» »

Vater hatte Schlaganfall, Aphasie, suche Rat und Hilfe

S<u3sannCe7x5


Ansonsten kommen im Alltag, in der vertrauten Umgebung, denke ich, viel mehr sprachliche Fähigkeiten zurück als in der Reha. Für den Notfall zuhause empfehle ich ein Hausnotrufsystem. Irgendwie gibt es so Alarmknöpfe als Handgelenkbändchen. Mach dich doch mal bei der Krankenkasse schlau.

Danke Dir erstmal für Deine Antwort! Das sehen wir genau so. In seinem häuslichen Umfeld fühlt er sich wohl und auch Weihnachten war zu beobachten, dass er besser sprach als in der Reha.

Das Problem ist bei uns, dass seine Frau 8h täglich weg ist und er nicht alleine bleiben kann, da er auch leicht verwirrt ist phasenweise.

An so einen Notruf-Anhänger haben wir auch schon gedacht. Die Frage ist; drückt er dann auch darauf, wenn er in einer solchen Lage ist.

Z.B. er fällt im Garten um und bleibt dann da liegen ohne zu Alarm zu drücken. Ansonsten ist mit 'Zeigen' nicht viel zu machen bei meinem Vater. Er plappert munter drauf los und meint, wir müssten das eigentlich reibungslos verstehen.

Das ist bei der Wernicke-Aphasie wohl so. Die Patienten erkennen nur z.T., dass sie eine Sprachstörung haben und halten ihre 'neue Sprache' für völlig umgänglich.

Er ist dann ganz geknickt, wenn wir um ihn herum sitzen und raten, was er jetzt gemeint haben könnte.

Wer es getroffen hat, auf den zeigt er.

sknhiffwyz


Hmmm. Ich verstehe deine Bedenken. Aber vermutlich werdet ihr soviel Vertrauen aufbringen müssen. Drückt er denn in der Klinik die Klingel, wenn irgendwas ist? Falls er das tut, wird er das auch zuhause machen. Ansonsten könnte man das nur über Konditionierung machen. Ich weiß, hört sich blöd an, weil der Begriff auch beim Hundetraining benutzt wird. Funktioniert aber beim Menschen genauso. Beim Hund spricht man von 1000 Wiederholungen, bis etwas richtig sitzt. Der Mensch braucht natürlich wesentlich weniger. Dieser Griff zur Klingel muß wie ein Automatismus werden. Also bleibt nur trainieren, trainieren, trainieren und vielleicht Situationen nachstellen, in denen er die Klingel benutzen sollte.

Das eine Aphasie so weitreichende Konsequenzen hat, hätte ich auch nie gedacht. Mal davon abgesehen, dass ich vor einpaar Monaten das Wort nichtmal kannte, dachte ich immer, dass man auch ohne Sprache locker kommunizieren kann. Wie schwer das wirklich ist sieht man erstmal, wenn man, wie bei euch auch, nur noch am raten ist. Uns geht's genauso. Sie macht es verrückt, dass wir sie nicht verstehen, und uns auch. Das wird dann richtig schwierig, wenn man das Gefühl bekommt, dass es was wichtiges ist. Wenn sie zum Beispiel das weinen anfängt. Wie sieht denn die Therapie bei Wernicke aus? Wie sind denn die Prognosen?

STusann/e7x5


@ sniffyz

Uns geht's genauso. Sie macht es verrückt, dass wir sie nicht verstehen, und uns auch. Das wird dann richtig schwierig, wenn man das Gefühl bekommt, dass es was wichtiges ist. Wenn sie zum Beispiel das weinen anfängt. Wie sieht denn die Therapie bei Wernicke aus? Wie sind denn die Prognosen?

Oh ja. Das ist bei uns auch so ein Moment, wo wir immer total 'geschafft' sind. Wie gerade neulich in der Reha-Caféteria, wo er immer etwas wiederholt hat und wir uns ratlos ansahen und tatsächlich 'leer' ausgegangen sind, weil einfach keiner drauf kam. Da hat er so traurig geguckt. Es war herzzerbrechend.

Nun kommt hinzu, dass er vorher ein brillianter Unterhalter und Redner war. Er liebte Wortspiele und kleine Verdreher-Späße, an der wir alle unsere Freude hatten. Er hat gern Witze erzählt und kleine lustige Episoden..

Jeder hat ihn gern eingeladen und er hatte viel Besuch, weil es einfach Spaß mit ihm gemacht hat.. und nun!?

Also die Therapie bei Wernicke unterscheidet sich nur etwas von der bei der globalen bzw. Broca-Aphasie.

Wo der Logopäde bei der globalen Aphasie versucht, die Wörter neu zu formen rein mechanisch mit dem Patienten, muss er bei der Wernicke erstmal die Erinnerung und die Bedeutung des Wortes trainieren. Meine Vater hat so eine Mischform.

Im Schlaganfall-Stützpunkt der Berliner Charité hat man uns die Prognose von max. 40% Wiedererlangung gegeben, nachdem wir die CT-Bilder und die Arztberichte vorgelegt hatten.

Der Schlag war einfach zu heftig. Aber im Freundeskreis sagen mir immer wieder Alle; ruhig bleiben, trainieren, nicht durchdrehen und Angst haben. Niemand wüsste, wieviel wiederkommt. Es gibt soviele 'Fälle', bei denen die Ärzte abgewinkt haben und dann doch alles gut wurde.

Der Onkel meines Exfreundes z.B. Es hiess maximal noch 1 Jahr bei der Krebsform, alle sollten langsam Abschied nehmen. Fünf Jahre! hat er dann noch gelebt. Und das nicht schlecht.

Sicher, sowas hängt von sehr vielen Faktoren ab, wie: will der Patient noch? Wie ist das Umfeld? Wie ist die Gesamtkonstitution und solche Dinge.

Habt Ihr für Eure Mutter psychologische Therapien mit dabei? Ich glaube fast, bei Sprachlosigkeit ist das fast unumgänglich.

Also mein Vater hat die ersten Ansätze einer Aphasie-Depression.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Neurologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Borreliose


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH