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Hochschrecken beim Einschlafen

P_ustGeblu/me65


Was wir in so einer Situation erleben, ist nichts beängstigendes. – Therapeut, Angststörung, Reha – alles Quatsch!

Absolut richtig. Das hochschrecken aus dem Halbschlaf hat nichts beängstigendes oder krankhaftes. Es ist vollkommen normal.

Aber, jemand bei dem die ganz normalen Dinge des Alltag große Ängste auslösen, hat krankhafte Ängste, folglich eine Angststörung.

Und sich dann zu überlegen, ob man weiter mit dieser Angst leben will oder etwas gegen sie unternehmen möchte, ist sinnvoll.

AUmSelie8x6


Hey Leute

Ich habe exakt die selben Symptome wie die Verfasserin dieses Threads.

Des Öfteren bin ich richtig verzweifelt, da ich kaum mehr wirklich gut schlafen kann. Seit über einem Jahr habe ich dieses bescheuerte Symptom teilweise bis zu 50 mal pro Nacht, schlafe oftmals erst am frühen morgen ein. Das alles ist allerdings unabhängig davon ob ich gerade Stress habe oder nicht. Es tritt ausschliesslich in der Einschlafphase auf, das heisst in den Sekunden, wo ich in den Schlaf fallen würde.

Habe dabei oft Todesangst weil ich das Gefühl habe, dass mein Herz aussetzt und dann loshämmert, es fühlt sich manchmal an wie ein elektrischer Stromstoss oder Blutstoss, verbunden mit einer Hitzewelle die vom Herz ausgeht. Danach Herzrasen, Stolpern und ein Kribbeln im ganzen Körper. Oft auch sofort extremer Harndrang.

Manchmal kommt auch so ein Würgen im Hals hinzu, aber das nicht immer. Kein Arzt oder Psychiater konnte auch nur annähernd nachvollziehen was ich habe, man verschrieb mir Benzos, Schlafmittel und Betablocker aber jede dieser Tabletten macht das Hochschrecken eher noch schlimmer. Habe in diesen Momenten dann immer wieder das Gefühl, dass das alles körperlich ist und ich wirklich in Lebensgefahr bin. Sobald ich aufstehe, geht es wieder...

Ich glaub ich spinn. Diese ganze Geschichte ist so anstrengend.

Würde mich gerne mit Leuten austauschen, die das auch haben oder überwinden konnten, denn niemand den ich kenne kann das so wirklich nachvollziehen. :°(

Beste Grüsse

Amelie86

D!ivenixre


Hallo Amelie86,

ich hatte mal kurzzeitig auch diese "Hochschreckphasen" während ich am Einschlafen war - ich schreckte aber nur 6mal auf, danach konnte ich unbeschwert ein- und durchschlafen.

Zu dieser Zeit hatte ich aber sehr viele Probleme am Hals:

Viel Streit mit dem damaligen Partner

Viel Stress in der Schule

Gesundheitliche Probleme nach einer Operation

Geldprobleme

Als sich dies alles verbessert hatten, verschwanden auch diese Probleme beim Einschlafen.

Vielleicht gibt es etwas in deinem Leben, das dich sehr stark belastet?

AEmeliex86


Divenire, vielen Dank für deine Antwort!

Komischerweise ist es bei mir erst aufgetreten in einer sehr ruhigen Phase. Als ich noch zur Uni ging und viel Stress hatte weil ich mich sehr unter Druck gesetzt habe und mich zudem Beziehungsprobleme sehr belasteten, kannte ich es noch nicht...

Auch sonst verläuft mein Leben zur Zeit, abgesehen eben vom Schlafen, recht positiv. Ich habe zwar ein wenig Geldsorgen, (nicht dramatisch) doch sonst finde ich nichts, was mich ausserordentlich belastet.

