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"Blackouts" in der Wahrnehmung beider Füße und Unterschenkel

s$upermtyxp hat die Diskussion gestartet


Liebe Neuro-Leute,

da ich - wie viele andere hier - Angst um meine Gesundheit, aber den nächsten Arzttermin zur weiteren Klärung meiner Probleme erst in ein Paar Tagen habe, will ich mal schauen, ob sich hier jemand mit ähnlichen Symptomen findet; vielleicht kann man sich ja gegenseitig irgendwie weiterhelfen.

In letzter Zeit habe ich mehrmals täglich im Stehen Wahrnehmungsausfälle in beiden Füßen und Unterschenkeln. Diese Ausfälle dauern immer nur einen Sekundenbruchteil und fühlen sich so an, als ob beide Füße und Unterschenkel nicht mehr da wären und der Boden unter mir seitlich weggerissen wird. Schwindel habe ich dann nicht, aber Angst.

Schon vor den ersten Ausfällen hatte ich chronische Missempfindungen an beiden Füßen

Vor ca. 1 Jahr fingen die Missempfindungen an der Oberseite des linken Fußes an. Seitdem habe ich das (störende) Gefühl, als ob etwas auf dem linken Fuß liegen würde. Vor ca. 3 Monaten kam dann noch ein verkrampftes, unnatürliches Gefühl der Fußzehen beider Füße hinzu. Die Kraft und Beweglichkeit beider Füße ist meiner Meinung nach aber uneingeschränkt. Besonders seltsam: an manchen Tagen (die eher die Ausnahme sind), verschwindet das Druckgefühl auf der Oberseite des linken Fußes vollständig, das verkrampfte Gefühl der Zehen beider Füße ist aber auch dann zu spüren.

Ein Neurologe hat bisher lediglich eine verringerte Leitungsgeschwingikeit in der Nervenbahn zw. Unterschenkel und Fuß festgestellt und daraufhin die Verdachtsdiagnose Polyneuropathie ausgesprochen. Er hat jedoch die Messung nur auf der linken Seite vorgenommen. Ein MRT des Kopfes steht an, kann aber erst in 2 Monaten erfolgen.

Hinzu kommen noch ungeklärte Blutbildauffälligkeiten

Erhöhtes Homocystein, erhöhte Ig-M-Konzentration und erhöhtes Gesamtcholesterin, zu wenige Erythozyten.

Alle diese Werte wurden in mehreren Blutuntersuchungen wiederholt festgestellt. Meine B-Vitamin und Folsäure-Spiegel im Blut sind perfekt; eine Mangelernährung als Ursache kann ich ausschließen, ich denke da eher an eine genetische Ursache.

Wer von euch kennt derartige Ausfälle?

Antworten
psel(ztixer86


wurde mal eine Elektrophorese mit Immunfixation gemacht? wenn nicht, sollte das unbedingt gemacht werden, da einige Erkrankungen mit einem monoklonalen Protein sich mit Neuropathie manifestieren können. wie hoch war denn die IgM Erhöhung?

Bzgl.der Nervenleitgeschwindigkeitmessung: war die Reduktion der NLG nur in den sensiblen Nerven oder auch den motorischen Nerven zu sehen?

Genetische Neuropathien sind eine DD, meist verusachen diese aber mehr motorische Symptome, also Schwäche, als sensorische Beschwerden.

p^elrztiexr86


ach ja: wie alt bist du?

p9elzt1ier8x6


wenn noch nicht geschehen, sollten zudem MAG-Antikörper bestimmt werden.

s}up:ertyxp


Hallo pelztier,

danke für dein Feedback! Ich kann nur hoffen, dass in der aktuellen Blutuntersuchung alle nötigen (auch die von dir genannten) Tests für Hinweise auf Autoimmunreaktionen abgeklärt werden, ansonsten werde ich da nachhaken. Auf was und mit welchem Ergebnis tatsächlich getestet wurde, erfahre ich aber erst in ein Paar Tagen. Was das IgM angeht habe da wohl etwas falsch verstanden: die IgM-Konz. bezieht sich nämlich auf Cardiolipin-IgM. Der Wert hierfür: 51U/ml. Ich habe hohe Folsäure- und B-Vit.-Spiegel im Blut und trotzdem ist "mein" Internist bisher nicht auf die Idee gekommen, mal nach genetischen Ursachen im Stoffwechsel zu fahnden.

p0elNztwier8x6


Und ist der Cardiolipin AK denn erhöht? du musst dir unbedingt immer die Ausdrucke vom Labor geben lassen. Durchblutungsstörungen auf der Basis einer Trombophilie wie dem Antiphospholipid Syndrom können nämlich auch Missempfindungen machen.

Wenn du tatsächlich keine b12 Vitamintabletten zu dir genommen hast, und der b12 Wert stark erhöht ist, sollte zudem eine hämatologische Abklärung erfolgen, da einige hämatologische Erkrankungen, die die Blutbildung im KM betreffen, mit erhöhten Werten einhergehen können. Wie ist dein hb und hkt Wert sowie deine Indices (MCV/MCH) sowie deine Eisenparamter (Ferritin, Transferrinsättigung)?

seupexrtyp


ja, Cardiolipin IgM ist deutlich über dem Normalbereich (51U), Hb und Hämatokrit sind etwas zu niedrig. Ich muss noch mal die Eisenparameter erfragen, die wurden mal bestimmt, liegen mir aber jetzt nicht vor.

Die Werte für MCV und MCH sind absolut in Ordnung.

Die übrigen Gerinnungsparameter inkl. PTT und Werte zur Thrombozytenaggregation wurde ebenfalls getestet, hier alles in Ordnung.

Vielen Dank soweit, in den nächsten Tagen wird sich vermutlich einiges klären.

ssu'pertxyp


ich habe jetzt die Ergebnisse aus der neurologischen Blutuntersuchung erhalten. Darin sind mehrere Werte auffällig, glücklicherweise sind die Werte für Antinukleäre AK komplett negativ.

Die auffälligen Werte sind:

Erys: 4,41

Hämoglobin: 13,4

Hämatokrit: 40%

Solch niedrige Werte habe ich schon seit 3 Jahren, trotz guter Ernährung (nein, ich bin kein Veggi).

Alpha-I-Globulin: 2,70 und damit (wiederholt) unter dem Normbereich.

Komischerweise sind auch meine Harnstoffwerte immer unterhalb des Refernzbereichs, in dieser Messung:

Harnstoff: 18,0.

Jetzt habe ich seit einer Woche andauernd kalte Finger mit blauen Fingerkuppen und manchmal, wenn ich für ein Paar Minuten sitze auch tiefblaue Füße! Die sehen dann zum erschrecken aus. Mein HA hat mich deswegen zum Angiologen für eine Sonografie der Beine überwiesen. Termin ist in 3 Wochen, bis dahin darf ich mich weiterhin verrückt machen mit Verdachtsdiagnosen, da mir ja nunmal keiner sagen kann, was wirklich los ist.

Ich bin mittlerweile verzweifelt. Kein Arzt kann mir sagen, was ich habe, geschweige denn, was man dagegen unternehmen kann. Leider kein Witz: Ich kann so nicht arbeiten! Seit 2 Jahren Beschwerden und es wird immer heftiger.

Kann man sich eigentlich vom Arzt, der die Krankengeschichte kennt, eine Krankschreibung für die Zeit seit Beginn der Beschwerden ausstellen lassen ???

pielzhtie/r@86


Ich kann jetzt nicht genau verstehen, wo das Problem besteht, eine Diagnose zu stellen, wenn der Cardiolipin IgM wirklich deutlich erhöht ist. Dann hast du ein Antiphospholipid-Syndrom. Was zweifelsohne deine Missempfindungen erklären könnte, die dann nicht durch eine Nervenschädigung, sondern durch Durchblutungsstörungen, die die Funktion der Nerven (trabsient) beeinträchtigen (aber eben (noch) nicht beschädigt haben), entstehen.

pselYztier8x6


http://de.m.wikipedia.org/wiki/Antiphospholipid-Syndrom#Anti-Cardiolipin

Zudem würde ich dir eine hämatologische Abklärung anraten, da das APS auch sekundär zu einer Vielzahl von rheumatologischen und hämatologischen Erkrankungen auftreten kann, und dein b12, wie du angibst, deutlich erhöht ist.

Wie hoch ist denn der b12 Spiegel (bitte mit Referenzwert)?

pqeGlztixer86


Das was du klinisch bschreibst, trifft im übrigen am ehesten auf Mikrozirkulationsstörungen zu, und diese sind - auch ohne manifeste Thrombosen, beim APS beschrieben. Diese betreffen aber, wie der Name schon sagt, die kleinsten Gefäße, also Arteriolen und Kappilaren, und nicht die großen Gefäße, wie sie in der Angiologie untersucht werden. Aber sicherlich sollte man mal einen US machen, um eine Thrombose auszuschließen; allerdings halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass bei der Untersuchung ein abnormer Befund herauskommt.

puelzt:i/erx86


was mir noch einfallen würde: vll mal die Leber checken. Einige Lebererkrankungen können u.U. auch erhöhte b12 Spiegel und ein APS verursachen.

Wie ist denn der MCV genau (bitte mit Referenzwert)? eher am oberen Refrenzwert. Schreib am besten mal das gesamte Blutbild auf, wenn möglich mit Eisenwert.

Seit wann besteht die Anämie?

Sinnvoll wäre evtl. auch (im Rahmen der bereist erwähnten hämatologischen Abklärung) ein Auschluss eines myelodysplastischen Syndroms, sofern die Anämie nicht anderweitig erklärt werden kann und ein neuer Befund ist.

Auch beim MDS finden sich häufig erhöhte b12 Spiegel.

Aber wie gesagt, auch hier kommt es drauf an, wie stark der b12 erhöht ist. eine leichte Erhöhung bedeutet oft nichts Ernstes, sie kann z.b. ein Hinweis auf eine schlechte Umsetzung zum aktiven b12 sein. Deutlich erhöhte Spiegel dagegen sollten hämatologisch abgeklärt werden.

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