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Ein paar Fragen im Zusammenhang mit Serotonin

WZarzensc#hwexin hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich habe da ein paar Unklarheiten und hoffe, dass mir vielleicht hier etwas auf die Sprünge geholfen werden kann.

Ich leide seit einigen Jahren unter immer wiederkehrenden Depressionen und bin diesbezüglich auch in psychiatrischer Behandlung.

Vor kurzem kam mein Hausarzt auf die Idee, doch auch einmal meinen Serotonin-Spiegel messen zu lassen. Der Wert war mit 10 deutlich zu niedrig. Normal sind 50 – 200.

Irgendwie ist mir aber jetzt noch nicht ganz klar, was das überhaupt bedeutet. Natürlich werde ich diesbezüglich auch noch Rücksprache mit meinem Psychiater halten, aber möchte mich im Vorfeld auch schon gerne was schlau machen.

Sehe ich es richtig, dass der Serotonin-Wert im Blut eher unbedeutend ist, da für die Psyche eher der Wert im Gehirn von Bedeutung ist? Ich weiß, dass Serotonin wohl Schwierigkeiten hat, die Blut-Gehirn-Schranke zu überwinden. Aus diesem Grund nehme ich ja auch ein entsprechendes Medikament (Venlafaxin).

In diesem Zusammenhang denke ich aber, dass das Gehirn ja auch weniger Serotonin aufnehmen könnte, wenn im Blut eh wenig Serotonin vorhanden ist? Oder ist es eher ein gutes Zeichen, weil es dafür spricht, dass das Serotonin tatsächlich gut die Schranke überwindet und sich nun im Gehirn anreichert?

Den Serotonin-Gehalt im Blut könnte man ja doch entsprechende Nahrungsaufnahme im Blut tatsächlich steigern. Das wäre ja dann eigentlich hilfreich?

Sollte aber zwischen Serotonin im Blut und Serotonin im Gehirn kein Zusammenhang bestehen... dann wäre mein gemessener Wert ja eigentlich ohne jede Bedeutung? Oder aber hat ein Serotoninmangel "nur" im Blut auch Auswirkungen?

Mir sind da irgendwie die Zusammenhänge nicht ganz klar und im Internet finden sich zum Teil widersprüchliche Angaben. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich einige fundierte Infos von euch bekäme und gerne auch die ein oder andere seriöse Quelle zum Einlesen.

Vielen Dank schon mal und liebe Grüße!

Antworten
t0he-wcZa{ver


1. Wurde die Probe sofort nach Entnahme tiefgekühlt und auf Trockeneis ins Labor geschickt? Wenn nicht, vergiss den Wert.

2. Der Wert im Blut lässt keine Aussage über den Spiegel im Gehirn zu und hat in der Diagnostik von Depressionen keine Bedeutung.

Mit anderen Worten: Überflüssige Untersuchung ohne Aussagekraft für die Fragestellung (Serotonin bestimmt man bei Verdacht auf bestimmte transmitter-produzierende Darmtumore, da kann es erhöht sein).

S2unOflo0werx_73


Schließe mich the-caver an: Die Aussagekraft des Wertes ist schlichtweg null.

Sfch@uhesüchxtige


Frage mich, warum einfach mal so sinnlose Laborparameter bestimmt werden, echt absoluter quatsch

WZarz+enCscqhwexin


@ The Caver:

1. Wurde die Probe sofort nach Entnahme tiefgekühlt und auf Trockeneis ins Labor geschickt? Wenn nicht, vergiss den Wert.

Wurde sie! Da ist alles superkorrekt gelaufen und der Doc hatte sich extra vorher noch im Labor erkundigt.

2. Der Wert im Blut lässt keine Aussage über den Spiegel im Gehirn zu und hat in der Diagnostik von Depressionen keine Bedeutung.

OK. Aber welche Bedeutung hat der Spiegel von Serotonin im Blut? Auch keinen?

@ Sunflower:

Schließe mich the-caver an: Die Aussagekraft des Wertes ist schlichtweg null.

Schlichtweg null sowohl auf das körperliche als auch auf das psychische Empfinden und mit einer Erhöhung von Serotonin im Blut kann man auch keine Verbesserung eines Gesundheitszustandes erreichen?

Danke zunächst schon mal für die schnellen Antworten! :)^

LG

W[arazenscxhwein


@ Schuhsüchtige:

Frage mich, warum einfach mal so sinnlose Laborparameter bestimmt werden, echt absoluter quatsch

Was macht Dich so sicher, dass es absolut sinnlose Laborparamter sind, die absoluter Quatsch sind? Hast Du eine Quelle?

Besteht denn wirklich kein Zusammenhang mit der Höhe von Serotonin im Blut und im Gehirn? Also als Laie könnte man ja eigentlich vermuten: Je mehr im Blut, desto eher kann auch etwas ins Gehirn gelangen? Wenn doch so gut wie kein Serotonin im Blut ist, dann kann doch auch nichts in Gehirn gelangen? Das wären zumindest meine (zugegeben laienhaften Ansätze)...

