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Schlaganfall: Keine Hoffnung mehr?

bHabyf)acex28 hat die Diskussion gestartet


Eure ehrliche Meinung bitte...

Guten morgen,

kurz zu meinem Kummer.

Mein Vater wurde mitte Januar mit extremer Atemnot, teils Bewusstlosigkeit und Kreislaufproblemen ins KH eingeliefert, dort sofort Intensivstation, künstliches Koma.

Schwere Lungenentzündung mit Blutvergiftung, sprich septischer Schock.

2,5 Wochen künstliches Koma, langsames Aufwachen, langsames eigenständiges Atmen. Lt. Ärzte: er ist über dem Berg.

Zuerst sprach er gut, dann immer nuscheliger, irgendwann kein Ton mehr. Zuerst schluckte er auch gut ( Obstbrei und Joghurt) dann ging dann auch nicht mehr.

Mein erster Gedanke: Schlaganfall. Ärzte widersprachen mir massiv, nie und nimmer ein Schlaganfall, das kommt alles durch die Schläuche.

letzte Woche Mittwoch wurde er verlegt in die Neurologische Klinik mit Frühreha.

Bei der Erstuntersuchung waren meine Mutter und ich dabei.

Er bekam keinen Ton raus, er konnte die Zunge nicht rausstrecken, Schlucken ging überhaupt nicht mehr. Nach noch mehreren Tests war das Ergebnis:

Schlaganfall im Stammhirn, ausgeprägte CIP und Babinski-Reflex.

Ärzte meinten das sie wegen Sprach und Schluckstörungen nur minimale Erfolge erzielen können auf die Dauer gesehen, ausserdem ist seine Lunge so geschädigt, ausgeprägte COPD. Immer wieder wären die Entzündungswerte im Blut erhöht, aber der Erreger wird nicht gefunden, er bekommt ein Antibiotika nach dem anderen.

Mittlerweile haben die Nieren auch schon zwei mal sich fast verabschiedet, arbeiten dann wieder besser, aber noch lange nicht gut.

Teils Fieber mit fast 40 Grad, Blutdruck schwankt extrem, von sehr nieder: 85:50 zu sehr hoch: 180:120 .

Es war immer sein Wunsch nicht künstlich Beatmet zu werden, kein Pflegefall zu werden. Jetzt wird er künstlich ernährt ( Magensonde über die Nase).

Da keine gute Aussicht besteht, fragen sich meine Mutter und ich natürlich wie es weiter gehen soll. Die Ärzte haben uns auch bereits informiert das sie auch Palliative Pflege anbieten.

Es ist so hart, dass alles anzusehen, er ist ja erst 63 Jahre alt.

Sein Wille wäre, keine Beatmung, keine künstliche Ernährung.

Wir haben auch in der Akte vermerken lassen das er nicht mehr auf die Intensiv kommen soll, keine Reanimation. Wir überlegen die Magensonde ziehen zu lassen und die Ernährung einzustellen, den irgendwann muss ja die Sonde über die Bauchdecke gelegt werden.

Ärzte meinten das ein weiteres MRT uns sagen könnte wie wo was genau betroffen ist, jedoch sagten sie auch gleich, egal was sie finden, in dem Zustand kann er nicht behandelt/operiert werden etc. und es ist sehr anstrengend für ihn. Also haben wir uns dagegen entschieden, warum quälen wenn es doch nichts bringt.

Er atmet so schwer, obwohl er 6 mal täglich 5mg Morphin bekommt ( dies ist ja nach oben noch steigerungsfähig).

Wir können einfach nicht mehr. Was würdet ihr tun?

Er wollte nie so daliegen, nie ein Pflegefall sein, nie künstlich ernährt werden.

Nadeln hat er mittlerweile alle an den Füßen, dass wollte er auch nie ( er hat mal erzählt das seine Tante alle Nadeln in den Füßen hatte kurz bevor sie starb und er das als ganz schlimm empfunden hat).

Bitte ehrliche, unverblümte Meinungen und Ratschläge.

DANKE!!

Antworten
aTutum2n-lxike


Ich würde dem Wunsch deines Vaters entsprechend handeln. Auf einer Palliativstation werden alle lebensverlängernden Maßnahmen unterlassen z.B. keine Gabe von Antibiotikum etc. Ich gehe davon aus, dass dies bei der palliativen Pflege auch der Fall sein wird.

Hat dein Vater eine Patientenverfügung hinterlegt? Ich war vor über 3 Jahren selbst in so einer Situation und kenne dieses bescheidene Gefühl entscheiden zu müssen, was richtig ist. Erst dann wird einem die Verantwortung richtig bewusst.

