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Nachwirkungen von Dengue-Vireninfekt, bitte um Ratschläge!!!

bElubb{lmuxb85 hat die Diskussion gestartet


Hey,

ich muss wohl etwas ausholen, da sonst eine Beurteilung nur erschwerlich zu machen ist. Anfang Dezember hatte ich eine wiederaufkommende Herpes-Vireninfektion an der Lippe, die jedoch davor schon aktiv war. Anschließend ging es nach Thailand für 4 Wochen zum 1. Mal, wo ich am 15. Dezember Dengue-Fieber bekam (von Stechmücken übertragene Vireninfektion). Man kann sagen, dass ich seit dem die u.g. Beschwerden habe.

Nachdem die Beschwerden anfang Februar nicht besser geworden sind und sogar noch einiges an Symptomen hinzu kam, bin ich zur Tropenklinik überwiesen worden, wo auch herauskam, dass es Dengue-Fieber war in Thailand und das zusätzlich in meinem Blut noch akute Mycoplasma Pneumonia Bakterien gefunden worden sind. Nach der Antibiotikatherapie gegen den Mycoplasma ging es mir immer noch nicht besser und ich wurde in die Neurologie stationär für 2 Tage überwiesen. Ein MRT vom Schädel blieb ohne negative Befunde, jedoch wurde bei der Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) entdeckt, dass ich eine Blut-Hirn-Schrankenfunktionsstörung habe (zu viele Proteine/Laktat) und im Liquor weiterhin Mycoplasmen und zusätzlich Influenza-B Viren nachgewiesen worden sind. Es hieß jedoch, dass sich das wieder gibt. EEG und EKG waren auch in Ordnung, Borreliose/MS/Hirnhautentzündung wurden jedoch ausgeschlossen.

Aktuell hab ich immer noch u.g. Beschwerden und wir haben inzwischen Juli. Die letzten Blutergebnisse ergaben nur erhöhte Lymphozyten und zu niedrige Neutrophile, sonst alles in Ordnung.

Dauerbeschwerden:

- Lichtempfindlichkeit, Augenbewegung kommt eingeschränkt vor, teilweise Brennen und Stechen der Augen, verschwommenes Sehen

- Geräuschempfindlichkeit, bei lauteren Geräuschen ein "Nachhallen" im Ohr, teilweise kaltes Stechen hinter dem Ohr

- Am Hals seitlich Brennen (ca. unterhalb vom Ohr, auch am Nacken), fühlt sich teilweise auch geschwollen an bis zum Schlüsselbein

- Ähnliches Brennen am Körper seitlich bei den Rippen von oben bis unten, auch am Rücken hinten

- Kribbeln in Füßen und Händen, teilweise taube Unterarme, Zittern der Hände (v.a. Links), teilweise Gefühl schweres Bein zu haben (eingeschränkte Laufbewegung)

- Sensibilitätsstörung beim Stirnrunzeln und der Kopfhaut

- Benommenheitsgefühl, Konzentrationsstörung, Wahrnehmung getrübt

- Kopfschmerzen von der Kopfmitte ziehend in Richtung Schläfen/Augen

- Schwindelattacken (starkes Drehen im Kopf), anschließend meist extremes Müdigkeitsgefühl

- Linksseitig geschwollene Speicheldrüse

- Seit 4 Monate dauerhaft geschwollene Nasenschleimhäute (CT von Nebenhöhlen ohne Befund, Besserung von 5 Stunden nur durch Nasenspray erreichbar)

- Alkohol- und Koffeinunverträglichkeit in kleinsten Mengen -> führt zur Verschlechterung der Symptome mit Gleichgewichtsstörungen, trockenem Mund und Verstärkung der Kopfschmerzen und des Schwindels

- Verschlechterung der Symptome nach leichten sportlichen Aktivitäten sowie nach Konzentrationsphasen (z.B. lernen)

Schubphasen (vermehrt abends, kurzer Dauer):

- "Verkrampfung" hinter dem Nasenbein zieht in Brustkorbbereich bis in den Magen/Darm herunter -> vorübergehende Atemlähmung (paar Sekunden anhaltend), danach meist Schluckbeschwerden

- Plötzliches Wegtreten von mehreren Sekunden bis Minuten, anschließend starkes Müdigkeitsgefühl (beruhigt sich meist nach 2-3 Stunden wieder)

