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Angst vor Als

KPraXllex73


Was macht dich so sicher das es psychisch ist .,!??

KAragllge73


Hallo...,

Mittlerweile dauern meine Beschwerden schon über einen Monat an und es ist eine stetige Verschlechterung festzustellen.

Ich bin mit meinem Latein am Ende.

Ich kann mittlerweile kaum noch schwere Sachen tragen ohne das mir nicht die Arme oder Beine weh tun.

Das zucken am Körper wird immer heftiger.

Meine Symptome hier aufzuzählen fällt mir sehr schwer da mir eigentlich alles im Körper irgendwie weh tut.

Es sind keine richtigen Schmerzen sonder mehr ein Gefühl der Erschöpfung mit leichten Schmerzen ...!

OpliO197x3


Hallo Kralle,

ich schreibe hier jetzt zum ersten Mal. Wir sind ungefähr gleich alt und sind Leidensgenossen. Auch bei mir zuckt es rund um die Uhr, meine Beine schmerzen wie ein Dauermuskelkater (mal mehr mal weniger) und ich habe das Gefühl, dass meine Hände nicht mehr so richtig funktionieren. Heute habe ich einen Termin beim Neuro, aber ich glaube nicht, dass etwas raus kommt. Abgesehen von ALS-Angst-Phasen bin ich inzwischen guter Dinge, dass es psychisch ist.

Vielleicht beruhigt die folgendes:

ALS tritt in unserem Alter sehr selten auf. Die meisten Erkrankungen werden um die 60 diagnostiziert. Unter 45 kommt in der Regel nur die familiäre ALS vor. Da diese dominant vererbt wird, müsste einer Deiner Eltern ALS gehabt haben. Ja, natürlich gibt es auch seltene Fälle der sporadischen (nicht vererbten ALS) mit unter 45, aber das ist schon sehr selten.

Demgegenüber sind Deine Symptome relativ häufig bei ängstlichen Menschen / Depressionen anzutreffen. Ich hatte selber mal eine Depression und in der Klinik war ein anderer Patient, der im Rollstuhl saß, weil er seine Beine nicht mehr bewegen konnte. Nach nur 14 Tagen Antidepressivum und Psychotherapie konnte er wieder laufen. Da sieht man, was die Psyche alles für Symptome auslösen kann.

Hinterfrag doch mal, wie es zu den Symptomen gekommen ist: welche Symptome sind denn dazugekommen, nachdem Du ALS Angst hattest?

Ich hatte zuerst Schluckbeschwerden und kam über Dr. Google zu ALS. Zwei Tage später habe ich Faszikulationen in den Waden entdeckt. Stress. Dann Muskelbeschwerde, Zittern usw.

Ferner kannst Du auch mal überprüfen, ob die Beschwerden besser werden, wenn Du nicht daran denkst oder schlimmer werden, wenn Du gerade in einem Angstkreis gefangen bist (ein typisches Depressionssymptom).

Dann kannst du auch Deine Medikamente (falls du welche nimmst) überprüfen. Unter den sog. PPI (Omeprazol, Pantozol, Esomeprazol (Nexium)) wird bei Langzeiteinnahme von Magnesiummangel berichtet, der die Symptome auslösen / verstärken kann. Dann sollte man probeweise auf einen H2 Antagonisten (zB Ranitidin) umsteigen und Magnesium einnehmen. Vielleicht bringt das eine Verbesserung.

So und nun noch ein letzter Hinweis zum Thema Angst: es gibt haufenweise Foren, in den von ähnlichen Symptomen und ALS-Angst berichtet wird (ich habe auch viele davon gelesen). Bei den vielen Leidensgenossen die über einen langen Zeitraum posten: wie viele hast Du gefunden, die dann - nachdem sie erst lange Angst vor ALS hatten - die Diagnose bekommen haben?

Auch trotz Deiner Symptome ist die statistische Wahrscheinlichkeit in Deinem Alter dieses Jahr an der sporadischen ALS zu erkranken deutlich geringer, als im Straßenverkehr zu sterben - und trotzdem gehst Du vermutlich jeden Tag ohne Angst auf die Straße.

Das klingt jetzt alles (hoffentlich) sehr besonnen, und ich wünschte, ich würde das auch immer so fühlen. Manchmal überkommt mich auch die Angst, aber ich komme da immerhin inzwischen ganz gut raus. Natürlich bleibt ein Restrisiko und mir und den meisten Angstpatienten fällt es sehr schwer, ein solches Restrisiko zu akzeptieren.