LG

SFinn6eZstxäter


Auch laienhaft gesprochen:

Selbst wenn du den Schädel aufbohren und das Serotonin "im Hirn" messen würdest, hättest du keine Aussagekraft, weil es auf das Serotonin an ganz bestimmten Stellen ankommt.

Du kannst dir auch über Nahrungsergänzungsmittel (5-Hydroxytryptophan) deinen Serotonin-Spiegel sogar im Hirn erhöhen, das nutzt nur nichts, wenn es nicht an die richtige Stelle gelangt.

Wsarzen\schw5ein


@ Sinnestäter:

Du kannst dir auch über Nahrungsergänzungsmittel (5-Hydroxytryptophan) deinen Serotonin-Spiegel sogar im Hirn erhöhen, das nutzt nur nichts, wenn es nicht an die richtige Stelle gelangt.

OK... aber meine Frage bleibt: Wenn sich nun mehr Serotonin im Blut befindet, dürfte doch auch die Wahrscheinlichkeit größer sein, dass dann das Serotonin eher die Blut-Gehirn-Schranke überwindet. Wenn kein Serotonin im Blut ist (oder kaum), dann ist dies doch auch nicht (oder schlechter) möglich? ;-)

Ich will nicht penetrant wirken... aber es beschäftigt mich halt. ":/ ;-D

Svchuheqsücht<igxe


Bin MTLA

SHi]nnes.xter


Wenn sich nun mehr Serotonin im Blut befindet, dürfte doch auch die Wahrscheinlichkeit größer sein, dass dann das Serotonin eher die Blut-Gehirn-Schranke überwindet.

Ja, durchaus. Ein Auto mit völlig leerem Tank fährt nunmal nicht. Aber ein Auto mit berstend vollem Tank und verstopfter Benzinleitung auch nicht. Und ein Auto mit vollem Tank, intakter Benzinleitung und vermoderten Zündkerzen auch nicht :-D

Wuarzen1schweixn


@ Sinnestäter:

Ja, durchaus. Ein Auto mit völlig leerem Tank fährt nunmal nicht. Aber ein Auto mit berstend vollem Tank und verstopfter Benzinleitung auch nicht. Und ein Auto mit vollem Tank, intakter Benzinleitung und vermoderten Zündkerzen auch nicht :-D

Guter und anschaulicher Vergleich. :)^ :) Das heißt aber auch, dass es evtl. Sinn machen könnte den Serotoninmangel im Blut zu erhöhen, um zu sehen, ob alle anderen Dinge noch intakt sind? Was wiederum heißen würde, dass es schon Sinn macht, den Serotoninwert im Blut zu kontrollieren? :-D ;-)

DBill"es


@ Warzenschwein,

Serotonin im Blut nützt fürs Hirn überhaupt nichts.

Eine Passage der Blut-Hirn-Schranke ist nicht möglich, sodass Serotonin auch im Zentralnervensystem produziert werden muss.

Mit deinem Venlafaxin bringt man die Synapsen im Hirn dazu, die Botenstoffe Serotonin und auch Noradrenalin nicht wiederaufzunehmen. Dadurch steigt der Serotonin- und Noradrenalinspiegel im Synapsenspalt und die Depression verschwindet. Man weiss nicht genau ob die Synapsen kein oder nur noch wenig Serotonin produzieren oder ob sie vom produzierten gleich wieder zuviel aufnehmen.

Soinn3estYätexr


Guter und anschaulicher Vergleich. :)^

Danke, aber nein, es war ein unsinniger, denn siehe Dilles Beitrag

Eine Passage der Blut-Hirn-Schranke ist nicht möglich

...es ist also für deine dieselbetriebene Standheizung völlig wurscht, ob der Benzintank gefüllt ist oder nicht. Ach scheiße, das hinkt auch gewaltig. Egal. ;-D

WcaErzhensuchweixn


@ Dilles:

Danke!

Eine Passage der Blut-Hirn-Schranke ist nicht möglich, sodass Serotonin auch im Zentralnervensystem produziert werden muss.

Das passieren der Blut-Hirn-Schranke ist gar nicht möglich? OK... ich dachte immer, "nicht so einfach möglich"...

Welche natürlichen Möglichkeiten gäbe es denn, die Bildung im Zentralnervensystem zu verstärken? Spontan fallen mir hier Licht und Entspannung ein?

Und nochmals die Frage... jetzt nicht unbedingt auf eine Depression bezogen: Welche Auswirkungen haben zu wenig oder zuviel Serotonin im Blut? Keine? Wozu dient es im Blutkreislauf?

LG

WHarz}enschw9ein


@ Sinnestäter:

Danke, aber nein, es war ein unsinniger, denn siehe Dilles Beitrag

Kein Problem. :) Aber hier sieht man wieder, wozu ein Forum gut ist. Man kann sich klasse austauschen und alle lernen dazu. Ich lag da ja auch völlig daneben und dachte, Serotonin können die Blut-Hirn-Schranke zumindest teilweise überwinden.

LG

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