Was die Magensonde betrifft: Ein älterer Herr wollte sie nie haben. Seine Frau handelte dann danach und verweigerte sie bei ihm.

Ich wünsche euch viel Kraft. Es ist eine schwere Zeit, aber hör auf deinen Vater. Respektiere seinen Wunsch. Es ist an der Zeit ihn gehen zu lassen. Auch, wenn es für die Angehörigen immer sehr schwer ist.

bzabyf6ace2x8


Danke für deine Worte.

Nein , leider hat er keine Patientenverfügung. Die wollte er zwar immer machen, aber man hat ja noch Zeit.......

Die Ärzte in der Neurologischen Klinik, gehen aber sehr gut auf uns ein. Meine Mutter hat die Vormundschaft vom Amtsgericht. Bis jetzt kam auch noch keiner zu uns und sagte das würde nicht gehen was wir an Wünschen hätte ( Keine Intensiv mehr, keine Beatmung, etc).

Es ist alles so furchtbar. Er wollte ja schon nicht ins KH, meine Mutter hatte ja schon einen Tag bevor er eingeliefert wurde den Notarzt geholt, da wollte er aber nicht mit, hat sich gesträubt wo es ging. Er sagte immer in 2 Tagen fahr ich ins KH, vielleicht weil er wusste das es dann zu spät ist?!

a0utumn-alHike


Mein Vater wollte auch nie ein Pflegefall werden. Ihm blieben zum Glück Krankenhausaufenthalte erspart und er starb unverhofft vor einem Jahr. Das war immer sein Wunsch, dass es schnell geht.

Ihr habt das Glück mitfühlende Ärzte zu haben. Ist nicht selbstverständlich. Trotz Patientenverfügung wollten die Ärzte vor 3 Jahren künstlich beatmen etc.

Keiner von uns möchte so eine lange Leidenszeit erleben. Erkundigt euch zur palliativen Pflege. Ich denke an die Palliativstation mit einem guten Gefühl zurück. Dort wusste ich, dass er gut aufgehoben ist. Sie kümmern sich liebevoll um die Patienten, schauen mehrmals täglich nach ihren Patienten. Kein Vergleich zum normalen Klinikalltag.

Ich habe meine Patientenverfügung auch erst jetzt gemacht und habe es schon Jahre rausgeschoben. Jeder denkt, dass er noch Zeit hat. Aber das Leben kann sich von einer Sekunde auf die andere ändern und ich möchte dann nicht, dass meine Tochter vor der Entscheidung steht.

L|iscph3ensgwelt


Ist er denn in der Lage zu schreiben? Sonst könnte er seinen Willen auch selbst nochmal bekräftigen. Falls nicht, würde ich es auch so machen, wie ihr es plant. Keine lebensverlängernden Maßnahmen. Und das den Ärzten eventuell auch nochmal verschriftlicht geben.

b6abyf$ace2x8


Hallo, nein er kann nicht mal seine Arme höher als 2 cm von der Bettdecke anheben.

Wenn ich zu ihm spreche und ihm schöne Grüße von seinen Enkelkindern ausrichte nickt er auch. Sonst kann er nichts mehr. Nicht mal mehr husten, seine Lunge wird täglich bis zu 4mal abgesaugt.

R)io Gryanxde


Bitte ehrliche, unverblümte Meinungen und Ratschläge.

Nehmt ihn mit nach Hause.

bGabyf9acxe28


Daran habe ich auch schon gedacht, aber wer wechselt dann seinen Blasenkatheter, bzw. wer kommt um ihm Schmerzmittel zu spritzen etc.

Ich werde aber auf alle Fälle die Ärzte darauf ansprechen.

Danke.

Man hat immer noch so einen Funken Hoffnung, so als wenn ein Wunder passieren könnte und alles wird wieder gut, dass sagt das Herz, der Verstand sagt was anderes.

a utum{n-l9ike


Lasst ihn auf der Palliativstation vormerken. Falls das nicht möglich ist meldet ihn im Hospiz an. Ihr könntet den Pflegedienst kommen lassen. Aber trotzdem ist das eine enorme Belastung. Ich habe dies mitgemacht. Auf der Palliativstation wäre er gut aufgehoben.

Es ist schlimm, wenn er alles mitbekommt. Ich hoffe, dass mir das eines Tages erspart bleibt.

Rfio Grlande


wer wechselt dann seinen Blasenkatheter,

Ist nicht nötig.

bzw. wer kommt um ihm Schmerzmittel zu spritzen

Ihr.

etc.

