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Erschöpfungsdepression

a*ndi-andzi1976 hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich bin durch jahrelangen Arbeitstress an einer Erschöpfungsdepression erkrankt. Ich hatte wohl nicht bemerkt dass mir der Stress zuviel wird, erst als es zu spät war hab ich es eingesehen. Anfangs hatte ich in Stresssituationen Schwindelattacken, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Ohrensausen.......später wurde dies zu meinem Normalzustand.

Ich hatte alle möglich pflanzlichen Mittelchen probiert(Laif, Lasea, Neurexan,Bachblüten..) alles hatte nichts gebracht.

Erst ein Antidepressivum (Venlafaxin) hatte mir geholfen. Davon nahm ich 10 Wochen die kleinste Dosis(37,5mg)

und mir ginges es wieder besser teilweise auch richtig gut.

Parralel dazu hab ich begonnen Sport zu treiben, aber an meiner Arbeitssituation konnte ich nix ändern.

Ich hatte Anfang September das Antidepressivum abgesetzt weil ich dachte ich brauch es nicht mehr.

Ich kam auch die ersten 2-3 Wochen gut zurecht, nur dann fing es an dass es mir langsam wieder schlechter ging.

Gestern hab ich dann wieder begonnen das Antideprissivum zu nehmen, in der Hoffnung dass es mir wieder besser gehen wird.

Kann mir jemand sagen ob und wie es möglich ist ohne diesem Medikament zu leben?

Die Ärzte sagen ich soll Ausdauersport und progressive Muskelentspannung machen.

Aber leider hilft mir dass nicht

Antworten
HFansilneinchexn


Kann mir jemand sagen ob und wie es möglich ist ohne diesem Medikament zu leben?

Deiner Schilderung nach wäre es das Naheliegendste, Deine Arbeitssituation zu ändern.

Wie muß man sich das als Außenstehender vorstellen, daß Das nach Deiner Einschätzung unmöglich ist?

ZB durch Arbeitsplatzwechsel? Da Du im Job bist sollte das bei dem gegenwärtigen Arbeitsmarkt doch nicht völlig unmöglich sein. Alles Gute und laß Dich nicht fertigmachen.

nDajanUagut


Hallo andi, leider fürchte ich auch, dass das nicht so einfach wird.

Man sagt, dass man etwa 1/2 Jahr bis 1 Jahr ohne Symptome sein sollte, bevor man absetzt. Ich habe mich damals auch nicht daran gehalten und habe es deutlich bereut.

Was hat sich denn bisher an deiner Situation verändert? Typischerweise kommen ja viele Faktoren zusammen, bis jemand in einer Erschöpfungsdepression landet. Und um dort wieder rauszukommen, müssen eben die wesentlichen Faktoren geändert werden: einerseits vermutlich deine Einstellung zur Arbeit und deine Ansprüche an dich selbst, aber vermutlich eben auch die Ansprüche deiner Arbeit an dich. Nur mit Bachblüten und ein bisschen autogenem Training klappt das nicht. (Versteh mich nicht falsch, beides kann durchaus helfen, aber es langt halt eher nicht).

Smnak<ebunnxy007


Das schlimmste, was du hast machen können ,hast du getan ,die medis einfach abgesetzt ich leide selbst an schwer depressiven phasen und einer bipolaren störung, bin aber dabei langsam runter zu stufen, mein tipp: job wechsel und vll noch den wohnort.

a9ndiand]i1/97x6


@ Hansileinchen:

Ich hab nicht gesagt dass es unmöglich ist, ich hab lediglich nur noch nichts geändert an meiner Arbeitssituation. Mir fällt es schwer meinen Job zu wechseln oder in eine andere Firma zu gehen, da es mir eigentlich gut gefällt. Aber da es eben immer stressiger,hecktischer wird und der Termindruck immer extremer wird, habe ich wohl bald keine andere Wahl mehr als zu wechseln.

@ najanagut:

Meine Erschöpfungsdepression kommt ausschließlich von der Arbeit, privat ist alles bestens. Meinst du wenn ich mal ein Jahr lang das Medikament nehme, und mir es in der Zeit gut geht habe ich eine Chance nach dem Absetzen weiter in meinem jetzigen Beruf arbeiten zu können?? Ich bin 24 Jahre in der Firme, und eigentlich gefällt mir meine Arbeit. Klar, ich muss meine Einstellung ändern, aber wer kann mir dabei helfen? Ich nehme mir immer vor dass ich nicht jeden seine Wünsche erfülle, sondern eins nach dem anderen mache, und was nicht fertig wird bleibt halt liegen. Aber irgendwie schaffe ich das nicht, ich will immer alles fertig bekommen

Was hast du gemacht nachdem du zu früh abgesetzt hast?

PAlüsc>hbSi<est


Und einfach mal mit dem Chef oder dem Betriebsrat reden, ob und was geändert werden kann geht nicht? Du bist immerhin 24 Jahre dort. Dass bedeutet dass dein Chef deine Arbeit schätzt und mit dir zufrieden ist.