Aber praktisch alle Ängstlichen mit Zuckungen haben keine ALS. Optimismus wäre also angebracht.

KOra5llex73


Hallo Oli...,

Danke für deine aufmunternden Worte..!!

In der Tat haben sich die Symptome verschlimmert seit ich durch Google auf dieses verfluchte ALS gekommen bin..!!

Eigentlich dreht sich mein Tagesablauf irgendwie um nichts anderes mehr als um diese verfluchte Krankheit.

Ich versuche mir täglich zu sagen " Kopf hoch" alles wird wieder gut und bin dann auch durch meine Arbeit abgelenkt aber dieses immer stärker werdende Gefühl der körperlichen Schwäche ist so dominant das ich eigentlich denn Kopf nicht mehr frei bekomme..!!

Dein Termin beim Neurologen war ja jetzt nun, was ist denn jetzt dabei raus gekommen ?

SkimoTnBxln03


Hallo Kralle,

irgendwie scheint das was mit dem Alter zu tun zu haben. ;-) Ich bin auch Baujahr 73 und habe ähnliche "Symptome". Es fing alles vor ca. einem halben Jahr an. Mein Post von damals ist jetzt auch wieder oben, da ich was neues geschrieben habe.

Meine Symptome von vor einem halben Jahr gingen wieder vollständig zurück. Nun sind einige wieder da, so ein nervöses Gefühl in der rechten Hand und dem rechten Bein. Und ein Schwächegefühl.

Nun haben damals mehrere Neurologen nichts gefunden und ich hoffe das bleibt so und geht wieder von alleine weg. Habe derzeit auch viel Psycho-Stress. Vielleicht kommt es daher, wenn auch merkwürdig nur einseitig.

Hast du denn viel Stress oder andere Sorgen aktuell? Dann daher kann das auch gut kommen. Mein Neurologe sagte übrigens auch, dass diese Krankheit in jüngeren Jahren sehr selten ist und meist im fortgeschrittenem Alter auftritt.

Ogli1B973


@ Kralle,

das was Di beschreibst klingt wirklich stark nach einem Burnout, was ja letztlich eine Depression ist. Mach Dir doch mal einen Termin beim Psychiater (der kann auch gleichzeitig Neuro sein) und lass das testen und dir ggf. ein Antidepressivum verschreiben (machen nicht süchtig - helfen nach ca 4 Wochen gut). Die meisten Menschen haben eine vollkommen falsche Vorstellung von einer Depression. Gerade bei Männern ist es häufig so, dass diese eher rastlos, nervös, ängstlich werden und nicht heulend im Bett liegen. Und vor allem der Angstkreis, aus dem man nicht oder nur kaum rauskommt ist ein sehr typisches Symptom. Wenn Du dann durch die Therapie etwas ruhiger geworden bist, kannst Du versuchen rauszufinden, was dich eigentlich so belastet - häufig ist das einem gar nicht bewusst und es dauert eine Weile. Mit ist Burnout mal so beschrieben worden: wenn man sich zu viel Stress über eine Lange Zeit aufbürdet, dann geht der Akku kaputt und der Körper funktioniert nicht mehr richtig. Mit einem einfachen Aufladen ist es nicht getan (der Akku ist ja kaputt) und man muss erst den Akku mühsam wieder in Gang bringen, was Zeit braucht.

Zum Neuro:

Lebhafte Reflexe, was auf eine große Anspannung deutet. NLG ohne Befund; EMG: Faszikulationen aber keine Denervierungszeichen. Insoweit also keine Erklärung für die Zuckungen, aber das ist ja ein gutes Zeichen. Spannender war aber, was die Neuro mir noch erzählte:

ALS ist selten. Sie hat nur alle paar Jahre mal einen Fall. Patienten mit Faszikulationen kommen 2 bis 3 pro Monat in ihre Sprechstunde, und die Dunkelziffer an Menschen, die deswegen nichteinmal zum Arzt gehen liegt viel höher. Der ALS Patient kommt auch nicht wegen Faszikulationen, sondern weil er seinen Fuss nicht mehr heben kann, nicht mehr greifen kann, usw. Sie hat in 20 Jahren noch nicht einen fall erlebt, der "nur" mit Faszikulationen und sonst keinen Beschwerden kam und beim dem die Faszis auf ALS zurückzuführen waren. Und eine empfundene (aber nicht klinisch sichtbare) Schwäche ist meist eine Täuschung (was übrigens bei Depression typisch wäre). Hast Du schon mal mit Gewichten probiert, was Du noch leisten kannst - vielleicht hast Du ja Referenzwerte aus der Vergangenheit? Mich hat es beruhigt zu sehen, dass ich trotz 4 Wochen-Sportpause fast die gleichen Werte erreiche, wie vor den Zuckungen...

