» »

Vater hatte Schlaganfall, Aphasie, suche Rat und Hilfe

SMusaonxne75


@ brithty&shiny

Ich denke das solltest du erst während der Therapie von deinem Vater überlegen weil man dann schon eher absehen kann wie seine Fortschritte sind und wie intensiv die Pflege sein wird. Dort gibt es Sozialarbeiter die sich um die Erstausstattung an Hilfsmitteln kümmern und euch beraten werden.

Wie ist denn sein Zustand aktuell? Wie schwer war der Schlaganfall?

Das denke ich eigentlich auch. Man muss jetzt einfach auch abwarten. Sonst überschlägt man sich weiter in Ungewissem. Die Therapie sieht wohl sehr intensiv aus, was ich mit der Reha-Beraterin so gesprochen habe. Es kann sogar sein, dass es meinem Vater zuviel werden könnte. Denn sein 'waches und aufnahmefähiges' Zeitfenster ist so groß noch nicht. Er schläft viel.

Aber in dieser Reha-Klinik handhabt man das so, dass, wenn der Patient nicht mehr kann oder schläft, die Therapie nicht ausfällt an dem Tag, sondern nur um ein paar Stunden verschoben wird.

Dieser kleine Luxus kostet auch. Aber das ist es uns wert. Wir müssen nämlich durchaus an unserer aller Sparbuch, um ihm das zu ermöglichen, was übrigens (zumindest DAS :)z ) zu keiner Zeit ein Thema war in der Familie. Alle haben sofort ins Portemonnaie gegriffen und die Kreditkarte gezückt..

Der Schlafanfall ist recht groß und deutlich auf dem CT (MRT war nicht möglich wegen eines Schrittmachers) zu sehen. Er befindet sich leicht überlappend im Sprachverständnis-Zentrum und Sprache alleine.

Das Verlaufs-CT hat kaum Besserung ergeben, aber die Ärzte hoffen noch auf die Besserung der Sinne wegen der Umstellung der Medikamente.

Er kann laufen, sitzen, essen, sich normal bewegen. Es gibt keine Ataxie oder Bewegungseinschränkung.

Das alles ist schon mal nicht! Aber wir haben schon gesagt: Uns wäre fast lieber, er hätte ein paar körperliche Ausfälle, als dieses 'Eingeschlossen sein' mit seiner fehlenden Sprache.

Aber was kann man machen? Es ist jetzt so. Leider!

CPorneblixa59


@ Susanne75

Werdet ihr den Vater denn an Weihnachten zumindest zeitweise aus der Reha holen können, daß er im Familienkreis ist? Wenn er mobil ist, müßte das eigentlich möglich sein.

Wir werden es bei unserer Mutter auch machen, aber sie kann nicht so lange sitzen, daher wird sich das auf den Nachmittag des 1. Weihnachtstages beschränken müssen.

S/usanxne75


@ Cornelia59

Werdet ihr den Vater denn an Weihnachten zumindest zeitweise aus der Reha holen können, daß er im Familienkreis ist? Wenn er mobil ist, müßte das eigentlich möglich sein.

Das würde ich so gerne machen, aber: uns wurde davon dringend abgeraten. Es sei in der Reha eine sehr schöne weihnachtliche Stimmung jedes Jahr, es gibt was festliches zu essen und wir dürfen mit einer kleinen Aufwandsentschädigung dabei sein.

Wir splitten das in die drei Tage, die eben Weihnachten hat. Am Heiligabend ein Teil der Familie; ca. 4 Leute, am 1. Feiertag ähnlich und am 2. auch.

Könnte es gar nicht aushalten, mit der Familie um den Weihnachtsbaum zu sitzen und mein Vater sitzt da alleine..

Aber es soll wohl wirklich sehr lieb gemacht sein dort. Mit großem Baum im Foyer und auf jedem Gang ein kleiner.

Speisesaal geschmückt und schöner Musik zum Essen. Wäre es eine triste, graue Angelegenheit dort, hätten wir ihn vermutlich gegen den Rat der Therapeuten tatsächlich einfach nachhause geholt.

