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Benommenheit/Schwindel/Sehkraftverlust Seid 12 Monaten

M(ariTuWsx95 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum

der oben stehende Titel beschreibt mein Problem relativ grob, daher wird jetzt auch ein etwas längerer Text folgen um die Situation so gut wie möglich darstellen zu können.

Für jeden, der sich die Zeit nimmt das Folgende zu lesen bin ich sehr dankbar!

Ich werde den Krankheitsverlauf mal chronologisch schildern und natürlich alle Untersuchungen und Ergebnisse dazuschreiben.

Der Grund, aus dem ich mich an euch wende ist, dass mir bis jetzt kein Arzt helfen konnte und ich verzweifelt auf der Suche nach etwas bin das vllt. vergessen wurde, um diesen mittlerweile schon 12 Monate andauernden Albtraum zu beenden.

Alles fing am 07.08.15 an.

Ich bin ganz normal aufgewacht, hatte allerdings starke Verspannungskopfschmerzen also nahm ich eine Ibuprophen da noch ein relativ langer Tag vor mir liegen sollte.

Gegen Nachmittag war ich bei meiner Bandprobe und habe einen Energy Drink getrunken.

Nach der Probe habe ich mich mit meinen Band-Kollegen und ein paar Freunden auf den Weg zu einer Jam-Session gemacht (Konzert mit offener Bühne, auf der jeder spielen kann).

Noch ging es mir gut, wir haben uns hingesetzt und erst mal nur zugehört. Ich war vllt. ein ganz klein wenig nervös aber das war es auch.

Alkohol habe ich keinen getrunken da ich ja zuvor die Ibuprophen genommen habe, allerdings habe ich 3 Züge von einem Joint geraucht da mir bis dato nach eigener Recherche keine Wechselwirkung mit Ibuprophen bekannt war. Ich habe zu der Zeit schon mehrere Jahre Cannabis konsumiert und gerade im Jahr 2015 besonders viel. Ich habe nie besonders viel von Alkohol gehalten und dem was es mit Menschen anstellt. Ich hoffe das Thema ''Cannabis'' löst hier jetzt keine Belehrungswelle aus. In meinen Augen birgt jede Droge ihre Gefahren in sich und da würde ich die Gefahren der Droge Alkohol mindestens ebenbürtig wenn nicht als schlimmer bezeichnen. Ich bin mir definitiv bewusst das mein Cannabis-Konsum auch ein Katalisator gewesen sein kann.

Entschuldigt das Abschweifen.

Jetzt Folgt der wichtige Teil.

Kurz nach dem Konsum machte sich in meinem Körper ein Schwächegefühl breit. Nicht das typische High das man sonst kennt sondern ein Gefühl der leichten Ohnmacht. Darauf hin habe ich mich hingelegt. Plötzlich ging es los, meine Sicht wurde extrem verschwommen mir wurde schwindelig (ich glaube es war Schwankschwindel) ich atmete schwer, mein Herz schlug sehr stark und auch hat sich das Schwächegefühl extrem verstärkt. Es war wie ein höllischer Kreislaufkollaps nur viel viel schlimmer. Ich war auch kreidebleich und total benommen.

Ich legte die Beine hoch und hielt mich aus Panik und Orientierungslosigkeit krampfhaft am Arm meiner Freundin fest.

Ungefähr 2-3 Minuten hatte ich das Gefühl ich würde gleich sterben oder einen Schlaganfall bekommen. Nach der Klimax des "Zusammenbruchs" hatte ich genug Kraft um etwas zuckerhaltiges zu mir zu nehmen, eine Banane zu essen oder was zu trinken. Jedoch wurde es nicht besser. Ich hatte gerade so die Kraft zu stehen. Jedoch musste ich gestützt werden.Das Schwächegefühl, der Schwindel und die verschwommene Sicht hielten an. Die Lichter der Ampel zogen farbige Schweife. Ich wollte einfach nur nach Hause, die Augen schließen und schlafen in der Hoffnung das es am nächsten Tag weg sei. Nachdem meine Freundin mich nach Hause gebracht hat tat ich dies auch.

