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Diffuse Symptome, Kribbeln/Schmerzen in linker Körperhälfte

oeve0rflowx123 hat die Diskussion gestartet


Guten Tag,

aufgrund zahlreicher gesundheitlicher Probleme in den vergangenen Monaten melde ich mich nun hier in der Hoffnung auf einen Austausch der vielleicht weiter helfen könnte.

Zunächst mal zu mir: ich bin 26, männlich, etwa 1,82m groß und wiege rund 72kg.

Angefangen hat alles vergangenen Oktober (also vor etwa 5-6 Monaten). Mitten im Schreiben meiner Masterarbeit hat es angefangen mit Druck im linken Oberbauch (über dem Magen). Dieser Druck ist im Laufe von 1-2 Wochen dann Richtung Darm gewandert und hat beim Enddarm aufgehört. Es war kein richtiger Schmerz, sondern einfach ein unangemehmes Gefühl. Da habe ich schon gedacht, dass es rum ist, da hat es wieder mit dem Druck im Oberbauch angefangen und das Ganze hat sich wiederholt. Beim Hausarzt und Internisten wurden jeweils Blut- (auch der TSH-Wert), Urin- und Stuhlproben untersucht, die allesamt keine Auffälligkeiten gezeigt haben. Auch Ultraschalluntersuchungen und sowohl eine Magen- als auch Darmspiegelung waren in Ordnung (nebenbefundlich hat man festgestellt, dass die Speiseröhre etwas entzündet ist über dem Magen, aber ich leide nicht unter Sodbrennen, somit muss man da nicht tätig werden).

Die Beschwerden nahmen dann im Bauchbereich ab und es hat angefangen mit Nackenschmerzen. Diese sind dann gewandert zum Hinterkopf und auch Oberkopf. Es waren völlig diffuse Schmerzen (so als würde es unter dem Schädel weh tun, auch wenn das Gehirn ja keinen Schmerz empfinden kann). Über mehrere Wochen hat sich der Schmerz dann zunehmend auf die linke Hälfte konzentriert. Ende Dezember kamen zu diesen Schmerzen in der linken Kopfhälfte Schwindel und Sehstörungen mit dem linken Auge hinzu. Der Schwindel hat dann wieder abgenommen, aber die Sehstörungen sind geblieben und es kamen Schmerzen, Kribbeln und Missempfindungen in der gesamten linken Körperhälfte hinzu. Zunächst in den Fingern, dann im linken Arm und schließlich auch im Bein. Diese Schmerzen ziehen sich bis heute hin und haben sich verstärkt. Auch die Sehstörung auf dem linken Auge ist häufig noch da, diese äußert sich durch das Gefühl dass das Auge irgendwie eingeschränkt ist. Auch habe ich festgestellt, dass sich mein Sehvermögen im Dunkeln verschlechtert hat. Wenn es beim Autofahren draußen hell ist und die Sonne scheint fällt es mir beispielswiese schwierig die Instrumente innerhalb des Autos zu erkennen, es scheint so als wäre ein Schleier drüber. Auch hat sich Anfang Januar ein leichter Tinnitus dazu gesellt, der aber mittlerweile wieder verschwunden ist. Aufgrund dieser Symptome wurde ich zu einem Schädel-MRT überwiesen, was ohne Befund war (einzig nebenbefundlich die Anzeichen einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung, die aber laut Hausarzt nicht verwunderlich ist da ich das als Kind/Jugendlicher sehr oft hatte). Auch ein Besuch beim Neurologen hat nichts ergeben, es wurde eine Nervenleitmessung von den Füßen bis zum Kopf gemacht und die war laut Helferin auf beiden Seiten "in Ordnung". Auch war ich bereits beim Augenarzt, der den Augendruck gemessen und die Sehnerv angeschaut hat und meinte, dass alles okay ist (Augendruck war 21-22). Einzig das Gesichtsfeld ist links etwas schlechter als rechts, aber das sei nicht weiter tragisch.

