» »

Depression, Burnout?

Hfannix2013 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen.

Ich habe jetzt schon stunden hier verbracht und mir jegliche Beiträge über diese Themen durchgelesen. Aber ich will es irgendwie nicht Glauben das es bei mir so sein könnte. Viele schreiben ein paar von den Symptomen auf und beim nächsten Beitrag denke ich mir ohje das trifft nun auch noch zu. Ich will keinen Nerven mit meiner Lebensgeschichte. Von daher am besten jetzt zum nächsten Beitrag übergehen :)

Da fängt es auch schon an. Ich versuche es immer allen recht zu machen. Oft falle ich damit auf die Schnauze ...kann es aber nicht abstellen.

Um mal weiter vorne anzufangen.

Ich bin gelernte Bürokauffrau und festangestellt in einem großen deutschen Finanzdienstleistungsunternehmen.

Zudem bin ich Nichtraucher und trinke ganz selten Alkohol. Vor drei Jahren wurde ich krank. Lange wusste man nicht was los ist, man hat mich mit Antibiotikum vollgestopft und leider erst aufgrund extremer! Gewichtszunahme sich endlich dazu aufgerafft sich doch mal mit mir zu befassen und durchzuchecken. Es stellte sich heraus dass ich einen Tumor in Tennisball Größe im Hals hatte, dieser wurde entfernt, war gutartig und hinterließ eine riesen Narbe am Hals. Darauf folgten zwei weitere welche ebenfalls im Abstand von 6 Monaten und einem Jahr raus operiert wurden. Es hieß, dass die Stelle an welcher die Tumore saßen meine Schilddrüse beeinträchtigt haben und daher die Gewichtszunahme kam aber darum geht es nicht. Ich kann damit Leben und habe von meiner Krankenkasse eine Person zur Unterstützung gestellt bekommen welche mir dabei helfen soll davon wieder weg zu Kommen. Da ist aber der nächste Punkt. Ich mache mir zuhause nur Gedanken ums abnehmen. Ich sah ja früher nicht so aus. Ich gehe ungerne weg weil da gegessen wird. Habe auch keinerlei Selbstbewusstsein weil ich mich selbst so hässlich finde.

Aber das sind nur Kleinigkeiten. Ich kann damit Leben. Will nur alle Hintergründe schildern. Am härtesten fordert mich mein Job. Nicht selten bin ich dort 10 Stunden am Tag. Ich habe ziemlich hochgesetzte vorgegebene Ziele welche ich zu erreichen habe. Schaffe ich, mach ich halt Überstunden. Das mache ich jetzt in diesem Ausmaß seit einem Jahr durchgehend. Nur wochenweise Urlaub, das typische Gefühl ich kann ja nicht drei Wochen in Urlaub gehen, wie soll man ohne mich klarkommen. Ich weiß. Ist quatsch. Unterbewusstsein denkt aber so. Jetzt habe ich eine neue Aufgabe bekommen, die finde ich super. Etwas was ich total gerne mache. Problem daran ? Das andere wurde dafür nicht weniger. Mach also nun beides. Bin inzwischen kurz davor zu Versagen. Neuerdings gibt es Tage an denen ich Arbeit bis zum nächsten Tag liegen lasse. Ich kann einfach nicht mehr. Ich sitze manchmal 5 min regungslos vor meiner Arbeit und weiß nicht was ich tun muss, obwohl ich es schon hundert mal gemacht habe. Mein Freund ist selbstständig und für diesen schreibe ich alle paar Tage seine Rechnungen. Ist nicht schlimm und nicht schwer. Aber inzwischen schaffe ich es nicht mehr 19%umsatzsteuer rauszurechnen. Es geht einfach nicht. Mein Kopf macht zu. Als wäre plötzlich stille da oben. Ich kann nicht mehr denken. Geschweige denn rechnen. Selbst das kleine Einmaleins treibt mich an grenzen. Dabei war ich immer gut in Mathe.

