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Läsionen im Hirn, aber Ausschluss MS - bin ratlos

wtil+l_fr;eemxan hat die Diskussion gestartet


Werde versuchen, mich so kurz wie möglich zu halten. Lese schon einige Zeit hier und in anderen Foren interessiert mit.

Bin männlich, Anfang 30.

Quäle mich nun schon seit über einem Jahr rum. Alles begann im Januar vorigen Jahres mit Benommenheit und Gleichgewichtsstörungen. Gefühl, ins Leere zu treten. Gleichzeitig das Gefühl, unschärfer zu sehen. Kurz darauf attackenartige Müdigkeit (hatte kurz vorher aber begonnen, Blutdruckmedikamente zu nehmen). Hausarzt schiebt es auf auf die Nebenwirkungen. Nach rund 4 Wochen halte ich die Müdigkeit nicht mehr aus und der Arzt verschreibt mir andere Blutdrucksenker.

Kurze Zeit später: Gefühle, als wäre mein Bein abgeschnürt. Wieder zum Arzt. Der überweist mich zum Neurologen. Körperliche Untersuchung ohne Befund. Dennoch: Überweisung zum Schädel-MRT mit Verdacht auf MS. Das MRT zeigt mehrere Läsionen, jedoch keine aktuelle, die Kontrastmittel anreichert. Radiologe will sich nicht festlegen, Herdverteilung sei eher untypisch für MS, aber das solle der Neurologe entscheiden. Für den ist der Fall klar: Beschwerdebild + MRT = MS. Lumbalpunktion brauche man heute zur Diagnosestellung nicht mehr. Ich solle schnellstmöglichst eine Interferontherapie beginnen. Ein zweites MRT vom Rückenmark bleibt indes ohne Befund.

Mein Leben ändert sich von Grund auf. Lese viel, recherchiere viel. Finde die Art und Weise der Diagnosestellung fragwürdig und entscheide mich für eine Zweitmeinung. Fahre in eine Uniklinik mit angeschlossener MS-Ambulanz. Komme stationär und sämtliche Untersuchungen werden gemacht. Ergebnisse: Körperliche Untersuchung ohne Befund, MRT Schädel ohne Veränderung (das alles war 3 Monate später), Lumbalpunktion: keine oligoklonalen Banden, keine Eiweißerhöhung. Nervenbahnenuntersuchungen (SEP, VEP, MEP) unauffällig. Blutbild: leichte Erhöhung Cholesterin, Ferritin etwas erhöht. Sonst alles in Ordnung. Eine Neurologin erklärt mir, dass die Läsionen im Hirn nicht mit mit meinen Beschwerden korrelierten. Insbesondere seien Läsionen am Sehnerv typisch (da ich ja das Gefühl hatte, unschärfer zu sehen, zudem seit längerer Zeit mit Mouches Volantes zu tun habe), bei mir sei aber weder auf dem Sehnerv noch in dessen Nähe etwas erkennbar). Werde entlassen mit dem "Ausschluss MS". Die Läsionen seien zwar grundsätzlich vereinbar, aber in Anbetracht aller Ergebnisse nicht beweisend für eine MS.

Habe zur gleichen der Zeit reißende Schmerzen in den Beinen. Auch das Gefühl des Eingeschnürtseins der Beine hält an. Tagtäglich wechselnde Missempfindungen im linken Fuß, die ich gar nicht näher beschreiben kann. Die Ärzte der MS-Ambulanz halten das alles für psychosomatische Beschwerden. Auch Mangelerscheinungen werden aufgrund der Blut- und Liquorwerte ausgeschlossen.

Das ist jetzt alles 7 Monate her. Seitdem keine neuen Beschwerden, aber insbesondere die Beinschmerzen, das Engegefühl und die Missempfindungen im Fuß sind in wechselnder Intensität vorhanden. Und zwar tagtäglich. Mein Hausarzt weiß sich keinen Rat, meint, ich solle froh sein, keine MS zu haben. Ich habe manchmal das Gefühl, bei geschlossenen Augen schwarze Punkte zu sehen. Auch wenn ich auf schachbrettartige Muster schaue, verschwimmen die Linien. Augenarzt konnte nichts ungewöhnliches feststellen.