- Herzrhythmusstörungen, mehrere starke Schläge danach wieder normal, Verkrampfung linken Brustkorbhälfte ausstrahlend auf linken Arm

- Allgemeine Verschlechterung der o.g. Symptome für ca. 1-4 Stunden

Generell:

Morgens direkt nach dem Aufstehen noch nicht so starke Symptome, Verschlechterung zum Abend hin, hohe Geräuschkulissen z.B. Bars, Diskotheken führen zur Verschlechterung bis hin zu Schubphasen (meist schon nach 30-60 Minuten, daher seit Monaten nicht mehr weggegangen), sportliche Aktivitäten -> Verschlechterung, Alkohol und Koffein gehen nicht mal in kleinsten Mengen (führt sofort zu o.g.)

Bitte um weitere Ratschläge, was noch interessant wäre zu untersuchen bzw. abklären zu lassen. Das Einzige, wonach man noch gar nicht geschaut hat ist die Wirbelsäule, jedoch habe ich dort selbst keine Schmerzen oder merkliche Bewegungseinschränkungen. Eine Verbesserung der Beschwerden von Januar bis heute ist nur sehr minimal eingetreten, jedoch sind die Schubphasen nicht mehr ganz so heftig, dass ich in die Notfallaufnahme muss. Dazu muss ich sagen, dass ich vor dem Ganzen kerngesund war.

LG und besten Dank im Vorraus!! :)^

Antworten
t`atuxa


Ein paar Ideen habe ich, allerdings müsste ich erstaml Antworten auf viiieeele Fragen haben.

Ist ein MRT vom Rückenmark gemacht worden?

Ist die Nervenleitgeschwindigkeit geprüft worden?

Eine Schrankenstörung ist typisch bei einem entzündlichem Prozeß im ZNS ...

Wie haben die Ärzte die Mykoplasmen bzw Influenza-B-Viren beurteilt bzw. sind wirklich Keime nachgewiesen worden (mit einer PCR) oder "nur" Antikörper. Wenn Antikörper, welche?

Waren bei der Punktion Zellen (Leukozyten) nachweisbar?

Wenn ja, wieviele? Bei einer Schrankenstörung müssen eigentlich Leukos dasein...

Ich bin etwas verwirrt, dass diebzw. warum die Ärzte eine virale Menigitis ausgeschlossen haben. Virusmenigitiden sind manchmal auch sehr schleppend im Ausheilen und das würde die Erschöpfbarkeit und geringe Belastbarkeit erklären.

Es gibt eine postvirale Rückenmarksentzündung, die nach schwereren Virusinfektionen gern mal auftritt. Da attackieren dann die Leukozyten, die eigentlich die Viren erledigen sollten, deine Nerven und die funktionieren dann niht mehr richtig. Wobei deine Beschreibung der Symptome nicht wirklich gut passt – die Ausfälle bzw. Störungen würden in einem solchen Fall nicht kommen und gehen, sondern wären für Tage bzw. Wochen konstant.

Bist du in ambulanter neurologischer Behandlung?

bHlubblxub85


Vielen Dank für die schnelle Antwort :)

MRT vom Rückenmark ist nicht gemacht worden, lediglich vom Kopf mit Kontrastmittel. Dort gab es keine Auffälligkeiten und "insbesondere die Sinus war komplett durchgängig". "Keine Anzeichen einer Meningitis" steht im MRT Bericht.

Die Nervenleitgeschwindigkeit ist damals nicht überprüft worden.

Vom M. Pneumonia hat man nur noch IgG im Liquor nachgewiesen und waren wohl nicht mehr von Bedeutung. Zum Anderen heißt es im Bericht: "Grenzwertiger KBR Titer für Parainfluenzavirus Typ 2 V.a. frische Infektion." Dies wurde jedoch so hingenommen, bei weiterem Nachfragen hieß es: das geht mit der Zeit wieder seinen geregelten Weg.

Leukozytenzahl im Liquor: 5 (0-5)

Also die Dauerbeschwerden sind immer da, rund um die Uhr, von morgens bis abends. Was nicht immer auftritt und darüber bin ich auch sehr froh, sind die Schubphasen. Es kann sein ich hab mal 1-2 Wochen meine Ruhe davon oder aber sie kommen und gehen, ich habe keine Regelmäßigkeit festgestellt, außer das diese eher gegen abends kommen.

