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Bandscheibenvorfall und Spinalkanalstenose – OP notwendig??

KPleom)ar23 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Mitglieder,

da ich im Moment nicht weiß, was ich machen soll, würde ich gerne ein paar Einschätzungen hören...

Ich hatte vor kurzem eine Kernspintomographie und der Befund hört sich nicht gerade rosig an.

Kurz zu mir, ich bin weiblich, 25 Jahre alt und seit ca. einem Jahr habe ich Schmerzen, Ziehen im linken Bein, der Schmerz, bzw. das Ziehen geht vom Ischias bis in die Knieknehle, jedoch ist das alles nicht so schlimm, also von den Schmerzen her, dass ich Schmerztabletten oder sonstiges Einnehmen muss. Also ich halte das Ganze auch so ganz gut aus. Taubheit oder so ähnliches konnte ich bisher auch nicht feststellen.

Das einzige, ich habe einen Bürojob, ist, dass ich Probleme habe, mit dem Aufstehen, wenn ich längere Zeit gesessen bin.

Nun zu dem Befund:

Der Intervertebralraum L4/5 ist deutlich verschmälert, die Bandscheibe zeigt einen großen, medialen, linksbetonten Vorfall. Der Spinalkanal ist durch diesen Vorfall deutlich eingeengt, die Restweite beträgt etwa 6mm. Die Cauda equina und insbesondere die Wurzel L5 links erscheinen komprimiert. Leicht sklerosierte Facettengelenke. Ansonsten ist der LWS unauffällig.

Beurteilung:

Bandscheibendegeneration und großer, medialer, etwas linksbetonter Vorfall im Segment L4/5. Spinalkanalstenose und Zeichen einer Kaudakompression und Wurzelkompression L5 links. Initiale Spondylarthrose. Keine Neuroforamenstenosen.

So, ich war schon bei einem Neurochirurg, der meine, dass er mir nur zu einer OP rät.

Jetzt möchte ich mir noch eine zweite Meinung von einem Facharzt einholen.

Jedoch habe ich die Befürchtung, dass dieser mir auch zu einer OP rät.

An sich hätte ich mit einer OP keine großen Probleme, wenn ich zudem Ausfälle und so starke Schmerzen hätte, dass ich es nicht mehr aushalten würde.

Aber dem ist nicht so. Ich konnte damit bisher eigentlich "gut leben".

Deswegen bitte ich euch um eure Einschätzungen.

Vielen Dank schon mal.

Kleromar23

Antworten
CJhevylxady


*:) Also eine Op ist erst dann notwendig wenn du es willst. Man sollte nie die Bilder behandeln sondern den Menschen. ;-) Du sagst ja das es dir noch eigentlich gut geht. Warum dann also Op? Du hast keine Lähmung und keine Ausfälle. Ich an deiner Stelle würde mir auf jeden Fall eine 2 und auch 3 Meinung anhören. Es gibt so viele Möglichkeiten die man erst versuchen sollte. Operieren kann man immer noch. Ich habe erst 1, 5 Jahre alles versucht. Ich war austherapiert. Die Ärzte wußten nicht mehr was sie sonst machen sollen. Daher habe ich mich im August zur Op entschieden und es war gut so. Aber ich kenne viele die es ohne geschafft haben. Also nicht direkt aufgeben.

Wenn du Probleme beim Aufstehen hast versuch im Büro mal anders zu sitzen. Kauf dir z.B. auch einen Sitzball etc.

KLle?omar23


Vielen Dank Chevylady für die rasche Antwort :-)

Ich werde mir auf jeden Fall noch weitere Meinungen einholen...Ich habe nächste Woche noch einen Termin bei einem Physiotherapeuten und in zwei Wochen nochmal einen Termin bei einem Neurochirurgen.

Aber vielen Dank für die schnelle Einschätzung deinerseits *:)

C%h;evylaxdy


*:) gern. ;-) Und so als Tipp. Wenn du einen Beitrag unter Orthopädie setzt bekommst du sicher noch mehr Resonanz. ;-)

tDhe-^cavxer


Zunächst muss man die frage stellen, ob Deine Schmerzen ünerhaupt durch den Vorfall verursach werden – da habe ich so meine Zweifel, denn die beaschriebene Schmerzausstrahlung passt nicht so ganz zur Wurzel L5. es könnte also möglicherweise sein, dass der Vorfall gar nicht das Problem ist...

