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Sohn (4) hatte 3 mal plötzlich Anfälle – Ärzte unsicher

B~esgorgterNVxater hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

wie mein Name schon sagt, bin ich ein recht besorgter Vater, weil mein Sohn (4 Jahre) im letzten Monat 3 Mal urplötzlich bewusstlos geworden ist.

Die ersten beiden Male waren vor 5 Wochen recht kurz nacheinander und der letzte erst heute wieder :-(

Nach den ersten Malen sind wir per Notfall ins Krankenhaus; dort wurden 4x die Hirnströme gemessen und nur 1 Mal war etwas auffällig: die Hinströme waren für nur kurze Zeit nicht o.B (bei Schlaf-EEG mit Blitzlicht). Das MRT hat keinen besonderen Befund ergeben.

Die Ärzte waren sich im Krankenhaus etwas 'unsicher', was die genaue Diagnose angeht, weil der Verlauf der Anfälle wohl nicht ganz üblich war/ist – medikamentös sollten wir ihn laut Ärzte aber auf jeden Fall nach dem 3. Anfall einstellen. Wir wurden mit der Diagnose 'zwei generalisierte Krampfanfälle' entlassen.

Wir sind uns jetzt sehr unsicher, was wir tun sollen. Auf Medikamente einstellen, ohne genau zu wissen, womit man es zu tun hat, halte ich für keine gute Idee. Einersiets ist es bei Epilepsie (sollte es soetwas sein) ja wichtig frühzeitig mit Medikamenten anzufangen, doch andererseits, sind das ganz schön heftige Chemikalien, die auch das Hirnwachstum unseres Kleinen beeinflussen könnten... :°(

Die Anfälle selber sind eher so, dass mein Sohn plötzlich in die Leere schaut, nicht ansprechbar ist und sonst schlapp ist (er sackt in sich zusammen). Heute waren die Augen offen und verdreht und er hat in die Hose gemacht. Die Dauer der Anfälle ist nur kurz (max. ein Paar Minuten) und danach verfällt er in einen sehr tiefen und festen Schlaf.

Die anderen Male kann ich gar nicht so genau beschreiben, weil sie beide auf der Toilette passiert sind und wir erst nach ein wenig Zeit gemerkt haben, dass etwas nicht stimmt.

Er kann sich an nichts erinnern – keine Schmerzen, kein Kribbeln, gar nichts, einfach nur ein Filmriss.

In den Familien der Eltern ist soetwas nicht bekannt.

Am liebsten würden wir gerne eine zweite Meinung einholen, doch wir wissen auch nicht so genau, wo gute Neurologiezentren sind, die sich mit soetwas gut auskennen.

Im Internet findet man hunderte Adressen, und jede Klinik wirbt für sich selbst, aber eine renommierte war für mich nicht zu erkennen.

Wir leben im Ruhrgebiet und würden auch ein paar Kilometer mehr fahren (z.B. NRW-weit) – hat da jemand mal ein paar Tipps oder auch selber schon Erfahrungen gemacht?

Wir sind sehr sehr besorgt und hoffen nun auf ein paar helfende Ratschläge.

Danke,

BesorgterVater

Antworten
dMevilYindiseguise


Ist vielleicht eine blöde Frage, aber: Seid ihr sicher, daß er genug trinkt?

GNrotxtxig


Ich würde mich an eine Uniklinik wenden.

BBesoOrgt;erVxater


@ devilindisguise:

Zuerst nicht – mit dem Trinken ist es immer ein 'Kampf' mit ihm, aber seit den ersten Anfällen haben wir darauf pingelich geachtet, dass er min. 1Liter reine Flü+ssigkeit zu sich nimmt (wass deutlich mehr ist als zuvor). Heute hatte er vor dem Anfall allerdings noch ein paar Mal gesagt er habe einen 'RIIIEEESIGEN HUNGER'; wir waren gerade im Auto und dabei etwas zu Essen (für den gröbsten Hunger, eben)...

@ Grottig:

danke... eine bestimme im Ruhrgebiet?

G|ro$tti{g


Puh, ich komme nicht von dort. Bin nur in Bonn geboren an der Uni, weil ich eine Rsikogeburt war und Bonn damals die nächstgelegene Uni.

dyevilUindiZsguisxe


Hm. Also es fällt halt auf, daß die Anfälle "untypisch" verlaufen und daß im EEG und MRT nicht wirklich was gefunden wurde. Ich bin keine Ärztin, aber irgendwie klingt das ja nicht besonders nach Epilepsie. Die Ärzte sind ja auch unsicher.

Wenn es mein Kind wäre, würde ich über folgende Möglichkeiten nachdenken:

- Es gibt eine Form von Epilepsie, die bei Kindern auftritt und sich meist von allein wieder "verwächst", da würde ich mich über Einzelheiten informieren

- noch viel mehr würde ich an eine NICHT-neurologische Ursache denken, insbesondere niedrigen Blutdruck. Da kann man schon mal umfallen, wenn man zu wenig getrunken oder gegessen hat! (Ging mir selber als Kind so, auch einfach bei Erschöpfung, zu wenig Schlaf, Hitze, ungünstige Körperhaltung über längere Zeit – und es hat Jahre gedauert, in denen man mit mir von Arzt zu Arzt rannte und dramatischste Vermutungen angestellt wurden, bis mal einer einfach den Blutdruck gemessen hat!)