@ Simon,

auch Du könntest ja mal an ein Antidepressivum denken, wenn Du viel Psychostress hast. Das löst zwar nicht Deine Probleme (das musst Du selbst tun), aber es reduziert die inneren Störfeuer, so dass man sich auf die Lösung der eigenen Probleme konzentrieren kann. Auch kann man im Internet ganz brauchbare Depressionstests machen, die zwar keinesfalls den Gang zum Arzt ersetzen, aber eine erste Einschätzung geben können.

Also Jungs - ich bleibe dabei: Sporadische ALS in unserem Alter ist statistisch sehr unwahrscheinlich, Faszikulationen als Erstsymptom noch unwahrscheinlicher, wenn Neurolgen dann auch nichts gefunden haben, geht die Wahrscheinlichkeit gegen Null (100% Sicherheit gibt es nie). Dagegen ist eine psychosomatische Ursache häufig und wahrscheinlich - insbesondere um die 40 kommt das vor. Ich würde an Eurer Stelle in diese Richtung denken und agieren. Selbst wenn ich nicht recht habe, und es ALS wäre, hätte man nichts verloren, weil man (i) ALS eh nicht gescheit behandeln und (ii) wir mit unseren schon jetzt vorhandenen Ängsten bei einer ALS-Diagnose eh mit Sicherheit ein Antidepressivum zur Angstlösung brauchen würden. Ich bin mir aber sicher, dass es Euch mit einer Depressions- / Angstbehandlung in ein paar Wochen viel besser gehen wird. Bei mir vermute ich, dass es wie folgt ausgehen wird: wenn ich ersteinmal wirklich davon überzeugt bin, dass meine Faszis unproblematisch sind, werden sie innerhalb von wenigen Wochen weggehen.

KMrall e7x3


Also noch vor einem halben Jahr hätte ich das mit der Burn Out blind unterschrieben.

In dieser Zeit hatte ich beruflich unendlichviel Stress . Aber seit ca. 6 Monaten habe ich durch einen Wechsel in eine andere Filiale so gut wie keinen Stress mehr. Mir ging es körperlich und auch seelisch bis zum Anfang meiner Symptome vermeintlich richtig gut. Ich möchte die psychische Schiene aber trotz allem nicht außer acht lassen. Ich würde lieber von einem Neurologen hören das ich eine psychische Störung hätte als die Diagnose ALS..!!

Zu meinem kraftverlust kann ich noch sagen das ich immer noch einiges tragen kann aber ich meine das es weniger ist als gewohnt. Auch meine ich das meine Arme und Hände viel schneller schlapp machen und Tage brauchen um sich wieder zu erholen.

O$lik197x3


Burnout kommt häufig, nachdem der akute Stress weg ist. Ich würde mal unterstellen, dass Du einen sehr starken Willen und große Leistungsbereitschaft hast. Ist man in akutem stress, nimmt man sich mit aller Kraft zusammen und bringt Leistung. Ist der stress weg, macht sich der kaputte Akku bemerkbar. Denn nicht der beruflich Stress ist das eigentliche Probleme, sondern der eigene Umgang mit dem Stress (eigener Leistungsanspruch usw...)

Natürlich macht es Sinn, sich vom Neuro bestätigen zu lassen, dass es nichts ist. Wenn Dir aber nicht ständig was aus der Hand fällt und du alles greifen und heben kannst (wenn auch ein paar kg weniger) ist das keine klinische Schwäche. Bei er klinischen Schwäche treibt die Patienten zB zum Arzt, dass sie es nicht mehr schaffen, eine Tassen anzuheben (weil die Finger den Druck nicht aufbringen oder eine Flasche aufzudrehen.

Und die spannende Frage wird dann sein: glaubst Du dann dem Arzt oder zweifelst du dann und brauchst eine Zweitmeinung, Drittmeinung usw (wie so viele Angstpatienten)?

Oali1@973


Ach so, noch was: bei ALS mit Muskelschwäche reden wir nicht von einer Ermüdung wie Du sie beschreibst. Da wäre es schon beim ersten Tragen so, dass einzelne Muskeln schlapp machen. Das wäre auch immer so und nicht von einer Tagesform abhängig.

