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Wie diagnostiziert man Depressionen?

RAistqridTin_vom^_Südexn


Für mich klingt es, als suche die TE Absolution. Denn wenn es Depressionen nicht gibt, ist ja der Arzt schuld, wenn er sie deswegen krankschreibt, und sie ist fein raus. Raffitückisch... :p>

s0opr~ahxin


[...]

Zur Frage des TE: Wir diskutieren mal drüber, wenn du mal eine wirkliche Depression gehabt hast.

sOopr-ahYin


@ RvS

Das war auch mein erster Gedanke.

E+hemali/ger Nlutzer (#4*3h8245x)


Vielleicht muss man die anderen threads lesen um das Ganze zu verstehen. ":/

Seunf0lowNer_i73


Eigentlic mag man hier gar nicht mehr aufklärend schreiben aus Angst, dass es das Blaumachen perfektioniert... %-|

Also ist es krankhaft, wenn es einem nach einem Schicksalsschlag schlecht geht??

Nein. Zunächst nicht. Aber wenn es über eine deutlich zu lange Zeit geht oder schlimmer wird; wenn es das Ausmaß dessen, was "normale Trauer" ist überschreitet, dann ist es krankhaft. Da es bei uns aber lange Wartezeiten auf Therapieplätze gibt, kann man ziemlich sicher sein, dass niemand mit "normaler Trauerreaktion" bspw. dort als "krank" bezeichnet und behandelt wird. An "die Zeit heilt alle Wunden" ist im Grundsatz durchaus was dran.

Also ist der Psychopath grundsätzlich depressiv?

Was hat Depression mit "Psychopath" zu tun? "Psychopathologischer Befund" hat ebenfalls NICHTS mit "Psychopath" zu tun. Depression ist eine eigenständige Erkrankung. Die aber auch mit verschiedenen anderen Erkrankungen einhergehen kann. Parallel. Depression zuerst. Andere Erkrankung zuerst. Alles möglich.

Nein, aber man würde Bakterien oder Viren finden.

Die aktuell bekannten Einflussfaktoren sowie die neue Trends und Denkansätze aufzuzeigen, würde den Rahmen sprengen. Von Genetik über Persönlichkeit über sog. kritische Lebensereignisse hinweg gibt es noch viel mehr Ansatzpunkte. Wo aktuell die Befundlage halt noch sehr vage ist, also wird es nicht massenwirksam publiziert. Man schaut erstmal, was an neu gefundenen Mustern dran ist. Kann ja auch Zufall sein.

Antidepressiva werden doch auch reihenweise verschrieben obwohl sie nicht helfen.

Nicht jedes hilft jedem; nicht jeder verträgt jedes. Ja, da ist die Wirksamkeit weniger eindeutig als bei einem sinplen Erkältungsmittel etc. Aber dennoch haben sie eine Daseinsberechtigung. Und auch wenn es viele kompetente Hausärzte gibt: AD's werden halt häufig "nur" von diesen verschrieben, und die haben - trotz der z.T. vorhandenen Kompetenz - einfach nicht die Erfahrungen wie ein Psychiater.

Nun ich frage mich halt, wieso so viele Leute glauben, dass sie Depressionen haben, wenn doch offensichtlich ist, dass sowas mal schnell als bequeme Diagnose genommen wird? Und dieser Glaube führt doch auch irgendwie dazu, dass sich heute kein Arzt mehr die Mühe macht zu kucken, ob der Patient wirklich krank ist.

Tja, wenn der Arzt nicht genug Arsch in der Hose hat, einem Patienten auf den Kopf zuzusagen, dass er sein Blaumachen nicht unterstützt, dann ist das so. Und dann bietet sich so eine "wenig eindeutige" Krankheit halt toll an, um auch länger als drei Tage blaumachen zu dürfen. Nur tritt ein echter Depressiver - zumindest auf Dauer - beim Arzt anders auf als jemand, der diese Symptome zwecks Blaumachen vorschiebt. Und Ärzte sind ggf. auch sensibilisierter angesichts der Erkrankungszahlen und tun diese Probleme nicht mehr mit "Sie müssen nur wollen" ab. Sondern denken mittlerweile mit daran, dass sich da was anbahnt. Aber wie gesagt: Das ist nicht ein Problem der nicht vorhandenen Krankheit, sondern der Haltung einiger Ärzte, die sich da nicht mit Patienten anlegen.