Abends wenn ich nach Hause komme koche ich noch etwas für uns. (Habe in keinsterweise auf irgendwas Appetit) Mein Freund isst zum Glück auch meine gesunden Sachen und unterstütz mich bei allem. Danach geht's nur noch aufs Sofa ... Und dann ? Dann heule ich. Einfach so. In dem Moment grundlos. Es überkommt mich einfach. Danach geht es mir etwas besser. Dann schlafe ich auf dem Sofa ein, mein Freund weckt mich und wir gehen schlafen. Aber ich kann nicht mehr schlafen. Stundenlang liege ich wach. Wenn ich einschlafe, werde ich stündlich wach. Stehe schon um 5 dann auf und bin um 6 auf der Arbeit. Auf der Arbeit todmüde trotz stresslevel auf 110% . Danach wieder der gleiche Ablauf.

Dann werde ich krank, gehe aber nicht zum Arzt. Habe ein schlechtes Gewissen. Gegenüber meinem Arbeitgeber und den Personen für die ich verantwortlich bin. Lasse mich daher nicht krankschreiben. Habe auch Angst man denkt ich mache blau. Dabei habe ich eine sehr geringe Krankheitsrate. Das macht mich nur noch kranker bis zu dem Punkt dass man mich von der Arbeit aus zwanghaft zum Arzt schickt welcher mich für eine Woche aussetzen lässt. In dieser Woche kümmern ich mich per Email dass doch alles rund läuft und schalte nie ab.

Kann mich aber dennoch nicht konzentrieren...

Die Gedanken 'am besten sollte ich von der nächsten Brücke springen' sehe ich nicht als suizidgedanken sondern für mich ist das eher etwas was seit ich denken kann in meinem Kopf rumschrieet wenn was nicht so läuft wie ich mir das vorstelle. Ich weiß das ich das nie tun würde. Dafür verabscheue ich Selbstmörder viel zu sehr. Auch wenn ich verstärkt daran gedacht habe als ich im März mein geliebtes Pferd nach 12 Jahren Freundschaft wegen Krankheiten aufgrund Altersschwäche einschläfern lassen musste als es kein Ausweg mehr gab. Aber auch das habe ich überstanden.

Schlimme und bedrückender finde ich dieses Gefühl den Boden unter den Füßen zu verlieren. Angst es bald nicht mehr alles zu schaffen. Angst davor dafür auf der Arbeit als unfähig abgestempelt zu werden.

Angst meine Freunde zu verlieren weil sie denken ich habe keine Interesse mehr an Ihnen weil mir einfach die kraft fehlt Abends noch zu telefonieren oder am Wochenende etwas zu unternehmen.

Meine Familie wohnt 200 km weit weg da ich für die Arbeit weggezogen bin. Es fehlt mir die mal kurz rüber gehen Situation.

Ich schreibe das hier weil ich mich

Nicht traue einem Therapeuten gegenüber zu sitzen und jemandem das ins Gesicht zu erzählen. Ich habe dann das Gefühl ich hab meinen Vater vor mir der sagen wird stell dich nicht so an.

Stell dich nicht so an, das sage ich mir auch jeden morgen. Aber ich kann nicht mehr. Ich bin fertig. Aber das schaffe ich nur online einzugestehen. Morgen geht es weiter. Ich weiß nicht wie es enden wird. Ich weiß nicht ob das schon lange eine Depression ist, denn ich verstehe darunter eigentlich deprimiert zu sein. Und das bin ich prinzipiell nicht. Und burn out ? Keine Ahnung. Ich denke burnout wird erst am Ende von meinem weg warten. Ich vermute wenn man das hat dann schafft man es nicht mehr morgens zu sagen stell dich nicht so an.

Das schlimmste ist... Ich habe einen soooo großen Kinderwunsch. Ich nehme schon seit 1,5 Jahren keine Pille mehr. Vor 1,5 Jahren ging es mir ja auch noch super. Aber in meinem jetzigen Gemütszustand Frage ich mich ob man das einem Kind antun sollte ? Oder aber vielleicht bin ich danach der glücklichste Mensch der Welt . . .

