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Wie diagnostiziert man Depressionen?

S heefgo85 hat die Diskussion gestartet


Hi,

wie diagnostiziert man Depressionen? Ich meine damit eine richtige Diagnostik. Nicht irgendein Wischiwaschi Fragebogen, sondern wirklich eine echte Diagnose durch MRT, Blutuntersuchung oder was weiß ich, eben etwas, dass der Patient nicht fälschen kann.

Gruß

Antworten
c*hnoxpf


Depressionen werden in der Regel mittels einer sauberen Anamnese (Gesprächen) diagnostiziert, sehr gut geeignet sind auch Fragebögen. Es gibt keinen Blutmarker oder ähnliches, mit dem man eine Depression diagnostiziert. Klar kann ein erniedrigter Serotoninspiegel ein Hinweis sein, das ist aber nicht hinreichend und wird in der Regel nicht abgeklärt. Warum fragst du?

S-unfl.ower<_73


Das, was Du Dir vorstellst, gibt es nicht. Depression ist weder im MRT zu erkennen (und ein aufwendiges fMRT macht man nur zu Forschungszwecken, wo man die Daten vieler Menschen zu typ. Mustern zusammenfasst). Im Blut ist eine Depression auch nicht nachweisbar.

Depressions-Diagnostik läuft ggf. gestützt mit Fragebogen bzw. sog. klinischem Interview mit speziellen Fragen. Plus Patientengespräch, wo es um die Symptomatik geht. Man achtet dabei aber nicht nur auf das, was das Gegenüber schildert (also die typ. Symptome, die man nachlesen und "vorspielen" kann). Sondern auch darauf, WIE etwas erzählt wird. Also Gestik, Mimik, Gedächtnis/Konzentration,... Nentn sich umfassend "psychopathologischer Befund". Da gibt es typ. Auffälligkeiten/Veränderungen. Muss der Diagnostiker aber eine Weile trainieren.

Warum ist Dir der "eindeutige Nachweis" so wichtig?

S|heetgo8x5


Depressionen werden in der Regel mittels einer sauberen Anamnese (Gesprächen) diagnostiziert, sehr gut geeignet sind auch Fragebögen.

Sorry das ist Unfug. Wenn ich ein bisschen Google kriege ich es als durchschnittlich intelligenter Mensch hin dem Arzt hinterher genau das zu erzählen, was er hören will um eine Depression zu diagnostizieren.

Es gibt keinen Blutmarker oder ähnliches, mit dem man eine Depression diagnostiziert.

Und woher weiß man dann, dass die Symptome nicht durch die Abgase von außerirdischen Raumfahrzeugen entstanden sind? Ich dachte Depressionen gelten als Krankheit? Dann muss es doch auch Belege dafür geben. Sonst können es ja wirklich die Aliens gewesen sein.

@ sunflower:

Meinst du nicht, dass es der geübte Schauspieler auch das hinkriegt? Bzw. wäre diese Art der Diagnose doch eindeutig subjektiv und damit wissenschaftlich nicht zulässig.

Warum ich frage? Weil ich nicht verstehen kann, wieso die Wissenschaft (und die meisten Menschen) an die Existenz von Depressionen glauben, wenn es dafür anscheinend keine Beweise gibt. Dann können es doch tatsächlich auch Abgasschäden von UFOs sein....

I,sabOell


Sheego

Deine "These" ist etwas arg vereinfacht.

Klar kann ein schauspielerisch talentierter Mensch mal für eine Stunde einem Arzt eine Depression vorspielen indem er bestimmte Fragen/Fragebögen "korrekt" beantwortet.

Aber eine "wahre" Depression wirkt sich ja auch auf das Leben, den Alltag massiv aus, mit -meist nicht zu übersehenden- Konsequenzen.

Verlust des Arbeitsplatzes, körperliche Beschwerden, Beziehungsprobleme usw...

So kann bezieht man natürlich nicht nur die aktuell gerade stattfindende Diagnostik mit ein, sondern, wie schon gesagt wurde, auch die Anamnese UND eben die Umstände wie der Patient lebt, wie seine Situation ist, sein Tagesablauf....hier etwas einfach nur so vorzuspielen dürfte sehr schwer sein, man müsste sein Leben dafür auch ändern. Ins Negative hinein ändern.

