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Aufwach-Grand-mal Epilepsie und Cannabis bzw. Alkohol

H_efWtiger5Epi{leptixker hat die Diskussion gestartet


Ich hatte schonmal einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben, habe mich aber nochmal informiert und brauche erneut eine Einschätzung Anderer.

Wem das zu viel Text ist, der kann sich nur die fett geschriebene Frage durchlesen, damit wird es einem aber schwer fallen eine passende Antwort zu schreiben :D

Zu meiner Geschichte:

Ich bin 19 Jahre alt und hatte ca. 3 Jahre lang einen unregelmäßigen Schlaf und oft nur 2-3 Stunden geschlafen. Vor 1 Jahre hatte ich meinen ersten Epileptischen Anfall, dieser wurde durch Schlafmangel ausgelöst.

Vor 4 Monaten hatte ich erneut einen Anfall, wieder durch Schlafmangel ausgelöst.

Zu meiner Epilepsie:

Wie schon geschrieben ist der Hauptauslöser Schlafmangel und tritt vor allem morgens auf.

Die Symptome sind Benommen- und Verwirrtheit (Bsp.: Hatte einen Fön in der Hand und wusste nicht was ich damit machen soll / wollte Seife auf meine Zahnbürste machen.), dazu kommen regelmäßige Ticks, bei denen sich mein ganzer Körper kurzzeitig verkrampft und ich bei krassen Fällen oft kurze (ca. 1 Sekunde) Blackouts habe (Bsp.: ich habe einen Teller in der Hand, verkrampfe mich, mein Teller fällt runter und ich stehe blöd da) (je stärker diese Symptome auftreten, desto näher komme ich einem epileptischen Anfall).

Meine Ärzte haben mir nie gesagt um welche Form der Epilepsie es sich handelt, also habe ich mich gerade darüber informiert und bin mir sicher, dass es sich um die Aufwach-Grand-mal Epilepsie handelt ([[http://www.epilepsie-informationen.de/Epilepsiesyndrome.htm#Aufwach-Grand%20mal-Epilepsie)]].

So jetzt zu meiner eigentlichen Frage:

Wie wirken sich Alkohol und Cannabis auf mich aus, kann ich das mit gutem Gewissen zu mir nehmen, solange man es nur sehr selten macht ?

Mein Hausarzt sagte mir zu dem Thema, dass ich Cannabis auf keinen Fall nehmen soll, Alkohol auch nicht, im ganz geringem Maße ist es jedoch nicht so schlimm (Alkohol>Cannabis).

Ich glaube jedoch, dass mein Hausarzt sich im Neurologischen Bereich nicht sehr gut auskennt (ich behaupte nicht ich würde mich besser auskennen, oder dass der Arzt dumm ist o.ä.), denn mein Neurologe sagte, das Medikament (Lamotrigin) das mein Hausarzt mir verschrieben hat, wäre nicht sehr gut gewählt d.h. mein Hausarzt hat einen kleinen Fehler gemacht.

Nun habe ich mich weiter informiert und bei einigen Formen der Epilepsie soll Cannabis sogar helfen (mein Hausarzt sagte dazu, dass es keine Studien gäbe, die dies belegen), ich habe dazu einige Studien gefunden die das Gegenteil behaupten und bei den meisten Quellen wurde Cannabis weiterhin als Medikament beschrieben, welches einige Ärzte erfolgreich für eine Behandlung verschreiben, Alkohol wird jedoch als möglicher Auslöser eines Anfalls beschrieben. (vielleicht hat mein Hausarzt einen veralteten Wissensstand ?).(Cannabis>Alkohol)

Und bevor die Leute ankommen mit "Höre auf deinen Arzt", oder "Frage einen anderen Arzt": ich habe noch vor meinen Neurologen zu fragen, würde mich trotzdem über eine Einschätzung von euch freuen, vor allem wenn ihr damit persönliche Erfahrungen gemacht habt.

"Nehme garnichts von beiden" o.ä. hilft mir auch nicht weiter. Das ist leicht gesagt. Meine Epilepsie schränkt mich schon genug ein und verdreht die komplette Art, wie ich lebe. Ich bin eigentlich jemand, der gerne für den Moment lebt, ich lebe lieber kurz und habe dafür meinen Spaß, als mich ständig zurückhalten zu müssen nur um alt zu werden. Das ist die Art wie ich leben will. Nach dem was mein Arzt sagt, geht das aber nicht, für mich ist das, als würde man mir das beste in meinem Leben nehmen, das was ich am meisten mag. Ich entscheide vieles spontan und diese Struktur und der Zwang, dass ich um 21 Uhr die Medikamente nehmen MUSS und um 23 Uhr eingeschlafen sein MUSS, dass man in einen Alltag gedrückt wird, in dem man kaum freie Entscheidungen treffen kann. Das ist genau das, was ich niemals wollte.

Antworten
LXomxex


Hallo Epileptiker

Sind die Anfälle bei dir denn generalisiert mit Bewusstseinsverlust? Weil sonst ist es auch keine Grand-Mal Epilepsie, fangen wir mal so an. Mit generalisiert: Bewusstseinsverlust, anschließend handfester Krampfanfall.

Fangen wir mal so an.

HKeftigeLrEpilexptiker


Ja mit Bewusstseinsverlust. Bei meinem letzten Anfall war ich gerade am Telefonieren (kurz nach dem Aufwachen) und hatte kurzzeitig die beschriebenen Blackouts (mittem in Satz wusste ich nicht mehr was ich sagen wollte). Dann habe ich nur noch Schwarz gesehen und bin 10 Minuten später zu mir gekommen, als der Notarzt in meinem Zimmer stand. Ich bin im stehen umgekippt, mit der Nase auf den Tisch (Nase gebrochen) anschließend hatte ich kurz geschriehen und ein paar minuten gekrampft. Nach dem Anfall war ich sehr Benommen, konnte jedoch warnehmen, dass ich einen Anfall hatte und in den Krankenwagen gegangen bin.

mQond+qstxerne


Wie wirken sich Alkohol und Cannabis auf mich aus, kann ich das mit gutem Gewissen zu mir nehmen, solange man es nur sehr selten macht ?

Dein Gewissen ist Deine persönliche Prüfinstanz, mit der Du überprüfen kannst, ob Du persönlich Dein Verhalten für richtig hältst. Deswegen kannst Du Dir diese Frage nur selbst beantworten.

HTeftigcerEpi7leptikxer


Dein Gewissen ist Deine persönliche Prüfinstanz, mit der Du überprüfen kannst, ob Du persönlich Dein Verhalten für richtig hältst. Deswegen kannst Du Dir diese Frage nur selbst beantworten.

Naja normalerweise hatte ich wegen sowas kein schlechtes Gewissen. Aber wie soll ich das jetzt mit gutem/schlechten Gewissen zu mir nehmen, wenn ich nicht weiß wie diese Drogen auf mich wirken ? Wenn ich weiß, dass Cannabis sogar als Medikament erfolgreich genommen werden kann, kann ich es mit gutem Gewissen nehmen. Wenn ich es jedoch nicht weiß, woher soll ich dann wissen, ob ich es mit gutem oder schlechten Gewissen nehmen kann ?

L$omex


Meine Ärzte haben mir nie gesagt um welche Form der Epilepsie es sich handelt, also habe ich mich gerade darüber informiert und bin mir sicher, dass es sich um die Aufwach-Grand-mal Epilepsie handelt ([[http://www.epilepsie-informationen.de/Epilepsiesyndrome.htm#Aufwach-Grand%20mal-Epilepsie)]].

Ja so ist das mit den Eigendiagnosen, sie stimmen oft einfach nicht. So wie du den Krampfanfall beschreibst ist es weder ein Grand-Mal noch ein Aufwach-Grand Mal.

Es klingt eher nach einem komplexen fokal-epileptischen Anfall.

Was viel wichtiger ist: WURDE die ganze diagnostische Palette, vor allem eine MRT des Gehirns gemacht? Gibts ein Langzeit-EEG, gibts überhaupt ein EEG, wenn ja wie sieht das aus?

Wie wirken sich Alkohol und Cannabis auf mich aus, kann ich das mit gutem Gewissen zu mir nehmen, solange man es nur sehr selten macht ?

Das lässt sich eher pauschal beantworten, zu dir nehmen kannst du alles - ein gutes Gewissen oder Gefühl hätte ich keines dabei. Alkohol scheidet für dich ohne Frage aus. 1-2 Bier sind sicher noch tolerierbar, alles was aber zur Berauschung führt sollte tabu für dich sein. Alkohol wirkt zwar exzellent antikonvulsiv, sobald die Wirkung nachlässt kehrt es sich um: Die Krampfschwelle wird enorm herabgesetzt. Du scheint auf Provokationsfaktoren anzusprechen (Schlafmangel...) daher Finger weg vom Alk.

Zum Kiffen: Es gibt in der Tat Studien die einen positiven Effekt nahelegen. Da muss man allerdings dazusagen, dass hier nicht Cannabis = Cannabis ist. In Studien wird das genau dosiert und angepasst - das fehlt beim Kiffen alles. Also mache ich nur folgende Aussage: Im Vergleich zum Alkohol ist Cannabis sicher das geringere Übel. Großartig spielen würde ich mich nicht, auch weil du nicht abschätzen kannst wie das Nebenwirkungsprofil mit Lamotrigin ist.

denn mein Neurologe sagte, das Medikament (Lamotrigin) das mein Hausarzt mir verschrieben hat, wäre nicht sehr gut gewählt d.h. mein Hausarzt hat einen kleinen Fehler gemacht.

Genau gesagt müsste man da erstmal wissen welche Form von Epilepsie du hast und in welcher Dosierung du Lamotrigin nimmst. Insgesamt ist es ein hervorragendes Medikament, mit guten Nebenwirkungsprofil das ohne weiteres zur Monotherapie gegeben werden kann.

Neben Levetiracetam ist Lamotrigin sicher bei jungen Leuten Mittel der Wahl und um ein Vielfaches besser als Carbamazepin und co.

Ich bin eigentlich jemand, der gerne für den Moment lebt, ich lebe lieber kurz und habe dafür meinen Spaß, als mich ständig zurückhalten zu müssen nur um alt zu werden. Das ist die Art wie ich leben will.

Naja dich hält keiner davon ab. Wenn man nach nem Vollsuff im Status epilepticus intubiert und beatmet auf der Intensivstation liegt ist das sicher auch eine Möglichkeit Spaß zu haben und nicht alt zu werden.

PFaul_REeverxe


Wenn ich weiß, dass Cannabis sogar als Medikament erfolgreich genommen werden kann, kann ich es mit gutem Gewissen nehmen.

So simpel ist das nicht. Du liest zudem erstmal nur das, was du lesen willst. Von meiner Seite aus gilt weiterhin das, was ich dir vor ein paar Monaten geschrieben habe: Frag deinen Neurologen. Dir wird hier keiner dein Gewissen beruhigen können und schon gar nicht grünes Licht geben.

Dass dir deine Ärzte noch nicht gesagt haben welche Art der Epilepsie bei dir vorliegt kann übrigens ganz einfach daran liegen, dass sie es selbst nicht genau wissen. So simpel ist die Klassifizierung nämlich nicht, daher würde ich mich an deiner Stelle mit Vermutungen zurückhalten und auch hier konkret beim Mediziner nachfragen. Meine Epilepsie äußert sich ähnlich wie deine und bei mir hat es auch noch kein Neurologe gewagt sich auf eine Epilepsieform festzulegen.

HSeftigeMrEpil;ept#ixker


MRT, EEG, EKG und Langzeit-EKG wurden gemacht.

Die EKGs zeigten keine Auffälligkeiten. Was das MRT und EEG angeht bin ich mir ehrlich gesagt nicht mehr ganz sicher, ich weiß nur noch, dass die Ärzte sagten ich würde weiterhin eine Anfall Bereitschaft aufweisen.

Zum Kiffen:

Ich selbst habe mir gedacht, man könnte sich langsam herantasten. Nur weiß ich nicht, ob mögliche Auswirkungen erst später sichtbar werden d.h. ich merke anfangs nichts, steigere mich immer höher, und am Ende kommt alles aufeinmal.

Naja dich hält keiner davon ab. Wenn man nach nem Vollsuff im Status epilepticus intubiert und beatmet auf der Intensivstation liegt ist das sicher auch eine Möglichkeit Spaß zu haben und nicht alt zu werden.

Macht aber nur halb so viel spaß wenn man danach 3 Tage im Krankenhaus liegt. Und mir geht es dabei auch nicht nur um Drogen. Was mir dabei am wichtigsten ist, ist dass man so eingeschränkt ist. Ich würde sehr gerne 1 Jahr ins Ausland, generell verreise ich sehr gerne. Das ist aber nicht so leicht mit der Erkrankung.

HceftiHgerEpieleptviker


So simpel ist das nicht. Du liest zudem erstmal nur das, was du lesen willst. Von meiner Seite aus gilt weiterhin das, was ich dir vor ein paar Monaten geschrieben habe: Frag deinen Neurologen. Dir wird hier keiner dein Gewissen beruhigen können und schon gar nicht grünes Licht geben.

Kann schon sein, dass ich nur das lese, was ich lesen will. Liegt wohl daran, dass ich die Erkrankung nicht akzeptieren will.

Ich erwarte auch gar nicht, dass ich grünes Licht bekomme, ich hoffe nur auf eine klare Einschätzung meiner Lage und wie sich Cannabis auf meine Gesundheit auswirkt, damit ich anschließend selbst entscheiden kann, ob ich die Folgen in Kauf nehme, oder lieber darauf verzichte.

Und ja ich weiß, das was ich wissen will, kann man als Außenstehender kaum beantworten, zumindestens nicht ohne eine ausführliche Beschreibung meines Krankheitsbildes, aber die Hoffnung stirbt zuletzt :D

LuomWex


Die EKGs zeigten keine Auffälligkeiten. Was das MRT und EEG angeht bin ich mir ehrlich gesagt nicht mehr ganz sicher, ich weiß nur noch, dass die Ärzte sagten ich würde weiterhin eine Anfall Bereitschaft aufweisen.

Das EKG ist nicht wirklich wichtig bei Epilepsie, wichtiger wäre MRT und EEG. Erhöhte Anfallsbereitschaft heisst, dass du nach wie vor auf Provokationsfaktoren ansprichst. Ich würde einmal die Medikamente (unter EEG-Kontrolle) einstellen lassen und dann weiterschauen. Und an sowas wie Alkohol oder Drogen zu denken würde ich wenn schon dann erst wenn der EEG-Befund normal ist.

ch selbst habe mir gedacht, man könnte sich langsam herantasten. Nur weiß ich nicht, ob mögliche Auswirkungen erst später sichtbar werden d.h. ich merke anfangs nichts, steigere mich immer höher, und am Ende kommt alles aufeinmal.

Es ist jetzt so bei dir:

Du hattest 2 Anfälle, du hattest immer Provokationsfaktoren. Das hat jetzt 2 Auswirkungen, das eine ist eine gute Nachricht, eventuell handelt es sich bei dir gar nicht um eine Epilepsie. Dann gehörst du einfach zu der Gruppe von Menschen, die eine erhöhte Krampfbereitschaft haben. Eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Menschen hat 1 x im Leben einen Krampfanfall.

Auch das kann mitunter ein Grund sein, wieso man dir den Stempel "Epilepsie" noch nicht aufgedrückt hat.

Hat ein entzügiger Alkoholiker nach 10 Entzügen 10 Krampfanfälle hat er nicht zwangsläufig Epilepsie, die Anfälle sind dann durch den Entzug provoziert worden. Man muss also da zwischen Epilepsie als "Symptom" und "Krankheit" unterscheiden.

Die Aussage ist folgende: Es ist nicht auszuschließen, dass sich diese Neigung eventuell auch wieder zurückbildet. Wenn beispielsweise nach 3 oder 5 Jahren nix mehr kommt, das EEG normal ist wird man das auch als "Gelegenheitsanfall" deklarieren. Dafür wäre es aber wichtig, dass du einen halbwegs ordentlichen Lebensstil führst und eventuelle Sauf- oder Drogenexzesse auf später verschiebst und erstmal deiner Gesundheit Vorrang gibst. Glaub mir, es gibt Leute die haben pro Tag 2 Anfälle... das ist schwere, beeinträchtigende Epilepsie.