Migräne fällt für mich ebenfalls unter Pseudokrankheiten.

Ist aber durch typ. EEG-Veränderungen nachweisbar. Ich wünsche Dir mal eine Attacke dieser "Pseudokrankheit", dass Du mit hämmerndem Schädel, geruchs- und lichtempfindlich und bei jeder größeren Bewegung kotzend im dunklen Zimmer liegst. :(v

S+unfjlowLer_73


[...]

@ Ristridin:

Guter Denkansatz...!

Mdoyi


Vielleicht muss man die anderen threads lesen um das Ganze zu verstehen. ":/

vitamus

Bisschen speziell ist sie schon :=o . Eigentlich ist es ja auch ihr gutes Recht zu glauben was sie will und wenn sie alles anzweifelt was nicht 100% durch Bluttest oder Bildgebende Verfahren nachgewiesen werden kann, dann ist das halt so...so richtig wichtig ist das jetzt für unser aller Leben nicht wirklich.

Ekhemalige|r Nu!tzer (#53B192x1)


Nur weiter, das Thema ist interessant, nur schade, daß die TE so auf Krawall gebürstet erscheint. ;-)

EmhemaligierU NutzerR (#438'245)


Naja, die Antwort auf die Frage des TE wurde ja schon sehr weit oben sehr stichhaltig gegeben.

Diese gilt es nun zu glauben oder nicht.

Es soll ja auch Menschen geben, die glauben an die Jungfrauengeburt und andere an den Urknall.

Jedem das seine. :p>

E<hemaWlig<er Nutzesr (#5C31921)


Nur weiter, das Thema ist interessant, nur schade, daß die TE so auf Krawall gebürstet erscheint.

... was man auch wieder als psychologisch auffaällig auslegen könnte. Vlt. schauspielert sie diese Auffälligkeit ebenso wie eine Depression?

Hach, Fragen über Fragen ... ^^

Izndi"viOdua+lisxt


@ Sunflower_73

Entschuldige, ich wollte dir auf keinen Fall auf den Schlips treten (falls das so angekommen sein sollte). Ich schätze und bewundere deinen unermüdlichen Einsatz und deine immer sachlichen, fundierten Beiträge wirklich sehr, das muss ich bei dieser Gelegenheit mal dankbar loswerden. Du gehörst für mich zu den "Leuchttürmen" bei med1. *Verbeugung* @:)

Gleichwohl war mein Beitrag ganz ernst und keineswegs polemisch gemeint. Über etwaige einseitige Motive der TE habe ich mir keine großartigen Gedanken gemacht, weil es ja niemanden zwingt, innerhalb dieses Horizonts zu bleiben. Ich fand die Fragestellung auch unabhängig davon interessant, rein vond er Sache her.

Ich habe da auch schon oft drüber nachgedacht: Depressionen existieren ja genau genommen tatsächlich nur, weil man sie so nennt. Weil man eine bestimmte, als "typisch" angesehene Kombination von Merkmalen so nennt, ihnen damit einen "Henkel" verpasst, an em man sie anfassen kann, und diesen einen Krankheitswert zuschreibt. So wie man das ja bei vielen anderen Syndromen auch macht. Die typischen Merkmale existieren natürlich auch unabhängig davon, aber erst der Begriff macht daraus ein erkenn- und diagnostizierbares Ganzes und hat sich insofern als praktisch erwiesen.

Sobald so ein Begriff in der Welt ist, beginnt er ein Eigenleben und lässt vergessen, dass es eigentlich nur Konvention ist und nichts, was sich zwingend aus der Sache selbst ergibt, was sich herleiten oder gar "beweisen" ließe. Das wäre übrigens sogar dann so, wenn zu diesen Merkmalen auch eines gehören würde, das man objektiv messen kann - die Verknüpfung und Zusammenfassung mit den anderen zugerechneten Merkmalen zu einem Syndrom bliebe dennoch ein menschliches Konstrukt, und in gewissem Sinn willkürlich - auch daran erkennbar, dass das "Konzept Depression" mehrfache historische Wandlungen erfahren hat (z.B. wird heute weitestgehend auf die früher dozierte Unterscheidung zwischen endogenen und reaktiven Depressionen verzichtet).