Nun war ich letzte Woche beim Hausarzt, der zusammenfassend der Meinung ist, dass das Ganze psychisch bedingt ist. Ich drehe mich selbst in so einer Spirale, wenn etwas abgeklärt ist (wie z.B. der Magen-Darm-Trakt) kommen neue Symptome hinzu (Kopfschmerzen). Da die ganzen Untersuchungen nichts ergeben haben würde er es dabei belassen, da er eben der Meinung ist (die wohl Studien ergeben haben), dass weitere Untersuchungen zu immer spezifischeren Symptomen führen, da die Psyche sozusagen "umgelenkt" wird. Und meine diffusen Symptome bestätigen diese Aussage, da eben ständig Symptome dazu kommen, während andere verschwinden (Tinnitus). So sitze ich eben da mit einer Reihe an Beschwerden, die scheinbar keine organische Ursache haben. Es vergeht jedoch kein Tag an dem ich nicht irgendwie beeinträchtigt bin, sei es durch Sehstörungen oder Probleme beim Heben mit dem linken Arm oder einfach nur Schmerzen ohne jegliche Bewegung. Das Ganze hat mich leider auch zu einem Hypochonder gemacht, da ich mir ständig Gedanken darüber mache was mir gerade weh tut und wenn neue Wehwehchen dazu kommen dramatisiere ich das über. Auch das Warten auf das MRT hat wegen aller möglichen Diagnosen zu so einer Art Angststörung geführt. Aktuell kommen diese Missempfindungen unterschiedlich stark vor, mal sind sie vorhanden, mal fast gar nicht. Ähnlich verhält es sich mit den Sehstörungen. Hin und wieder wird das von Magenschmerzen begleitet und auch die unterste linke Rippe schmerzt beim Ausüben von Druck.

Haben die Ärzte eventuell irgendwas übersehen? Oft liest man ja von Vitamin-Mangelerscheinungen, die ich aber eher ausschließen würde, da ich mich recht ausgewogen ernähre. Es gibt eigentlich nichts, was ich nicht esse. Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, etc. ist alles im Speiseplan vorhanden. Kann das alles wirklich nur die Psyche sein? Versteht mich nicht falsch, ich vertraue den Ärzten schon, jedoch war 26 Jahre in meinem Leben alles ohne Beschwerden und jetzt kommt sowas. Vielleicht helfen auch Erfahrungsberichte von Leuten mit ähnlichem Symptomen, die die Beschwerden wieder in den Griff bekommen haben.

Vielen Dank bereits im Voraus für das Lesen und mögliche Antworten,

Gruß

Antworten
L<upo7x49


Kann das alles wirklich nur die Psyche sein?

Ja !

Ich glaube, Dein Hausarzt hat das ganze ziemlich gut erkannt auf den Punkt gebracht und im Grunde hast Du es auch schon verstanden.

Der klassische Fall von wechselnden Symptomen, die durch mehr oder wiederholte Diagnostik nicht besser wird, sondern immer mehr in einen Teufelskreis von überhöhter Selbstbeobachtung, Angst und körperlichen Angstsymptomen führt.

... jedoch war 26 Jahre in meinem Leben alles ohne Beschwerden und jetzt kommt sowas...

Das habe ich ähnlich erlebt und deswegen um so panischer reagiert.

Du bist vielleicht noch in einem Stadium, wo Du noch ohne professionelle Hilfe (Therapie/Medikation) da rauskommen kannst. Versuche es mit Bewegung/Sport/Entspannung, um dadurch wieder Vertrauen in Deinen Körper zurückzugewinnen. Und vertraue Deinem Hausarzt - die wichtigsten Untersuchungen sind gemacht und Du bist gesund.

Alles Gute ! :)*

LZuciG32


Der Trigger war eine Stresssituation also psychisch. Kümmere dich um einer Psychotherapie.

ofveGrflowx123


Vielen Dank schon mal für eure Antworten. :)^

Das habe ich ähnlich erlebt und deswegen um so panischer reagiert.

Ja da sitzt man eben dann so da und überlegt sich ist das einfach nur psychisch oder steckt doch was organisches dahinter. Wobei der Trigger wohl tatsächlich eine psychische Situation war, dessen bin ich mir selbst ja irgendwo schon bewusst.