S=umsan2nex75


@ phoebe

Wichtig ist das er diese Therapie macht, das es ihm gut tut und auch fordert. Natürlich musst du auch auf dich selber achten, denn wenn man sich selbst kaputt macht ist man keine Hilfe mehr. Tatsache ist aber, das es gut ist, dass er jemanden hat. Schau dich in Schlaganfall Foren um und erkundige dich was es für Hilfen und Therapien gibt. Alles Glück dieser Welt wünsche ich dir!

Ja, die Therapie ist das Wichtigste und menschlicher, vertrauter Kontakt. Wenn mal zwei Tage keiner von uns kann, wird er zunehmend unruhig und läuft immer den Gang rauf und runter. Die Pfleger meinten, er ist sehr von unserer Wärme abhängig, obwohl man merkt, das er mal sehr viel mit Leuten zu tun hatte und viel Kontakt kannte. Denn er klopft bei Mitpatienten mit Tee an und will sich unterhalten.. Nur leider – verstehen die ihn ja nicht!

Ich muss aber sagen, dass die Schlaganfallforen nicht soviel hergegeben haben. Ich hatte mich in einigen angemeldet, aber die Frequenz ist sehr niedrig dort und da habe ich hier bei med1 ein besseres Gefühl @:)

b(latt=laus


Ich denke das solltest du erst während der Therapie von deinem Vater überlegen weil man dann schon eher absehen kann wie seine Fortschritte sind und wie intensiv die Pflege sein wird. Dort gibt es Sozialarbeiter die sich um die Erstausstattung an Hilfsmitteln kümmern und euch beraten werden.

Vor allem ist noch lange überhaupt nicht abzusehen, wie es mit ihm weitergehen wird. Sicher ist nur noch längerfristige Logopädie.

Ob er überhaupt Pflege braucht, dto.

Hilfsmittel wird er nach der Schilderung nicht viel brauchen. Aber dazu beraten, wenn nötig, die Therapeuten. Ich war auch Monate in KH und Reha. Ein Physiotherapeut bot gegen Ende sogar an, mit mir mal nach Hause zu fahren, um zu gucken, was umgeräumt oder angeschafft werden sollte. Die Sozialdienste können eher zu Schwerbehindetenausweis oder Rentenanträgen beraten.

SNusan;ne75


@ blattlaus

Im Moment bin ich gerade dabei, für meinen Vater einen längeren Reha-Klinik-Aufenthalt auszufechten, als die Privatkasse z.T. übernimmt. Wir übernehmen ja einen Teil; aber wenn die Kasse streikt, ist die Familie auch finanziell überfordert dann.

Die haben erstmal nur drei Wochen in der Reha-Klinik mitbezahlt. Dass das nicht reicht, ist jedem schon völlig klar, aber die müssen es natürlich erstmal versuchen.

Der behandelnde Arzt sagte, das sei aber alltäglich und keine große Sache. Die würden im Grunde dauernd Verlängerungsanträge ausfüllen und die würden auch meist bezahlt.

Da wir für meinen Vater ein eigenes Zimmer wollten und Schwimmen und Massagen haben wir dazugezahlt. Was ich übrigens ein Unding finde. Denn in einer gesetzlichen Krankenkasse ist sowas durchaus im 'Programm' enthalten.

SBusaInnex75


@ blattlaus

Du hast zusätzlich eine PN

Cforne8lia#59


Das kenne ich auch, Susanne75. Bei meiner Mutter lautete die erste Bewilligung auf 2 Wochen, die Rehaklinik hat dann standardmäßig den Verlängerungsantrag gestellt. Das ist recht normal, soweit ich weiß.

Im übrigen ist es leider bei den gesetzlichen Kassen häufig so, daß du eine Rehaklinik zugewiesen bekommst, die du eigentlich nicht wolltest. Dagegen anzugehen ist ein Riesenakt und wird meist doch abgelehnt, wir haben es versucht. Einzelzimmer war auch dort nicht möglich, und Zuzahlungen zu irgendwelchen Zusatzleistungen führen dazu, daß die Kasse die gesamte Reha nicht übernimmt!