Wenn du auf Grund der Arbeitsbedingungen sowie wechseln willst, wäre ein Gespräch mit dem Chef bzw. dem Betriebsrat doch einen Versuch wert.

Pilüsclhbi0est


Eine Gesprächstherapie bei einem Psychologen könntest du machen.

Oder eine bezahlte Kur der Rentenversicherung zum Zwecke der Arbeitskrafterhaltung.

M3isssusMia


Es ist grundsätzlich keine gute Idee, ein Antidepressivum eigenmächtig ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt abzusetzen. Man sollte das Medikament auch vor allem nicht plötzlich komplett absetzen, sondern es langsam ausschleichen.

Ich habe wegen Depressionen jahrelang Citalopram genommen, obwohl das eigentlich "nur für ein paar Monate" und zur Überwindung des "schwarzen Lochs" gedacht war. Ich hatte mir das auch anders vorgestellt und mich mehr als einmal gefragt, ob ich nun für den Rest meines Lebens auf meine Spaßpillen angwiesen sein werde. Vor über einem Jahr habe ich das Medikament nach Rücksprache mit meinem Arzt ausgeschlichen, nachdem ich zuvor immer mal wieder die Einnahme vergessen und dennoch keinerlei Stimmungsschwankungen bemerkt habe. Manchmal dauert es eben einfach länger, bis sich eine nachhaltige Besserung einstellt.

Für Dich wäre es sicherlich nützlich, wenn Du zusätzlich zum Medikament das Problem noch von einer anderen Seite angehst. Also nicht nur die Folgen (sprich: Depression) behandeln, sondern die Ursache (Du scheinst Dich selbst sehr unter Druck zu setzen) zu erkennen und zu bekämpfen.

nIaja;naXguxt


Meinst du wenn ich mal ein Jahr lang das Medikament nehme, und mir es in der Zeit gut geht habe ich eine Chance nach dem Absetzen weiter in meinem jetzigen Beruf arbeiten zu können??

Vielleicht, vielleicht landest du aber auch genau in der gleichen Schei$e wieder, in der du dich jetzt befindest. Dein Problem beschreibst du ja selbst ganz deutlich:

Ich nehme mir immer vor dass ich nicht jeden seine Wünsche erfülle, sondern eins nach dem anderen mache, und was nicht fertig wird bleibt halt liegen. Aber irgendwie schaffe ich das nicht, ich will immer alles fertig bekommen

Warum?

Klingt blöd, ist aber ernst gemeint. Irgendetwas muss ja schief laufen, dass du dich so schlecht fühlst. Verstehst du den Mechanismus, der da abläuft? Dann such dir einen Punkt, wo du ihn unterbrechen kannst.

Was hast du gemacht nachdem du zu früh abgesetzt hast?

Mich beschissen gefühlt und es ignoriert.

Ich konnte aber glücklicherweise meine beiden großen Stressfaktoren loswerden Exmann => Scheidung und falscher Job => Wechsel,, deswegen gings nicht schief. Aber so richtig schlau war das nicht.

agndian\di197x6


Ich habe das Medikament Venlafaxin nicht einfach so abgesetzt. Ich bekam die Einstiegsdosies 37,5mg, und wenn ich es vertrage, wollten wir die Dosies soweit erhöhen bis es mir besser geht. Dies ist meist bei 150mg manchmal auch bis 300mg (Aussage meiner Ärztin) Aber mir ging es bei 37,5 schon wesentlich besser, dass wir garnicht erhöhen mussten. Als es mir 10 Wochen gut ging, hat meine Ärztin gemeint ich kann versuchen es wegzulassen.

Das hab ich dann gemacht. Mir ging es noch ca 3 Wochen gut, dann merkte ich dass es wieder abwärts ging.

Jetzt nehme ich es wieder, und hoffe dass es mir bald besser geht. Ich würde aber gerne ohne die Tabletten ein normales Leben führen können. Vielleicht brauche ich eine Psychotherapie, aber da hat man ja Wartezeiten von einem halben Jahr.

Die beste Lösung für mich wäre glaub ein anderer Job. Aber eigentlich gefällt er mir, und mit den Kollegen komm ich auch super aus. Aber er ist verdammt stressig.

Gibt es denn irgendwas oder jemanden der einem lernt mit Stress umzugehen?

Was haltet ihr von progressiver Muskelentspannung? (hilft nix bei mir).

L@uppox749


Gibt es denn irgendwas oder jemanden der einem lernt mit Stress umzugehen?

Ja, eine Psychotherapeut.

Je spezifischer die Ursache ist (in Deinem Fall wohl die Arbeitssituation), desto konkreter die Möglichkeiten einer Therapie - z.B. einer Verhaltenstherapie.

Ist halt etwas mittel- bis langfristiges und wem das Wort Psychotherapie nicht gefällt, der soll es halt "Coaching" nennen. ;-)

Bei den begleitenden Maßnahmen (z.B. Entspannung) tut jedem etwas anderes gut, das muss jeder für sich selbst herausfinden, da gibt es verschiedene Optionen.

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