Ich bin nicht mehr in neurologischer Behandlung. Nachdem das EEG und das MRT iO war, hieß es nur: Weiterbehandlung beim Hausarzt, hier sind Sie erstmal fertig. Eine weitere Entnahme des Liquors zur Kontrolle wurde mir mehr oder weniger davon abgeraten, denn man kann gegen eine Schrankenfunktionstörung nicht mit Medikamenten o.ä. entgegenwirken. Ich hätte dann nur die Gewissheit, dass sie immer noch besteht oder eben nicht. So haben es mir die Ärzte erklärt und begeistert war ich natürlich nicht.

Am kommenden Freitag gibt es eine Verlaufskontrolle von meinem Blut. Mein Hausarzt hat in Richtung Immunglobuline bzw. Blutplasma gedacht, falls im Blut keine Besserung erkennbar ist. Was hältst du davon?

Generell werde ich ihn auch auf die von dir beschriebenen Punkte aufmerksam machen. Vielen Dank dafür schonmal! :)

LG

tbautua


"Grenzwertiger KBR Titer für Parainfluenzavirus Typ 2 V.a. frische Infektion." Dies wurde jedoch so hingenommen, bei weiterem Nachfragen hieß es: das geht mit der Zeit wieder seinen geregelten Weg

Parainfluenzaviren können schön mal eine Virusmenigitis auslösen.

Im Gegensatz zu einer bakteriellen Menigitis ist die aber nicht gefährlich und man kann sie nicht ursächlich behandeln. Man hat eine Weile Kopfweh, fühlt sich matt und abgeschlagen und es wird von selber wieder besser.

In sofern stimmt, es dass dies schon seinen geregelten Weg geht, weil diese Art Menigitis unangenehm ist aber von selber ausheilt.

Die Leukozytenzahl ist nicht sehr hoch, insofern gingen die Ärzte vielleicht davon aus, dass was auch immer da im ZNS los war, schon auf dem Weg der Besserung war.

Sind bei deiner Punktion oligoklonale Banden bestimmt worden?

Am kommenden Freitag gibt es eine Verlaufskontrolle von meinem Blut. Mein Hausarzt hat in Richtung Immunglobuline bzw. Blutplasma gedacht, falls im Blut keine Besserung erkennbar ist.

Was ist denn im Blut noch an Hinweisen auf eine Erkrankung zu sehen?

Generell ist bei Krankheitsprozessen im ZNS oft kein Hinweis auf ein Problem im Blut erkennbar.

denn man kann gegen eine Schrankenfunktionstörung nicht mit Medikamenten o.ä. entgegenwirken. Ich hätte dann nur die Gewissheit, dass sie immer noch besteht oder eben nicht.

Das stimmt. Allerdings kann man mit einer Verlaufskontrolle beurteilen, ob eine floride Infektion besteht (also sich die Viren munter vermehren, oder ob die Sache auf dem Rückmarsch ist. Das da jetzt, so viele Monate später noch sinnvoll ist... schwer zu sagen.

Ich bin aber medizinischer Laie und kann dir nur ein paar Hinweise geben, teilweise aus eigener Erfahrung, teilweise aus den spärlichen Resten von Vorlesungen, die ich mal zusammen mit den Medizinern belegen musste.

Ich würde dir raten, nochmal fachärztlich abzuklären, ob deine Beschwerden mit den Infektionen zusammenhängen oder welche anderen Ursachen eventuell in Frage kommen. :)*

bnlulbbluxb85


Oligoklonale Banden wurden nicht bestimmt.

Derzeit bzw. vor 4 Wochen waren in meinem Blut eine stark erhöhte Lymphozytenzahl zu sehen und stark erniedrigte Neutrophile. Der GOT-Wert war dazu noch erhöht.

Das wird jetzt kommenden Freitag nochmal kontrolliert, bin mal gespannt. Ich denke aber eine Behandlung mit Immunglobuline ist in meinem Fall nicht die schlechteste Wahl, jedoch werde ich versuchen zumindest noch ein MRT von meiner Wirbelsäule und dem Rückenmark zu bekommen.

Vielen Dank schonmal, wenn noch jmd. weitere Vorschläge und Anregungen hat, nur her damit! @:)

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