Man wird halt bei jedem neuen oder alten Symptom wieder verunsichert. Auch wenn man dauerhaft diese Schmerzen in der linken Körperregion und das Gefühl mit der Hand irgendwie eingeschränkt zu sein hat ist das schon eine psychische Belastung. Aus diesem Grund versuche ich gerade wieder vermehrt durch Sport, Unternehmungen, etc. den Wehwehchen keinen Platz einzuräumen wie ich es in den letzten Monaten getan habe. Vielleicht bessert sich das Ganze ja doch mal mit der Zeit.

o0vereflowu123


Eventuell verfolgt diesen Beitrag ja jemand oder stößt irgendwann selbst auf ähnliche Symptome, aus diesem Grund wollte ich mal wieder schreiben.

Die Symptome sind leider immer noch so vorhanden wie vorher. Es ist wirklich seltsam, es gibt Tage an denen die linke Körperhälfte wieder fast normal ist und Tage wo der Arm oder das Bein ohne Bewegung einfach schmerzen und das an vielen unterschiedlichen Stellen. Aktuell bemerke ich dass ich selbst bei längerem Stehen Schmerzen an der Fußsohle habe. Auch schmerzt die Schulter, wenn ich z.B. einen Rucksack trage. Heute morgen ist mir beim Auto fahren (ca. 45 Minuten) die linke Pobacke eingeschlafen und daraufhin hab ich leichte Taubheiten an der linken Ferse beim Gegen festgestellt. Immer wieder taucht auch eine Art Brennen auf der Haut auf, wie z.B. auf der Kopfhaut oder auf der linken Halsseite. Auch ist mir aufgefallen, dass ich in letzter Zeit immer wieder Dinge fallen lasse beziehungsweise meine Koordination nicht optimal ist (kann natürlich auch sein, dass ich etwas sensibel geworden bin und ich auf sowas einfach achte und mir somit einrede ":/ )

Es ist ziemlich schwierig das Ganze immer auszublenden, wenn die Symptome so dermaßen wechselnd sind. Kann es eventuell Borreliose sein? Ich hatte als Kind einige Zeckenbisse, aber spielt das dann nach 20 Jahren noch eine Rolle? In den letzten Monaten wurden ja auch einige große Blutbilder gemacht und dabei keine Auffälligkeiten entdeckt, würde man denn beispielsweise an den Entzündungswerten etwas feststellen?

Habe auch in den letzten Wochen aufgrund der erhöhten Beobachtung des eigenen Körpers festgestellt, dass ich links und rechts in der Leiste zwei deutliche Erhöhungen habe. Ich weiß nicht, ob ich diese schon immer hatte, aber das könnten wohl Lymphknoten sein oder?

P?1schbixest


Lass zur Sicherheit einen Test auf Borreliose machen.

Im Blutbild sieht man das so nicht.

o~verfloMw123


Okay. Mache mir natürlich nur schon langsam Gedanken, dass mein Hausarzt mich nicht für verrückt erklärt weil ich ständig zu ihm komme ;-D .

Das Blutbild kann also völlig normal und im Rahmen liegen und man hat dennoch die Erreger in sich? Oder hängt die Tatsache ob man etwas sieht davon ab wann man gebissen wurde?

Wie sieht der Test denn aus? Blutabnahme und ein paar Tage später das Ergebnis?

RboyalTs23x3


Hallo Overflow,

Ich habe wirklich so ziemlich den gleichen Verlauf deiner Symptome und sogar auch die Art.

Bei sind es allerdings noch keine richtigen Schmerzen, die unaufhaltsam sind.

Wie ist der Stand der Dinge bei dir ?

Hat dieser Druck im Magen Darm Bereich auch etwas dünneren Stuhl zur Folge ?

oBverflJow12x3


Hallo Royals,

bin überrascht, dass jemand noch diesen alten Beitrag ausgegraben hat. Aber dafür posten wir ja schließlich alle hier :)z .