Ich weiß mir keinen Rat. Denke irgendwie immer noch, dass ich MS habe. Aber müssten die Beschwerden dann nicht schubförmig kommen und nicht permanent vorhanden sein? Und sprechen die Laborwerte nicht alle gegen eine MS? Spiele mit dem Gedanken, mal zu einem Heilpraktiker zu gehen. Oder vielleicht doch besser zu einem Psychologen? Kann man sich tatsächlich gravierende Symptome einbilden, weil man davon überzeugt ist, eine Krankheit zu haben?

Antworten
w9il4l_frweexman


Nachtrag: Etwa im April letzten Jahres begannen generalisierte Muskelzuckungen. Diese dauern ebenfalls bis heute an. Wechselnde Intensität, manchmal tagelang nichts, dann zuckt und zuckt es wieder wie blöd. Neurologen sagte aber alle, dass Zuckungen kein MS-Symtpom seien, weswegen der Verdacht einer psychosomatischen Krankheit naheliege.

S"chw!arz66x6


Lumbalpunktion brauche man heute zur Diagnosestellung nicht mehr.

Das wäre mir völlig neu. Allerdings kommt es mir vor, als ob man heutzutage schnell dabei ist, jemandem eine MS anzudichten. Kein Wunder, die 2 Medikamente, welche mein Neurologe vorgeschlagen hat, kosten in der jeweils größten Abpackung zusammen insgesamt ~6000€.

Ansonsten habe ich ähnliche Symptome wie Du, Sehstörungen, Kribbeln/Taubheit in Händen/Armen/Füßen/Beinen, Feinmotorikstörungen in den Händen, Intensität täglich variierend, auch sehr stressabhängig. Diagnose MS steht im Raum, allerdings stehe ich derzeit nur unter neurologischer Beobachtung, nehme keine Medikamente und hatte auch keinen neuen Schub, seit dem ersten im letzten Jahr. Viele Freunde sind auch der Meinung, dass es psychosomatisch sein könnte, da ich vor einem großen Umbruch im Leben stehe und schon lange Zeit unter negativem Stress meine Selbstständigkeit betreffend stehe.

avutuXmn-[lixke


Dein letztes MRT ist schon länger her? Wie wäre es mit einem Kontroll-MRT? Das kann auch der HA veranlassen.

Wieviele Läsionen waren es?

Dagegen geht es mir richtig gut. Ich hatte Taubheitsgefühle an den Schienbeinen nur an einem Tag. Meine Hörstürze deuteten auf MS, eindeutig lt. HNO. Meine Läsionen haben im Laufe der Jahre zugenommen. Ich persönlich habe mein Leben umgekrempelt. Nehme mir nun Zeit für mich. Vor allem habe ich den Arbeitgeber gewechselt. Denn, wie es dort zuging, war nicht mehr feierlich. Meine Überstunden habe ich auf ein minimum reduziert.

Lumbalpunktion fiel bei mir auch negativ aus. Doppelbilder habe ich seit einigen Jahren, aber ich kann damit gut leben. Habe allerdings als Kind geschielt.

Kurz, ich sehe das Leben positiv und freue mich, wenn es mir gut geht. Aber deine Symptome sind wesentlich heftiger gewesen. Gut, meine Hörstürze waren auch nicht ohne, aber ich habe sie dank anderer Lebensweise im Griff. Mein Leben war früher hektisch, ich war für alle zuständig und wollte immer 200 % geben. Das funktioniert aber auf Dauer nicht. Wie wäre es mit einem Neurologenwechsel?

sQysFtema=tikexr


oder einen weiteren Augenarzt hinzuziehen?

w!ill_4frgeeman


Die Anzahl der Läsionen weiß ich nicht. Im MRT-Bericht heißt es nur "mehrere, nicht kM-enhancende Läsionen". Der Neurologe an der Uni-Klinik empfand die Läsionen als "klein und nicht dramatisch", das könnten sogar schon Alterserscheinungen sein. Oder, da ich ja mit erhöhtem Blutdruck zu tun habe, davon stammen. MS-Läsionen sähen jedenfalls anders aus.

Habe zwei MRTs ja schon hinter mir. Das zweite zeigte keine Veränderung zum ersten. Weiß nicht, ob ich mir das jetzt nochmal antun möchte. Zumal ich an der Klinik von nicht weniger als 3 Neurologen die Auskunft bekommen habe, dass es nicht MS sei.

