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Neurologische Schäden durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten

AynonyymoQus88 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich möchte hier mal ein Thema aufgreifen über das hierzulande noch wenig puplic ist: die neurologischen Aspekte der Nahrungsmittelunverträglichkeit bzw. dem Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn.

Ich habe schon länger mit neuroligschen Störungen wechselnder Intensivität zu kämpfen, jedoch konnte glücklicherweise bisher keine chronisch entzündliche Erkrankung des ZNS festgestellt werden.

Durch Zufall stieß ich auf diesen Artikel hier, der mir die mögliche Ursache zum ersten Mal vor Augen führte:

[[http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/neurologische-schaeden-durch-gluten-unvertraeglichkeit-a-884559.html]]

Ich weiß das dies für den Laien ziemlich kurios klingen mag, aber zunehmde gesicherte Forschungsergebnisse und Erfahrungen von chronisch Kranken werden die Medizin früher oder später zum Umdenken bewegen müssen.

Ich selber beobachte besonders nach dem Essen von Milchprodukten, aber auch glutenhaltiger Nahrungsmittel eine Verstärkung der Symptome, jedoch konnte eine Zöliakie und Laktoseintolleranz ausgeschlossen werden. Das Thema muss daher weitaus komplexer sein, sodass herrkömmliche Tests die Diagnose nicht stellen können.

Jedenfalls ging es mir letztes Jahr während einer strikt Gluten- und milchfreien Diät so gut wie lange nicht mehr. Zusätzlich habe ich Astaxanthin eingenommen, das wohl stärkste Antioxidants der Natur, um den möglichen Entzündungsprozessen entgegen zu wirken.

Was mich jedoch skeptisch macht ist, dass die Symptome schwanken und eigentlich schlimmer werden müssten mit der fortlaufenden Einnahme der o.g. Lebensmittel, oder?

Andererseits glaube ich nicht, das man so ein krasser Hypochonder sein kann...

Mein Leben hat sich jedenfalls sehr zum positiven gewandt, trotzdem geht es mir die ganze Woche über schon nervlich wieder sehr schlecht.

Ich weiß das die Ferndiagnose immer sehr schwierig ist, aber vielleicht können wir zusammen abwägen ob diese seltene Erkrankung bei mir zutrifft oder nicht, welche Tests ich noch machen oder an welchen Arzt/Heilpraktiker ich mich bei der Sache wenden kann.

Ich bitte hier nur Leute zu kommentieren, die dieses Thema ernst nehmen und evtl. sogar eigene Erfahrungen von sich oder Bekannten schildern können.

Weitere Artikel dazu sind:

[[http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/4831.php]]

[[http://www.scdiet.de/gehirn/gehirn.htm]]

Grüße

Antworten
A$pyrXena


Das ist ein sehr interessantes Feld.

Ich habe seit sieben Jahren Unverträglichkeiten auf Laktose, Fruktose, Sorbit, Histamin und Salicyl und Allergien auf jede Milch, jede Getreideart (auch Ersatzgetreide geht nicht), Fleisch (außer Huhn), Ei, Soja, Nüsse.

Ich esse Huhn und Eisbergsalat mit Sonnenblumenöl und Salz, und wenig Apfel (besser wäre, ich würde den auch nicht essen).

Ich habe viel "neurologische" Symptome, die aber keine echten neurologischen Störungen sind, sondern vom vegetativen Nervensystem verursacht werden. Das Fass zum Überlaufen hat noch eine Viruserkrankung gebracht, wegen der ich ein CFS (chron. Erschöpfungssyndrom) und eine Fibromyalgie habe.

Alles zusammen macht dauernd ping-pong und beeinflusst sich wechselseitig.

Meine Symptome sind alle Darmsymptome, Wassereinlagerungen, viel HNO-Symptome, dann je nach Tagesform ab und zu Schwindel, Übelkeit, Gleichgewichtsstörungen, Koordinationsstörungen (vor allem der Hände), Prickeln und Stechen im Körper, verschwommenes Sehen, Hörschwierigkeiten, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, dauerhaft VIEL Erschöpfung und Muskelschmerzen und massiv Konzentrationsstörungen. Ich mache viele Fehler, verwechsle viel und merke es oft nicht einmal mehr.

Richtige psychiatrische Störungen und echte neurologische Störungen habe ich aber nicht. Allerdings eine Schwerbehinderung von 50%, weil ich fast nicht mehr arbeitsfähig bin. Meinen Alltag schaffe ich auch nicht mehr alleine.

P*aul*_Revtere


Ich weiß das die Ferndiagnose immer sehr schwierig ist, aber vielleicht können wir zusammen abwägen ob diese seltene Erkrankung bei mir zutrifft oder nicht

Du meinst die, an der auch der Patient in dem von dir verlinkten Spiegelartikel litt?

Nein, die wird nicht Ursache deiner Symptome sein denn:

jedoch konnte eine Zöliakie und Laktoseintolleranz ausgeschlossen werden.


Ich weiß das dies für den Laien ziemlich kurios klingen mag, aber zunehmde gesicherte Forschungsergebnisse und Erfahrungen von chronisch Kranken werden die Medizin früher oder später zum Umdenken bewegen müssen.

Inwiefern? Das Zöliakie neurologische Symptome verursachen kann ist wissenschaftlich belegt und medizinisch anerkannt. Warum soll man diesbezüglich umdenken?

Das Thema muss daher weitaus komplexer sein, sodass herrkömmliche Tests die Diagnose nicht stellen können.

Wieso? Hat doch in dem Fall, der im Spiegelartikel geschildert wird letztlich doch auch genau so funktioniert.

Es gibt diverse andere (wahrscheinlichere) Möglichkeiten als eine hochkomplexe seltene Erkrankung, die kein Mediziner diagnostizieren kann.

Andererseits glaube ich nicht, das man so ein krasser Hypochonder sein kann...

Wenn du meinst, dass vermeintlich körperliche Symptome von der Psyche verursacht werden können, dann: Doch das kommt häufig vor.

Ainonjymoxus88


jedoch konnte eine Zöliakie und Laktoseintolleranz ausgeschlossen werden.

Wie ich den Spiegelartikel verstanden habe, litt der Mann eben nicht an einer klassischen Zöliakie, sondern an einer sehr atypischen Form. Eine Sogenannte Autoimmunität, bei der das Immunsystem Antikörper produziert (in diesem Falle auf Gladine) und den eigenen Körper angreift. Das Problem hierbei ist jedoch das herrkömmliche Tests nur die klassische Zöliakie diagnostizieren, nicht jedoch die Glutensensitivität, die mittlerweile auch schulmedizinisch anerkannt ist.

Nachzulesen hier: [[http://www.zentrum-der-gesundheit.de/glutenintoleranz.html]]

Wieso? Hat doch in dem Fall, der im Spiegelartikel geschildert wird letztlich doch auch genau so funktioniert.

Es gibt diverse andere (wahrscheinlichere) Möglichkeiten als eine hochkomplexe seltene Erkrankung, die kein Mediziner diagnostizieren kann.

Inwiefern? Das Zöliakie neurologische Symptome verursachen kann ist wissenschaftlich belegt und medizinisch anerkannt. Warum soll man diesbezüglich umdenken?

Das ist richtig, jedoch bezog sich meine Aussage auf ich die verstecken Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei denene z.B. Kohlenhydrate schlecht verdaut und resorbiert werden und im Darm verbleiben. Dort werden sie dann von Darmbakterien fermentiert, wo dann Nebenprodukte entstehen welche die Gehirnzellen vergifteten und zu den verscheidensten neurologischen/psychiatrischen Erkrankungen führen können.

Soweit ich weiß exestiert dort bisher kein schulmed. gesicherter Test, um dies zu diagnostizieren, da dieses Gebiet eben noch kaum erforscht ist. Besonders hierzulande, da ist man in den USA z.B. schon weiter.

Wenn du meinst, dass vermeintlich körperliche Symptome von der Psyche verursacht werden können, dann: Doch das kommt häufig vor

Ja, aber ich finde man sollte bevor man sich auf die psychologische Ebene begibt immer erst alles körperliche Abklären lassen. Und selbst wenn es "psychisch" bedingt wäre, letzlich liegt immer eine Fehlfunktion des Gehirns vor, die wiederum durch o.g. Phänomen mit der falschen Ernährung bzw. gestörten Verdaung/Stochwechsel ausgelöst werden kann.

Auch Trauma durch reine Erlebnisse sind letzlich eine Fehlkommunikation verschiedener Nervenzellen, die das Erlebte immer wieder abrufen, da unser Gehirn plastisch ist, d.h. sich auch noch im ausgewachsenem Stadium verändert.

Verstehe mich bitte niemand falsch, ich möchte hier nicht wilde Theorien und Behauptungen aufstellen, ich habe aber nunmal etwas an mir beobachtet was sich durchaus auf wissenschaftlich fundierte Ergebnisse bezieht, und möchte eine gesicherte Diagnose, da ich liebend gerne Pizza und Nudeln esse aber mir das auch nicht wert ist meine Gesundheit dadurch weiter zu runinieren.

Lkillix777


@ Anonymous

Hast Du nur neurologische Störungen oder auch eine Nervenschädigung ? Hast Du Deine Nerven mal untersuchen lassen ?

Und wie wurde eine chronisch entzündliche Erkrankung des ZNS ausgeschlossen ?

Und welche Symthome hast Du genau ?

A(nonyUmousx88


Hallo, ja klar.

Bei mir wurde eine Kernspintomographie des Kopfes, ein NLG des N. medianus beidseits als auch ein EEG gemacht, jeweils ohne Befund/mit Normalbefund.

Außerdem noch eine Untersuchung des Doktors.

A?nonyxmoxus88


Ach und zu den Symptomen: Schwindel/Gangunsicherheit, pelzige Taubheitsgefühle wechselnder Intensivität, hauptsächlich an Händen und Gesicht, Depersonalisation.

A:pyrxena


Bei mir hat es sechs Jahre gedauert, bis ein Arzt mit einem guten Riecher meine sehr massive Salicylintoleranz entdeckt hat. Ich hatte nämlich in Verbindung mit einer Virusinfektion einen Zungentumor und habe ein halbes Honigbrot gegessen (sehr viel Salicyl). Vorher haben mich bzgl. bestimmter Symptome viele Ärzte und Heilpraktiker für blöd, d.h. für psychisch hypochondrisch erklärt.

Meine jetzige Internistin wurde an der Uniklinik in Mailand ausgebildet. Sie arbeitet stark im microimmunologischen und microbiologischen Bereich und hat mir Zusammenhänge aufgezeigt, die ich hier in sieben Jahren noch niemals von einem Arzt oder Heilpraktiker gehört habe.

Es ist sehr verbreitet, bei hartnäckigen Schwierigkeiten vorschnell etwas auf die Psyche zu schieben. Das lese ich hier im Forum sehr oft und es ist meine eigene Erfahrung nach sieben Leidensjahren. Natürlich gibt es reine psychische Störungen, aber wenn die Wissenschaft und Medizin für vieles noch keine Erklärung hat, wird man verdammt schnell in diese Schiene geschoben. Ehrlicher und besser wäre es zu sagen: wir wissen es noch nicht.

Vor fünfzig Jahren wusste man auch viel noch nicht und in fünfzig Jahren wird man mehr wissen.

