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Schlaganfall-erst nach ca.9 bis 10 Stunden gefunden

cKo:mprse?ndxre hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Vater hatte einen schweren Schlaganfall und man hat ihn erst nach ca10 Stunden gefunden. Meine Frage da ja die ersten 4Stunden zählen, bestehen trotzdem noch Chancen, dass er ein halbwegs normales Leben fürhren kann?

Wer hatte so einen ähnlichen Fall, der berichten könnte?

Antworten
L?ucsi32


Die erste 4 Stunden zählen, weil die Kettenreaktion nach den Schlaganfall abgebremst werden kann.

Was noch zu Prognose zählt, ist wo im Gehirn der Schlaganfall passiert ist, wie groß es war, welche Krankheiten vorher bestand, Alter usw. Ob bewusstlos danach...

Prognose kann man ggf. erst nach ca. 3 Monaten bei schwere Schläganfälle stellen. Ich habe Fälle erlebt, die überraschend gut ausgegangen sind.

RmalYph_xHH


Beim Schlaganfall sterben Teile des Gehirns. Je länger das unbehandelt bleibt, desto mehr kann absterben. Dadurch entstehen schwere Behinderungen. Erinnerung, Sprache, Motorik, je nachdem. Bis zum Tod. Überlebt der Patient das, geht es in die Reha. Andere Teile des Gehirns lernen, die Funktionen zu übernehmen. Je grösser der unbeschädigte Bereich ist, desto leichter geht das und in jungen Jahren ist das einfacher als bei alten Menschen. Bei einem schweren Schlaganfall in hohem Alter ist die Hoffnung klein. Aber Wunder gibt es immer wieder. Eine grosse Rolle dabei spielt die Familie bzw. das soziale Umfeld, die die Wiederherstellung diverser Funktionen wie der Sprache viel intensiver trainieren können, als das beispielsweise eine Logopädin kann, die den Patienten 1x die Woche für eine knappe Stunde sieht.

cRomprexndre


Also von den Vorerkrankungen her, gab es jetzt nicht auffälliges und mit 62 ist es ja auch noch kein hohes Alter. Es war ein starker Schlaganfall der wohl die rechte Hirnhälfte zerstörte.

Die rechte Seite ist gelähmt und das Sprechen klappt leider nicht. Warnemungen sind wohl gegeben.

J@unge \Ber,gfee


Ich persönlich glaube, dass nicht nur die Zeit ausschlagebend ist, sondern auch Faktoren wie Alter, Raucher, Alkoholiker usw.

Als meine damals 88jährige Oma einen SA hatte, waren wir dabei, haben sofort die Rettung verständigt, die 45min auf sich warten ließ, trotz mehrfacher Urgenz. Die rechte Seite ist bis heut, fünf Jahre danach, beeinträchtigt, das schieb ich persönlich aber aufs Alter.

Daaf"ena


Meine Mutter hatte vor 3 Jahren einen schweren SA und wurde auch nach etwa 9-10 Stunden vom Pflegedienst Bewusstlos und mit Krämpfen gefunden. (60 Jahre jung).

Alle 3 Gehirnregionen waren stark betroffen, wahrnehmung, Sprache, Motorik nichts war mehr da. Sie konnte nur noch die Rechte Körperhälfte bewegen und wurde künstlich Ernährt.

Im Krankenhaus machte sie einige Fortschritte, aber in der Reha hat sie leider Rückschritte gemacht und alles verlernt.

Haben denn die Ärzte noch nichts gesagt? Kann mir gut vorstellen, dass nach dieser Zeitspanne keine 100%ige Genesung mehr erfolgen kann, aber kommt sicher auch auf den Typ an. Wie schon geschrieben wurde. Raucher, Vorerkrankungen etc.

Ich wünsche dir für diese Schwere Zeit sehr viel Kraft und hoffe sehr, dass du nicht alleine bist in dieser Hilflosen Situation

EThemal7igerh Nutzer (#4j6948x5)


Es war ein starker Schlaganfall der wohl die rechte Hirnhälfte zerstörte.

Die rechte Seite ist gelähmt

Dann ist die linke Hirnhälfte betroffen.

