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Seit Monaten benommenes Gefühl, als wäre ich betrunken

W{estLborn hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen!

Ich wende mich an euch in der Hoffnung dass jemand vielleicht ein ähnliches Problem hat/hatte und mir helfen kann.

Seit nun etwa 2 Monaten leide ich an einem Gefühl dass permanentem Suff ähnelt. Hier sind spezifische Sympthome die mir aufgefallen sind, ich bin 21 Jahre alt und männlich:

- Alles scheint verzögert zu sein, Intensität varriert stark von merklicher Verzögerung bis hin zu 3 Sekunden

- Es dauert etwas länger Dinge zu realisieren

- Manchmal Orientierungslosigkeit, meine Augen verlieren sich

- Ich kann Dinge schlecht "fokusieren", zum Beispiel einen spezifischen Punkt auf dem Bildschirm. Normalerweiße würde ich diesen Punkt sofort finden, jetzt dauert der Prozess eine Weile.

- Manchmal trete ich weg, schweife ab in der Mitte einer Unterhaltung

- Konzentrationsschwierigkeiten

Das Ganze hat mit einer Art Anfall begonnen, was sich wie gesagt vor etwa 2 Monaten abgespielt hat. Abends, kurz vor Bettzeit, bekam ich einen grellen Tinnitus auf dem rechten Ohr, mir wurde schwindelig und mein Ohr fühlte sich an als wäre es mit Watte gefüllt.

Ich bin ins Bett gegangen, habe geschlafen und am nächsten Morgen war alles wieder gut. Am folgenden Tag wachte ich auf und dieser "Schwindel" war von da an permanent da. Ich bekam im Verlauf der ersten 3 Wochen zwei ziemlich heftige Migräneanfälle, ebensfalls auf der rechten Seite. Aura links, Schmerzen rechts. Normalerweiße bekomme ich eine Migräne pro Jahr, immer kurz vor Weihnachten.

Da wurde es mir zu bunt und mir wurde langsam klar dass sich das Problem wahrscheinlich nicht mehr von alleine löst und habe einen Termin bei unserem lokalen Osteopathen ausgemacht. Zwei Wirbel waren verrenkt, ein Hüftgelenk war falsch und eine Blockade im Nacken hatte ich.

Danach ging es mir zwei Tage sehr gut. Im Vergleich zu vorher keine Beschwerden (was auch ein Fehlschluss sein könnte, da die Beschwerden zuvor wirklich schlimm waren). Dann kam das Problem wieder, nur leichter.

Eine weitere Änderung im Verhalten der Sympthome trat auf, und zwar wache ich morgens auf und es ist sehr mild, über die normale Schläfrigkeit nicht zu bemerken. Über den Verlauf des Tages wird es wieder schlimmer und schlimmer, bis es Abends bzw. Nachts zu seinem Höhepunkt kommt. Sehr starke Verzögerungen, es ist als würde ich mich selbst beobachten. Alles kommt später an. Extrem gruselig.

Und ja, das ist der momentane Stand der Dinge. Ich weiß nicht weiter. Hier ist noch meine medizinische Vorgeschichte die einen Einfluss haben könnte:

- Behandlung von Riss in der Membran des rechten Ohres mit Betahistindimesilat; erster Anfall geschah am ersten Tag nach Reduzierung des Medikaments

- Steißbeinfistel OP im April 2014, offene Wundheilung am Ansatz der Wirbelsäule

- Weisheitszähne noch vorhanden, momentan am Auswachsen

- Laktoseintolleranz in Kindheit, hat sich gegeben, trinke Milch nur im Kaffee

Falls jemand auch nur eine Idee hat um was es sich hierbei handeln könnte, ich lege euch die Welt zu Füßen. Dieser Zustand raubt mir die Freude am Leben, ich wache jeden Tag auf und denke mir dass der Spuck endlich vorbei ist nur um direkt wieder niedergeschmettert zu werden.

Und dazu, nein, es ist nicht psychologisch bedingt. Ich bin ein geistig und emotional sehr stabiler und eigentlich glücklicher Mensch. Eine Bekannte meiner Mutter meinte es könnte eine Depression sein, das ist definitiv nicht der Fall.

Ich hoffe ein Engel schneit vorbei.

Vielen Lieben Dank und Grüße an euch alle

Antworten
J%aKn74


Da würd ich aber mal dringend zum Neurologen gehen, vor allem wegen der Art, wie das ganze Anfing (Tinnitus-Anfall, Schwindel). Vielleicht hat das was mit Durchblutungsstörungen im Hirn oder irgendwo anders am Kopf zu tun?