Und selbst wenn: Nach einer sonderlich dringenden OP-Indikation klingt das nicht. Du musst Dir aber darüber im klaren sein, dass sichh das auch ändern kann. Falls Du also plötzlich Taubheit, Lähmungen oder insbesondere Probleme mit Stuhlgang und Wasserlassen bekommst, dann ab in die Klinik!

Ansonsten gilt erstmal: Wenn die Beschwerden aushaltbar sind, kann man es auch ohne OP versuchen. Langzeituntersuchungen zeigen brigens, dass in puncto Schmerz nach 2 Jahren kaum ein Unterschied zwischen OP unf konservativer Behandlung vorhanden ist.

Was sagt denn der Neurologe (nicht Neurochirurg) dazu? Ist ein L5-Schaden messbar?

_OBlIizxza_


Hallo,

ich hatte Mitte letzten Jahres einen Massen-BSV LW 4/5 und L5/S1 mit Einengung der Cauda Equina (aber ohne Ausfälle im Blasen/Darmbereich), lag im Krankenhaus auf der Neurochirurgie und sollte zwingend operiert werden; die Ärzte malten mir schlimmste Folgen aus , wenn ich der OP nicht zustimme.

Habe dazu damals auch hier was geschrieben:

[[http://www.med1.de/Forum/Orthopaedie/659005/20064651/]]

Ich habe mich trotzdem gegen die OP entschieden, war regelmäßig zur Physiotherapie und ein halbes Jahr krankgeschrieben. Inzwischen gehe ich wieder arbeiten, habe nur noch ab und zu gut aushaltbare Schmerzen und kann wieder hervorrragend laufen. Auch die Taubheitsgefühle und Lähmungen im Fuß (Fersengang war nicht mehr möglich) sind verschwunden :-)

Ich bin heilfroh, dass es letztendlich so gekommen ist. Ich hatte mir eine Zweitmeinung bei niedergelassenen Neurochirurgen eingeholt, die zwar auch skeptisch waren beim Anblick meiner MRT-Bilder, aber dann meinten, man könne auch eine konservative Behandlung versuchen.

PS: LG an chevylady *:)

C2heuvylagdy


*:) stimmt. Jetzt wo es @the caver sagt. Die Schmerzen passen nicht so ganz. Ist bei dir das IS-Gelenk mal kontrolliert worden ??? Hier gehen die Schmerzen eigentlich immer nur bis zum Knie. Nie darüber hinaus. Sie ziehen dann über den Gesäßbereich über den Oberschenkel. Viele mit Bandscheibenproblemen haben auch mit dem Gelenk das Problem. Bei mir war es auch so. Mir wurde das Gelenk links im letzten Februar verödet. Seitdem habe ich da Ruhe. :)z

Hallo Blizza schön zu hören das es dir besser geht *:)

KileMomaxr23


Hallo,

danke dass ihr so fleißig antwortet :)^

Ich bin mit diesem Thema wirklich total unvertraut und bin deshalb froh, so viele Meinungen zu hören.

Was ist denn das IS-Gelenk ???

Einen Termin bei einem Neurologen habe ich bisher noch nicht. Nur bei einem weiteren Neurochirurgen.

t}he-cZavxer


Einen Termin bei einem Neurologen habe ich bisher noch nicht.

Sinn einer Bandscheiben-OP ist es einzig und allein, den durch den Vorfall bedrängten Nerven wieder Platz zu schaffen (eine "Reparatur" der Bandscheibe ist ja nicht möglich). Daraus folgt: Die OP hat nur dann Sinn, wenn die vom Vorfall betroffenen Nerven tatsächlich Ursache der Schmerzen sind. Daran kann man in Deinem Fall aber zumindest Zweifel haben. Deswegen sollte man in dieser Situation auf jeden Fall genauer hinsehen, das kann der Neurologe.

Aber bitte im Hinterkopf behalten: Bei Blasen- oder Mastdarmstörungen (z.B. unwillkürlicher Stuhl- oder Urinabgang, fehlendes Berührungsempfinden am Schließmuskel u.s.w.) *muss* operiert werden, und zwar schnell (idealerweise innerhalb von 6 Stunden).