S;usan%ne75


@ Cornelia59

Einzelzimmer war auch dort nicht möglich, und Zuzahlungen zu irgendwelchen Zusatzleistungen führen dazu, daß die Kasse die gesamte Reha nicht übernimmt!

Im Grunde ist mein Vater kein Typ, der nun unbedingt alleine im Zimmer sitzen muss. Er mag es sogar, wenn da noch jemand ist.

Aber bei dem strammen Reha-Programm dachten wir, das er die Tür zumachen kann und einfach schlafen.

Während er im Zwei-Bett-Zimmer doch öfter etwas verzweifelt war, weil der Nachbar dann ausgerechnet Besuch hatte oder aber ihn ständig weckte, weil er was brauchte.. Irgendwie geht es mir jetzt 100% um meinen Vater. Er braucht Forderung aber auch Ruhe.

Sonst wäre ein Mehr-Bett-Zimmer absolut OK gewesen.. :)z

bplatt%laGus


Reha ist ein bekanntes Problem bei Privatversicherten, Hilfsmittel und Therapien auch, meist viel schlechter als bei den gesetzlichen Kassen. Bei Reha könnte aber auch die Rentenversicherung zuständig sein, wenn er dort Beiträge zahlt.

Suusa}nne7x5


@ blattlaus

Reha ist ein bekanntes Problem bei Privatversicherten, Hilfsmittel und Therapien auch, meist viel schlechter als bei den gesetzlichen Kassen. Bei Reha könnte aber auch die Rentenversicherung zuständig sein, wenn er dort Beiträge zahlt.

Das Groteske ist ja, das mein Vater im Grunde gern in einer gesetzliche KK wechseln würde, aber ihn keine mehr will.

Er ist selbst Arzt und hatte damals eine Privatversicherung abgeschlossen, weil ihm sein Steuerberater dazu riet.

Es stimmt. Man hat mehr Schreibkram und Arbeit als in einer gesetzlichen Krankenkasse. Und zudem oft auch noch die Angst, dass die Dieses oder Jenes nachher gar nicht übernehmen. So war es z.B. schon mit Medikamenten. Die hat er dringend gebraucht. Es war eigentlich ein Witz, sich darüber zu streiten, aber die versuchen eben, das abzuschütteln..

bclattjlaus


Man hat mehr Schreibkram und Arbeit als in einer gesetzlichen Krankenkasse. Und zudem oft auch noch die Angst, dass die Dieses oder Jenes nachher gar nicht übernehmen.

Nicht nur das. Reha ist in den meisten Verträgen nicht oder nur unzureichend abgesichert, und wer durchschaut den Vertragstext beim Abschluss schon? Auch bei Hilfsmiteln haben sie meist viel kleinere Kataloge, die im Gegensatz zur GKV kaum mal aktualisiert werden. Und eine der Schlaganfallpatientinen, die ich kenne, arbeitet sogar wieder halbtags, übrigens bei der PKV, bei der sie versichert ist. Der wurde dort trotz Verhandlungen nach 4 Jahren die Logopädie komplett gestrichen, das müsse reichen. Ob sie viel zustande bringt bei der Arbeit, ist mir ein Rätsel. Denn sie spricht zwar halbwegs, liest aber nur sehr mühsam, und beim Schreiben ist jedes einzelne Wort ein Kraftakt. Manche gesetzlich Versicherten gehen schon sehr viel länger zur Logopädie. Oder ich seit über 6 Jahren zu Physiotherapie und Ergotherapie, ohne Probleme.

Wahrscheinlich rechnet niemand beim Abschluss einer PKV so ernsthaft mit schweren Erkrankungen, dass er den Vertrag irgendwo genau prüfen ließe. Manche sehen auch nur das "billiger" bei Vorzugsbehandlung in vielen Praxen. Oder wie ein Bekannter, der glaubte, mit über 700 EUR Beitrag/Monat gut versichert zu sein. Bis die PKV nach einer Gelenks-Op keine Reha bezahlte, sei nicht versichert. Ein Zurück gibt es nur mit einem Angestelltenjob unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze und ab 55, wie bei dem selbständigen Bekannten, darf ihn auch dann keine mehr nehmen. Mit der Regelung soll eben Rosinenpickerei (jung für wenig Beitrag privat versichert, älter und krank gesetzlich zu Lasten der anderen) ausgeschlossen werden.

