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Herpes Zoster/Simplex Enzephalitis - Erfahrungen mit Genesung?

C[hris|tianx_G hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen, ich hatte im Dezember letztes Jahr eine Herpes Zoster/Simplex Gehirn(-Haut) Entzündung. Ich bin vor genau 4 Wochen, nach 2 Wöchiger Hochdosierter Aciclovir Infusionsbehandlung (3x Täglich 750mg) als "Wrack" (vor allem Psychisch) aus dem Krankenhaus gekommen und habe momentan stark mit der Genesungsphase zu kämpfen. Unter anderem habe ich sporadisches Kribbeln, Zittern, Unterkieferklappern, Muskelzuckungen fast überall, und regelrechte Psychosen/Depressionen unregelmäßig.

Hat jemand schon ähnliches Erlebt und kann aus seinem Verlauf ein bisschen was erzählen?

Bei mir war es so:

Die letzten Jahre kern Gesund, ich stand voll im Leben und war ein fröhlicher Mensch ohne jegliche Depressionen oder irgendwas Psychisches gewesen. Für jeden "Sche*ß" zu haben, gern Unterwegs und unter Menschen - ein Lustiger Geselle wie man über mich zu sagen pflegte.

Bereits ab Oktober hatte ich dann aber immer wieder Schwindelattacken, sporadische Bewusstseinstrübungen, irgendwelche "Anfälle" von Bewusstseinstrübungen inkl. Hörsturz für 2,3 Tage usw usw. Lauter komisches Zeugs. Ärzte hatten nichts gefunden bei den Üblichen Tests (Diabetes, Bluthochdruck usw).

Dann Ende November hatte ich ein merkwürdiges starkes, dauerhaftes (also nicht pulsierend) Kopfdrücken erst vorne hinter der Stirn, dann Mittig und dann der ganze Schädel betroffen inkl. leicht steifen Nackens, dazu allgemeines Unwohlsein und Gefühlt als ob sich eine Grippe anbahnt. Auch mein linkes Auge war wie entzündet und unter dem Auge hat die Backe gekribbelt. Ich hab es aber 5 Tage durchgehalten, dann bekam ich eine Art heftigste Panikattacke aus heiterem Himmel aus der ich auch nach Stunden des Ausharrens nicht mehr hinaus kam, dachte ich muss wirklich Sterben, konnte sogar Teilweise nicht mehr richtig sprechen :)z und dann in der Notaufnahme gelandet bin. Nach Punktion des Rückenmarks wurden dann erhöhte Zellzahlen und Eiweiß im Liquor festgestellt und ich kam sofort an Infusionen aller Art. Nachdem ich am 2. Tag mich so extrem schlecht gefühlt habe das ich kaum noch "bei Sinnen" war - immer nach oder während der Antibiotikas - haben wir diese abgesetzt und sind beim Aciclovir Virostatika geblieben.

7 Tage später kam dann auch aus dem Labor der Antikörpertest mit dem Ergebnis von stark erhöhter Reaktion auf Herpes Simplex Typ1 und extrem starker auf Herpes Zoster. Also sind wir bei Aciclovir geblieben und mir ging es nach insegesamt 5 Tagen schon deutlich besser - es hatte also angeschlagen. :[]

3 Tage vor Entlassung fingen meist nach den Mittaglichen oder Abendlichen Infusionen eine Art Depression an, also 10Minuten lang hätte ich ohne Grund heulen können, 5min später war ich mich am kaputtlachen und Euphorisch. :-/ Ärzte meinten das sei von den Infusionen und es würde sich nach Entlassung schnell bessern. Auch bekam ich beim kleinsten bisschen von Anspannung, Konzentration (zb abschliessendes EEG bei "Augen zu") oder "Vorfreude" (zB. auf die Aussage des Arztes das ich nach Hause kann) schon Panikattacken, ich war also nicht mehr belastbar.

Zuhause angekommen habe ich erstmal 3 Tage am Stück nur im Bett gelegen und mich dann langsam rausgetraut. Beim ersten Spaziergang 2 Panikattacken wegen den Sinneseindrücken, beim nächsten mal nur eine die "fast" kam und ab da keine mehr. Dann versucht die Tage vor Weihnachten Einkaufen zu gehen - Unmöglich gewesen denn die Sinneseindrücke im Einkaufszentrum waren too much, mein Kopf hatte angefangen zu "rauschen" und egal wie ich mich versucht hatte zu beruhigen musste ich nach 3 Minuten rausrennen und bekam eine Panikattacke. :)=

Es ging langsam aber Stetig 3 Wochen lang bergauf, ich hatte sogar schon wieder angefangen an Autos zu schrauben und bin Täglich mind. 1 Stunde spazieren gegangen. Autofahren ging auch wieder und ich dachte naja so in 2,3 Wochen wirst de wieder 100% Fit sein. Ich hatte angefangen mich Situationen zu stellen wo viele Sinneseindrücke waren und es wurde besser und besser...

Die einzigen Störungen in den 3 Wochen waren eben jene Panikattacken bei zu viel "Action" um einen herum, dann dieses wahrlose Muskelzucken und irgendwas mit dem Magen wenn er total leer oder zu voll war, so das ich dann auch ein komisches Kribbeln und richtung "Panik" kam, einen Blähbauch bekam und kaum atmen konnte, aber eine Tasse Kümmel-Anis-Fenchel Tee und 20min später war es vorbei. Einmal hatte ich diesen klapperneden/zitterneden Unterkiefer und unter Belastung beim Spazieren habe ich ein pulsierendes Drücken hinter der Nase und Augen das sich bis auf den ganzen Schädel ausbreiten kann, aber wenn die Belastung beendet war, innerhalb von 10min wieder verschwand. Aber ansonsten habe ich mich "gut" gefühlt. :)^

Bis letzten Samstag. Am Freitag vor diesem besagten letzten Samstag habe ich unter massivem Zeitdruck bis in die Nacht ein Hochzeitsfilm fertig editiert da dieser am Samstag benötigt wurde. Ich habe schon bemerkt das ich noch nicht unter Druck wieder wie sonst auch Projekte fertigstellen kann und es hatte mich schon leicht fertig gemacht, so das ich dann nurnoch ins Bett gefallen bin mit leicht pfeiffenden Ohren. :|N Am Samstag kam ich kaum aus dem Bett, habe ungewöhnlich lange (mind. 10 Stunden) bis Mittags geschlafen und habe mich gefühlt wie vom LKW überfahren. Ich habe mir dann was zu Essen gekocht, konnte aber irgendwie nichts Essen. Es ging nichts in den Magen. Mir ging es von Minute zu Minute elender.. Dann fingen ähnliche Symptome wie vor einer Panikattacke an, und ich habe mir schnell einen VerdauungsTee gekocht und mich auf die Couch gelegt. Dort lag ich dann mit Puls 120 und massiven Bauchkrämpfen, Atemproblemen, Blähbauch, etc den Samstag und Sonntag. Dazu kamen plötzlich Heulkrämpfe und meine Psyche spielt bis Heute total verrückt. Fühle mich Benommen aber nicht den ganzen Tag sondern mal so mal so. Leichtes Zittern und Kribbeln am ganzen Körper und konnte 2 Tage am Stück nicht schlafen. Jedes mal wenn ich Richtung "Traumphase" kam, habe ich mich erschreckt und war wieder Hell Wach. Oder es fühlte sich an als ob alle Nerven "brennen" würden. Das ist 2,3 mal Lustig aber nach dem 10. mal nervt es.

Die Psyche will mir dazu einreden das ich eine schlimme Krankheit habe und bald Sterbe, sehe mich dann immer von Krankenhaus zu Krankenhaus wandern etc etc. Voll abgedreht. Ich hab sowas noch nie gehabt bin aber am Kämpfen wie blöde und gebe nicht auf. Die Psyche spielt vor allem dann besonders verrückt wenn ich wieder einen "Verdauungsschub" habe (ich nenne es mal so), denn ich kann kaum feste Speise essen bis Heute. Bekomme fast nichts runter und wenn doch habe ich dann dermaßen Magenkrämpfe und Psychosymptome das ich mich Stundenlang herumquäle im Bett und lieber sterben würde als das noch eine Minute zu ertragen. Ist dann die Nahrung gefühlt von Magen richtung Darm gewandert geht es mir meist schlagartig besser und ich bin wieder Normal im Kopf und wundere mich selbst über meine Gedanken der letzten Stunden. %:|

War dann vor 3 Tagen beim Neurologen, habe ihm alles geschildert, auf die aktuellen Symptome seit letzten Samstag ging er nicht ein, der meinte das ist eben ein "auf und ab" und die Genehsung ziehe sich noch einige Zeit hin. Nervenreizungen seien nach solch einer schlimmen Krankheit eben normal und es würde schon wieder irgendwann besser werden. Er hat mir Psychopharmaka verschrieben die ich Abends nehmen soll wenn ich wieder Kribbeln hätte oder nicht Schlafen könne, in 4 Wochen, sollte es sich nicht verbessert haben soll ich in eine Reha fürs Gehirn. @:)

Was meint ihr? Welchen Zusammenhang seht ihr in dem rapiden Einbruch seit letzten Samstag?

Bin über alle Kommentare dankbar und hoffe mein Bericht hilft auch anderen Betroffenen.

Lg Christian

Antworten
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Hallo Christian

lass dich auf "anti nmda rezeptor enzephalitis" testen. Zuerst lachen dann weinen - typisch fuer anti nmda rezeptor enzephalitis die meisten aerzte kennen diese Krankheit nicht. Googele mal nach diese Krankheit.

a, nevw onxe


Hallo Christian

lass dich auf "anti nmda rezeptor enzephalitis" testen. Zuerst lachen dann weinen - typisch fuer anti nmda rezeptor enzephalitis die meisten aerzte kennen diese Krankheit nicht. Googele mal nach diese Krankheit.

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Hallo,

würde ein MRT mit Kontrastmittel vor Entlassung gemacht?

Wenn nicht, sollte nachgeholt werden. Panikattack ist ein Ausschlussdiagnose. Reizungen an bestimmte Hirnarealen können "Panikattacken" auslösen. Sind in dem Sinn eigentlich keine.

So eine plötzliche schwierwiegende Erkrankung ist ein Art Trauma. Nach solche Erkrankung gehen die meisten erstmal in die Reha. Auch aus diesem Trauma Sicht kann es zu Panikattacken kommen. Warst du vor die Erkrankung unter viel Stress? Kann einen Ausbruck von Herpes Zoster begünstigen.

Würde dir ein Psychotherapie zur Krankheitsbewältigung empfehlen. Wird auch während einer Reha angeboten. Reha würde ich dir empfehlen. Wir bieten auch Kurse an, damit Leute lernen wieder ihre Körper zu vertrauen. Ggf. eine Aufwnthalt in der Psychosomatik wäre vielleicht sinnvoll.

Braucht auch eine Weile bis die Medikamente raus sind - die Leber speichert gern. Kann 6 - 8 Wochen dauern.

COhrist~ian_xG


Hallo, "a new one". Diese "erst Heulen dann Lachen" Phasen hatte ich im Krankenhaus das erste mal nach 12 Tagen Infusionen und auch nur da. Da ging es mir ja aber schon wieder besser und die Ursprünglichen Symptome wie dieses Kopfdrücken, Kribbeln der linken Backe usw. waren bereits weg. Ich glaube und hoffe natürlich nicht das ich dieses "anti nmda rezeptor enzephalitis" habe, soll das durch die Infusionen entstanden sein oder wie sollte ich das verstehen?

Luci, es wurde leider kein MRT vor Entlassung gemacht. Ich habe nur ein CT von der Notaufnahme und ein MRT mit Kontrastmittel von 2-3 Tagen später. Auf dem MRT ist nichts erkennbar außer einer Arachnoidalzyste hinten links die aber keine Probleme machen soll lt. Ärzten.

Vor dem Ausbruch hatte ich etwas Stress ja, aber nicht wirklich "viel". Ich hatte allerdings eine Woche zuvor eine Art Erkältung.

Was mich immernoch wundert ist der plötzliche Absturz seit letzten Samstag.... Heute ging es mir mal etwas besser Mittags und ich war eine Stunde spazieren, habe aber auch nur eine Suppe gegessen gehabt. Luci, wo arbeitest du denn, wenn du schreibst "Wir"?

Ich bin ernsthaft am Überlegen wegen einer Reha... :)_

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