Stress habe ich aber zuhauf - positiven, wie negativen. Habe einen sehr mitunter sehr anstrengenden Job, bei dem ich immer Vollgas geben möchte. Da ich im öffentlichen Dienst bin, kann ich nicht so einfach den Arbeitgeber wechseln. Höchstens reduzieren. Da ich aber eine Haus abbezahle, ist das nicht so einfach...

N)icWolas,_MuRsUkuäxr


Ich weiß, dass ich hierüber fast täglich etwas schreibe.

Kopfgelenke, Atlas-Axis gefüge würde ich bei dir mal dringenst überprüfen lassen. Dafür einen erfahrenen ärztlichen Osteopathen in erwägung ziehen. MRT Bilder sind so dumm es sich anhört bei Wirbelproblemen auch nicht immer 100% Aussagekräftig.

Wenn du wüsstest was ein verschobener Atlas im Körper alles ausrichtet.

a/utumn-xlike


@ will-freemann

Ich war einmal wie du. Ich war in deinem Alter, als meine Beschwerden losgingen. Hatte dann im Laufe der Jahre zahlreiche Hörstürze, weil mir die Arbeit wichtig war. Das ich mein Leben ändern muss, habe ich leider erst begriffen, als es schon fast zu spät war.

Wäre eine Stundenreduzierung eine Option für dich? Das mache ich seit einigen Monaten, da ich einen stressigen Job habe.

Bei mir hieß es auch immer, dass die Läsionen altersbedingt wären. Nur, dass sie dann später enorm zunahmen. Hier habe ich übrigens beim Radiologen nachgefragt. Das war dann für mich aber endgültig das Signal mein Leben zu überdenken.

Was nützt dir ein abbezahltes Haus, ein stressiger Job, wenn du später evtl. im Rollstuhl sitzt? War es deine Gesundheit wert? Im öffentlichen Dienst kann man wechseln und sich intern oder anderweitig wegbewerben. Aber, wie gesagt: Ich war wie du. Ich habe auch meine Hörstürze ignoriert, was im Nachhinein ein Fehler war. Wir haben nur dieses eine Leben. Ob ich jetzt MS habe oder nicht, ist mir jetzt egal. Denn ich lebe im Jetzt und denke noch nicht an die Zukunft. Auch bei mir wurde es vor knapp 3 Jahren ausgeschlossen. Aber hier bin ich meinem HNO dankbar, welcher ehrlich zu mir war.

S-abr4iznaA


Heyhey! :-)

Hast du dich mal mit dem McDonald-Kriterien auseinander gesetzt?!

Meiner Meinung nach gehen viele Ärzte mit diesen Kriterien teilweise echt seltsam um..

Oder wurde mal auf Borreliose getestet?

Alles Gute

Sabrina

NMi1ls_i31


Hi @will-freeman

Deine Geschichte ähnelt der meinen. Benommenheit, Gangunsicherheit, Erschöpfungszustände sind Symptome die mich im kommenden Juni 3 Jahre begleiten. Begonnen hat das ganze auf dem Rückweg von der Mittagspause - totale Benommenheit, Schwindel ...irgendwie ins Büro gerettet. Dort Herzrasen, kalter Schweiß, Durchfall....

Dann begann ein endloser Ärzte Marathon vom Augenarzt über Orthopäden, Kardiologen bis zum Neurologen. Nehme übrigens auch blutdrucksenkende Mittel, Ursache für Bluthochdruck bis heute nicht organisch festzustellen.

MRT brachte auch bei mir unklare Läsionen, Kontroll MRT 6 Monate später unverändert.

Weder Neurologe noch Radiologe sind sich hinsichtlich einer Diagnose sicher/unsicher. "Unspezifisch, kann schon immer da sein", das ist die gängige Aussage. Lernen Sie damit zu leben....

Atlas Korrektur erfolgte auch schon, ebenso zig Osteopathen Termine.

Auf mein Drängen Einweisung Neurologische Klinik zur weiteren Ablärungen.

Ärzte und Radiologen haben selbe Meinung zu den MRT Bildern. EEG, Liquor usw. alles unauffällig.

Diagnose: Psychosomatischer Stress....

Ich werde jetzt noch zu einem CMD Spezialisten gehen nächste Woche, evtl ist der Kiefer das Übel, leide auch unter sehr starken Verspannungen.

Symptome verstärken sich bei mir durch gewisse Lebensmittel, das ist insgesamt besser geworden, sicherlich auch durch bewusstere Ernährung. Der Darm könnte ggfs. auch für alles verantwortlich sein... Was man so alles darüber hört.

