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Ratlos .. Depersonalisierung? Derealisierung?

MNahaFgoniLEntr$eprenexur hat die Diskussion gestartet


Hallo :)

Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, da mich das ganze schon zu lange am plagen ist, ich werde trotzdem versuchen den Beitrag irgendwie strukturiert und gut leserlich zu gestalten ... Ich bin 19 Jahre alt und seit ~3 Jahren (?) habe ich sehr starke Probleme mit meiner Wahrnehmung und mentalen Fähigkeiten. Ich werde versuche so viele Hintergrundinformationen wie irgendwie möglich zu erwähnen und hoffe dass diese irgendwie behilflich sind.

(TL;DR -> Zur Auflistung weiter unten!)

Der "Anfangspunkt" (so weit ich das rückblickend beurteilen kann) war eine Reise in ein sehr weit entferntes Land im Sommer 2013, ich hatte eine schöne Zeit und ich war mit allem zufrieden. Habe dort ein Mädchen kennengelernt und meinen ersten Kuss gehabt, obwohl der Kontakt danach erst einmal abbrach. Nach der Reise ging es für mich in die gymnasiale Oberstufe und ich konnte mich sehr gut verbessern was meine Noten anging. Ich bin disziplinierter geworden, habe viele Bücher über interessante Themen gelesen und parallel dazu noch Kraftsport betrieben.

Im Januar/Februar 2014 hatte ich im Physikunterricht dann auf einmal das Problem, dass ich extreme Schwierigkeiten hatte einen Text zu lesen - Es fühlte sich an als würden alle Buchstaben vor meinen Augen verschwimmen und ich egal wie sehr ich versuchte mich zu konzentrieren, wollte mein Gehirn den Text und Inhalt einfach nicht erfassen, sodass ich fast eine halbe Stunde damit verbracht habe um eine halbe Seite an Text zu verstehen. Bis heute treten diese Probleme täglich auf, bis ich meine Augen schließe und mir an den Kopf greife, weil das alles zu viel ist.

Im März 2014 hatte ich dann wieder Kontakt zu besagtem Mädchen dass ich auf der Reise getroffen habe und wir sind eine Beziehung eingegangen, die nach sehr viel hin und her und viel Tränen ca. ein halbes Jahr später wieder zerbrochen ist. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber man kann schon sagen dass das mir damals das Herz gebrochen hat, ich habe auch einen kompletten Tag nur in meinem Zimmer gesessen und geheult. Trotz der Bemühungen sie zu vergessen, bin ich noch monate lang immer mit ihr als meinen ersten Gedanken morgens aufgewacht und habe geguckt ob sie sich gemeldet hat und für Monate verging fast keine Stunde ohne dass ich an sie denken musste. (das ist keine Übertreibung)

Selbst jetzt, 2 Jahre danach denke ich manchmal noch an sie, auch wenn nur neutral und nicht emotional. Unter anderem habe ich manchmal Träume in denen sie vorkommt.

Gleichzeitig mit dem Anfang der Beziehung im März 2014 habe ich meinen ersten Nebenjob angenommen und wegen Geldproblemen dann sogar zwei gleichzeitig. Es war eine sehr stressige Zeit für mich und nur dank einer Verletzung im Sportunterricht im November 2014 musste ich zwangsweise einen Job aufgeben. Ironischerweise war diese Zeitperiode auch meine beste Zeit in der Schule, wenn es nach Noten geht.

Kurz darauf hat meine Mutter mich dazu gedrängt zum Arzt zu gehen, da ich immer sehr sehr Müde war und kaum einen Tag ausgehalten habe ohne einen Mittagsschlaf zu halten. Dort kam dann heraus dass ich eine relativ starke Schilddrüsenunterfunktion habe. Die Wert sind mittlerweile normal durch die Einnahme von zusätzlichen Schilddrüsen-Hormonen jeden Tag, eine signifikante Verbesserungen der Symptome ist allerdings nicht eingetreten.

