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Pregabalin und die Hoffnung auf ein besseres Leben..

ftr_eefalxl1 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

seit ich sechs Jahre bin, schlage ich mich immer wieder mit - v.a lichtgetriggerten - Zuständen und Ereignissen herum, von denen es eigentlich immer hieß, es seien Panikattacken. Nur dass halt nie irgendwas gewirkt hat, obwohl ich mich auf alles einließ. Und ich war bevor ich 18 war nie beim Neurologen, obwohl meine EEGs immer auffällig waren. Mit 18 hat mich dann lustigerweise meine Therapeutin zum Neurologen geschickt. Dort wurde V.a Temporallappenepilepsie geäußert, der weder ausgeschlossen, noch eindeutig bestätigt werden konnte. Also wieder schön auf der Psychoschiene weitergegraben.

Mit 20 hab ich - eigentlich als vorübergehendes Schmerzmittel - Gabapentin bekommen und - oh Wunder - wurde dadurch fast symtomfrei.

Also wieder Verdacht auf Epilepsie. Wieder nicht eindeutig.

Nach neun Monaten musste ich das Gabapentin absetzen, weil ich Entzündungen im Gastrointestinaltrakt hatte - nach und nach kehrten die Symptome zurück. Wurden nach einer Gastroskopie mit 300mg Propofol um einiges schlimmer. Sogar dass ich ein paarmal wirklich krampfte, meist fokal und einmal komplex-fokal.

Weil sich die Ärzte einfach nicht sicher sind, werde ich nun auf Pregabalin eingestellt, das ist der Nachfolger des Gabapentins.

Bisher außer etwas Müdigkeit keine Nebenwirkung, dafür spürbar mehr Ruhe im Kopf. Heute ist Tag vier, gestern erster Spaziergang ohne zu stolpern (leider bisher gang und gäbe bei mir). Ich bin gespannt, wie es weitergeht, aber ich werde mich drauf einlassen, weil ich unbedingt will, dass es mir besser geht.

Was habt ihr für Erfahrungen mit diesem Medikament gemacht?

Muss dazu sagen, dass ich keine Depressionen etc habe, aber auf jedes Antidepressivum, das man mir gegen meine "Panikattacken" gab, mit Depressionen und svV reagierte, weshalb es wieder abgesetzt wurde. Unter Gabapentin war das nie der Fall und bei Lyrica bisher auch nicht :)

Antworten
Sau:si6x1


Ich nehme seit sechs Jahren wegen Schmerzen lyrica. Habe allerdings eine neurologische Erkrankung. Es war das einzige Medikament, das mir geholfen hat. Auch die Gangunsicherheit wurde verbessert. Trotzdem hat Lyrica ein enormes Abhängigkeitspotenzial und viele Nebenwirkungen, wie z.B. Persönlichkeitsveränderungen uvm. Es ist eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera, die man sich gut überlegen sollte. Ich hätte ohne Lyrica irgendwann Selbstmord begangen, da ich mit hohen Dosierungen von Morphium und Beruhigungsmitteln ruhig gestellt werden musste, um die Schmerzen ertragen zu können. Fazit: ich hatte keine wirkliche Wahl und würde wieder Lyrica nehmen. Vor zwei Monaten konnte ich übrigens auf ein Drittel der Dosierung reduzieren. Die Entzugserscheinungen waren schlimmer, als beim Morphium. Alles Gute!

nqixemaunxd00


Hi,

ich nehme Lyrica gegen meine starken Krämpfe, die durch meine Polyneurophatie ausgelöst werden. Da mich das Medikament, das mich hervorragend von meinen Krämpfen befreit hat, sehr müde macht nehme ich Nachts 150 mg und tagsüber nur 75 mg. Damit ist die Müdigkeit erträglich und ich kann meine 40 Stundenwoche arbeiten.

Z9wackk4Q4


Bei Depressionen mit starken Rücken-/Hüftschmerzen, Gabapentin 11/2008 (abends 100 mg):

vorübergehend Hangover, Rachenschmerzen, gestörte Koordination der Bewegungen, Wortfindungs- und Sprachschwierigkeiten; anhaltend verstärkte Mundtrockenheit, erholsamerer Schlaf, Schmerzlinderung in Rücken und Hüfte, aber gestörte Funktion von Gesäß- und Beckenbodenmuskeln, Bluthochdruck, Alpträume, Depressionen > statt Dosissteigerung Medikamentenwechsel.

Pregabalin 01/2009 (25 mg): Schwäche in den Beinen, stark geschwollene Unterschenkel, Knöchel und Füße und kribbelnde Lippen, Migräne > nach 1 Woche abgesetzt.

Kann bei Euch aber alles ganz anders sein.