Ist es denn bei dir von selbst wieder verschwunden als du weniger Probleme hattest, oder hast du etwas dagegen unternommen? Warst du damals beim Arzt wegen dem Problem? Ich mache mir immer wieder Sorgen, dass es gefährlich sein könnte weil es eben so heftige körperliche Symptome sind... Aber EKG war "natürlich" ok. Als ich ein Langzeit EKG machte, trat das Phänomen allerdings auch nicht auf... ":/ . Andererseits kann es natürlich schon sein, dass mir mein Unterbewusstsein einen Streich spielt, nur kann ich kaum glauben, dass dies derart massive körperliche Reaktionen hervorrufen kann. Ich wäre froh, wenn es dafür wenigstens einen Namen gäbe, aber ich glaube dieses "Ding" existiert nicht mal in den Krankheitsbüchern... Es sind auch keine klassischen Panikattacken, da bin ich mir mittlerweile sicher. ":/

cGhnopxf


Amelie86, wurde eine Schlafapnoe ausgeschlossen?

AamelXie8x6


Chnopf, nein, leider wollte der Arzt nichts von einer Untersuchung in diese Richtung wissen, da dies sehr unwahrscheinlich sei. Dies müsste wohl im Schlaflabor geklärt werden?

DkiveSnixre


Liebe Amelie86,

wegen dem Problem war ich damals nicht in Behandlung, hatte dafür schlichtweg keine "Nerven" :D

Es wurde aber schlagartig besser, als die Beziehung beendet wurde und beide aus der damals gemeinsamen Wohnung auszogen...

c<hno2pf


Amelie, ich bin kein Arzt aber ich finde, dass sich "Herzrasen/hochschrecken und nach Luft schnappen" schon anhört, als könnte es Schlafapnoe sein. Ich würde mal bei einem anderen Arzt eine Zweitmeinung einholen.

IYsab<elxl


chnopf

Naja ihr Arzt hat das wohl auch aus guten Gründen für recht unwahrscheinlich gehalten.

Zu einer richtigen Schlafapnoe gehören noch ganz andere Symptome.

Zudem: Hier handelt es sich ja eindeutig darum, dass dieses Hochschrecken nur in der Einschlafphase vorkommt.

Amelie schreibt:

Es tritt ausschliesslich in der Einschlafphase auf, das heisst in den Sekunden, wo ich in den Schlaf fallen würde.

(Hervorhebung durch mich)

Die Schlafapnoe (Atemstillstand) selbst wird von den Betroffenen meistens gar nicht so bewußt bemerkt, sondern erst durch die anderen Symptome (oder durch Angehörige) erkannt:

Weitere Symptome des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms sind:[1]

Apnoe von mindestens 10-Sekunden- bis Minutendauer

Durchschlafstörungen

Tagesmüdigkeit, Einschlafneigung am Tag

Kopfschmerzen beim Erwachen, ("wie gerädert")

Schwindel, vor allem nach dem Aufstehen

Mundtrockenheit beim Erwachen

nächtliches Schwitzen

Nykturie (vermehrter Harndrang während des Schlafs / nächtliches Wasserlassen)

Sekundenschlafattacken / imperativer Schlafdrang, teils ohne Warnsignale

Konzentrationsstörungen bis hin zu Gedächtnisstörungen

depressive Verstimmung

Impotenz, erektile Dysfunktion

unruhiger Schlaf

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Schlafapnoe-Syndrom#Symptome Quelle]]

Amelie

Komischerweise ist es bei mir erst aufgetreten in einer sehr ruhigen Phase. Als ich noch zur Uni ging und viel Stress hatte weil ich mich sehr unter Druck gesetzt habe und mich zudem Beziehungsprobleme sehr belasteten, kannte ich es noch nicht...

Große Belastungen über längere Zeit können sich psyosomatisch manchmal gerade erst dann zeigen, wenn sie vorbei sind. Wenn man zur Ruhe kommt.

Andererseits kann es natürlich schon sein, dass mir mein Unterbewusstsein einen Streich spielt, nur kann ich kaum glauben, dass dies derart massive körperliche Reaktionen hervorrufen kann.

Oh doch, die Psyche kann so Einiges auslösen....

Ich selbst kenne es auch so ähnlich wie die Anderen die hier schon geschrieben haben, z.B. Divenire:

ich hatte mal kurzzeitig auch diese "Hochschreckphasen" während ich am Einschlafen war - ich schreckte aber nur 6mal auf, danach konnte ich unbeschwert ein- und durchschlafen.

ich hatte das vor einiger Zeit auch mal fast jeden Abend und merkte schon, dass ich auch in diesen Angst-vorm-Einschlafen-Teufelskreis reinzurutschen drohte. Dann stellte ich aber eben fest, dass es nicht immer so ist und fragte mich warum. Ok, ich hatte zu der Zeit auch so einigen Stress - dennoch...

