihr nicht abnehmen.

sich einfach Zeit für sich nimmt, die ihr in letzter Zeit (schließlich geht das fast schon 6 Monate so) genommen wurde!!!

Nein, sie wurde ihr nicht genommen, sie hat die Zeit nicht für sich genutzt, wie sie es besser hätte tun können. Als Angehöriger eines chronisch kranken Menschen, ist es ihre Aufgabe gut für sich zu sorgen.

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