Prognosen kann man bei Schädel-Hirn-Erkrankungen leider nie stellen. Wichtig ist so schnell wie möglich in eine entsprechende, neurologische, auf Frührehabilitation spezialisierte Rehaklinik, sobald er transportfähig ist.

c,omprenYdre


Er wurde operiert, um die Anschwellung des Hirns zu entspannen. Nun ist das Problem, dass er aus dem künstlichen Komar nicht aufwacht.

BIeautif9ulDaxy89


Mein Opa hatte 2002 einen Schlaganfall. Er lebte alleine und ist nach dem Duschen zusammengebrochen und lag 12 Stunden nackt auf dem Boden bis ihn jemand gefunden hatte... Er hatte bis da immer sehr gesund gelebt.. War weder Raucher noch Trinker und hat sich immer viel bewegt und war sehr selbständig. Beim SA war er 70 Jahre alt.

Bei ihm hat es schwere Schäden hinterlassen. Seine linke Seite war taub und er hatte von da an grösste Mühe zu sprechen oder auch schon nur aufmerksam zu sein. Er war von da an ein Pflegefall (24h) und ist dann auch 2004 verstorben...

Ich hoffe das Beste für deinen Vater :)*

c%omprsen<dre


Danke für euer Mitgefühl.

Ich liebe meinen Vater wirklich über alles, aber was nie wollen würde, dass sein für ihn eine Quälerrei wäre und er keine Lebensfreude mehr hätte. Dann wäre ein Abschied wirklich besser, wenn für mich auch mehr als schmerzhaft.

X6enoObinxe


Mein Mitgefühl @:) @:)

Meine Muttter hatte vor nun bald 20 Jahren einen sehr schweren Schlaganfall, wie bei Deinem Dad ist die rechte Seite betroffen, sprich gelähmt und sie spricht sehr schlecht, immer wieder fehlen die Worte oder aber sie kann sie rein motorisch nicht rausbringen. Sie wurde zwar sehr schnell gefunden, aber sie hatte zeitgleich noch eine schwere Lungeninfektion, die halt in der Behandlung Vorrang hatte. Heute ist man in der Behandlung schon was weiter und geht da eventuell auch anders vor. Die OP wird Deinem Vater ganz sicher geholfen haben und nun braucht sein Gehirn eben einfach Ruhe um sich zu erholen.

Eine grosse Rolle dabei spielt die Familie bzw. das soziale Umfeld, die die Wiederherstellung diverser Funktionen wie der Sprache viel intensiver trainieren können, als das beispielsweise eine Logopädin kann, die den Patienten 1x die Woche für eine knappe Stunde sieht.

Das kann ich nur aus vollester Seele unterschreiben. Mein Vater hat sich all die Jahre wirklich so dermaßen rührend gekümmert, täglich wurde das Sprechen geübt, Bewegungsübungen wurden gemacht und was nicht alles. Das hat ihr viel mehr gebracht als alles was in der Reha passierte oder auch später mit allen Optionen die wir mit ihr wahrgenommen haben wie Physiotherapie, Logopädin, neurologische Betreuung ...

Was ich noch anfügen möchte ist der psychologische Aspekt. Wenn auch Dein Vater immer ein starker Macher gewesen ist, dann wird es ihn schwer ankommen, nun vieles (zumindest vorerst) andere machen lassen zu müssen. Ich denke fast, dass wir sie da auffangen konnten, war mit das Wichtigste, denn nur so hatte sie die Kraft, auch körperlich hart zu üben.

Dein Vater ist noch so jung, da kann vieles nochmal neu erlernt werden von der gesunden Hirnhälfte. Gib ihm einfach die Zeit die es braucht und schau, dass man so bald als möglich mit der Rehabilitation beginnt. Nicht benutzte Muskeln verkümmern, das geht so verdammt schnell. Und kann nur schwer wieder aufgeholt werden.

Alles Gute Euch beiden, wobei ich doch sher hoffe, dass Du nicht alleine mit all Deinen Sorgen bist und Dich auch vor Ort jemand auffangen kann :°_

LNucim32


Mein Rat wäre bei die Reha zu erkundigen, wie viele Neurologen da tatsächlich arbeiten. Manche Rehas finden nämlich keine und ersetzen mit Assistenzärzte und Fachärzte aus andere Fachgebiete.

D;ieKr0uemxi


Mein Rat wäre bei die Reha zu erkundigen,

bei welcher Reha?? der Vater liegt im Koma, ich denke nicht, dass er bereits in einer Reha-Einrichtung ist. Und Bei Verlegung in eine Früh-Reha-Einrichtung ist Zeit der wichtigste Faktor. Viele Kliniken haben Kooperationen mit Reha-Einrichtungen, man kann da als Angehöriger nicht unbedingt "frei wählen"--udn das ist meißt wg mangelndem medizinischen Sachverstand auch gut so, denn viele Ängehörige würden die räumliche Nähe als ausschlaggebendes Argument bei der Auswahl nehmen.

S8unRflowear_7x3


Men Vater (jetzt 72) hatte mit 39 einen Schlaganfall. Symptome waren eine leichte Halbseitenlähmung und ein Gesichtsfeldausfall links, leichte Sprachstörungen. Es war auf einer Tagung im Hotel, nachts, er hat am nächsten Tag noch am Programm teilgenommen und ist mit dem Wagen 300km nach Hause gefahren. Und erst dann, in der Nacht, von meiner Ma zum Krankenhaus gescheucht worden.

Es sah eine ganze Weile nicht gut aus, aber: Außer derm Gesichtsfeldausfall links ist nicht viel geblieben. Entwickelt hat sich aber eine Persönlichkeitsveränderung und Angststörung.

OP und Koma klingen schon gravierender, aber: Es ist v.a. mittels Reha und viel Geduld doch erstaunlich viel möglich. Dir/Euch bleibt gerade leider nur abwarten, und das ist eine harte Zeit. Man wüsste immer so gerne, wie es dauerhaft wird (ob es sich "lohnt", zu hoffen und die Kraft zu investieren).

Dieses genannte Zeitfenster gibt es mittlerweile, wel man mittels Medikamenten einen Thrombus (Verschluss) auflösen kann und dem Gewebe in der Zeit relativ geringe dauerhafte Schädigung droht. Faktisch ist es aber so, dass solche Dinge auch oft nachts passieren und es nicht so schnell bemerkt wird.

Ich wünsche Dor ganz viel Kraft - und einen guten Verlauf!

c~ros5si=e


comprendre

mein Vater hatte einen schweren Schlaganfall und man hat ihn erst nach ca10 Stunden gefunden. Meine Frage da ja die ersten 4Stunden zählen, bestehen trotzdem noch Chancen, dass er ein halbwegs normales Leben fürhren kann?

beim Apoplex zählt jede Sekunde, besonders die erste Stunde danach ist meistens entscheidend weil man Medikamentös behandeln kann und/oder operieren um den Auslöser zu beseitigen. Aber es nützt nichts sich darüber Gedanken zu machen wenn die Zeit verpasst ist, er ist jetzt vermutlich in einer Stroke Unit und wird dort sicher die bestmögliche Versorgung bekommen.

Wenn er das hoffentlich übersteht wird er danach in eine Reha kommen, da ist auch die erste Zeit der Therapie besonders wichtig. Und dann geht es Zuhause mit Therapien weiter, wo er Schritt für Schritt vieles auch wieder erlernen kann.

Beim Schlaganfall muss man Seitenverkehrt denken, ist er links ist die rechte Körperseite inkl. Sprachzentrum betroffen. Bei einem rechten Schlag ist mehr die linke Seite betroffen. Kommt auch drauf an welche Teile im Gehirn genau betroffen sind.

Der Zustand so kurz nach einem schweren Schlag ist erschreckend, trotzdem bestehen Chancen das er wieder ins Leben zurück findet. Ich wünsche deinem Papa, dir und deiner Familie viel Geduld und Kraft für die nächsten Tage :)*

(Ein prominentes Beispiel ist übrigens Gaby Köster die dreienhalb Wochen nach Apoplex im Koma lag und heute Bücher schreibt und auf Lesereisen geht.)

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