Grüße Nils

LruciN32


Hallo,

Läsionen können auch beim Geburt entstehen.

Läsionen bei Bluthockdruck: Stress runterfahren, Blutdruck im Griff kriegen, sonst hast du später eine erhöhten Schlaganfall oder Demenzrisiko.

Am Sonaten nehme Rat von die mit psychosomatische Störungen hier und lerne Entspannungsübungen wie autogenes Training oder PMR. Stress ist nicht zu unterschätzen und hat viele körperliche Auswirkungen. Psychosomatische Symptomen sind ein deutlichen Warnzeichen.

wZilgl_Hfreemxan


Oder wurde mal auf Borreliose getestet?

Ja, bei der MS-Abklärung in der Uniklinik. Allerdings habe ich schon gelesen, dass diese Standardtests nicht unbedingt aussagefähig sind, da die Borrelien sich ganz gerne verstecken...

Atlas Korrektur erfolgte auch schon, ebenso zig Osteopathen Termine.

Beim Osteopath war ich auch schon, ohne Erfolg. Eine Atlaskorrektur lasse ich mal noch vornehmen. Bin wegen einer leichten Skoliose auch in krankengymnastischer Behandlung, und mein Physiotherapeut sagte bereits, dass verschiedene Missempfindungen durchaus von der Wirbelsäule oder dem Beckenschiefstand kommen können. Was mich bloß wundert ist die Tatsache, dass alles auf einmal auftrat, wo ich 20 Jahre vorher kaum Beschwerden deswegen hatte...

Symptome verstärken sich bei mir durch gewisse Lebensmittel, das ist insgesamt besser geworden, sicherlich auch durch bewusstere Ernährung. Der Darm könnte ggfs. auch für alles verantwortlich sein... Was man so alles darüber hört.

Habe über das "Darmhirn" auch schon eine Menge gelesen. Steht ja auch bei MS in Verdacht, nicht ganz unschuldig zu sein. Ich hatte bzw. habe immer eine regelmäßige Verdauung, seit Jahren. Morgens vor dem Duschen und gleich nach dem Kaffee wieder. Jeden Tag. Seit Jahren. Immer regelmäßig.

Zwei Sachen, die mir noch eingefallen sind: Leider seit Jahren unter Rauschen auf den Ohren und seit geraumer Zeit Tinnitus links nach dem Wachwerden. Der geht weg, sobald ich aufgestanden bin. Das Rauschen hört sich an, wie nach zu lauter Musik nach einem Konzert. Letztes Jahr, im Zuge des ganzen Stresses der MS-Verdachtsgeschichte, ploppte das Ohr öfters mal, gefolgt von einem hohen Pfeifton, der aber zügig wieder weg ging. Weder Hausarzt noch Neurologen haben dem Bedeutung beigemessen.

Andere Sache: Hatte im Dezember eine Bänderdehnung mit höllischen Schmerzen und Schwellung im rechten Fuß, ohne erkennbaren Grund. Bin nicht gestolpert, habe mich nicht vertreten, ich wachte einfach eines Morgens auf und der Fuß war dick. Habe ab und an die gleichen Schmerzen auch im linken Fußknöchel, allerdings ohne Schmerzen. Das passt doch nicht zu einer MS? (Zu einer Borreliose hingegen schon...)...

w9ill_jfreexman


... ohne Schwellung, sollte das im letzten Satz heißen.

Ndil[s_3x1


Beckenschiefstand habe ich auch, allerdings einen "erworbenen". Hatte kurz bevor die ersten Symptome auftraten mit einen Zeh am rechten Fuß gebrochen und bin dadurch ein paar Wochen unrund gelaufen. Seitdem Probleme mit dem Becken und Sakralgelenk und als Konsequenz dessen starke muskuläre Verpannungen im Linken oberen Rücken. Auf Borreliose wurde nie getestet. Auch hat es nie jemanden interessiert das ich 3 Monate zuvor in Asien im Urlaub war.

Was unternimmst du als nächstes?

S{ompmerso3nnex80


....ja das passt gut zu einer Borreliose.. ich habe die Viecher zwar aber solche Schwellungen hatte ich nicht. . dafür haufenweise andere Beschwerden.

Lest euch die Homepage von Fr Dr Hopf-Seidel durch .. da findet ihr viel Informatives und auch eine Ärzteliste

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