Ich bin Mitte des letzten Jahres noch einmal zu einem anderen Neurologen. Dieser hat weitere Nervenleituntersuchungen (verschiedene Nervenstränge an Armen und Beinen um vermutliche Polyneuropathie auszuschließen, dazu Schachbretttest mit den Augen) durchgeführt, die allesamt ohne Befund waren. Auch wurde auf Borreliose und Rheuma getestet, was ebenfalls ohne Befund war. Beim B12 (Holo-TC) Test ist allerdings ein Mangel entdeckt worden. Der Wert war irgendwo bei 200 und der Normbereich zwischen 300 und 900. Also habe ich begonnen dem Mangel mit Tabletten entgegen zu wirken. Dies hat direkt geholfen ein leichtes Brennen im linken Unterarm und am Handrücken zu beseitigen, die meisten der Symptome sind allerdings geblieben. Beim der Kontrolluntersuchung 3 Monate später war der Wert wieder bei 500. Da die meisten Symptome (hin und wieder Sehstörungen, manchmal Pelzigkeit/Kribbeln in der linken Körperhälfte, immer wieder Schmerzen an verschiedenen Punkten des Körpers, selten bisschen Schwindel/Benommenheit, in den ganzen Monaten ist es auch mal vorgekommen, dass die Zunge für ein paar Tage gebrannt oder das rechte Augenlid mal gezuckt hat, dies ist allerdings genauso schnell wieder verschwunden) allerdings noch geblieben sind hat er beschlossen erneut ein Schädel-MRT (mit zircularvaskulärem Übergang, was auch immer das bedeutet ;-) ) durchzuführen. Es wurde sowohl vom Radiologen als auch vom Neurologen begutachtet und war wieder ohne Befund. Zusätzliche Nervenleitmessungen (von Kopf bis Fuß) haben auch keine Auffälligkeiten gezeigt, sodass mein Neurologe der Meinung ist, dass diese Probleme eventuell durch den B12-Mangel aufgetreten sind. Laut seiner Meinung kann es unter Umständen Monate/Jahre dauern bis solche Probleme dann wieder verschwinden.

In den letzten Monaten wurde durch Zahnschmerzen (die ich bereits über Monate hatte) ein Loch im linken Oberkiefer entdeckt. Blöderweise habe ich dort noch einen Milchzahn (es kam nie ein anderer nach), der bereits eine Füllung hat. Daraufhin wurde mir bewusst, dass auch die Sehstörung im linken Auge zeitgleich mit den Zahnschmerzen aufgetreten ist. Ich konnte die Zahnschmerzen nur nie richtig als Zahnschmerzen identifizieren, da sie nicht dauerhaft, sondern nur unregelmäßig aufgetreten sind, so bin ich monatelang mit Schmerzen rumgelaufen bis sie immer schlimmer wurden. Im Zahnzwischenraum wurde schließlich ein Loch entdeckt, was gefüllt wurde. 80% der Schmerzen sind daraufhin weggegangen, allerdings ist der Zahn immer noch nicht komplett schmerzfrei. Besonders beim Kauen fällt es auf. Der Schmerz in der linken Gesichtshälfte ist daraufhin allerdings komplett verschwunden und auch diese Pelzigkeit ist deutlich besser geworden. Ebenfalls die Sehstörungen (glaube ich zumindest).

Zusätzlich bin ich ein starker Zahnknirscher in der Nacht und trage bereits seit mehr als 10 Jahren eine Aufbissschiene. Das Knirschen wurde auch so stark in den letzten Monate, dass ich innerhalb von 12 Monaten eine Schiene durchgebissen habe. Daraufhin habe ich eine spezielle Anfertigung bekommen, die um einiges dicker ist als die Schienen der letzten Jahre. Aufgrund der ganzen Verspannungen und dem Knacken der Kiefergelenke habe ich auch Physio verschrieben bekommen mit der Diagnose "CMD mit HWS Beteiligung", die in 2 Wochen beginnt :-) . Eventuell sind ja auch die starken Verspannungen und die Kieferprobleme für die ganzen Symptome verantwortlich.

Das ist der aktuelle Stand der Dinge. Die beiden Neurologen haben bis auf den B12 Mangel nichts gefunden und ich gehe meine Kieferprobleme an. Somit kann ich dir leider auch keine richtige Lösung anbieten. Die meisten Symptome wie die Schmerzen in der linken Körperhälfte kommen und gehen einfach wieder. Aktuell bin ich z.B. relativ beschwerdefrei. Bezüglich des dünneren Stuhls muss ich dir zustimmen. Allerdings sind die Magen-Darm-Probleme Anfang 2016 komplett verschwunden und seitdem auch nicht mehr wieder gekommen.

Was wurde bei dir denn schon alles untersucht? Kommt ein B12-Mangel oder Kieferprobleme bei dir ebenfalls in Frage? Ich weiß nicht ob starkes Zähneknirschen und CMD für Symptome dieser Art verantwortlich sein können, aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. :)z

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