Weil ich nicht verstehen kann, wieso die Wissenschaft (und die meisten Menschen) an die Existenz von Depressionen glauben, wenn es dafür anscheinend keine Beweise gibt.

"Depression" ist letztendlich nur ein Überbegriff für aber wiederum einen Zustand, der doch bestimmte Kernpunkte gemeinsam hat. Dafür gibt es dann durchaus Beweise.

S}unfl&ower_x73


1. Das ist kein Unfug, so läuft die Diagnostik nun mal ab.

2. Nein, auch ein geübter Schauspieler kann das nicht alles so spielen. Egal wie viel Wissen jemand sich anliest über Symptome.

3. Du erwartest jetzt nicht ernsthaft, dass ich die Existenz von Depressionen anzweifele und über UFO-Abgase diskutiere?! :-o

cQhnoxpf


Sorry das ist Unfug. Wenn ich ein bisschen Google kriege ich es als durchschnittlich intelligenter Mensch hin dem Arzt hinterher genau das zu erzählen, was er hören will um eine Depression zu diagnostizieren.

Nein, das ist kein Unfug. Sunflower hat den Prozess ja noch etwas detaillierter dargestellt. Es gibt nunmal psychische Krankheiten, die körperlich nicht nachweisbar sind. Andere korrelieren mit gewissen körperlichen Markern, sind aber nicht eindeutig durch diese diagnostizierbar.

Und woher weiß man dann, dass die Symptome nicht durch die Abgase von außerirdischen Raumfahrzeugen entstanden sind? Ich dachte Depressionen gelten als Krankheit? Dann muss es doch auch Belege dafür geben. Sonst können es ja wirklich die Aliens gewesen sein.

Google mal nach Ockhams Rasiermesser. Die naheliegendste, einfachste Erklärung ist wahrscheinlicher als eine abstruse Theorie. Die Depression ist eine der am besten erforschten psychischen Krankheiten, sie ist belegt und bewiesen (auch wenn das ein Begriff ist, den man in der Wissenschaft nicht verwendet). Die Depression korreliert mit so vielem, z.B. dem sozialen Umfeld. Aber ich habe bisher keine Studie zu Abgasen von UFOs gelesen.

Es ist nunmal so, dass es Krankheiten gibt, bei denen man sich zu einem grossen Teil auf die Aussagen des Patienten verlassen muss, ob dir das passt oder nicht. Kopfschmerzen sind in den seltensten Fällen physisch nachweisbar, deswegen gibt es sie trotzdem und Medikamente helfen trotzdem.

Pze"eKlxee


Weil ich nicht verstehen kann, wieso die Wissenschaft (und die meisten Menschen) an die Existenz von Depressionen glauben, wenn es dafür anscheinend keine Beweise gibt. Dann können es doch tatsächlich auch Abgasschäden von UFOs sein....

Du vermischst Ursache und Resultat. Eine diagnostizierte "Depression" ist nur die Aussage das der Diagnostikus eine Anzahl Criteria bei dir wahrgenommen hat und auf Basis davon sagt: dem Katalog entsprechend ergeben diese Symptome zusammen die Diagnose "Depression". Deine Aliens sind ein Beispiel für die Ursache einer Depression. Darüber sagt die Diagnose selber nichts aus. Ist ja auch nur eine Beschreibung, keine wissenschaftliche Herleitung der Ursache. Die Forschung beschäftigt sich damit und findet nach und nach Indikatoren im Hirn die eine Depression wahrscheinlich machen. Ein Beweis liefert es (bisher) nicht.

Weil eben noch nicht so viel "bewiesen" ist, werden in der Psychiatrie auch ausgesprochen viele Medikamenten "off label" verschrieben. Es bleibt suchen und finden in der Praxis, mit oder ohne "Depression" als beschreibende Diagnose.

H0an+nahxWe


Meinst du nicht, dass es der geübte Schauspieler auch das hinkriegt? Bzw. wäre diese Art der Diagnose doch eindeutig subjektiv und damit wissenschaftlich nicht zulässig.

Warum ich frage? Weil ich nicht verstehen kann, wieso die Wissenschaft (und die meisten Menschen) an die Existenz von Depressionen glauben, wenn es dafür anscheinend keine Beweise gibt. Dann können es doch tatsächlich auch Abgasschäden von UFOs sein....