W&estb orxn


Hallo Jan

Das werde ich definitiv tun sobald ich die Zeit dafür finde, bin momentan recht eingespannt.

Das Seltsame ist dass die Sympthome manchmal komplett verschwinden, aber wenn dann nur für einen Tag. Hatte das 2 - 3 mal dass ich einfach einen halben Tag normal war, dann ist das Gefühl sehr plötzlich wiedergekommen.

Das schließt zum Glück schon mal solche schlimmen Sachen wie Gehirntumore aus.

Aber generell mit Durchblutungsstörungen etc. ist es ja eine ähnliche Geschichte, sobald ich schlafen gehe weiß ich dass die Sympthome morgen wieder weg sind aber über den Tag auftauchen.

Ich denke eher in Richting Wirbelsäule oder eine plötzliche Unverträglichkeit gegenüber einem gewissen Stoff den ich mein Leben lang problemlos konsumiert habe.

Es ist absolute Hilfslosigkeit

JLa3n74


Ich finde, Du solltest nicht "eingespannt" sein sondern das behandeln dieser Probleme sollte die oberste Priorität haben. Das lies sich etwas absurd, zumal ja gar nicht klar ist, ob das eventuell irgendwas gefährliches ist.

Ich kann mir kaum vorstellen dass sowas von der Wirbelsäule kommt aber ich kenn mich da auch nicht wirklich aus.

Sehr verdächtig ist halt auch, dass das so abrupt mit diesem markanten Ereignis (welches man durchaus als Vorbote eines Schlaganfalls sehen kann) anfing.

Also, meine Priorität wäre da ganz klar. Erst gründlich checken bevor ich mich wieder mit irgendeinem Alltagsstreß belaste.

WbeastboWrn


Ich werde ehrlich sein, ich habe furchtbare Angst vor Ärzten und Blutabnahme.

Es dauert immer eine Weile bevor ich mich zu einem Termin durchringen kann. Und ich denke in diesem Fall ist eine Blutabnahme unumgänglich, ich werde jedes Mal sofort ohnmächtig nachdem die Nadel aus meinem Arm ist.

Was ich vergessen habe zu erwähnen, seit dem ich beim Osteopathen war sind keine Migräneanfälle mehr aufgetreten. Das kombiniert mit der Linderung der Symthome lässt mich nachts noch halbwegs ruhig schlafen.

Aber ja, ich werde definitiv einen Termin ausmachen falls keiner der Ratschläge hier helfen

JUanx74


Diese Angst vor Ärzten kenne ich auch aber da hilft nix, da muss man durch.

Beim Neurologen wird man eher ein EEG machen und evtl ein Schädel MRT, das ist beides nicht mit Spritzen verbunden, soweit ich weiss.

Allerdings muss man Dich wohl mal rundum untersuchen.

Was soll man sagen, damit ist nicht zu spaßen, also pack es an.

Wsesstyborxn


Danke das werde ich auf jeden Fall machen, auch super dass du dir so spät noch Zeit genommen hast um mich zu ermutigen.

Ich bin auf jeden Fall noch gespannt was andere Nutzer hier zu berichten haben, meine Hoffnung liegt immer noch auf einem simplen Vitaminmangel oder sonst etwas.

Gute Nacht derweil!

J}an7x4


Also was ich wirklich sehr gut kenne ist rumeiern aus Angst vor Ärzten und nach Erklärungsmuster nach dem Prinzip "Ausschlussdiagnose" zu suchen um sich dem Problem so zu nähern. Aber das bringt wirklich alles nix, es hilft immer nur, sich der Angst zu stellen (die Angst wird dann irgendwann sogar zum eigentlichen Problem).

ich mein, man eiert wirklich wochen- und monatelang rum, zergrübelt sich das Hirn, leidet an der Sache an sich und wird immer paranoider, dabei ist die Lösung, lediglich einen kurzen Besuch beim Arzt hinter sich zu bringen. Menschliches Verhalten ist manchmal absurd.

Vielleicht hilft es auch einfach, zu wissen, dass man da nicht der einzige Schisshase ist. Geht zumindest noch mehr Leuten so.

Danke, Dir auch. Und halt uns auf dem Laufenden was Du hast.

L&uc7i3x2


Hallo,

es gibt auch Migräne ohne Kopfschmerzen.

Würde ebenfalls raten zur Neurologen zu gehen.

Es wird kein Blut abgenommen. Nur kurze neurologische Untersuchung und ggf. Überweisung zum MRT .

d:a]tscxha


Dadurch, dass es durch die Behandlung von einem Oesteopathen schonmal so gut wie weg war, ist doch klar, was es ist: irgendwas Mechanisches in der Wirbelsäule, wie es vorher auch war.

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