Anyway, der Begriff der Depression hat sich im Großen und Ganzen empirisch bewährt, das will ich gar nicht in Frage stellen. Wohingegen manche andere Krankheitskonzepte / -konstrukte durchaus umstritten sind. Die allgemeine Tendenz, immer mehr Eigenarten nicht mehr als Teil eines normalen Individualitätsspektrums anzusehen, sondern ihnen Krankheitswert beizumessen, kann auch stigmatisierend sein. (Und von höchst sachfremden Motiven geleitet sein, aber das Fass will ich hier jetzt lieber nicht aufmachen...)

Zur Zeit meiner Schulzeit gab es zum Beispiel die Diagnosen AD(H)S und Asperger noch nicht, da waren manche Kinder eben halt einfach "verträumt" oder "zappelig" oder "still / schüchtern / einzelgängerisch" oder dergleichen. Das hat man in den allermeisten Fällen einfach als selbstverständlichen Teil der Individualität angesehen und wenig Aufhebens davon gemacht. Hätte es die besagten Diagnosen damals schon gegeben, ich hätte mit ziemlicher Sicherheit einen ADS- und vielleicht auch einen Asperger-Stempel verpasst bekommen. Dadurch wären mir unter Umständen Fördermaßnahmen zuteil geworden, auf die ich faktisch damals verzichten musste. Andererseits aber wäre mir damit das Gefühl vermittelt worden, dass mit mir etwas nicht stimmt und "behandelt" werden muss. Ich bin ganz ehrlich unschlüssig, was nun besser gewesen wäre. Damals wie heute gibt es immer einige Schüler, die bezüglich ihrer Lebenstüchtigkeit irgendwie auf der Strecke blieben, und heute sind es trotz differenzierterer Krankheitsbegriffe und entsprechender Förderung gewiss nicht weniger.

Das muss niemandem zu denken geben, aber mir reicht das, um die Eingangsfrage ganz unvoreingenommen für interessant zu halten - viel interessanter und allgemeiner als sie vielleicht von der TE gemeint war.

aFug:23x3


@ Individualist :)^

Stellt euch vor, wir hätten keine Krankenkassen und jeder müsste selbst bezahlen. Einfach nur die Arbeitsstunde wie bei einem Handwerker. Keine Diagnosen mehr erforderlich! Arzt arbeitet eine Stunde, egal was Patient hat; Patient bezahlt.

Diagnosen sind Namen für einen Umstand, einen Zustand, ein Ereignis. Alte Kirchenbücher, Sterbeeintrag: Todesursache: Schlagfluss. Vermutlich an Schlaganfall gestorben - die Ursache hat damit einen Namen erhalten.

Ich kann verstehen, wenn sich jemand gegen Diagnosen wehrt. Einmal gestellt und sie sind nicht mehr zu beseitigen. Antrag auf private Krankenversicherung oder Lebensversicherung: alles muss genannt werden einschließlich Ärzte der letzten Jahre. Lügen vernichten den Versicherungsschutz.

Vielleicht verbirgt sich hinter "sheegoo85" ein Mensch, der für eine wissenschaftliche Arbeit Material sammelt!?

Srhee.gLo85


Also ist der Psychopath grundsätzlich depressiv?

Nein, wiie kommst du darauf?

Weil der Psychopath keine Freude empfindet.

SjunflDo;wxer_73


@ Individualist:

Du bist mir keinesfalls auf den Schlips getreten. Sorry, falls ICH da DIR ggü. irgendwie den Eindruck erweckt habe! DICH habe ich keinesfalls als polemisch wahrgenommen! Ich würde liebend gern so eine Diskussion führen, aber hier, in dem Faden, wird das wohl eher nichts.

Nichtsdestotrotz... Klar sind Diagnose phänemonelogisch orientiert (Erkältung = Husten, Schnupfen, Halsweh, rauhe Stimme, evtl. Fieber,...). Einzelsymptome machen Gesamtbild. Und gerade, wenn man sich das ICD-10 oder DSM anschaut, merkt man, WIE phänomenologisch das ist: "Mind. x Symptome aus A, mind. Y Symptome aus B". Das ist in der Praxis einerseits hilfreich, andererseits manchmal auch belustigend. Erbsenzählerei. Und klar wird da manchmal auch "gemogelt": Wenn der Patient noch in der Klinik bleiben will (und nicht, um sich vor der Welt zu verkriechen, sondern weil es ihm nicht gut geht und/oder die Therapie in einer wichtigen Phase ist), die Krankenkasse aber nicht zahlen will... tja... dann wird die Depression halt auf dem Papier mal etwas schwerer. Oder rückt bei der Alkoholabhängigkeit in den Vordergrund, weil die private KV keine Suchtbehandlungen zahlt. Es gibt so viel Grauzone. Wo Ärzte, die gefakte Depressive krankschreiben, nur ein Phänomen sind.