Demgegenüber sinkt zB bei einer Depression die körperliche Leistungsfähigkeit ab, d.h. man wird schneller müde / kraftlos und braucht länger um zu erholen. Ich weiss ich nerve damit: aber Depression / Angststörung ist bei denen Symptomen 1000fach wahrscheinlicher als ALS und man sollte sich zuerst auf das Wahrscheinliche fokussieren.

K7rallxe73


Nein du nervst damit überhaupt nicht ..!!

Was du beschreibst macht alles Sinn..!!

Ich habe Mitte nächsten Monats einen Termin beim Neurologen da werde ich ich mal meine Ängste ansprechen. Ich habe nur die Befürchtung das er dann sofort auf die psychoschiene geht und keine weiteren Untersuchungen mehr macht.

Letztendlich ist ja fast noch nichts gemacht worden.

S.imonBxln03


@ Kralle:

Ein guter Neurologe macht die üblichen Tests ohne was zu messen und kann dir sagen, dass du keine ALS hast. Das haben mir die Neurologen in der Charité vor einem halben Jahr gesagt. Die haben nur die "üblichen" Tests gemacht. Und drei Neuros unabhängig voneinander haben gesagt, dass alles ok ist. Dann habe ich nicht mehr auf die Symptome geachtet, weil ich den Ärzten glaubte und nach einiger Zeit waren die Symtpome weg.

Dass sie jetzt teilweise bei mir wieder da sind, schiebe ich jetzt echt mal auf den Stress.

Also wichtig ist, den Ärzten auch zu glauben, auch wenn es manchmal schwer ist.

KPrall,e7x3


Wie sagen die Tests aus die bei dir gemacht wurden ??

SSimoJnbBlnx03


Da kam damals gar nichts bei raus. Was aufgefallen ist, dass die Stromstärke beim NLG an der rechten Hand oder Bein nicht so hoch sein musste, um die Nerven zu reizen, als links. Aber laut Arzt ist das nicht pathologisch. Aber ich merkte ja auch, dass mein rechter Fuß/Bein und Hand eben nervöser waren bzw. sind. Das hat sich eben wohl auch an der notwendigen Stromstärke gezeigt.

Der untersuchende Assisten meinte nur, dass es "Bilderbuchkurven" wären, also so, wie sie sein müssen. Die Auswertung machte dann der Arzt. Alle weiteren Untersuchungen wie Reflexe usw. waren auch ok.

Die meisten Neurologen (vor allem in der Charité) haben den Körper begutachtet, Reflexe getestet, Zunge angeschaut, und das Gefühl der Haut getestet.

Kpra+llex73


Das wollte ich gerade fragen ..!!

Meine Zunge hat auf beiden Seiten eindellungen von den Zähnen ..!!

Das habe ich früher nie gehabt ..!!

Meinst du die haben danach geschaut .,??

O]li1D97s3


Kralle,

du machst dich schon wieder verrückt. Lass doch Simon nicht spekulieren, wonach der Arzt schaut, er ist ja keiner.

Vielleicht hilft die aber das hier (kommt von der Uniklinik München). Bei ALS gibt es nämlich unterschiedliche Verlaufsformen, die jedenfalls anfänglich nicht gemeinsam auftreten.

Beteiligtes System

Mögliche Symptome

bulbär

##Sprechstörung

##Schluckstörung

##vermehrter Speichelfluss

##Zungenrandatrophie

##Zungenfaszikulieren

1. Motoneuron

##gesteigerte Reflexe

##Spastik

##Babinski-Zeichen

##erhöhter Muskeltonus

2. Motoneuron

##Muskelschwäche

##Muskelatrophie

##Muskelkrämpfe und Faszikulationen

dich beunruhigen Symptome einer Erkrankung des zweiten Motoneurons. Hat nichts mit der Zunge zu tun. Deine Brustmuskeln können auch kein Erstsymptom sein, weil es an den Extremitäten anfängt und du da erstmal viel sehe müsstes, bevor überhaupt etwas an der Brust sichtbar wird. Und eine klinische Schwäche hast Du ja wohl auch nicht (nur eine gefühlte). Bleiben Faszikulationen, die viel öfter ohne ALS als wegen ALS auftreten. Gerade bei Angststörungen sind Faszis sehr häufig. Also kein Grund zu Panik.

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