Im Sommer 2015 hatte ich dann eine Zeit in der ich im Urlaub mit ein paar Leuten jeden Tag über eine Periode von ca. 1 1/2 Wochen Cannabis geraucht habe bis ich eines Tages einen extrem komischen "Trip" hatte; ich bin die ganze Zeit zwischen "zwei Welten" hin und her gesprungen im Gedanken. Ich bin von der Realität in eine Art Traumwelt abgerutscht in der ich quasi nichts mehr von meiner Außenwelt wahrgenommen habe, auch nicht wenn andere mit mir geredet haben, bis ich schlagartig wieder bemerkt habe dass ich gerade wieder in der Realität bin und für eine kurze Zeit wieder eine klaren Gedanken fassen konnte, bis ich erneut unbewusst und langsam in diese andere Welt abgedriftet bin. Habe mich dann schlafen gelegt, aber das gruselige war, dass diese Symptome am nächsten Tag immer noch hatte. Zwar nicht dauerhaft aber morgens als ich aufgewacht bin und abends als ich müde wurde, kam dieses "in eine andere Welt abrutschen" wieder ein paar Mal vor, was mir panische Angst gemacht hat. Seitdem habe ich kein Cannabis mehr angefasst und nach ein paar Tagen war wieder alles normal.

Als ich von diesem Urlaub nach Hause gekommen bin ist mir aufgefallen wie unglaublich vergesslich ich geworden bin. Ich bin mir nicht sicher ob mir das vorher einfach nicht aufgefallen ist, aber aufeinmal ist mir aufgefallen wie krasse Probleme ich mit meinem Gedächtnis habe, sodass ich teilweise sehr starke Probleme habe einzuordnen was ich in den letzten Tagen gemacht habe, besonders wenn es darum geht das alles in eine Reihenfolge zu bringen. Zudem vergesse ich Sachen sofort wieder die ich gemacht habe, z.b. hab ich einen Brief irgendwo abgelegt und 20 Sekunden später habe ich komplett vergessen wo ich ihn abgelegt habe. Natürlich kommt das mal vor, aber nicht in so einer Häufigkeit. Ich muss mir immer wieder von verschiedenen Leuten anhören wie vergesslich ich doch bin und es macht mir richtig Angst. Ich habe auch manchmal das Gefühl dass zwar primär, aber nicht nur, mein Gedächtnis davon betroffen ist und ich auch generell mit meinen mentalen Fähigkeiten rückschrittig bin.

Ich habe dann irgendwann angefangen auf meinem Handy alle Symptome aufzuschreiben die mir auffallen. Hier eine kleine Liste:

-verstärktes Schielen (hatte ich als Kind schon)

-chronischer Tinnitus (im Moment wieder sehr schlimm; Ärzte meine dass es stressbedingt ist, aber habe im Moment kein Stress, da Abitur vor Monaten gemacht. Kann den Tinnitus zudem physisch beeinflussen durch entspannen von Nackenmuskeln)

-Lust - und Motivationslosigkeit

-Kein Fokus und Konzentration

-eine Art Schlafapnoe .. ich wache kurz vor dem Einschlafen schlagartig auf und ringe um Luft und habe einen starken Pulssschlag.

-extreme Vergesslichkeit und starke Probleme beim "multitasking"

-sehr emotionslos geworden; Ich verbinde Erinnerungen normalerweise immer mit Emotionen und bestimmte Lieder/Gerüche etc. verschafffen mir dann eine sehr starke Nostalgie und Erinnerung zurück an eine Zeit .. seit längerem habe ich das aber absolut nicht mehr. Zudem höre ich öfters dass ich kein Herz mehr hätte und auch sowas wie Liebe empfinde ich kaum bis gar nicht mehr, was mich echt schockiert ..

-einen Blutdruck von 150/50, mein Hausarzt meint dass das ein "Stresspuls" ist und auch posttraumatisch sein kann, hatte aber kein wirklich traumatisches Erlebnis in den letzten Jahren .. außer dieses Mädchen, aber das als Trauma zu bezeichnen halte ich für übertrieben.