Heute meine ich es liegt (zumindest auch) an der Ernährung. Bzw. wenn ich mich zu schnell nach dem Essen hinlege. Mein Körper also noch verdaut mein Kopf aber schon müde ist und schwupps kommen sich die Beiden ins Gehege wenn ich in die Entspannungsphase gehe. Ist jetzt etwas komisch ausgedrückt, aber genauso kommt's mir dann vor. ;-) Dann mache ich noch eine halbe Stunde was anderes - egal was, hauptsache ich liege nicht und danach geht's dann. Es kommt auch drauf an, was ich gegessen habe.

Hast Du darauf mal geachtet? Wenn nicht, versuche doch mal so vier Stunden bevor Du ins Bett gehst gar nichts mehr zu essen. Höchstens noch Tee oder Wasser zu trinken.

chhnoxpf


Danke für die Ausführungen Isabell, das wusste ich nicht.

Eyhemahlige8r Nut.zer (\#528611)


Ich kenne das.

Ich schrecke beim Einschlafen auf weil ich das Gefühl habe, dass ich die Luft anhalten bzw nicht atmen kann...

Vor 3 Wochen ist mein Vater verstorben, schiebe es darauf.

Streß ist sowieso Auslöser für vieles...

Da ist das nur eines meiner Symptome

A)meFlie8x6


Besten Dank liebe Isabell für deine Erklärung! @:)

Ausser dem Harndrang, der nur in diesen Hochschreckphasen auftritt, treffen diese Symptome der Schlafapnoe auf mich tatsächlich nicht zu. Müde bin ich tagsüber natürlich schon, aber nur aufgrund der kurzen Schlafdauer.

Sobald ich dann endlich, endlich einmal eingeschlafen bin ist nämlich, glaube ich, alles gut. Ich wache normalerweise auch nicht mehr auf bis zum Klingeln des Weckers.

Ich habe mich auch schon auf den Einfluss des Essens geachtet, jedoch ohne konkrete Resultate, ich kann nicht sagen, dass es besser ist, wenn ich lange vor dem Schlafen nichts mehr esse. Ich werde das mit der Nahrung aber noch weiter beobachten.

Was ich unterschreiben kann ist das mit dem Teufelskreis und ein gewisses zu bewusstes Erleben/selbstbeboachten des seltsamen Zustands der Einschlafphase. Abends macht mich nur schon der Gedanke ans Schlafen gehen unruhig wenn ich mich gerade in einer Phase befinde, wo es so extrem auftritt. Mein Puls ist aber meist noch sehr ruhig wenn ich ins Bett gehe - es fängt erst an zu Hämmern in der Brust nach dem ersten "Schub".

Das extremste sind diese Herzsymptome – manchmal kommt ein starkes Stechen/Schmerz hinzu, genau nur in der Hochschrecksekunde. Ich war schon so oft kurz davor, die Ambulanz zu rufen, habe es mir aber immer verkniffen aber ich bin jeweils für ein paar Sekunden davon überzogen, dass jetzt mein letztes Stündchen schlägt, der Erfahrungswert, es bisher immer überlebt zu haben hilft mir irgendwie nicht so sehr- Würde mich interessieren, ob es hier jemand gibt, der das auch über mehrere Jahre immer wieder intensiv hatte und ob tatsächlich niemals eine körperliche Ursache festgestellt werden konnte.

Was du schreibst wegen der Ruhephase, und dass solche Dinge oft verzögert auftreten, ist echt plausibel. Das erste mal, dass es vorgekommen ist, da war ich sogar im Urlaub!

Ich werde jedenfalls versuchen, mich von nun an zwingen, sofort aufzustehen und etwas anderes zu machen, sobald es auch nur einmal vorgekommen ist. Habe das Gefühl, dass mein Gehirn zuerst wieder richtig wach werden muss vor dem nächsten Schlafversuch. Meist eile ich dann nur zur kurz Toilette in einem belämmerten Zustand, weil ich ja so plötzlich muss, und lege mich sogleich wieder hin- und das funktioniert eben ganz und gar nicht. Ist einfach schwer, immer gegen die Müdigkeit anzukämpfen in dieser Situation, denn müde bin ich jeweils sehr.

E#hem5aliger Nuftzer (B#/14805x0)


Bei mir wird das Hoschschrecken aus dem Schlaf, wenn ich gerade am Wegdriften bin, auch durch ein "ich falle" Gefühl ausgelöst ;-)

Das liegt daran, dass es beim Übergang in die erste non-REM Phase durch das liegen im Gleichgewichtsorgan im Ohr zu Störungen kommen kann, weshalb das Gehirn dann meint, man fällt :)

Dem einen ist das Gefühl zu Fallen präsent, andere merken das nicht und werden einfach nur wach und wundern sich.

Andere Alternativen sind z.B. Muskelzuckungen durch die man sich selbst weckt. Die Muskulatur z.B. in den Beinen fährt etwas langsamer herunter als das Gehirn selbst, ein Muskel zuckt...und schon ist man wieder wach :)

Ist also eigentlich nichts wildes...problematisch wird es, wenn der Kopf "lernt" diese Momente als "negativ" einzustufen...denn dann entwickelt sich Angst vor etwas, vor dem man eigentlich keine Angst haben müsste...

Es kann aber im Extremfall noch andere Ursachen haben...abklären lassen würde ich das daher in Extremfällen auf jeden Fall...sicher ist sicher :)

A-me(lie_8x6


Caspar, danke dir für deine Antwort!

Ich kenne auch dieses Gefühl vom Fallen beim Einschlafen, das hatte ich früher auch ab und zu, doch das ist jedoch ganz anderes als die extreme Todesangst und diese "Herzstösse", die ich in diesen Momentenhabe. Kann beides nur miteinander vergleichen weil ich beides kenne, womit ich natürlich nicht ausschliessen möchte, dass der auslösenden Faktor derselbe ist.

dRevilNindi~sgu^ise


Das extremste sind diese Herzsymptome – manchmal kommt ein starkes Stechen/Schmerz hinzu, genau nur in der Hochschrecksekunde. Ich war schon so oft kurz davor, die Ambulanz zu rufen, habe es mir aber immer verkniffen aber ich bin jeweils für ein paar Sekunden davon überzogen, dass jetzt mein letztes Stündchen schlägt, der Erfahrungswert, es bisher immer überlebt zu haben hilft mir irgendwie nicht so sehr- Würde mich interessieren, ob es hier jemand gibt, der das auch über mehrere Jahre immer wieder intensiv hatte und ob tatsächlich niemals eine körperliche Ursache festgestellt werden konnte.

Nicht über Jahre, aber über etwa ein Dreivierteljahr. Es war schrecklich (und völlig anders als das "normale Hochschrecken", wenn man beim Einschlafen träumt, man würde irgendwo runterfallen; letzteres geht nämlich weder mit Angst noch mit dem Gefühl von herzrhythmusstörungen einher). Der Grund war wohl Streß, mir ging es damals insgesamt nicht so blendend.

Was mir letztlich geholfen hat, war, mich NICHT auf die Symptome zu konzentrieren, sondern statt dessen auf meine GEDANKEN.

Ich dachte in der Situation nämlich immer: O Gott, ich sterbe! - und dementsprechend war auch die Angst. Und in solcher Angst hat man natürlich erst recht Herzrasen.

Irgendwann ist es mir gelungen, mir klarzumachen: Ich bin völlig gesund. Und wenn mein Herzschlag wirklich so lange ausgesetzt hätte, wie es sich angefühlt hat, dann wäre ich nicht so ohne weiteres wieder aufgewacht. Also entspricht es nicht der Realität, wenn ich denke "o Gott, ich sterbe". Vielmehr entspricht es der Realität, wenn ich denke: "Ich bin völlig gesund. Ich schlafe nur ein. Ich bin völlig gesund. Ich schlafe nur ein." Das war mein Mantra. Nach ein paar Wochen gelang es mir, das wirklich IN der Situation selbst zu sagen und mich auf diese Weise in einem Augenblick zu beruhigen. So verloren diese Erlebnisse ihren Schrecken und wurden "uninteressant", so daß sie dann sehr bald aufgehört haben.

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