Als ich am nächsten Tag nach ca. 11-12 Stunden Schlaf aufgewacht bin musste ich feststellen dass das Schwächegefühl, der Schwindel und Sehkraftverlust geblieben sind. Die folgenden 2 Wochen war ich komplett bettlägerig. Ich hatte keinen Appetit und wollte nur schlafen.

Der Vorfall ereignete sich in den Sommerferien. Die erste Schulwoche meines Abschlussjahres versäumte ich also. Da ich nicht mehr Stoff verpassen wollte habe ich mich irgendwie zur Schule geschleppt. Nach der Schule gegen Nachmittags aber wieder direkt zurück ins Bett da ich einfach keine Kraft mehr hatte. Dabei habe ich in meiner Jugend Leistungssport betrieben und war bis zu dem Vorfall mehr als fit. Das eÉinzige was sich in den vergangenen 12 Monaten verbessert hat, ist das ich wieder ein wenig mehr Energie habe. So bis 12 Uhr Abends halte ich es ganz gut aus, allerdings werden die Symptome zu dem Abendstunden hin oft stärker und ich bekomme ab und zu Schwindel und Schwäche-Attacken von ca. 5 Sekunden, manchmal auch 30 Sekunden in denen ich dann auch Panik bekomme dass sich der Vorfall wiederholt.

In Folge meiner Erkrankung haben sich natürlich meine sozialen Kontakte (vor allem in den ersten Monaten) minimiert, ich bin seitdem nicht mehr Abends feiern gewesen und habe ab dem Vorfall mit dem Konsum von Cannabis, Alkohol und Zigaretten aufgehört. Mein Ganzes Leben hat sich auf den Kopf gestellt. Die Lebensfreude ist extrem zurück gegangen, ich bin sogar oft leicht depressiv weil ich durch diesen einen Tag zu einem komplett anderen Menschen geworden bin und vielen Dingen die mir viel bedeutet haben nicht mehr nachgehen kann.

Zusammenfassend kann ich sagen:

Ich habe durchgängig ein starkes Benommenheitsgefühl (als wenn man nicht richtig da ist, Watte im Kopf hat, alles nur wie in einem Film sieht/Vergleichbar mit dem Gefühl wenn man Nachts aufsteht um auf Toilette zu gehen) Sehkraft-Verlust (habe eine Brille bekommen), Kraftverlust (vor allem zum Abend hin) und das Gefühl, dass sich aus den Einschränkungen und der psychischen Belastung ''nie richtig da zu sein" langsam eine Depression entwickelt.

Ohne meine Freundin, Eltern und die Musik wäre ich glaube ich schon längst abgestürzt.

Trotz der zusätzlichen Belastung habe ich mein Abitur gut bestanden, aber musste feststellen, dass während einer andauernden Belastung von einer 5 Stunden Klausur die Benommenheit stark zunahm.

Jetzt stehe ich vor dem Studium aber weiß nicht wie ich so in meinem Leben weitermachen soll.

Persönliche Daten:

21 Jahre alt

1,93 groß

72 Kg

Untersuchungen die gemacht wurden:

- Großes + kleines Blutbild - Ohne Befund

- Ultraschall (Schilddrüse und innere Organe) – Ohne Befund

- MRT Schädel – Ohne Befund

- 3x neurologische Untersuchungen (Koordination, Test auf MS, Lagerungstest)

- 1x neurologische Abteilung Uni-Klinik Dopplersonographie

- MRT HWS – Ohne Befund

- 3x Kardiologie (24 Std-EKG, Belastungs-EKG, Ultraschall) – ohne Befund

- HNO-Untersuchungen + Röntgenbild Schädel – ohne Befund

- Augenarzt (Sehkraftverlust wurde festgestellt, Brille wurde verschrieben, organisch kein Befund)

- Zahnarzt, 2 untere Weisheitszähne seit 2 Jahren im Durchbruch, kommen aber nicht raus. laut Arzt aber genug Platz im Kiefer

Physiotherapie + 12x manuelle Therapie/Mobilisierung der Halswirbel

3 Wochen Gluteindiät im Selbstversuch – ohne Erfolg

1 Woche CBD-Tropfen morgens & Abends ohne Wirkung (außer: weniger Rückenschmerzen)

3x Orthopädie – Beckenschiefstand, erklärt allerdings Symptome nicht

Trainiere seit 3 Monaten Kraftausdauer ohne Besserung (Mir wird oft bei den letzten Wiederholungen schummrig und schwarz vor den Augen.

