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Wer kennt sich mit aufwachen nach einem künstlichen Koma aus?

Jruli-gSonnxe_ hat die Diskussion gestartet


Hallo,

die Freundin meines besten Freundes lag von Ende August bis zum 3. Oktober im künstlichen Koma. Seit dem 3. nicht mehr. Mittlerweile sind 10 Tage vergangen und sie zeigt keinerlei Reaktionen. Ist das noch normal?

Der Arzt meinte vor einigen Tagen, je länger ein künstliches Koma andauerte, umso länger kann es gehen, bis ein Patient davon erwacht. Ist das in diesem Zeitraum noch normal oder kann es bedeuten, dass etwas nicht stimmt?

Ich weiß jetzt nicht, ob das in der richtigen Rubrik eingestellt ist und ich hoffe, jemand kann mir Erfahrungsberichte mitgeben. Sie hatte starke innere Blutungen und ein Schädel-Hirn-Trauma.

Wer kann mehr dazu sagen? Die Ärzte halten sich sehr bedeckt.

Antworten
EUhem0aliger Nutze9r (#469$485x)


und ein Schädel-Hirn-Trauma.

aufgrund des SHT kann es auch sein, dass sie garnicht aufwacht. Kommt drauf an wie schwer das war, wo genau im Hirn es war und was halt dadurch geschädigt wurde.

ENhemalig8er Nuttzer 8(#467x193)


Ärzte halten sich sehr bedeckt

Das wird auch seinen Grund haben, nicht zuletzt weil die Freundin ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat. Da kann man, während des künstlichen Komas, schlecht abschätzen wie es um mögliche neurologische Schäden bestellt ist.

JuulHi-Sojnne_


Sie kann gar nicht mehr aufwachen? Mit so etwas habe ich jetzt nicht gerechnet, eher mit Folgeproblemen. Das SHT wurde mit einem Wert von 2-3 bewertet. Uns wurde gesagt, bei Grad 1 wäre es mit einer Bettruhe von ein paar Tagen getan. 2-3 ist da schon eine schwierige Sache, deswegen legten sie sie ins künstliche Koma. Wir hatten so gehofft, dass es ihr besser geht, weil sie das nicht mehr bekommt. Sie meinten, da sie noch jung ist, hätte sie bessere Chancen (27 oder 28 Jahre). Was das genau bedeutet, sagten sie uns nicht.

Jedenfalls danke ich auch für die ehrlichen Antworten.

C=omrxan


Juli-Sonne, das Koma ist eins der großen Rätsel und es ist sehr schwer, Prognosen zu geben. Leider ist das so, dass die Ärzte auch nicht sagen können, wie die Chancen stehen und wie schnell jemand aufwacht. Ich habe es bei meinem Onkel erlebt, Michael Schumacher ist ein prominentes Beispiel, genauso wie die Menschen, die manchmal nach Jahren noch aufwachen.

Ich fürchte, du musst einfach abwarten.

Das ist die Freundin deines besten Freunds, der gestorben ist, richtig?

Schlimm :°_ . Wenn sie aufwacht, wird sie eine schwere Zeit vor sich haben. Ich hoffe, sie hat ein starkes Umfeld und viel Unterstützung.

JUuli-%Sonne_


Comran, ja, um sie geht es.

Mir macht es wahnsinnige Angst. Doch das hilft ihr nicht weiter. Vielleicht meldet sich noch jemand, der ähnliches im Umfeld erlebt hat und kann etwas darüber schreiben. Mir ist klar, dass es ihr dann nicht genauso gehen muss aber so lange ohne Bewusstsein, da frage ich mich, ob sie gesund werden kann oder ob das mittlerweile ausgeschlossen ist.

Sie hat ein großes Umfeld. Ihr Familie und die Familie meines besten Freundes besuchen sie jeden Tag und auch ihre Freundinnen waren schon oft bei ihr.

L4ucIi'32


Grad 3 ist leider ernst.

Auch nach ein künstliche Koma werden Meds noch verabreicht, sonst können Patienten die Schläuche rausreißen. Kann dazu beitragen, dass sie langsamer wach wird.

Prognose: bei Hirnverletzungen hält man sich immer bedeckt. Warum? Weil man keine Prognose stellen kann. Ist noch viel zu früh. Erst müssen x Tests laufen und dann mehrfach über Wochen wiederholt werden - medizinisch sowie neuropsychologisch. Bei schwere Fälle wie dieses kann man vermutlich erst in 3 Monaten eine konkrete Aussage machen.

Erste Hinweise kann ein EEG geben aber dann darf keine Beruhigungsmittel oder andere Psychopharmaka in die Woche vorher gegeben werden (verfälschen).

Sonst MRT und sehen welche Strukturen betroffen sind. Dann kann man eine grobe Einschätzung geben, aber hier ist das Problem, dass es Fälle gibt wo das MRT katastrophal aussieht aber Patient verhältnismäßig wenige Beeinträchtigungen oder MRTs wobei wenig Schaden zu sehen ist, jedoch massive Beeinträchtigungen gegeben sind.

Hirnverletzungen und die Folgen sind sehr unvorhersehbar.

Jougli-S onnex_


Vielen Dank Luci für die genaue Beschreibung. Sie schwankt zwischen 2 und 3. Geduld ist da wohl angebracht, verunsichert aber extrem. Ist es nicht zu lang, dass sie einen Monat im künstlichen Koma lag und jetzt nach 11 Tagen immer noch keinerlei Reaktionen zeigt? Kann sie dennoch gesund werden?

E\hemalige~r Nutzoer7 (#4671x93)


Lang ist bei SHT-Patienten leider relativ.

Kann sie dennoch gesund werden?

Das wird dir hier niemand seriös beantworten können und auch die behandelnden Ärzte werden da vorsichtig sein, sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Vor allem ist die Frage, was man als 'gesund' definiert.

cKriecIharlixe


Meine Schwager wurde in eine künstliches Koma versetzt, nachdem ihm eine Metallstange an die Wirbelsäule gebohrt und sein Kopf wieder fest auf der Schulter verdrahtet wurde.

Ab Zeitpunkt der Ausschleichung der Medikamente ist er wieder aufgewacht.

E9hemalig1er N4utze9r (#e469l485x)


Kann sie dennoch gesund werden?

Es ist von ziemlich gesund bis Wachkoma alles möglich. Man kann bei SHT leider keinerlei Prognose stellen.

Ich hab schon Patienten mit SHT erlebt, da ist man von den Untersuchungsergebnissen her davon ausgegangen dass der Patient wieder gesund wird und er blieb im Wachkoma.

Abdererseits hab ich schon Patienten erlebt, da ging man davon aus, dass sie im Wachkoma bleiben werden und die stehen wieder im Berufsleben.

Sie haben zwar zum Teil körperliche Einschränkungen behalten, können aber arbeiten.

Man kann da wirklich nix pauschal zu sagen.

EAhemalig*er N>utsz_er x(#469485)


Meine Schwager wurde in eine künstliches Koma versetzt, nachdem ihm eine Metallstange an die Wirbelsäule gebohrt und sein Kopf wieder fest auf der Schulter verdrahtet wurde.

Ab Zeitpunkt der Ausschleichung der Medikamente ist er wieder aufgewacht.

Das kann man jetzt mit dem künstl. Koma eines Schädel-Hirn-Patienten nicht vergleichen. Bei Deinem Schwager lag ja wohl keine Schädel-Hirn-Verletzung vor.

IJsabe_lxl


Ich hatte einen solchen Fall in der Familie vor einigen Jahren. Auch aufgrund eines SHTs, bzw. auch doppelten Schädelbasisbruch (incl. einer 6-stündigen Op aufgrund eines Haarisses am Stirnknochen). Danach 6 Wochen künstliches Koma.

Wie hier schon gesagt wurde: Prognosen sind unmöglich. Kein Arzt konnte auch nur annähernd sagen welche Schäden letztendlich zurückbleiben oder ob überhaupt.

Wir hatten Glück. Die Person wurde aus dem Koma geholt und war/blieb wach.

Erst konnte sie noch nicht sprechen, wegen dem Luftröhrenschnitt, doch wenige Tage später ging es dann wieder.

Sie war erst sehr verwirrt, brachte Träume und Realität noch nicht wirklich auseinanderhalten. Doch das ist laut den Ärzten völlig normal, da der Patient eben zu lange von der Realität völlig abgeschnitten war (kennt man ja selber in Sekundenphasen nach dem Aufwachen manchmal, dass man verwirrt ist, in solchen Fällen dauert es dann eben dementsprechend länger bis es wieder nachlässt).

Sie kam aber recht schnell wieder auf die Beine (also auch geistig) und hat bis auf Epilepsiegefahr (hier gibt es Medikamente) und Verlust des Geruchssinnes nichts zurück behalten. Doch, ein paar Dinge aus der Vergangenheit sind weg, kann sie sich nicht mehr dran erinnern, das ist aber nicht massiv.

Also wie gesagt, sie hatte sehr großes Glück - weitere 6 Wochen später, nach Reha, war sie schon wieder (fast) die Alte.

Die Ärzte haben aber auch damals zu uns gesagt, dass es nach dem Ausleiten des künstlichen Komas sein kann, dass sie nicht sofort aufwacht, das könne eine Zeit dauern. Bei ihr ging es schnell - bei Anderen dauert es länger.

Es ist schlimm in so einem Schwebezustand zu sein als nahestehender Mensch, ich fühle da absolut mit Dir. Diese 6 Wochen waren echt schlimm, weil man ja gar nichts wußte, nichts absehen konnte.

Ich drücke Dir (Deiner Freundin) ganz feste die Daumen :)*

cJriec>ha7rlie


Das weiß ich auch,

:|N

deswegen habe ich hinsichtlich der Vergleichbarkeit die OP dazu geschrieben.

Es ging um der TE um Erfahrungen mit dem künstlichen Koma.

Die Tatsache, dass mein Schwager im selbigen lag OHNE S-H-T und danach sofort wieder wach war,

könnte ein Hinweis sein für die Beantwortung ihrer Frage:

Der Arzt meinte vor einigen Tagen, je länger ein künstliches Koma andauerte, umso länger kann es gehen, bis ein Patient davon erwacht. Ist das in diesem Zeitraum noch normal oder kann es bedeuten, dass etwas nicht stimmt?

nämlich: nein, 10 Tage reaktionslos sind bei "nur" künstlichem Koma nicht "normal",

da der Aspekt des S-H-T mehr wiegt als die Tatsache des künstlichen Komas,

auf das die TE ja in der Frage eigentlich den Schwerpunkt gelegt hatte.

J&uli-Snonnex_


Lieben Dank an euch.

Criecharlie, müssen wir also damit rechnen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist mit ihr?

Kramuri, mit gesund meinte ich den Zustand, der vor dem Unfall da war.

Joker91, dann bleibt wirklich nur abzuwarten, so schwer es auch fällt.

Isabell, dir auch lieben Dank, das lässt hoffen.

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