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Wie geht es weiter in Zukunft am Arbeitsplatz mit MS?

eRbik0eruxli hat die Diskussion gestartet


Hallo,

vor etwa 3 Wochen (Mitte Juli 2014) wurde bei MS diagnostiziert. Seit 2 Wochen injiziere ich mir (3x wöchentlich) I_t_r_e_on beta1a, und zwar jedes Mal abends um 21:00 Uhr. Innerhalb einer Stunde danach merke ich, wie der Wirkstoff bei mir grippeähnliche Symptome hervorruft. Ich habe auch immer Kopfweh, speziell in der Zeit nach der Injektion sowie auch in der Frühe danach habe ich teils sehr heftiges Kopfweh. Auch bemerke ich ein zittern der Hände. Allgemein bin ich danach sehr schlapp, d.h.: eigentlich, so wie es jetzt momentan aussieht, nicht belastbar (Nur nebenbei: Ich bin 51 Jahre alt).

Um jetzt auf den Punkt zu kommen: Vorerst bin ich noch 3 Wochen krank geschrieben. Doch wie geht es danach weiter? Ich habe einen Job, der mich stressmäßig sehr, sehr fordert, der mich körperlich, also auch kräftemäßig teilweise sehr fordert. Außerdem habe ich Arbeitstage, an denen ich etwa jeweils 15 Stunden am Arbeitsplatz bin, am 3ten danach auch wieder um 7:00 anfangen muss. Ich habe jetzt schon absoluten Horror, wie der erste Tag nach der "Krankheitszeit" aussehen soll. Gibt es eine Möglichkeit bzw. einen Arzt (Vertrauensarzt, Betriebsarzt, Amtsarzt ....), der jetzt im Vorfeld definitiv für mich bestimmt/festlegt, und zwar verbindlich für den Arbeitgeber(!), wie meine verringerte Arbeitszeit und die angepassten Leistungen an MS am ersten Arbeitstag auszusehen haben? Durch die Medikamente, durch die Kopfschmerzen, durch die grippeähnlichen Symptome denke ich, kann ich meine ehemalige Leistung nicht mehr bringen.

Um Ratschläge, wie ich diese Thematik im Vorfeld regeln kann, wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße von ebikeruli

Antworten
Mnathilrda1


Warum sprichst du nicht einfach selber mit deinem Arbeitgeber?

R!io G`randxe


Beantrage eine Erwerbsminderungsrente:

[[http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/03_Familie_und_Kinder/01_Informationen_zur_Rente/05_EM-Rente_Hilfe_im_Ernstfall/EM_Rente_Hilfe_im_Ernstfall_node.html]]

WBolfcg;axng


MS ist die Krankheit der 1000 Gesichter. Bei manchen Patienten verschlechteret sich der Zustand rasend schnell. Bei vielen anderen bleibt die Krankheit auf einem gewissen "Pegel" und es ändert sich nur wenig im Laufe von vielen Jahren. Vielen MS-Kranken sieht man die Krankheit mit ihren Einschränkungen auch äusserlich gar nicht an.

Allerdings:

a) Es ist schon so, dass diese Kranken schnell erschöpft sind und ihre Tagesform ist von vielen Faktoren, z.B. Wetter u.a. abhängig. Das ist meist unvorhersehbar.

b)

Job, der mich stressmäßig sehr, sehr fordert, der mich körperlich, also auch kräftemäßig teilweise sehr fordert.

Nach meinem Kenntnisstand habe psychische Faktoren einen grossen Einfluss auf das Entstehen und auch auf das Fortschreiten von MS. Versuche zu erforschen, evtl auch durch psychologische Unterstützung, ob möglicherweise der Arbeitsstress Ursache sein kann. (Ich kenne solche Fälle.) Wenn nicht, so ergründe andere psychische Belastungen. Meide diese Belastungen so gut es geht!!!

Wenn ich deinen Text lese, so solltest du unbedingt die Arbeitsbelastungen reduzieren! Wenn nicht, könnte es sein, dass diese Krankheit dich dazu zwingt.

eLbike)rxuli


Vielen Dank für die 3 Antworten.

Anmerkung an den Vorschlag von mathilda1:

Vor etwa 7 – 8 Monaten hatte ich schon Schwierigkeiten mit meiner Gesundheit aufgrund des Stresses. Seiner Zeit meldete ich mich bei unserer Betriebsärztin. Sie verfasste ein Schreiben an meinen Vorgesetzten bzw. an die Personalabteilung, dass ich an erheblichen gesundheitlichen Problemen leiden würde. Sie schlug vor, an meinem Arbeitsumfeld ("mildernde") Veränderungen vorzunehmen, um langfristig Arbeitsausfällen durch Krankheiten vorzubeugen.

Meine Vorgesetzten interessierte dies schlichtweg nicht. Sie sahen es nicht für notwendig, ein Gespräch mit mir zu führen, sich evtl. vielleicht mit dem Betriebsrat an einen Tisch zu setzten und eine Lösung auszuarbeiten oder dergleichen. Es geschah einfach NICHTS.

Darum sehe ich jetzt von einem weiteren Gespräch ab, weil es ja eh wieder NICHTS bringen würde.

Für mich ist es jetzt wichtig zu wissen, ob es extern eine Möglichkeit gibt, die meinem Arbeitgeber sagt, wo und wie es für mich in Zukunft mit den Vorgaben im Hinblick auf meine Situation mit MS weiterzugehen hat. (Nur am Rande: Mein Kollege musste vergangenen Freitag von Früh um 7:00 Uhr bis Nachts um 00:30 Uhr nonstop in der Arbeitsplatz sein. Wenn ich mir vorstelle, dass mich dieser Dienst getroffen hätte....unvorstellbar in meiner jetzigen Verfassung.

LG ebikeruli

eybikejrxuli


Vielen Dank RioGrande, habe mir die Adresse notiert. Was soll ich bei "A....fall_usw" reinschreiben?

LG ebikeruli

d#asgescundyepAlusx20


Mein Kollege musste vergangenen Freitag von Früh um 7:00 Uhr bis Nachts um 00:30 Uhr

Darf man gar nicht.... Würd ich mal anderweitig melden, diesen Verstoß.

e4bik~erxuli


Auch vielen Dank für deine Antwort, Wolfgang.

Bedingt durch die Stressbelastung und vor allem auch die anfallenden langen Arbeitstage (aber nicht jeden Tag) ergibt sich bei mir die Arbeitsbelastung, von der du vorschlugst, sie zu reduzieren. Das ist leider so nicht möglich, weil ich ja als Arbeitnehmer nicht von/über mir/mich selbst entscheiden kann, wann es "genug" ist. Der Betrieb verlangt von einem, was zu tun und zu machen ist.

ob möglicherweise der Arbeitsstress Ursache sein kann. (Ich kenne solche Fälle.) Wenn nicht, so ergründe andere psychische Belastungen. Meide diese Belastungen so gut es geht!!!

Es ist also für mich schlichtweg unmöglich, solche Belastungen zu meiden. Ich brauche dazu Hilfe von Außerhalb, von einer übergeordneten Stelle, die meinem Arbeitgeber sagt, wie meine zukünftige Arbeitsbelastung nur noch sein darf.

Du siehst, wie meine große Sorge momentan eigentlich nicht mit meiner Krankheit als solches ist, sondern wie ich mich mit meinem Arbeitsumfeld auseinandersetzen muß, um in Zukunft entlasteter und gesünder zu bleiben (klingt doof, ist aber so). Dazu suche ich Hilfe und Rat.

LG ebikeruli

SSabrGinaA


Bei der Agentur für Arbeit sitzt auch meist eine Integrationshilfe oder sowas, die bei solchen Fällen hilft. Auch die BG wird irgendwelche Leute da haben.. einfach mal anrufen?

Zuviel Stress ist bei MS auf Dauer nicht förderlich (spreche da aus Erfahrung :-P ) du solltest auf jeden Fall tätig werden, weil du da im Endeffekt nicht viel von haben wirst.. Gesundheit geht vor!

Alles Gute

W@olfIgang


Ich werde dir harte Worte schreiben. Ich bedaure dies, doch ich will dir nix Böses.

Das ist leider so nicht möglich, weil ...

für mich schlichtweg unmöglich, solche Belastungen zu meiden.

Ich habe diese Antwort fast erwartet. Es gibt aber kein "Es ist unmöglich ..." Du hast genau zwei Möglichkeiten:

Entweder du findest Arbeitsbedingungen, die besser sind, oder die Krankheit wird die Bedingungen diktieren und das wird nicht erfreulicher.

Gehe zu deinem Chef und sage ihm, wie die Sache steht. Fordere, dass du " auf halbe Stelle" arbeiten kannst (oder vergleichbares). Wenn nicht, so ist abzusehen, dass du in kürzester Zeit gar nicht mehr für die Firma arbeiten wirst.

Rede mit dem Neurologen, ob er dich unterstützen kann. Versuche schnellstmöglich einen "Behindertengrad" zu bekommen, dann bist du unkündbar.