Was ich mir hier erwarte? Ganz ehrlich? Am liebsten dass man mir sagt dass das was ich beschreibe das normale Leben ist. Das ich da durch muss. Dass dieses Päckchen jeder trägt und damit klar kommt. Denn es gibt Menschen die haben ein viel schwereres Leben. Sind todkrank, werden misshandelt, müssen fliehen etc. Uns geht's doch eigentlich gut .

Angst habe ich davor dass man mir sagt nein das ist nicht normal. Geh zum Arzt such dir Hilfe.

Ich werde mir eure Antworten zu Herzen nehmen. Und hoffe das überhaupt jemand zuende gelesen hat und mir seine Meinung geigt. Auch wenn dieses Thema hier schon oft diskutiert wurde. Man denkt bei sich selbst immer es ist was anderes.

Ich bitte meine Rechtschreibung zu ignorieren. Ich habe einfach geschrieben. Nicht nachgedacht. Denn ich kann nicht denken im Moment.

Ganz viele liebe Grüße

Hanni

Antworten
BWremJensxie


Hallo Hanni,

wie dein nächster Schritt auszusehen hat die Frage hast du dir ja selbst schon beantwortet. Nämlich ab zum Arzt bevor du ganz zusammenklappst. Denn ich glaube das du ohne ärztliche Hilfe den Stressabbau nicht in den Griff bekommst. Und für eine Weile geht es auch ohne dich auf der Arbeit weiter.

In deiner jetzigen Situation ein Kind zu bekommen halte ich persönlich nicht für richtig. Will dein Freund auch ein Kind?

Zum Thema Therapeuten. Vielleicht kommst du ja besser mit einer Therapeutin klar. Und kein Therapeut/in würde in deiner Situation zu dir sagen: Stell dich nicht so an.

HOanni20x13


Hey.

Die Befürchtung das ein Therapeut das sagen könnte habe ich weil ich mir nicht sicher war ob ich es vielleicht einfach extremer sehe als es wirklich ist. Aber du sagst auch ich sollte es tun. Es ist sicher besser. Ich muss mich nur irgendwie dazu durchringen. :-/

Ja er will auch ein Kind. Wir haben alles was wir brauchen. Sichere Jobs, ausreichend Geld, ein freies Zimmer, da wir die Wohnung mit Aussicht auf ein Kind gewählt haben und den Wunsch. Ich vielleicht ein bisschen zu viel. Aber Es war alles ideal. Bis zu dem Punkt das ich angefangen habe mich so zu fühlen. Und meine beste Beschreibung dazu bleibt einfach nicht mehr denken zu können ...

Ich weiß es auch nicht. Ich traue mich nicht irgendwo anzurufen. Und dann muss ich sicher 6 mon auf einen Termin warten :(

ayndiYand@i1976


Hallo Hanni

Ich kann dich voll verstehen da es mir ähnlich geht, bzw ging, hinsichtilich der Probleme mit Arbeitsstress.

Meiner Meinung hat sich bei dir durch deinen langjähringen Stress (Krankheit, Arbeit, Kinderwunsch) mehr Stress aufgebaut wie du abbauen konntest.

Ich war ein halbes Jahr in Behandlung bei meinem Hausarzt weil ich bei einem Psychologen ewig auf einen Termin warten musste. In der Zeit habe ich sämtliche Mittelchen ausprobiert die gegen Stress helfen sollten, und auch angefangen Sport zu treiben und progressive Muskelentspannung.

Was mir letztentlich geholfen hat war ein Antidepressivum (Venlafaxin) dass mir dann der Psychologe verschrieben hat.

Ich hab mich lange gewehrt sowas zu nehmen, aber irgendwann hab ich eingesehen dass es ohne einfach nicht geht.

Ich hatte die Möglichkeit Tabletten zu schlucken und ein schönes Leben zu führen, oder nix zu nehmen und jeden Tag mit Schwindel Kopfschmerzen, innerer Unruhe zu leben, und nur fix und fertig am Sofa zu liegen.