A.nonymo%us88


Nachdem sich mein Stuhl und meine Blähungen einfach nicht bessern, bin ich nun wieder bei der glutenfreien Ernährung angelangt...

Auch wenn ich dafür leider meinen bisher vegetarischen Lebensstyl aufgebe(n) (muss), da es für mich sonst einfach zuviel Verzicht ist und ich es meiner Familie nicht zumuten will auf noch mehr zu achten...

Ich hoffe es bringt die erwünschte Besserung und werde mich wieder hier melden...

A9pyrxena


Ich habe keine Zöliakie, aber eine Glutensensivität. Ich vertrage auch kein Getreide und auch kein Ersatzgetreide ohne Gluten.

a+gnexs


Autoimmunität, bei der das Immunsystem Antikörper produziert (in diesem Falle auf Gladine) und den eigenen Körper angreift

Das ist klassische Zöliakie, deshalb mißt man die Antikörper, wenn der Verdacht besteht.

AOnonymoSus8x8


So ich bin's nochmal und wollte lediglich berichten, das die gluten- und weitestgehend milchlose Ernährung wieder gut bei mir anzuschlagen scheint:

Der Stuhl ist besser geworden und die Blähungen sind kaum noch vorhanden. Auch der allgemeine Antrieb und die Stimmung haben sich gebessert. Taubheitsgefühle scheinen -wenn auch nur ganz langsam- besser zu werden.

Baue meinen Darm noch zusätzlich mit einem probiotikum auf.

Ich persönlich finde diesen ganzen Vegetarier- und Veganermist Schwachsinn, die "einzig wahre" Form der Ernährung ist die ohne Milch und Getreide, mit viel frischem Gemüse, Obst und Fisch.

A4pMyrRexna


Schön zu hören, dass sich dein Zustand bessert.

Wenn glutenfreie Ernährung bei dir anschlägt, würde ich das trotzdem diagnostizieren lassen. Denn bei einer Zöliakie liegt eine chronische Erkrankung der Darmschleimhaut vor. Sie ist genetisch und führt zu Entzündungen der Darmschleimhaut und zu Veränderungen der Darmzotten. Sie besteht lebenslang und kann gefährlich werden, weil sie zu Krebs führen kann. Hierbei ist strengste Diät notwendig, denn das Problem besteht immer, nicht nur wenn etwas gegessen wird, was man nicht verträgt.

Über deinen Vegetarier-Satz musste ich allerdings lachen. Die halten ihre Ernährungsform genauso wie du deine "ohne Milch und Getreide-Form" für die einzig wahre Form der Ernährung. Aus deren Sicht ist sicher deins schwachsinnig. Meine Meinung ist, dass JEDER etwas anderes verträgt und braucht und dass sich jeder das suchen soll und muss, was ihm gut tut. Doktrinen egal welcher Form sind immer übel.

A"non~ymouxs88


So, wollte mich hier nochmal melden bevor dieser Thread völlig untergeht.

Mir geht es mit meiner Lowcarb-Diät, sprich kein glutenhaltiges Getreide viel besser. Milch nehme ich inzwischen wieder ab und an als Joghurt ein, scheint keine negativen Auswirkungen zu haben und fördert ja auch den Aufbau eines gesunden Darms, der ja allerlei Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Daher kann aus eigener Erfahrung Gluten tatsächlich ein Auslöser für unklare neurologische/psychische Beschwerden sein, und ich kann nur jedem mit solchen Problemen raten es für 3-6 Monate zu probieren.

Ahpyrexna


Dass es dir besser geht ist super und freut mich. Da hast du sicher einen guten Angriffspunkt gefunden. Aber ich esse schon 7,5 Jahre überhaupt kein Getreide, egal welches, auch kein Ersatzgetreide und bei mir macht das überhaupt keinen Unterschied. Ich habe dadurch keinerlei Verbesserung meiner Beschwerden.

Das kann man halt doch nicht verallgemeinern.

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