Sbusanbne7x5


@ blattlaus

Ein Zurück gibt es nur mit einem Angestelltenjob unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze und ab 55, wie bei dem selbständigen Bekannten, darf ihn auch dann keine mehr nehmen. Mit der Regelung soll eben Rosinenpickerei (jung für wenig Beitrag privat versichert, älter und krank gesetzlich zu Lasten der anderen) ausgeschlossen werden.

Genau das ist der Punkt. Mein Vater hat aber leider zu keiner Zeit 'gespart' gegenüber einer gesetzlichen Kasse. Nein, nein. Er war immer 'teurer' dran. Aber die Axa (da ist er) findet, mein Vater sei nun lange krank genug gewesen.

Damit hat er einfach nicht gerechnet. Er hat sein Leben lang Anderen geholfen und Widersprüche in seiner Praxis formuliert und gemacht.. tja, und nun sitzt er selbst in der Lage. Aber wir werden sehen, was die noch übernehmen werden.

Der Oberarzt vom Reha-Zentrum sagte ja schon: ja, ja die Brüder kennen wir. Erst auf große Sicherheit machen und dann ist wirklich Landunter und dann knausern sie. Das kennen wir..

S!uSsannex75


Guten Abend an Alle,

nun ist es über zwei Monate her, dass mein Vater den Schlaganfall hatte. Einige Wochen Therapie sind vergangen und wir konnten ihn ja in einer recht guten Reha-Klinik bei Berlin unterbringen.

Sein Sprechen ist wirklich schon besser geworden und versteht auch wieder mehr Zusammenhänge. Widerum erkennt er Besucher nicht, die er seit der Kinderzeit kennt bzw. vergisst er, dass diese ihn besucht haben vor wenigen Stunden.

Es gibt Tage, da ist er ganz 'Papi'. Dann gibt es Tage wie heute, wo er zu Nichts Lust hat und sich auch nicht überreden lässt mit der Familie mit Groß-Schirm und untergehakt ein bisschen an die frische Luft zu gehen. Das hat er früher geliebt, Spaziergänge, egal bei welchem Wetter..

Jetzt habe ich die Vermutung, dass er diese Aphasie-Depression hat oder sie jetzt anfängt. Denn in der KLinik-Caféteria hat er ganz traurig ausgesehen, als ihn Leute vom Nachbartisch nach Zucker fragten. Er sagte: ach, lassen sie. ich verstehe nichts.

Das hat mir so Leid getan. Die Caféteria ist nun voll mit Rollstühlen, Rollatoren und so fort. Man sieht meinem Vater 'sein Leiden' gar nicht an. Ich weiss nicht, was das werden soll.

Er wird dort am 21.01. entlassen und soll zuhause (haus im wald, keine nachbarn), alleine bleiben, während seine Frau tagsüber arbeitet.

Das wird doch Nichts. Was, wenn er Hilfe braucht? Er kann nicht telefonieren oder sich Hilfe rufen.

Ich habe auch das Gefühl, das seine Frau mit der Nachsorge überfordert ist und die Realität nicht richtig erkennt. :|N

s+ni}ffyxz


Hi Susanne

Ich habe mir das jetzt nicht alles durchgelesen, aber als Angehöriger einer Schlaganfallpatientin mit globaler Aphasie oder Teilaphasie (das ist noch nicht ganz geklärt), kann ich sagen, dass ihr andere Wege der Verständigung finden werdet. Wir spielen z.B. immer viel zeigen und benennen und wenn sie dann zum Beispiel auf's Fenster zeigt kann sie ja nur auf oder zu meinen. Ansonsten kommen im Alltag, in der vertrauten Umgebung, denke ich, viel mehr sprachliche Fähigkeiten zurück als in der Reha. Für den Notfall zuhause empfehle ich ein Hausnotrufsystem. Irgendwie gibt es so Alarmknöpfe als Handgelenkbändchen. Mach dich doch mal bei der Krankenkasse schlau.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Neurologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Borreliose


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH