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MS oder nicht MS? Mrt-"Kann"-Befund

S}ommeersonone80


Hallo - ein kleiner Gedankenanstoß,

ich kenne alle diese Beschwerden, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Muskelzucken, Kälte im ganzen Körper, Strom im Kopf usw. (die Liste geht ewig), habe mich mit jede Menge googeln auch noch in die schlimmsten Krankheiten reingeritten ... Fakt ist - habe eine chronische Borreliose und bin jetzt bei einem Spezialisten in Behandlung.

Borreliose nachzuweisen - vor allem wenn man keine Wanderröte hatte ist nicht so einfach. Auch im Liquor lassen sich die Borrelien nicht 100 % ig nachweisen. Informiere dich auf der Homepage von Frau Dr. Hopf Seidel über diese Krankheit.

Der hohe Blutdruck - vor allem der zweite Wert - kann auch von der Borreliose kommen.

Bitte nicht falsch verstehen - kläre auch alles sonstige ab - aber nach einem mehrjährigen Leidensweg - kann ich dir sagen, dass auf diese Krankheit, gerade weil sie so schwierig zu diagnostizieren ist, gerne vergessen wird. Und in dieser Zeit haben die Borrelien genügend Ruhe sich im Körper auszubreiten und ihr Unheil anzurichten - ich wünsche dir alles Gute.

t<ue;mme


Ich bin insgesamt jetzt ein wenig verwirrt: Gestern war ich beim Neurologen, der aber nicht mehr nur von einer Läsion sprach, sondern von mehreren - die allerdings kein Kontrastmittel anreicherten. Der Radiologe letzte Woche sprach aber von EINER KM-anreichernden Läsion. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Habe mir aber den Bericht des Radiologen mitgeben lassen (vgl. unten).

Gestern wurden auch die ausstehenden Untersuchungen gemacht, d.h. EEG und evozierte Potentiale. Beides unauffällig. Das spreche aber lediglich dafür, dass die MS derzeit nicht aktiv sei, meinte der Neuro, aber ich solle doch bitte so schnell wie möglich eine Interferon-Therapie beginnen. Nervenwasser wollte er dann doch noch, obwohl der MRT-Befund ihm schon fast für die sichere Diagnose reiche. Hätte er auch am liebsten ambulant gemacht, trotz Skoliose. Differentialdiagnostisch käme insgesamt auch überhaupt nichts anderes in Betracht, bei einem Morbus Wilson sei das Ferritin nicht erhöht, und überhaupt, der hohe Ferritinwert sei nicht problematisch. Solle ich bei Gelegenheit mal abklären lassen, aber zunächst gelte es einmal, die MS in den Griff zu bekommen (wobei ich - bis auf die Sensibiltätsstörungen in den Füßen aktuell keine Probleme habe). Ich fragte dann auch nach einem großen Blutbild zwecks Ausschluss von Neuroborreliose, woraufhin er meinte, dass man das nicht bräuchte. Dann sagte ich ihm, dass der Radiologe letzte Woche davon sprach, dass die Läsion auch an einer für MS untypischen Stelle sei, woraufhin er entgegnete, dass er als Neurologe das sicherlich besser beurteilen könne und er die Läsionen schon als typisch empfunden würde. Überhaupt: Ich soll nicht so viel im Internet lesen, sondern bitte akzeptieren, dass es MS sei und schnellstmöglich die Punktion machen lassen und eine Basistherapie beginnen.

Werde mir schnellstmöglich eine Zweitmeinung einholen.

In kurz, Stand heute:

Beschwerden (die einen neurologischen Ursprung haben könnten):

- Benommenheitsschwindel

- Fatigue (im exakt gleichen Zeitraum, in dem ich "Biprerterax" als Blutdrucksenker genommen habe)

- Sensibilitätsstörungen in den Füßen

Diagnostik:

- Schädel-MRT. Befund: "Mehrere supratentorielle Marklagerherde bds. sowohol parietal re., im temporalen Marklager, im Zentrum semiovale Läsion bis länglich ovalär etwa 8x4 mm. Keine sichere Balkenläsion. Vereinzelt erweiterte Virchow Robin'sche Räume. Fraglich auch diskrete Zähnelung an der Balkenstrahlung am rostralen Dritten, insb. li. Ansonsten supratentoriell altersgemäße Mittellinienstrukturen und Stammganglien. Keine diffsuionsgestörten Parenchymanteile. Keine pathologische intra- oder extraaxiale KM-Anreicherung."

- Rückenmarks-MRT: Ohne Befund

- Neurologische Untersuchung: Ohne Befund

- EEG: normale Hirnströme

- MEP: unauffällig

Diagnose:

MS.

Ausstehend: Lumbalpunktion, die ich aber in einer Klinik stationär machen lassen werde, und nicht ambulant.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Wenn es MS sein sollte, werde ich es akzeptieren. Bzw. gehe ich derzeit einfach davon aus, dass es MS ist. Ich möchte dennoch differentialdiagnostisch nichts unversucht lassen, und das Verhalten des Neurologen bzgl. meiner Rück- und Nachfragen hat mich darin noch einmal bestärkt.