Noch eine Empfehlung:

Du wirst sicherlich in neurologischer Behandlung sein und sicherlich wird dir Physiotherapie verordnet. Bitte den Arzt, dass er ein Rezept für Vojta-Therapie ausstellt und suche in deiner Nähe einen Therapeuten, der diese Spezialtherapie anbietet. Das wird auf dem Praxisschild oder auf der Internetseite der Physiotherapiepraxis vermerkt sein. Wende dich an solche Physiotherapeuten, die dafür besonders geschult sind. Es könnte sich lohnen.

[[http://vojta.com/index.php?option=com_content&view=article&id=44&Itemid=8&lang=de]]

Suabr1inaA


Kann dem Wolfgang nur zustimmen!

Aber spannend finde ich, dass er "sicherlich eine Physiotherapie verordnet" bekommen hat..

Ist das so sicher? Ich kämpfe seit drei Jahren um Physiotherapie bei diversen Ärzten :/

W7olAfganxg


:-o :-o

Ja selbstverständlich ist Krankengymnastik eine Grundlage der Therapie der MS. Die neurologische Steuerung deiner Muskulatur ist beeinträchtigt – mehr oder wenige schwer. Da ist es von enormer Wichtigkeit dagegen regelmässig zu trainieren unter fachlicher Anleitung. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die von mir erwähnte Vojta-Therapie ist eine davon. Sie wirkt regulierend auf das zentrale Nervensystem. (MS-Patienten haben ja kein Muskelproblem, sondern ein "Nerven-Problem".) Vojta ist eine Therapie, die gut bei Säuglingen angewandt werden kann, wenn neurologische Störungen vorliegen (z.B. Spastik), aber es kann auch gut bei Erwachsenen angewandt werden, eben u.a. bei MS.

Davon abgesehen, dass ich es für selbstverständlich halte, dass hier Physiotherapie verordnet wird, muss bei Vojta dies der Arzt besonders auf der Verordnung an den Physiotherapeuten draufschreiben. Das darf auch nur von besonders ausgebildeten und geprüften Therapeuten gemacht werden. Je nach Ort, wo du wohnst, könnte es schwierig sein, geeignete Physiopraxen zu finden, doch eine Nachfrage bei der oben verlinkten Vojta-Gesellschaft könnte hier helfen.

Wenn du, Sabrina, bei verschiedenen Ärzten darum kämpfen musst, so bist du entweder bei den falschen Ärzten oder du forderst nicht energisch genug das, was dir zusteht und für dich wichtig ist.

W5olfgxang


Noch eine kleine Hilfe:

Wenn sich der Arzt querstellt, KG zu verordnen, so gehe selbst zu einer Physiotherapiepraxis, die dir angenehm ist. Sprich mit den Therapeuten und bitte die Therapeuten, dass sie einTelefongespräch mit dem Arzt führen, mit dem Ziel, Physiotherapie zu verschreiben. Die Physiotherapeuten können dies dann besser begründen als du und schliesslich ist es ja auch im Interesse der Therapeuten, Patienten zu bekommen. Beginne die Behandlung aber erst, wenn das Rezept geschrieben ist.

E|aerl xGrey


Den Ratschlag, die Feststellung einer Schwerbehinderung zu beantragen, hätte ich auch gegeben.

Allerdings stimmt es nicht, dass man dadurch unkündbar wird. Es geht nur nicht mehr ganz so leicht, es ist die Zustimmung des Integrationsamtes erforderlich.

Siehe auch

[[https://www.integrationsaemter.de/Fachlexikon/Kuendigungsschutz/77c426i/index.html]].

Die besten Wünsche für die Gesundheit und die Arbeit (wünschenswert für den TE wäre wohl ein anderer Job).

A2liceHTarLgrea8ves


Mein erster Schritt wäre mal mit dem Arzt zu sprechen es gibt auch andere Medikamente vielleicht verträgst du dein jetziges einfach nicht. Der nächste Schritt wäre wirklich einen Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen. Der Neurologe meiner meiner Mama (ebenfalls MS Patientin) stellt sich bei KG leider auch an aber sie hat einen Orthopäden der ihr die Gymnastik verschreibt, als MS Patient hast auch das Recht auf fortlaufende Rezepte so zumindest die Aussage des Orthopäden und bis jetzt hat sich auch keiner von AOK über die fortlaufenden Rezepte beschwert.

Zu deinem Job wenn du deinen jetzigen Job nicht mehr machen kannst müsste es neben der EU Rente auch die Möglichkeit einer Umschulung über die RV geben-

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