Die 2te Implikation ist: je schonender du jetzt zu dir bist, desto höher ist natürlich auch die Wahrscheinlichkeit dass (durch Abwesenheit chronisch-toxischer Substanzen) sich eine Epilepsieneigung nicht weiter fixieren kann. Und das zu hoffen wäre (auch weil du Führerschein vlt hast / oder noch machen willst). Wird das amtsbekannt (Ärzte unterliegen da absolut der Schweigepflicht, da geht nix durch!) weil du vor ner Polizeiinspektiono der gar im Auto nen Anfall hast, dann siehts auch da schwierig aus.

Was mir dabei am wichtigsten ist, ist dass man so eingeschränkt ist. Ich würde sehr gerne 1 Jahr ins Ausland, generell verreise ich sehr gerne. Das ist aber nicht so leicht mit der Erkrankung.

Das mein Lieber, sollte im Gegensatz zu Alkohol, aber kein Problem sein! Lass wie gesagt deine Medikamente gut einstellen, verlaufskontrollieren und bei 2 Anfällen sollte da Reisen eigentlich ohne Probleme möglich sein.

seensifbelxman


Wie wirken sich Alkohol und Cannabis auf mich aus, kann ich das mit gutem Gewissen zu mir nehmen, solange man es nur sehr selten macht ?

Ich rate dringend von ab, es kann im schlimmsten Fall dein Leben kosten- das ist unabhängig von guten EKG- und EEG-Werten.

H<eftigferEpFilepxtiker


Du hattest 2 Anfälle, du hattest immer Provokationsfaktoren. Das hat jetzt 2 Auswirkungen, das eine ist eine gute Nachricht, eventuell handelt es sich bei dir gar nicht um eine Epilepsie.

Ich habe vermutlich etwas wichtiges vergessen.

Ich habe eine Aura, welche mich vor möglichen Anfällen warnt (die genannten Symptome(Benommenheit usw.)), wenn ich dies merke versuche ich mich hinzulegen, wenig zu bewegen und wenig zu denken, also runterkommen.

Denn Bewegung und Stress können einen Anfall ebenfalls provozieren.

Es kam schon vor, dass ich mehrere Morgen hintereinander diese Erscheinungen hatte (laut Neurologe leichte Krampfanfälle).

Ich hatte also erst 2 generalisierte Anfälle mit Bewusstseinsverlusst, aber sehr viele "leichte Anfälle" wenn man die so nennen kann (ich selbst habe die nie als Krampfanfälle wahrgenommen und habe mich gewundert, als der Neurologe diese so beschrieben hat).

Dass es sich bei mir nicht um Epilepsie handelt halte ich für unwahrscheinlich aber :

Ja so ist das mit den Eigendiagnosen, sie stimmen oft einfach nicht.

L:omxex


Eine qualifiziete Antwort zu geben, noch dazu über das Internet ist da sehr schwierig. Aber die Botschaft sollte schon die sein, dass man nicht umsonst mit der Diagnose eher restriktiv umgeht, eben weil ein Krampfanfall nicht gleichbedeutend sein muss mit einer Epilepsie. Das ganze scheint mit der Aura tatsächlich etwas komplexer bei dir zus ein.

Da sich diese ja offenbar auch progredient aufbaut kannst du noch was anderes nicht ganz unwesentliches bei deinem Neurologen ansprechen:

Ich hatte also erst 2 generalisierte Anfälle mit Bewusstseinsverlusst, aber sehr viele "leichte Anfälle" wenn man die so nennen kann (ich selbst habe die nie als Krampfanfälle wahrgenommen und habe mich gewundert, als der Neurologe diese so beschrieben hat).

Sofern da ein entsprechender Zeitraum vergeht bis der Krampfanfall dann losgeht, also du etwas "Zeit" hast, gibt es die Möglichkeit von möglichst rasch wirksamen Benzodiazepinen. Da gibt es beispielsweise Lorazepam als Sublingualtabletten oder Midazolam (rektal, bzw Nasenspray). Wenn genug Zeit vergeht (also >30 Minuten) ist auch ne i.m. Injektion denkbar. Der Vorteil wäre, dass dadurch die ganze Sache niedergebügelt werden kann, bevor es überhaupt zum eigentlichen Anfall kommt. Wenn das natürlich jeden zweiten Morgen ist, dann wirds auch wieder schwierig, weil das Zeug auf Dauer selber stark abhängig macht und bei inflationärer Anwendung ebenfalls die Krampfschwelle nachteilig beeinflussen kann.