Boah, mir fehlen die Worte. Unwissenschaftlich ist vor allem dein polemisches Geschreibsel hier.

Es gibt ganz viele Symptome und Krankheiten, die Labor-diagnostisch nicht nachgewiesen können. Willst du auch die Existenz von Kopfschmerzen, Rheuma und Rückenschmerzen anzweifeln? "Spielen" kann man sehr viele Krankheiten, wenn man das möchte. Ich glaube aber nicht, dass es dein Job ist, die Simulanten von den Kranken zu unterscheiden, oder? Überlass das doch einfach den Ärzten - die lernen sowas- ganz wissenschaftlich (das ist dir ja anscheinend wichtig).

Viele Beschwerden kann man nicht im MRT oder Röntgenbild sehen- das heißt nicht, dass es sie nicht gibt.

Um mal dein verrücktes UFO-Beispiel zu nehmen: Wenn du nur an Dinge glaubst die du sehen kannst - wie erklärst du dir dann Liebe? Trauer? Herzschmerzen?

S1unfloHwer_x73


Weil ich nicht verstehen kann, wieso die Wissenschaft (und die meisten Menschen) an die Existenz von Depressionen glauben, wenn es dafür anscheinend keine Beweise gibt. Dann können es doch tatsächlich auch Abgasschäden von UFOs sein....

Welche Beweise gibt es für UFOS und dafür, dass diese Abgase produzieren? ]:D

c7hnovpxf


Insipiert von PeeKlee: Du begehst da einen Denkfehler- Nach deiner Logik, Sheego, ist also alles nichtexistent, was man nicht eundeutig nachweisen kann. Früher konnte man nicht beweisen, dass die Erde rund war. Sie war und ist es aber trotzdem (jaja, nicht perfekt rund). Früher konnte man eine frühe Schwangerschaft nicht erkennen. Die Frauen waren aber trotzdem schwanger. Die Liste ist beliebig fortsetzbar. Eine Depression ist mit einer hohen sogenannten Reliabilität und Validität nachweisbar. Es IST nunmal so :-D

Hya*nnauhWxe


Achso, zur eigentliche Frage: Wie man Depressionen wirklich diagnostiziert, haben die anderen hier bereits sehr gut beschrieben. :)=

E&hemalig#er NuYtzewr% (#4>3(824x5)


Du vermischst Ursache und Resultat. Eine diagnostizierte "Depression" ist nur die Aussage das der Diagnostikus eine Anzahl Criteria bei dir wahrgenommen hat und auf Basis davon sagt: dem Katalog entsprechend ergeben diese Symptome zusammen die Diagnose "Depression". Deine Aliens sind ein Beispiel für die Ursache einer Depression. Darüber sagt die Diagnose selber nichts aus. Ist ja auch nur eine Beschreibung, keine wissenschaftliche Herleitung der Ursache. Die Forschung beschäftigt sich damit und findet nach und nach Indikatoren im Hirn die eine Depression wahrscheinlich machen. Ein Beweis liefert es (bisher) nicht.

Weil eben noch nicht so viel "bewiesen" ist, werden in der Psychiatrie auch ausgesprochen viele Medikamenten "off label" verschrieben. Es bleibt suchen und finden in der Praxis, mit oder ohne "Depression" als beschreibende Diagnose.

Sehr gut und sehr richtig!

Snheeg~o85


Ich stelle die Frage mal anders: Wie beweist der Arzt dem Patienten, dass er Depressionen hat?

Aber eine "wahre" Depression wirkt sich ja auch auf das Leben, den Alltag massiv aus, mit -meist nicht zu übersehenden- Konsequenzen.

Verlust des Arbeitsplatzes, körperliche Beschwerden, Beziehungsprobleme usw...

Und wer sagt dir, dass der Verlust des Arbeitsplatzes nicht die Ursache für körperliche Beschwerden und Beziehungsprobleme sind? Oder das Beziehungsprobleme zum Verlust des Arbeitsplatzes führen? Oder körperliche Beschwerden zu Beziehungsproblemen?

2. Nein, auch ein geübter Schauspieler kann das nicht alles so spielen. Egal wie viel Wissen jemand sich anliest über Symptome.