Ich habe mich für die Tabletten entschieden, und mir geht es gut, somit hab ich die Kraft was in meinem Leben zu ändern, um irgendwann wieder von dem Antidepressivum wegzukommen.

L>upo7k49


Angst habe ich davor dass man mir sagt nein das ist nicht normal. Geh zum Arzt such dir Hilfe.

Warum Angst davor ? Wenn Du körperliche Beschwerden - gleich welcher Art - hast, lässt Du diese doch auch professionell behandeln.

Ich glaube, bei Dir kommt einfach gerade vieles zusammen und irgendwann ist halt das Fass voll - das sind ganz klar depressive Anzeichen oder von mir aus auch ein "Burnout".

Damit bist Du ganz sich nicht alleine auf der Welt und schämen braucht man sich deswegen bestimmt nicht - auch wenn es Menschen gibt, denen es objektiv betrachtet "schlechter" geht.

Und - ein Psychotherapeut wird ganz bestimmt nicht reagieren wie Dein Vater (bzw. Du selbst ;-) ). Deshalb gibt's die ja, weil Sie eben nicht so reagieren wie das persönliche Umfeld, was irgendwann einfach überfordert ist.

Ich kann Dir nur raten, Dir so schnell wie möglich Hilfe zu suchen, weil die Chancen auf Heilung dann einfach besser stehen.

:)*

Hmannir201x3


Hey. Danke für deine Antwort. Ich wusste nicht, dass der Hausarzt sowas auch verschreiben kann. Aber wie du schon sagst. Um so Tabletten zu nehmen muss man erstmal über so ne Hemmschwelle drüber :/

Das mit der muskelentspannung muss ich mal googlen. Das kenne ich bisher noch nicht. Und ich suche dringen etwas zum mal nebenbei runter zu kommen.

Ich bin morgen wieder bei meiner ernährungsberaterin. Vll sollte ich sie mal etwas darin einweihen :-/

Danke und viele Grüße Hanni

HUann?i2`01x3


Hey Lupo.

Ja ich weiß ja :-(

Das ist das dumme. Eigentlich ist mir das alles total klar. Ich bin generell ein ziemlich realistischer und abgeklärter Mensch. Aber jetzt im Moment setzt es bei diesem Thema einfach aus ...

Wie sollte ich das dann angehen? Kann man einfach in so einer Praxis anrufen und sich nen Termin geben lassen ? Und muss man einen Therapeuten nicht stundenweise selbst bezahlen ?

Wahrscheinlich brauche ich nen Attest oder sowas vom Arzt .... Dann muss ich es ja noch einer Person erzählen :( ....

L6upBo7439


Dann muss ich es ja noch einer Person erzählen :( ....

Das kann auch verdammt gut tun, das alles jemand zu erzählen und Du wirst Dich wundern, wie viele Leidensgenossen es gibt.

Ich war in psychosomatischer Reha - da war vom Bankdirektor bis zum Unternehmer alles vertreten und es war überhaupt kein Problem, seine Geschichte zu erzählen, weil niemand war "zufällig" dort. ;-)

Wäre schon gut, wenn ein Arzt (Hausarzt oder Neurologe/Psychiater) das ganz etwas koordiniert, aber theoretisch kannst Du auch die Liste der Therapeuten (gibts bei Deiner KK) abklappern und bis zu 5 Probesitzungen machen - danach werden dann 15 oder 20 Sitzungen bei der KK beantragt.

Hwanni42001x3


Hey.

Ich habe nun mit meiner Ernährungsberaterin gesprochen ... Es stellte sich heraus dass sie auch Psychologie studiert hat :-o

Das Ferne liegt doch manchmal so nah ....

Sie hat gesagt wir werden uns darum kümmern.

Ich danke für eure Antworten und hoffe das es nun bergauf geht.

Lg

Hanni

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Neurologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Borreliose


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH