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Andauerndes Taubheitsgefühl - medizinisch aber ohne Befund

CZookix3 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen!

Ich bin nach einiger Google Recherche auf dieses Forum hier gestoßen und möchte hier einfach mal meine "Geschichte” loswerden und erhoffe mir da etwas Input.

Falls diese Angaben in irgendeiner Form wertvoll sind, ich bin männlich, 19 Jahre alt, 181cm groß und wiege ca. 60kg.

Alles fing am 11. März dieses Jahres an. Ich hatte an diesem Tag Berufsschule und stand wie sonst auch um halb 5 auf. Nachdem ich so einigermaßen wach war, bemerkte ich, dass mein rechtes Bein ab dem Knie oberflächlich wie taub war. Ich konnte es beim Laufen merken, weil es sich irgendwie komisch anfühlte. Ich dachte mir allerdings zunächst nichts dabei und ging erst mal dem Rest des Tages normal nach.

Am nächsten Tag zeigte sich keine Besserung. Weil mir das irgendwie schon Sorgen bereitet hat und ich auf Nummer sicher gehen wollte, ging ich zu meiner Hausärztin. An dieser Stelle kurz zur Erläuterung, mein Vater ist MS Patient und auf einen Rollstuhl angewiesen, daher meine vielleicht etwas übertriebene Vorsicht. Die Hausärztin konnte das nicht näher deuten und wies mich an einen Neurologen weiter. Die Neurologin machte ein paar Tests, klopfte mir an diese Reflexstellen und strich mir über die Beine und fragte, ob ich das rechts anders wahrnehme. Ich bejahte und sie schloss mich an so ein Nervenbahnmessgerät an. Dies zeigte keine ungewöhnlichen Werte an, alles normal. Sie meinte zunächst, ich hätte mir nachts eventuell den Nerv etwas eingeklemmt und ich brauche mir deswegen keine weiteren Gedanken zu machen. Zunächst beruhigt ging ich noch am selben Tag wieder arbeiten.

Am Montag darauf war die Taubheit nicht verschwunden, sie hatte sich sogar auf das linke Bein ausgebreitet und bis in die Mitte beider Oberschenkel nach oben "gewandert”. Ich ging wieder zur Neurologin. Die Tests verliefen wie die Woche davor. Sie meinte nur, zur Abklärung, ob das nicht eine Entzündung sein könnte, müsse man eine Lumbalpunktion durchführen und zur Sicherheit ein MRT um irgendwelche schwerwiegenden Sachen auszuschließen. Ich wollte mich nicht direkt entscheiden, sie gab mir trotzdem einen Überweisungsschein für das Krankenhaus mit, falls ich der Sache näher nachgehen wolle.

Am Mittwoch morgen (eine Woche nach dem ersten Erscheinen der Beschwerden) hatte ich ein so ungutes Gefühl, es könnte etwas ernsteres sein, dass ich mich doch für das Krankenhaus entschied. Nach der Aufnahme wurde zuerst Blut abgenommen und wieder diese ganzen Klopftest gemacht. Alles soweit augenscheinlich ok. An diesem Tag fühlte ich mich besonders wacklig auf den Beinen, was aber wohl auch meiner Nervosität geschuldet war. Mittlerweile konnte ich das Taubheitsgefühl in den Beinen und teilweise am Rücken oberflächlich bemerken.

Ich wurde gefragt, ob ich weiteren Untersuchungen und der stationären Aufnahme zustimmen würde. Ich bejahte, wenig später wurde die Lumbalpunktion durchgeführt. Das Ergebnis würde ein paar Tage auf sich warten lassen, sagte man mir. Ich musste also erst mal dort bleiben. Kurze Randbemerkung: Ich habe seit ich Kind bin Angst vor Krankenhäusern, in diesem Fall wollte ich einfach nur Gewissheit haben, dass es nichts schlimmes ist wie z.B. MS oder ein Tumor oder sonst etwas, was in meinem Körper Schaden anrichten könnte.

Über den Krankenhausaufenthalt hinweg wurde außerdem ein MRT vom Kopf gemacht, und zwar am Montag nach der Aufnahme (23. März). Dieses war ohne Befund, ebenso wie die Ergebnisse des Nervenwassers. Auch ein Test der Nervenfunktionen (Sehnerv, Fußnerv, Fingernerv) waren ohne Auffälligkeiten. Ich wurde an diesem Tag oh Befund entlassen. Zitat Entlassungsbericht: "In der Diagnostik konnten wir keinen Hinweis auf eine chronisch-entzündliche ZNS-Erkrankung feststellen.” So gesehen waren 6 Tage vollstationäre Behandlung also mehr oder weniger für die Katz‘. Aber immerhin (so dachte ich mir jedenfalls) nichts ernstes.

Ärztlich ist das alles, was ich bisher unternommen habe. Mit der Zeit wurde die Taubheit etwas schwächer, jedoch bemerkte ich sie auch in Armen und Händen. Es sind mittlerweile mehrere Wochen vergangen und die Beschwerden sind schlicht und ergreifend nicht weg, was mir sehr große Sorgen bereitet. Über zwei Wochen hinweg zitterte ich zudem vermehrt in den Händen, was mittlerweile fast vollständig abgeklungen ist. Jetzt ist es so, dass ich seit gestern ein ganz leichtes Kribbeln im rechten Bein verspüre, wenn ich sitze oder liege.

Jetzt die unausweichliche Frage: Hat jemand den Hauch einer Ahnung, was bei mir nicht in Ordnung sein könnte? Ich bin zwar medizinisch anscheinend einwandfrei, aber de facto sind die Beschwerden nicht weg. Im Krankenhaus sagte man mir als mögliche Ursache nur, dass das an zu viel Stress liegen könne. Ich selbst kann allerdings von mir sagen, dass ich nicht unter all zu viel Stress leide, ich bekomme meinen Alltag ziemlich gut in den Griff. Mein Freund meinte zudem, es könne an Vitamin B Mangel liegen. Aus diesem Grund hatte er selbst einmal eine oberflächliche Taubheit im Bein, die nach knapp zwei Monaten wieder verschwand. Diese konnte er mit einem Vitamin B Präparat normalisieren. Dasselbe Präparat habe ich selbst ausprobiert über mehrere Wochen, ohne nennenswerten Erfolg.

Antworten
m%ond+sQteernxe


Im Krankenhaus sagte man mir als mögliche Ursache nur, dass das an zu viel Stress liegen könne. Ich selbst kann allerdings von mir sagen, dass ich nicht unter all zu viel Stress leide, ich bekomme meinen Alltag ziemlich gut in den Griff.

Dein Vater leidet unter MS und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Die Aussicht später selbst einmal so zu enden, stelle ich mir schon ziemlich stressig vor. (Wobei ich nichts über die Erblichkeit von MS weiß.)

CzookHi3


Meines Wissens ist MS nur in äußerst seltenen Fällen erblich. Da ich ja aber soweit durchgecheckt wurde und man nichts entdeckt hat, gehe ich mal davon aus, dass ich davon höchst wahrscheinlich nicht betroffen bin. Klar hatte ich erst einmal große Sorgen, aber solange das Krankenhaus keinen Unsinn gemacht hat, müsste zumindest theoretisch alles im Lot sein.

Wenn mich das jetzt allerdings nicht weiter gebracht hat, bin ich absolut ratlos, was die nächsten Schritte angeht.

Anpyrexna


Wie sieht es denn im Blutbild mit anderen Vitaminen, Mineralstoffen, mit Viren oder Borrelien aus?

War im Blutbild alles mit den Leuko- und Lymphozyten usw. o.k.?

ElhemHaliger Nputzer (#3y93910x)


wie Apyrena schon schrieb, lass mal noch verschiedene Werte im Blut testen.

- Borelliose

- EBV

- Schilddrüsenwerte (TSH, fT3 und fT4)

- Vitamin D (musst warscheinlich selbst bezahlen, ca 30 €)

- Magnesium

- Folsäure

- B-Vitamine (auch wennst das Präparat schon probiert hast)

- Eisen und Speichereisen

Blockaden an der Wirbelsäule? Das MRT kann hierbei trotzdem unauffällig sein. Was machst Du denn beruflich?

Cuokoki3


Soweit ich das dem Bericht entnehmen kann, wurde mein Blut auf Viren, Borrelien und noch etwas getestet, weiß es auch nicht genau. Ich werde später, wenn ich Zeit dazu habe, mal das zum Blut hier rein abschreiben, falls das vielleicht helfen könnte. Ich weiß zumindest definitiv, dass ich nicht auf fehlende Vitamine getestet wurde.

Blockaden in der Wirbelsäule meines Wissens nicht, zumindest habe ich keine offensichtlichen Beschwerden oder vorangegangene Befunde deswegen.

Zu deiner letzten Frage, ich mache derzeit eine Ausbildung zum Mediengestalter, da sitze ich nun mal mehr oder weniger den ganzen Tag auf einem Bürostuhl am Schreibtisch.

Das mit dem größeren Bluttest werde ich mal bei Zeiten in Angriff nehmen. Kann man das einfach beim Hausarzt?

ExhemailigerK Nu}tzer (#3+9391x0)


Ja, das mit dem Blut macht der Hausarzt. Diese Werte sind allerdings nicht im Blutbild enthalten. Muss der Arzt extra anfordern.

Bei sitzenden Berufen kann es natürlich zu Blockaden am Rücken kommen. Die müssen dann am Rücken nicht unbedingt weh tun, können aber in anderen Bereichen Beschwerden auslösen.

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