H4eftxigerHEp$ileRptiker


Sofern da ein entsprechender Zeitraum vergeht bis der Krampfanfall dann losgeht, also du etwas "Zeit" hast, gibt es die Möglichkeit von möglichst rasch wirksamen Benzodiazepinen.

Ich selbst weiß nicht genau wie diese Medikamente wirken.

Normalerweise mache ich das so:

Wenn ich aufwache und die Symptome merke, versuche ich das ganze einzuschätzen, je nach dem wie stark diese Symptome sind.

Wenn diese nur leicht sind, ruhe ich mich oft nur ein paar Minuten aus und gehe dann zur Schule, fühle mich dann aber meistens den ganzen Tag leicht benommen.

Sind diese Symptome stärker, lege ich mich oft nochmal ins Bett und ruhe mich länger aus, oder schlafe sogar noch etwas. Das hat zur Folge, dass ich nicht zur Schule kann und viel Stoff verpasse.

Das ist auch ein großes Problem, denn in letzter Zeit bin ich sehr vorsichtig und bleibe meistens direkt den ganzen Tag Zuhause (das meinte ich auch mit Einschränkungen im Alltag).

Ein Medikament war also nicht unbedingt nötig, um einen Anfall zu vermeiden. Die Methode die ich benutzte hat aber auch den Nachteil, dass ich eben nicht zur Schule kann (wenn ich später arbeiten muss wird das ein deutlich größeres Problem).

Wenn das Medikament keine großen Nebenwirkungen hat und ich durch Einnahme dessen trotzdem normal aufstehen und zur Schule gehen kann, wäre dies für mich von großen Vorteil.

Was ich auch vergessen hatte zu erwähnen: meine (leichten) Anfälle wurden nur nach Schlafmangel ausgelöst, wenn ich genug geschlafen habe, habe ich normalerweise keine direkten Anfälle (eine Benommenheit / Konzentrationsstörung habe ich dennoch manchmal, ich werde meinen Arzt darauf ansprechen, vielleicht liegt das ja am Lamotrigin).

Des weiteren hatte meine Mutter auch 2 epileptischen Anfälle und musste ebenfalls über längeren Zeitraum Medikamente nehmen, es ist also naheliegend, dass mir die Epilepsie Veranlagung vererbt wurde.

L0oQmex


@ Epileptiker

Dann passt deine Vermutung mit der Aufwach-Grand-mal aber schon ganz gut denke ich... auch dass das offenbar sehr eng bei dir mit deinem Schlafverhalten korreliert.

Naja Nebenwirkungen haben die schon, sie machen dich halt benebelt und entspannt, sedieren und gerade Midazolam wirkt stark hypnotisch und schlafanstoßend. Das Hauptproblem ist das enorme Abhängigkeitspotential v.a. von Lorazepam.

Das ist ne Kosten-Nutzen Abwägung denke ich, die du mit deinem Neurologen besprechen solltest. Wenn du es tatsächlich so einschätzen konntest, dass dir mit hoher Wahrscheinlichkeit der Anfall bewusst war oder wurde, und mindestens ein Zeitfenster von 5-10 Minuten verging in dem du Handlungszeitraum hattest, dann bringt dir das schon was. Über Nasen- und Mundschleimhaut aufgenommen wirkt das Zeug extrem schnell und kann eben einen solchen Anfall unterbinden. Gesund ist so ein Grand-Mal für das Hirn nicht, wenn es aber so ist dass ein bisschen hinlegen auch reicht, dann ist das sicher die bessere Alternative.

Was wichtig ist -> wenn du nicht ausreichend schlaf bekommst (und nach 1-h Schlaf würde vermutlich das halbe Forum hier irgendwann nen Epianfall bekommen) dann muss man schaun ob man dir nicht auch was zum schlafen gibt. Wieviel Lamotrigin nimmst du denn?

Und jetzt schau dass du ins Bett kommst ;-D

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