- Auch über Mangel an Eisen oder anderen Stoffen würde ich nachdenken

- außerdem fällt mir ein Junge aus meiner Klasse ein, der im Unterricht ohnmächtig wurde; später wurde eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt

- und dann weiß ich nicht, ob das sein kann, aber irgendwie fällt mir dazu noch Diabetes ein.

Alles nur als weitere Suchmöglichkeiten.

A-hor$nvblatxt


Ich würde mich an Bethel oder die Uniklinik Bonn wenden, da sitzen die Experten für Epilepsie.

L/iveKrpgool


Also der dritte Anfal, den du ja sehr genau beschrieben hast, würde bei uns im Rettungsdienst schon unter der Erstdiagnose "Epilepsie" laufen. Diese Erkrankungen besteht nicht ausschließlich aus den klassischen Krampfanfällen sondern zeigt sich in vielen Facetten.

Gerade das Einnässen und dieser tiefe Nachschlaf sind nicht untypisch für Epilepsie.

Ich bin kein Arzt und stelle auch keine Diagnosen aber ich würde mal sagen, dass ihr euch durchaus noch weiter in Richtung Neurologie/Epilepsie absichern solltet. Würde da auch raten, mal bei Unikliniken anzufragen. Gibt ja gerade in NRW einige und sicherlich ist das auch eine dabei, die Spezialisten in dieser Richtung hat.

pselztixer86


Sohn plötzlich in die Leere schaut, nicht ansprechbar ist und sonst schlapp ist (er sackt in sich zusammen). Heute waren die Augen offen und verdreht und er hat in die Hose gemacht. Die Dauer der Anfälle ist nur kurz (max. ein Paar Minuten) und danach verfällt er in einen sehr tiefen und festen Schlaf.

Das (insbesondere das einnässen) klingt schon sehr nach Epilepsie, in jedem Fall einen neurologisch bedingten Anfall , und überhaupt nicht nach Episoden durch zu wenig Trinken, Blutdruck oder ähnliches.

Es gibt verschiedene Formen der Epilepsie und auch die Anfaelle können sehr unterschiedlich sein, z.b. Rein tonische , klonisch-tonische etc. Deswegen finde ich die Aussage "nicht Epilepsie -typisch" etwas befremdlich, noch dazu wo einige sehr typische Anzeichen vorhanden sind.

Zudem schließt das Fehlen charakteristischer Veränderungen im EEG eine Epilepsie NICHT aus. Sogar ein MRT muss nicht immer auffällig sein.

Daher würde ich nochmal eine pädiatrische Neurologie zu Rate ziehen. Ich weiß zufällig, dass die Neuropädatrie der Uniklinik Giessen-Marburg sehr gut ist, und auch seltenere Erkrankungen behandelt/diagnostiziert.

Von der Uniklinik Bonn weiß ich nur, dass die Neurologie allgemein ganz gut sein soll.

p9el~ztizerx86


[[http://www.epilepsie-informationen.de/Anfallsformen.htm#Typische%20Absencen]]

b6eet(leju ioce21


Also für mich klingts auch eindeutig nach einem epileptischen Anfall, die können so vielseitig sein, da gibt es nicht "die Symptome" und dann ist das so und so...

Ruhrgebiet kliniken zur Epilepsie fällt mir Datteln, Witten-Herdecke im osten ein und St. Augustin/Bonn etwas südlicher. Ahnung haben sie aber auch in Düsseldorf (und da nicht die uni sondern das EVK)... dort sind einige meiner Patienten in Behandlung... fachlich sind die kompetent, menschlich ists geschmacksache ;-)

Wdarm0achixne


Mein Neffe hat Epilepsie. Also stille Epilepsie. Meine Schwester meinte, dass kommt wohl hauptsächlich Nachts vor bei ihm.

Aufgefallen ist es erst, als er einmal im Kindergarten vom Stuhl gekippt ist. Beim Essen, auch einfach keine Reaktion mehr, dann umgefallen und ohnmächtig bzw geschlafen. Ich weiß nicht ob das hilft, aber ich dachte ich bringe es mal an.

Mit den Medikamenten ist es besser geworden. Die würde ich eurem aber auch ungerne geben, wenn sich da Niemand so wirklich sicher ist. ":/

L.eenz1x1


Mein erster Gedanke war Fieberkrampf !? War nur so ein Gedanke.....

R=io 'Gra.ndxe


Die Verletzungen, die durch einen epileptischen Anfall geschehen werden und der mögliche Sauerstoffmangel der dabei auftreten kann rechtfertigen schon allein die Medikamente. Und bedenken solltet ihr auch, dass ihr nur 3 Anfälle mitbekommen habt.

Die Ursachensuche ist wichtig, aber man sollte auch behandeln, was weiteren Komplikationen vorbeugt.

b3eeutlej%ui[cxe21


Lenz: Fieberkrämpfe resultieren ja aus fiebrigen Infekten, davon war ja keine Rede.

Da wären stille Krämpfe auch recht untypisch.

manchmal sind Krampfanfälle und Synkopen nicht gut zu unterscheiden, jedoch das einnässen, das "sich an nichts erinnern" und einfach nicht ansprechbar sein... sind schon starke Indizien.

EEGs sind halt auch nur Momentaufnahmen, da gibts chaotische bei eigentlich ganz unauffälligen Kindern und genauso auch umgekehrt-

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