Danke nochmal an alle die bis hier durchgehalten haben.

Ich habe wirklich jeden Beitrag in dem es um ähnliche Symptome geht gelesen und die vorgeschlagenen Lösungsansätze ausprobiert. Bis jetzt hat leider nichts geholfen und ich habe langsam genug von Arztbesuchen die mir nicht weiterhelfen.

Vielleicht kann mir hier jemand den entscheidenden Tipp geben, der mich dem Ende dieser Geschichte näher bringt.

Liebe Grüße

Marius

Antworten
ohnSodixsep


Hallo! Ich hatte am 15.4.1993 beim Mittagessen einen Schwächeanfall. (Nie Drogen, nie Alkohol). Der wiederholte sich dann fast täglich, oder mir war schwindlig. Eine Brille kam hinzu. Um den Jahreswechsel 1993/94 war ich für 4 Wochen stationär in der Neurologie einer Uniklinik. EEG und EMG wurden gemacht. Nervenbiopsie und MRT. Danach bekam ich nach vielen Fehlversuchen endlich das richtige Medikament, mit dem sich bis heute kein Schwächeanfall oder Schwindel mehr wiederholt hat! Wie die Krankheit heißt, kann ich Dir nicht sagen, weil man es mir selbst nicht gesagt hat - im Entlassungsbericht steht nur, was ich alles nicht habe. Und wie das Medikament heißt, darf ich Dir hier wegen der Forumsregeln nicht sagen - es könnte auch wirklich bei Dir etwas anderes sein. Ich hoffe aber, dass dies Deinen Krankheitsweg verkürzt - Dein bereits eingeschlagener Weg in die Neurologie war der richtige (jedenfalls bei mir) - und man kann auch sowas gut behandeln. Verlier bitte Deinen Mut nicht!

M.ariues9x5


Hallo Onodisep, und danke für die schnelle Antwort!

Welche war denn die entscheidende Untersuchung die zur der Verschreibung des Medikaments geführt hat?

Bei mir steht nämlich nur noch das EEG an und dann ist die Neurologische schiene eigentlich komplett abgedeckt laut meinem Doc...

LG und danke für die netten Worte!

olnnodGis!ep


Also gut. Ich habe eine Autoimmunerkrankung mit Antikörpern (AK) gegen Schleimhäute. Und höhe Entzündungswerte, Leukos bis 20.ooo. Alle Hohlräume im Körper sind mit Schleimhaut ausgestattet, die sie schützen soll - der Atmungstrakt, der Verdauungstrakt, aber auch die Venen. Immunvaskulitis. Entsprechend muss ich zur Beruhigung meines Immunsystems verschiedene Immunsuppressiva abwechselnd einnehmen. So eine Autoimmunerkrankung wird für gewöhnlich erst entdeckt, wenn sie neurologische Symptome verursacht wie eine Polyneuropathie, das ist eine Verlangsamung der Nervenleitgeschwindigkeit im EMG. Denn auch die Nerven sind mit Schleimhaut zu ihrem Schutz ummantelt. Liquorentnahme wurde auch gemacht, war aber o.B. Danke für Deine Post!

M,ariKuxs95


Hey!

Bei welcher Untersuchung wurde diese Autoimun Krankheit denn entdeckt?

Hätte man entsprechende Werte nicht meinem Blutbild entnehmen können?

lg!

u ser2A5x0


Hallo Marius!

Hast du eine Idee, warum du an dem Morgen mit Verspannungskopfschmerzen aufgewacht bist? Gab es am Vortag ein Ereignis, was das erklären könnte?

Am Abend mit der Jamsession: lief da vielleicht irgendwas schief, was dir zu schaffen gemacht hat? Hattest du evtl. die Hoffnung, mal mit der Musik Geld verdienen zu können und an dem Abend wurde dir bewusst, dass es nicht klappen wird?

Ich kenne das aus meiner Abitur-Zeit, dass ich nach der Schule nicht so richtig wusste, wie es jetzt weitergehen soll. Da habe ich viel gegrübelt und mir Sorgen gemacht.

Könnte so etwas bei dir eine Rolle spielen? Also eine gewisse Zukunftsangst?

LG Christian.

MUarixus95


Hey Christian!

Die Kopfschmerzen begleiten mich schon lange,vermutlich durch das schnelle Wachstum.

Ich hatte 3 Wochen davor einen Fahrrad Unfall mit Platzwunde am Kopf die meine Verspannungen auch noch etwas verstärkt hat.

Nein,ich hatte nicht wirklich vor Hauptberuflicher Musiker zu werden.Da bin ich mit dem Studium Musikwissenschaften schon sehr zufrieden!

Ich war auch was die Zukunft angeht sehr entspannt und habe mich sehr auf das Abitur gefreut.An sich ging es mir psychisch super!

Grüße!

uyszer2[5x0


OK, dann beschreibe bitte den Fahrradunfall genauer. Offenbar war ja auch der Kopf involviert. Ich habe schon darüber gelesen, dass sich Folgen eines Traumas durch Sturz erst Wochen später bemerkbar machen können.

M(aribus%95


Ich bin bei relativ hoher Geschwindigkeit mit dem Kopf zuerst auf dem Boden aufgeschlagen.

Wurde dann im Krankenhaus mit 10 Stichen genäht.Röntgen und Ultraschall wurde gemacht.War allerdings unauffällig.

Eine Halskrause habe ich nur während des Aufenthalts im Krankenhaus bekommen (Das wurde später noch von meinem Neurologen kritisiert,hätte sie wohl mit nachhause bekommen sollen).

Zuerst wurde auch auf ein spät eingetretenes Schädel Hirn Trauma spekuliert.Allerdings wurde von der Diagnose wieder abgelassen da es jetzt seit 12 Monaten keine Besserung gab.

LG!

jMa#ckp99xn


Hallo Marius

Google mal nach Derealisation, oder die Kombination Benommenheit wie im Film.

j-ac|k99xn


Hier auf der Seite wird es sehr gut beschrieben finde ich.

[[http://diescheibe.blogspot.de/2010/12/was-ist-derealisation.html]]

oPnomdidsep


Hallo! Die Immunglobuline und Entzündungswerte kann man im Blutbild feststellen. Wie gesagt, das ist meine Erkrankung, immer und alles mit der Vorsilbe V.a. = Verdacht auf, und Du kannst etwas ganz anderes haben, wo Dir mein Lieblingsmedikament sogar schadet. Ich glaube jetzt allerdings auch, dass Du Dir bei dem Fahrradunfall etwas geholt hast. Bettruhe wäre wichtig gewesen.

M2ari6us95


Hallo,

und danke für deine Mühe!

Natürlich habe ich im laufe des nun 12 Monatigen Krankheitsverlaufes schon viel recherchiert und bin dabei auch auf Derealisation,Depersonalisation etc. getroffen.

Die Symptome gehen auf aber dass es bei mir so schlagartig (wie ein Anfall) kam und dann auch noch ohne vorherige Psychische Belastung leuchtet mir nicht ein.

Ich war eigentlich schon immer ein Psychisch sehr starker Mensch.

LG!

j2acwk99n


Ich kann nur von mir sprechen, aber ich kann dir sagen das es bei mir von eine Sekunde auf die nächste passiert ist. Ich werde diesen Tag im Jahre 2007 nie vergessen!

Vielleicht war es die Kombination aus Aufregung vor dem Auftritt,und die paar Züge vom Joint? Vielleicht ist es auch ganz was anderes,nur an Hand deiner Beschreibung der Symptome viel mir das gleich auf.

MhariAus95


Das kann ich mir einfach nicht vorstellen.

Ich werde jetzt meinem erhöhten TSH (Schilddrüse) Wert nachgehen da er erhöht ist aber mein alter Hausarzt nicht drauf reagiert hat.Mal sehen was passiert!

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