Sozialdienst der Klinik.

b?abyf+acje2x8


Das kann ich nicht, ihn medizinisch versorgen. Davor habe ich zuviel Respekt das ich was falsch machen könnte.

Wenn jemand kommen würde, wie Pflegedienst o.ä. wäre es ok.

almylxe


Ich habe meinen Vater letztes Jahr wegen eines Schlaganfalls verloren.

Die Ärzte haben uns auch eine Menge gesagt, was alles getan werden könne, um ihm am Leben zu erhalten.

Uns war klar, er würde es nicht wollen und wir haben alles unterlassen. Lediglich Schmerzmittel und krampflösende Mittel haben wir ihm verabreichen lassen. So konnte er in Würde und in Frieden inmitten seiner Familie gehen.

Dein Vater hat noch kein hohes Alter erreicht, dass macht die Sache zusätzlich bitter, aber das kann man leider nicht ändern.

Respektiere den Wunsch deines Vaters, kläre deine Ängste und Sorgen mit dem behandelnen Arzt und/ oder seinem Hausarzt. Es gibt bestimmt Mittel und Wege damit alles für beide Seiten harmonisch ablaufen kann.

Ich wünsche dir alles Gute und (das ist für mich persönlich immer sehr wichtig) ein leichtes und schmerzfreies Sterben für deinen Vater @:) :)*

gZp5x6


oh das ist eine schwierige Situation. Erst wenn so eine Situation eintritt, weiß man wie schwer es ist seinen Wünschen zu entsprechen.

Ich würde auch sagen verlegt ihn in die Palliativabteilung. Das entspricht seinem Wunsch.

Bei uns im Kreiskrankenhaus sind Palliativzimmer eingerichtet, die nicht so steril wie Krankenzimmer sind. Ihr könnt ihn auch dort begleiten.

Falls ihr das macht, gebt ihm immer wieder Gelegenheit auch alleine zu sein. Das haben wir auch gemacht und mein Schwiegervater hat diese Gelegenheit genutzt zu gehen.

Ich wünsche euch viel Kraft.

Hlopezowergnafeschexn


Eine schwierige Entscheidung, die ich auch erst selbst vor kurzem erleben musste.

Eine wichtige Frage war für uns, reichen uns die Diagnosen und Untersuchungen aus, damit wir mit einem ruhigen Gewissen diese Entscheidung treffen können? Braucht es vielleicht noch Gespräche mit den Ärzten, um Fragen zu beantworten oder was auch immer?

Dein Vater scheint noch die Möglichkeit zu haben, sich mitzuteilen, wenn ich das mit den Grüßen der Enkelin lese. Vielleicht könnt ihr ein Zeichen vereinbaren, z.B. Blinzeln oder Hand drücken, damit ihr die Entscheidung vielleicht mit ihm treffen könnt.

Solltet Ihr die Entscheidung treffen, dass es gut ist und er gehen darf, denn sprecht genau mit den Ärzten was möglich ist bzw. was die Ärzte mittragen.

Wir hatten mit den Ärzten die Übereinkunft getroffen, dass keine kalorienreiche Nahrung mehr über die Nasensonde gegeben wird. Die Ärzte konnten aber mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren, dass keine Flüssigkeit gegeben wird. So wurden bis zum Schluss täglich 500ml Flüssigkeit verabreicht. Das gab uns noch ein bisschen mehr Zeit und wir waren uns sicher, dass es für meine Oma in Ordnung ist. Einen Tag vor ihrem Tod, hatten wir mit einem anderen Arzt ein Gespräch, der sogar den Weg mitgegangen wäre, dass sie keine Flüssigkeit mehr bekommt, wenn wir jegliche ärztliche Maßnahme untersagen. Es fehlte für diesen Weg nur noch die Zustimmung des Chefarztet, aber meine Oma hat in dieser Nacht den Ärzten die Entscheidung abgenommen.

Nachdem die Entscheidung getroffen war, haben wir so kurzfristig keinen Platz auf einer Palliativstation oder Hospitz bekommen, es war aber für uns in Ordnung, dass meine Oma in dem Krankenhaus blieb. Sie bekam auf normaler Station ein Einzelzimmer, wir konnten jederzeit zu ihr und sie ist wunderbar von dem Team im Krankenhaus begleitet und versorgt wurden. Zumal wir irgendwann gesehen haben, dass die Zimmernummer, der Geburtstag meiner Oma war.

Es war am Ende alles gut so, wenn es schon so sein musste!

Viel Kraft für Euch und das Ihr alle Entscheidungen gut mit Eurem Gewissen verkraften könnt!

r; a 9l xf


:)- :)- :)- Mein Beileid :)* :)* :)*

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