Liebe Grüße!

m.s9_2


Mehrere Entmarkungsherde deuten schon sehr auf MS hin. Die Punktion schnellstmöglich machen lassen, ist der richtige Wert.

Ich hatte noch 10 Jahre nach der MS Diagnose ein unauffälliges MEP, die Neurologin macht es wohl heutzutage gar nicht mehr, weil es wenig Aussagekraft hätte (?). VEP gibt es regelmäßig, aber ich habe auch ziemlich Doppelbilder seit 20 Jahren.

Die Basistherapie unverzüglich zu beginnen ist immanent wichtig. Der Verlauf kann wesentlich abgeschwächt und gemildert werden, wenn man frühzeitig damit beginnt. Gerade wenn die MS nicht akut ist. Es gilt, die Anzahl der Schübe zu verringern.

Du kannst auch versuchen, eine Zweitmeinung beim Neurologen einzuholen. Bitte frag im Umfeld nach, wo die MS Patienten in deiner Stadt hingehen. Der hat den Überblick über die neueste Forschung.

Man kann übrigens mit MS sehr gut leben. Ich mach es seit 23 Jahren.

aYutum_n-likxe


Ich habe auch mehrere Läsionen und bei der Lumbalpunktion kam nichts raus.

Ambulant würde ich die Lumbalpunktion jederzeit wieder machen lassen. Denn der Neurologe hatte Erfahrung (ich habe auch Skoliose) und die Lumbalpunktion war wesentlich angenehmer als in der Uniklinik einige Jahre vorher. Hier musste die junge Ärztin erst üben, gab dann die Punktion an ihren Kollegen ab.

Eine Zweitmeinung kannst du dir jederzeit einholen. Vor allem, wenn dir der Neurologe nicht sympathisch war. Bedenke, dass er zig Patienten am Tag hat. Er erlebt viele Schicksale.

Ich wünsche dir alles Gute.

t4uemmne


Kurzes Update: Habe einen Termin an einer großen Uniklinik zur Abklärung inkl. aller ausstehenden Untersuchungen, allerdings (obwohl privat versichert) erst in 4 Wochen. Jetzt muss ich irgendwie diese Zeit überbrücken, ohne moch ganz verrückt zu machen...

t}uem,me


Lange her, dass ich hier geschrieben habe, aber ein kurzes Follow-Up:

War im Juni in besagter Uniklinik, wo die Neurologin meine Beschwerden als "nicht MS-typisch" einstufte, die "Fleckchen" im MRT als nicht dramatisch empfand (sie sagte, etwa 30-40% der Bevölkerung hätten sog. "white matter lesions" unbekannter Herkunft im MRT) und alles weitere veranlasste. Im Juli war ich dann stationär, wo das große Programm gefahren wurde: erneutes MRT, Lumbalpunktion, Blutuntersuchungen, neurologische wie elektrophysiologische Untersuchungen.

Resultat: Keinerlei Veränderung im MRT zum MRT im April, Nervenwasserbefund vollkommen unauffällig (keine Banden, keine Eiweißerhöhung, alle übrigen Werte normal), EVPs und MEVPs unauffällig, neurologische Unteruschung unauffällig. Einschätzung zum MRT-Bild der dortigen Neuroradiologen (lt. Arztbrief): "Die im Schädel-MRT gefundenen Läsionen sind zwar prinzipiell vereinbar, jedoch nicht spezifisch (Lage und Aussehen der Läsionen; u.a. fehlender Balkenbezug) und letztlich nicht beweisend für einen chronisch-entzündlichen ZNS-Prozess."

Von den Beschwerden geblieben sind mir die generalisierten Faszikulationen (die die Neurologen dort im Übrigen als "vollkommen untypisch bei MS" einstuften) und ab und an tageweise ein Aufflackern der Gürtelgefühle in den Füßen. Hatte im Sommer ab und an auch tierische Beinschmerzen, aber auch das immer mal wieder tageweise, und, was auffällig war: deutlich schlimmer nach dem Konsum von Alkohol. Substituiere seit einigen Wochen Magnesium, seitdem kein einziges Auftreten der Beinschmerzen mehr.

Im Allgemeinen bin ich also auch ein Dreivierteljahr nach dem ersten Auftreten meiner Beschwerden keinen Cent schlauer. Die Angst vor MS ist nach wie vor da, eben aufgrund der weißen Flecken im MRT und der Tatsache, dass ca. 5% der MS-Fälle auch ohne Banden im Liquor ablaufen. Dagegen spricht, dass sich das MRT-Bild nicht verändert hat und keine Läsionen dazugekommen sind und meine Beschwerden nicht schubweise auftreten, sondern an einzelnen Tagen immer mal wieder, und genauso schnell weg sein können, wie sie auftauchen.

Das Muskelzucken alleine macht mich an manchen Tagen kirre. Mein Hausarzt ist relativ ratlos, frei nach dem Motto: "Freuen Sie sich, dass Sie doch keine MS haben und hören Sie auf, sich Gedanken zu machen, dann gehen auch die Faszikulationen wieder weg." Sprich: Die Psycho-Schiene. Vielleicht hat er ja recht...?

g)elb\ und {gut


Hallo tuemme,

ich hab dir ne PN geschrieben ;-)

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