Anyway, der Begriff der Depression hat sich im Großen und Ganzen empirisch bewährt, das will ich gar nicht in Frage stellen. Wohingegen manche andere Krankheitskonzepte / -konstrukte durchaus umstritten sind. Die allgemeine Tendenz, immer mehr Eigenarten nicht mehr als Teil eines normalen Individualitätsspektrums anzusehen, sondern ihnen Krankheitswert beizumessen, kann auch stigmatisierend sein. (Und von höchst sachfremden Motiven geleitet sein, aber das Fass will ich hier jetzt lieber nicht aufmachen...)

Da bin ich ganz bei Deiner Perspektive. Wenn auch differenziert. ;-)

Soll heißen: Es ist gut, dass es manche Diagnosen gibt. Es ist verdammt kritisch, dass einiges so inflationär verwendet wird und der Normalbereich immer weiter eingeengt wird. Was die Amerikaner z.T. im DSM-V verzapft haben: :-X

Ich sehe die Trends daher kritisch. Abgesehen von dem angedeuteten Fass muss man immer schauen, wo das Problem liegt. Wirklich bei der Person? Oder einer falschen Passung mit der "neuen" Umwelt? Oder falschen Umwelterwartungen ("funktionierender Mensch" als Stichwort). Wenn ich mir anschaue, dass Leute früher in der Mittagspause nach Hause gingen zum Essen... dass man in einem sehr viel kleineren Umfeld gelebt hat (wer pendelte vor 30 oder 40 Jahren 100 km am Tag?) mit sehr viel weniger Reizeinflüssen... Dann ist es für mich auch nicht verwunderlich, dass die Menschen bspw. mit Neigung zu Angst/Panik diese heutigen Bedingungen schlechter wegstecken als früher. Wenn man nicht mehr 3 km zur Arbeit radelt, sondern eine Stunde mit Öffis durch die Gegend schunkelt, bekommt das dem eien oder anderen halt weniger gut. D.h. was früher existent aber eher unprolematisch war, verschärft sich heute durch äußere Bedingungen. Und wird dann "krankhaft" und behandlungsbedürftig. Wird der Punkt deutlich? "Depression" gab es früher nicht, aber "Schwermut". Genug "alte" Schriftsteller, Künstler etc. haben ovn vor Jahrzehnten/-hunderten Phänomene beschrieben, die man heute in modernen Diagnosen wiedererkennt.

Und gleichzeitig... die Diagnosen ermöglichen es endlich auch, Krankheiten zu verstehen, zu behandeln. Früher gab's "Irrenhäuser", wo bspw. Schizophrene weggesperrt wurden. Unter übelsten Bedingungen. Heute kennt man die Krankheit, versteht immer mehr - und kann sie behandeln. Den Betroffenen gezielte Unterstützung bieten (Medikamente, Betreuung, Sozialtherapie, kognitives Training,...). Diagnosen bieten halt auch Chancen.

Aber es ist schwierig... Ich mag die Pathologisierung überhaupt nicht. Und denke im Alltag durchaus mal, dass die eine oder andere Person keine Therapie braucht, sondern nur ein paar Freunde zum reden. Wo es aber nicht um den allgegenwärtigen Druck "höher, schneller, weiter, reicher, cooler" geht. Nicht alles, was in Therapien stattfindet, ist Therapie... manchmal ist es nur Zuhören und gesunder Menschenverstand und ein paar Tipps.

aQugQ233


Weil der Psychopath keine Freude empfindet.

Das ist keine wissenschaftlich belastbare Aussage. Wieviel Psychopathen hast du über wieviel Stunden beobachtet? Frag hier mal einen Psychologen mit guter Statistikkenntnis, ab wann eine Aussage nach den Kriterien der Statistik als gesichert angesehen werden kann.

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