Eqhemal*iger4 NutzeKr (<#46719x3)


Solltest du das konservativ behandeln wollen, mein Vater war damals in einer ähnlichen Situation wie du, hatte auch schon mehr oder minder den OP-Termin. Es gab aber keine großartigen neurologischen Ausfälle.

Er hat sich dann gegen eine OP entschieden, aber für rückenbetontes Training, um in dem Bereich auch gezielt Muskulatur aufbauen zu können. Er lebt seit mehreren Jahren sehr gut damit, klar zwickts hin und wieder – aber laut seiner Aussage nichts was für ihn eine OP notwendig gemacht hätte.

K@l{eomDar2x3


Ich kann mich bei euch gar nicht oft genug bedanken, dass ihr mir so fleißig antwortet!!! Dafür schon mal :)^ :)^ :)^ :)^

Also nochmal kurz zu meinen "Schmerzen"...

Ich habe ein unangenehmes Ziehen vom Ischias über den Oberschenkel, bis in die Kniekehle auf der Rückseite. Wenn ich sitze, habe ich oft im Gesäß auf der linken Seite ein Fremdkörpergefühl.

Da kommt hinzu, dass wenn ich längere Zeit gesessen bin, Probleme habe, beim Aufstehen, also ich muss mich dann an einem Tisch o. ä. abstützen, ein wenig warten und danach kann ich mich aufrichten...

Ich kann mein linkes Bein weitaus nicht so hoch heben, im Liegen z.B., als das Rechte, weil es dann zusehr schmerzt.

So, das war's jetzt soweit wieder von mir...

PUiMa05R0*9


'Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe, aber wenn ja, dann klingt das so wie es bei mir war.

Wenn ich länger saß (da reichten morgens sogar schon zehn Minuten), dann musste ich mich an der Tischplatte abstützen und gaaaaaaaaaanz langsam eine aufrechte Position einnehmen. Die ersten Schritte waren dann echt die Hölle. Aber wenn ich mal lief, dann ging es.

Wenn ich auf der Couch oder dem Boden lag, dann konnte ich zeitweise die Beine garnicht einfach anheben.

Dann gab es ne Zeit, wo ich mich kaum aufrecht halten konnte. Da hatte ich einen Hocker in der Küche stehen, weil ich nicht lange genug stehen konnte um ein Brot zu schmieren.

Ich war nie im MRT. (Habe Platzangst und Angst vor dem Ergebnis. Da ich keine Ausfälle habe, schloss ich eine OP eh aus und Ziel ist ja dann doch erstmal Muskelaufbau).

Ich war bei der Physio. Bei mir war es das ISG. Hast du inzwischen bestimmt gegoogelt. Mein Becken war schief und irgendwie alles in Mitleidenschaft gezogen. Vielleicht hab ich auch einen Bandscheibenvorfall....

Nach der Physio fing ich an zu walken. Und seitdem habe ich kaum noch Rückenprobleme. Und ich hatte letztes Jahr um die Zeit wirklich kaum 100m aufrecht laufen können....

CRhev>ylahdxy


*:) Na ja, ein vernünftiger Neurochirurg wird dich an einen Neurologen zwecks Nervenmessung weiterleiten. :)z

Daraus folgt: Die OP hat nur dann Sinn, wenn die vom Vorfall betroffenen Nerven tatsächlich Ursache der Schmerzen sind.

:)z das ist wohl wahr. Mein permanentes Kribbeln in Wade und Fuß war direkt nach Aufwachen aus der Narkose weg. :)z

P~almenZblatt


Hallo und guten Morgen..,

Reihe mich mal in die nette Runde ein.., habe eure Geschichten zum Teil schon gelesen und finde es total spannend wie unterschiedlich die Verläufe- mit oder ohne OP- sind.

Kloemar, bist du mit dem ISG weiter? es ist das Kreuz-Darm-Bein, kann immense Schmerzen machen wenn es blockiert. Hatte ich auch schon, wurde dann manipuliert und es war wieder besser.

Habe derzeit ja auch einen akuten Bandscheibenvorfall und finde die Schmerzen sind nicht miteinander vergleichbar. Insbesonders wegen der Taubheit und ich empfinde diese Schmerzen viel stärker?! Strahlen weiter aus..

@ Chevy,

könntest du einen Unterschied zwischen den Schmerzen machen?

