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Extreme Vergesslichkeit und lückenfüllende Lügen

S-h>awTn!29 hat die Diskussion gestartet


Hallo.

Ich brauche dringend Rat und hoffe, hier richtig zu sein.

Seit etwa drei-vier Monaten zeigt ein Freund und Nachbar (27 Jahre, männlich, Gelegenheitsraucher) auffällige Gedächtnisprobleme und Persönlichkeitsveränderungen. Erst dachte ich, das sei nur eine Phase. Diese hatte er auch schon früher, allerdings nur in Stress-Zeiten.

Aber dieses Mal wird es immer schlimmer und scheinbar hat er keinen Stress.

Er kann Gesprächen kaum folgen. Meist schaltet er schon nach zwei Sätzen ab und stellt vollkommen absurde Fragen oder fragt nach Informationen, die gerade Stück für Stück gegeben wurden. Er vergisst von heute auf morgen, manches auch schon nach fünf Minuten. Oft stellt er mir im Abstand von einem Tag wieder und wieder die gleichen Fragen. Vieles hat er auch jahrelang gemacht und hört nun plötzlich damit auf, wie z.B. in meiner Wohnung bestimmte Türen wegen des Hundes offen zu lassen. Darauf angesprochen behauptet er, das hätte ich ihm noch nie erklärt. Dabei geht er hier seit fünf Jahren ein und aus, wurde von mir wiederholt darauf hingewiesen und hat sich auch daran gehalten. Ähnliches passiert ihm auch auf Arbeit.

Er gibt recht häufig zu, dass er etwas vergessen hat – erfindet dann aber dennoch Geschichten. Als würde er versuchen die Lücken zu schließen. Manchmal habe ich den Verdacht, dass er bewusst lügt. Manchmal ist es auch einfach nur wirres Zeug bei dem er sich selbst widerspricht. Er vergisst zu lüften und wundert sich dann über entstehenden Schimmel. Er vergisst zu tanken und Türen abzuschließen.

Ich habe ihn darauf schon mehrmals ruhig angesprochen. Erst meinte er, er will mal in sich und zum Arzt gehen. Zwei Tage später hatte er das vergessen und rastete aus, als ich meine Beobachtungen schilderte. Ich wolle ihn wohl aus Boshaftigkeit ‚grenz-dement‘ erklären und das sei er nicht. Er ist auch ansonsten plötzlich aggressiver, vorwurfsvoll und jähzornig. Er ist selbst Mediziner und trägt zumindest eine begrenzte Verantwortung für andere, daher sind diese Veränderungen doppelt beängstigend.

Eine Kommunikation mit ihm ist kaum mehr möglich. Ich will ihn aber auch nicht in Schwierigkeiten oder noch mehr gegen mich aufbringen. Anderen fällt sein merkwürdiges Verhalten ebenfalls auf, sie wissen aber genauso wenig wie ich, was unternommen werden könnte.

Kann ich das irgendwo melden? Sollte ich seine Eltern informieren? Ich bin über jeden ernst gemeinten Rat wirklich dankbar.

Antworten
ghweTndzolyxnn


Du könntest ihn nochmal drauf ansprechen, dass er zum Arzt gehen soll. Es ist möglich, dass er freiwillig eine stationäre Therapie in der Psychiatrie macht, das wird er aber nach deiner Schilderung vermutlich nicht wollen.

Bei Fremd- oder Eigengefährdung kann er in die Psychiatrie eingewiesen werden.

Kennst du vielleicht seinen Hausarzt? Dann könntest du mal mit ihm darüber reden, dass er sich so verändert hat.

akgne?s


[[http://de.wikipedia.org/wiki/Korsakow-Syndrom]]

RMiko cGranxde


Eltern informieren ist wohl das Beste – schön das es Nachbarn gibt, die aufeinander aufpassen.

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