Du ich kenne viele Menschen (mich eingeschlossen), die mal ein paar Wochen krankgeschrieben werden möchten und dafür bietet es sich immer an mal eben ein auf Depressionen zu machen. Bei mir genügt es schon, wenn ich meinen Beruf nenne, sage, dass ich viel Stress auf der Arbeit habe und mich immer sehr müde und erschöpft fühle. Das dauert keine 2 Minuten und ich komme mit einer mehrwöchigen Krankmeldung aus der Praxis.

Und ja doch, ich kann nicht verstehen, wieso niemand an der Existenz von Depressionen zweifelt, wenn es doch keine Beweise dafür gibt.

Es gibt nunmal psychische Krankheiten, die körperlich nicht nachweisbar sind.

Also könnte ich mir doch als findige Geschäftsfrau eine psychische Krankheit ausdenken mit allgemeinen Symptomen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Libidoverlust und dagegen bringe ich dann mal fix ein Kräutermittelchen auf den Markt und werde so Millionär?

Google mal nach Ockhams Rasiermesser. Die naheliegendste, einfachste Erklärung ist wahrscheinlicher als eine abstruse Theorie.

Wenn es jemandem scheiße geht, weil er gerade seine Frau verloren hat oder den Arbeitsplatz oder schwer krank ist, dann ist es für mich die naheliegendste einfachste Erklärung, dass es der Person scheiße geht, weil sie ihre Frau, den Arbeitsplatz oder das Bein verloren hat und nicht die, dass es der Person scheiße geht, weil sie Depressionen hat.

Eine diagnostizierte "Depression" ist nur die Aussage das der Diagnostikus eine Anzahl Criteria bei dir wahrgenommen hat und auf Basis davon sagt: dem Katalog entsprechend ergeben diese Symptome zusammen die Diagnose "Depression".

Ich habe mal einen Fragebogen zum Thema Prostatakrebs ausgefüllt und hatte am Ende so oft ja angekreuzt, dass mir am Ende nahelegt wurde mich mal auf Prostatakrebs hin untersuchen zu lassen....

@ sunflower:73:

Eben weil es auch keinen Beweis für Ufos gibt glaubt da ja auch niemand dran. Warum glaubt man dann an Depressionen?

Nach deiner Logik, Sheego, ist also alles nichtexistent, was man nicht eundeutig nachweisen kann.

Genauso ist es. Und das sollte doch normalerweise auch die Logik von Wissenschaftlern sein.

S8unfulowxer7_7x3


Zwschen "mal ein paar Wochen Krankschreibung" von einem Arzt, der da locker-flockig mit umgeht, und einer handfesten Depression, da liegen Welten.

Aber egal. Du bist überzeugt, dass es Depressionen nicht gibt. Dann ist das halt so. Deine persönliche Meinung. Gut nur, dass andere Menschen und Fachleute anderer Meinung sind und den Leuten, die ECHT LEIDEN (und nicht nur blaumachen wollen, sondern GEGEN IHREN WILLEN NICHT KÖNNEN!) helfen. Dass Krankenkassen Behandlungen bezahlen. Dass es die Möglichkeit der Krankschreibung gibt.

Und guck' Dir mal die Zahlen zu Suizidversuchen bei Depressionen an... aber klar, man will sich umbringen, weil man NICHTS hat.

Aber wer weiß... vielleicht stecken da nicht Ufos, sondern auch nur die Pharmalobby hinter. Indem sie eine Krankheit erfindet, die es nicht gibt, um Medikamente zu verkaufen.

Und wer sagt dir, dass der Verlust des Arbeitsplatzes nicht die Ursache für körperliche Beschwerden und Beziehungsprobleme sind? Oder das Beziehungsprobleme zum Verlust des Arbeitsplatzes führen? Oder körperliche Beschwerden zu Beziehungsproblemen?

Genau DAS wird in den modernen, bio-psycho-sozialen/multifaktoriellen Störungsmodellen INDIVIDUELL in Einklang gebracht. Indem man auch solche Muster genau erfragt und erforscht. Ein diagnostisch-anamnestisches Gespräch ist mehr als nur "oh, ihre Stimmung ist schlecht". Die UNFÄHIGKEIT zur Freude; Dinge wie "reduzierte Schwingungsfähigkeit": Das kann man in einem oder mehreren längeren Gesprächen nicht dauerhaft spielen.

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