-wenn ich meine Augen schließe habe ich kaum einen Gleichgewichtssinn mehr und alles dreht sich.

-schon nach kurzer Zeit nachdem ich mich auf einen Punkt fokussiere, beginnt der obere Sichtrand sich Schwarz/Grün zu verfärben und es treten komische Strukturen auf.

-permanenter Druck auf den Ohren, bin es die ganze Zeit am ausgleichen, habe auch sehr oft eine Mittelohrentzündung

das wohl größte Problem: Derealisierung (?); Ich bekomme manchmal Panik weil ich nicht weiß ob ich wirklich lebe oder tot bin, da ich mich einfach nicht identifizieren kann mit meiner Umwelt. Es fühlt sich an als würde zwischen dem was ich sehe und meine Bewusstsein noch eine Art Fenster sein. Das was ich sehe scheint so weit entfernt zu sein und auch wenn ich mich zum Beispiel am Kopf anfasse, habe ich das Gefühl dass ich mit meiner Hand eigentlich noch viel zu weit entfernt bin um meinen Kopf schon zu berühren.

Abends, wenn ich das Licht ausmache, fällt mir überhaupt nicht direkt auf dass es jetzt dunkel ist und es davor hell war, dank dieser gefühlten Distanz zur Außenwelt. Ich hatte öfters im Supermarkt das Problem dass ich vor einem Regal stand und etwas gesucht habe und irgendwie einfach mit meine Augen nicht wirklich etwas "gefasst habe". Ich hab zwar das Regal vom oben nach unten überflogen und nach einem bestimmten Objekt gesucht, aber ich konnte nichts wirklich wahrnehmen, obwohl ich es gesehen habe. So wie ich es beim lesen habe. Alles ist vor meinem Augen hin und her geflogen aber ich konnte es nicht aufgreifen, sodass ich bestimmt 5 Minuten vor diesem Regal stehe und es angucke und das Objekt das ich suche nicht finde, obwohl ich quasi direkt draufgucke.

Das Alles macht mich so verrückt, ich habe manchmal Panikattacken weil ich einfach nicht weiß wie das weitergehen soll, es fühlt sich an als ob ich immer mehr mein Bewusstsein und die Kontrolle über mich selbst verliere und keine richtige Wahrnehmung habe, sondern dauerhaft benebelt bin. Ich habe schon sehr viel im Internet durchsucht, aber es ist schwer jemanden zu finden der die gleichen Symptome hat wie ich. Ich bete darum, dass mir vielleicht hier irgendjemand helfen kann. Ich habe nächste Woche noch eine Blutabnahme wegen meinen Schilddrüsenwerten (da immer noch sehr Müde etc.) und einen ersten Termin bei einem Neurologen, aber ich hoffe dass ich hier Hilfe und Ratschläge bekomme. Für etwaige Rechtschreibfehler oder Ausdruckfehler entschuldige ich mich, die haben nämlich bei mir auch stark zugenommen ... wenn ich mir Texte ansehe die ich 2013 geschrieben habe, bin ich sehr erstaunt weil ich die Heute nicht mehr so gut und fehlerfrei hinbekomme.

Antworten
mXon_d+st9ernxe


Vieles von dem, was du geschrieben hast, würde ich mir auch durch Stress erklären. Es braucht dafür nicht unbedingt einen äußeren Auslöser. Das Leben an sich kann auch sehr stressig sein.

Deine zahlreichen Krankheitssymptome könnten Dich ebenfalls stressen - ein Teufelskreis.

Ich würde es deshalb wichtig finden, das alles etwas zu sortieren. Was ist körperlich? Was ist stressbedingt/psychisch? Was gibt Anlass zur Sorge? Was ist im Grunde genommen harmlos?

(TL;DR -> Zur Auflistung weiter unten!)

Ok.

Muahago4niEntNrepreneuxr


Danke für die Antwort :) Im Prinzip kann so gut wie jedes Symptom psychisch bedingt sein, außer die Sache mit dem Druck auf den Ohren, was aber auch nicht das schlimmste ist, sondern eher harmlos ... wie kann ich denn deiner Meinung nach diesem Stress entgegenwirken? Ich habe seit Monaten so gut wie keine Verpflichtungen da ich mein Abitur gemacht habe und sitze so gut wie den ganzen Tag nur zu Hause und geh ab und zu mal mit Freunden was machen. Rein objektiv betrachtet habe ich überhaupt keinen Stress, deswegen kann ich das alles auch nicht wirklich nachvollziehen ...

SFpri#ngchxild


Also bei mir verzögert sich die Reaktion auf Stress manchmal - vielleicht rührt das noch vom Abitur her. Dass Du momentan nichts zu tun hast und damit mehr Zeit, um Dir darüber Gedanken zu machen, trägt vielleicht noch zur Verstärkung der Symptome bei.

Ansonsten würde ich mal abwarten, was der Neurologe dazu zu sagen hat. Dass das alles nur von Stress kommt glaube ich fast nicht. ":/ Übrigens habe ich bei den Symptomen sofort an Cannabis gedacht, aber dass das zu solch dauerhaften Schäden führt und das nach einmaligem Konsum finde ich schon ungewöhnlich. Vielleicht kennt sich da aber jemand besser aus als ich und antwortet noch.

MkahagopniEnt9repZreneuxr


hey, vielen Dank für die Antwort :) Ich hatte durch das Abitur eigentlich kaum Stress .. Im gegensatz zu anderen Leuten war das relativ entspannt für mich und keine besondere Stresssituation, gerade weil die Symptome ja auch schon vorher vorhanden waren ... ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen dass das immer noch die Nachwirkungen vom Cannabis sein können, hatte eine Menge darüber gegooglet und es sollte keine dauerhaften Nebenwirkungen geben, außer bei regelmäßigen Konsum als Jugendlicher und das trifft ja nicht auf mich zu :)

Ich habe in einer Stunde den Termin beim Neurologen, ich melde mich danach nochmal mit neuen Erkenntnissen, habe aber irgendwie das Gefühl dass er mir auch nicht weiterhelfen kann und/oder mich zu einem Psychologen schicken will :'D

SUpringcchild


Und, wie war der Termin?

meonVd+Psterxne


wie kann ich denn deiner Meinung nach diesem Stress entgegenwirken?

Wenn es sich denn um psychischen Stress handelt, ist es nicht so leicht, etwas daran zu ändern, weil es keine erkennbare äußere Ursache gibt.

Um die Ursache herauszufinden, bräuchtest Du eventuell eine Psychotherapie.

Mtah.agonMiEntarep~reneuxr


Also der Neurologe meint dass meine Probleme beim lesen etc. von einer Migräneaura kommen können. Stimmungsschwankungen etc. eventuell von einer leichten Depression. Er vermutet bei mir auch eine Derealisierung und hab' jetzt einen Termin für ein MRT des Schädels und eine Elektroenzephalografie (EEG), danach nochmal Besprechung ... psychischer Stress kann ich mir bedingt vorstellen durch den Druck den ich mir selbst mache, da ich oft mit mir unzufrieden bin und mehr von mir verlange.

mwond+xstvernxe


Also vielleicht eher eine Art innere Anspannung als Stress?

M#ahagosniEntriepre_neuxr


würde ich nicht ausschließen, aber kann das wirklich für alles verantwortlich sein?

mconRd+2ste|rne


Glaube ich nicht.

Ich würde es eher anders herum angehen. Du bist gerade in einem wichtigen Lebensabschnitt, in dem Du Entscheidungen für die Zukunft fällst.

Man neigt in solchen Zeiten natürlich dazu, es einfach so laufen zu lassen, wie Du es anscheinend gerade tust.

Wenn Du das ganze etwas bewusster angingest, würdest Du herausfinden, inwieweit Deine Symptome mit Deiner aktuellen Lebenssituation zusammenhängen.

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