T=wilgiaght


Wenn du tatsächlich einmal fokal und dann komplex-fokal gekrampft hast und eine Epilepsie tatsächlich im Raum steht, frag ich mich wieso man noch nie ein anderes Antiepileptikum diskutiert hat? Lyrica ist absolut kein First-Line Medikament bei Epilepsie. Da gibts deutlich "Bessere" mit deutlich weniger Nebenwirkungen wie z.B Levetiracetam (Keppra). Wenn tatsächlich eine Epilepsie im Raum steht und noch keine anderen Medikamente ausser Gabapentin diesbezüglich ausprobiert wurden, würde ich auf jeden Fall zuerst die gängigen Antiepileptika ausprobieren.

f2reeBfall1


Ja, das frag ich mich auch.

Aber wenn man meine "Vordiagnosen" (Angststörung, Panikattacken) hat, dann schieben die Ärzte immer gern alles da drauf.

Und Lyrica ist eben was, das auch gegen Angst wirkt.

Außerdem hat ja keiner damit gerechnet, dass das Gabapentin bei mir SO anschlägt, deshalb kann man auch nicht von Placeboeffekt etc reden. Seitdem hab ich ja erst wieder den V.a irgendeine Form von Epilepsie.

Dabei würde z.B die Temporallappenepilepsie wirklich wie die Faust aufs Auge passen.

Lyrica ist der Nachfolger des Gabapentins, bisher vertrage ich es prima und ohne jede Nebenwirkung, heute ist Tag 8.

Bin immer noch bei 75mg und soll eig ab morgen 75-0-75 nehmen, aber ich denke, ich lass mir noch ein bisschen länger Zeit..

Evtl soll ich nochmal in einem Epizentrum vorstellig werden, mal schauen...

fdrUeefa%ll1


Update: ich nehme jetzt seit über zwei Wochen 75mg Pregabador. Nach dem Praktikum nächste Woche werde ich aufdosieren. Hab beschlossen, mir ganz lang Zeit zu lassen.

Nebenwirkungen habe ich bisher keine. Ich bin weder müde, noch in irgendeiner Form neben der Spur. Meine Träume haben sich nicht verändert und ich habe keine Heißhungerattacken. Gangstörungen und Missempfindungen habe ich auch nicht.

Dafür:

- stolper ich viel weniger beim Spazierengehen

- bin ich VIEL ruhiger

- ist mein Kopf viel ruhiger

- habe ich weniger Angst (in der letzten Zeit habe ich so gut wie alle Situationen, in denen ich diese Anfälle hatte, immer versucht zu meiden, hatte regelrecht Panik davor, die ist schon kleiner geworden)

- grübel ich weniger

--> FAZIT: ich weiß, dass ich auf jeden Fall noch etwas mehr brauche, aber das, was ich bisher an Wirkung spüre, ist ein toller Anfang in die richtige Richtung und ich werde mich auf jeden Fall weiter darauf einlassen :)

fpreUefalxl1


Mittlerweile nehme ich seit fast zwei Monaten dieses Medikament und was soll ich sagen: es ist toll!

Weil ich sehr langsam eindosiert habe, bin ich mittlerweile bei 150mg/Tag.

Einzige Nebenwirkung: etwas Müdigkeit, aber nur bei Dosiserhöhung. Dann nicht mehr. Sonst alles super..

Top Blutwerte :) meine körperliche Kraft ist zurückgekehrt, ich kann mich besser konzentrieren, meine Anfälle und die Angst davor sind leichter, manchmal hab ich dieses Vorgefühl, aber es bricht nicht mehr so stark aus..es ist, als würde es "gebremst"..

Also bis jetzt bin ich sehr zufrieden :)

fyree#falWl1


Edit: immer noch bei 150mg.

Wenn ich auf regelmäßig Schlaf achte, hab ich nichtmal Auren.

Das ist wunderbar! :)

txoWmine


liebe freefall1,

ich habe keine Ahnung vom Thema, aber du hörst dich so gut an! :)=

ich wünsche dir weiterhin das beste für dich :)*

tomine

f[reefaxll1


Vielen Dank, das ist sehr lieb von dir! :)

:)_

H-iruatCa


Hallo Freefall1,

ich leide bereits seit über 20 Jahren an einem Anfallsleiden ähnlich fokaler Epilepsie.

Auch bei mir wurde dies bis vor ca. 1 Jahr als Depression mit Panikattacken behandelt.

Ich war in den letzten Monaten dann eher in neurologischer Behandlung, u.a. auch in der Bonner Epileptologie.

Seit heute nehme ich nun ebenfalls Pregabalin.

Könntest Du noch mal ein Update geben? Wie geht es Dir mittlerweile mit diesem Medikament?

Danke und Gruß

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