Der Orthopäde wollte mich vor zwei Wochen zur OP überweisen..., ich habe mich dagegen entschieden aber manchmal merke ich, dass es mich mehr und mehr zermürbt, dazu kommt die Unklarheit wie lange der Spuk dauert und das die Symptome auch immer gerne wechseln, bzw. neue Taubheiten dazu kommen die mir Angst machen. Hat auch viel von "Kopfkino"...

Wünsche allen einen schönen Tag *:)

CHhevylxady


@ Palmenblatt

Natürlich gibt es da Unterschiede in den Schmerzen – aber bei mir kam alles zusammen. Bei mir hat alles im Juni 2012 angefangen. Ich hatte ziemliche Rückenschmerzen die dann auch in den Oberschenkel strahlten. Nach einiger Zeit bin ich dann zum Orthopäden. Der sagte erst, dass der Nerv entzündet sei und ich bekam Spritzen und ich wurde geröngt. Leider haben die nicht geholfen. Nach 4 Spritzen meinte er dann es wäre doch besser mal ins MRT zu gehen. Dort zeigte sich dann der BSV. Ich habe den an L5/L6 (ja, ich habe einen 6. Wirbel). Ich bin dann zum Neurochirurgen, da ich das Gefühl hatte das mir der Orthopäde nicht weiterhelfen kann. Der schaute sich die Bilder an und meinte: uih. Aber keine OP, sondern Verödung (Denervierung) an den Facetten. Das wurde dann im Dezember 2012 gemacht. Leider ohne Erfolg. Ich war vielleicht 4 Stunden schmerzfrei. Daraufhin habe ich noch etliche Spritzen und PRTs etc. erhalten aber es wurde nicht besser. Dann bin ich im Dez. 2012 noch in einem Krankenhaus zur Beratung gewesen. Der Doc dort guckte sich die Bilder an und meinte: OP. Das aber wollte ich nicht. Konservativ konnte er mir aber nichts anbieten. Dann Termin in einem anderen KH. Auch dort hat man sich die Bilder angeschaut und man meinte es wäre grenzwertig. Da war der Schmerz schon von Gesäß über Oberschenkel bis Wade und Fuß. Der nette Arzt dort schlug mir vor zur Schmerztherapie zu kommen. Das machte ich dann im Februar 2013. Ich bekam Infusionen und wurde auf Medis eingestellt. Dann bekam ich Infiltrationen in Facetten und ins ISG. Die Infiltrationen in den Facetten haben gar nicht geholfen. ISG war super. Wenn ich die bekam war ich für den restlichen Tag zumindest am Rücken, Gesäß und Oberschenkel schmerzfrei. Nach Rücksprache mit mehreren Ärzten dort sagte man mir dann: ISG. Ich wurde gefragt ob ich mit einer Verödung einverstanden wäre. In der Zwischenzeit hatte mich dort auch ein Neurologe untersucht. Der meinte auch: ISG. Okay. Gemacht – getan. Das war so toll. Keine Schmerzen mehr im Rücken :-D Nach jedoch kurzer Zeit machte sich der Oberschenkel, die Wade und das Fußgelenk wieder bemerkbar. Rücken nicht. Also wieder hin. Noch einmal MRT und Besprechung. Tja, austherapiert. Definitiv kämen die jetzt vorhandenen Schmerzen vom BSV. Aber auch da wollte ich noch keine OP. Ich habe dann eine ambulante Reha gemacht. 3 Wochen. War gut. Hat mich auch wieder nach vorne gebracht. Aber leider nur für kurze Zeit. Die Schmerzen im Oberschenkel, der Wade und das Kribbeln im Fuß war wieder nach geraumer Zeit da. Also noch einmal ins KH und ins MRT. Keine Änderung. Also habe ich mich im August dann doch für die OP entschlossen und ich bin so froh. Der Doc der mich operiert hat sagte mir nach der OP, dass er mich aufmachte und Ihm meine Bandscheibe entgegen kam. Ich hätte noch alles probieren können, es hätte nichts gebracht. Meine Bandscheibe war total weich. Man hat bis auf einen kleinen Rest alles entfernt. Aber wie erwähnt. Die Schmerzen und das Kribbeln war sofort weg. Jetzt habe ich im Januar noch eine ambulante Reha gemacht und jetzt sitze ich hier: schmerzfrei. :-D Natürlich merke ich hier und da mal ein Ziepen wenn ich viel gemacht habe oder so. Aber alles in allem :)^

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