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Frage zu Aneurysma / Hirntod / Langer Text

Bsrebxs hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Weiß nicht ob das hier der richtige Bereich dafür ist, und warne jeden Leser das es etwas Detailreicher wird.

"Kurze" Vorgeschichte:

Meine Mutter (52) war jetzt schon länger Rentnerin, wegen einer Leberzirrhose durch Hepatitis C, welches sie wohl durch Blutkonserven aus ihrer Kindheit hatte (Sie hatte sehr viele OPs).

Unter anderem nahm sie Viekirax und Exviera Medikamente um den Hepatitis C Virus zu bekämpfen.

Sie war dazu schon Monatelang in der Uni Klinik in Behandlung.

Vor ca. 2 Wochen wurden die Tabletten wie geplant abgesetzt und alles verlief eigentlich gut.

Am Sonntag ging sie dann Morgens früh in die Badewanne, wie sooft, dort rutschte sie wohl aus und rief kaum hörbar um Hilfe.

Nach wenigen Minuten wurde dies durch uns Bemerkt, wir ruften sofort den Krankenwagen und brachen währenddessen die Badezimmer Tür auf.

Sie lag mit dem Bauch nach unten da, konnte sich kaum bewegen, die Füße schon Blau angelaufen und sagte in einer ganz komischen Stimme "Ich bin hingefallen" und dann "Aua aua mein Kopf"...

Wir legten Handtücher aus, hebten sie ganz vorsichtig aus der Wanne und in die Stabile Seitenlage.

Noch ein paarmal sagte sie "Aua aua mein Kopf"... Dann war sie nicht mehr ansprechbar und atmete sehr schwer/unruhig/schnell.

Sie kam sofort in die Intensivstation, und zuletzt dann in die Neurologie intensivstation.

Nur 2 Stunden später wurde uns gesagt, sie ist eigentlich schon Hirntod.

Ein geplatztes Aneurysma, es hat zuviel geblutet und hörte auch nicht auf, so das sie keine OP versuchen konnten.

Trotz dem Hirntod und dem Wunsch nicht von Maschinen am leben gehalten zu werden, musste sie so noch einen Tag verbringen.

Am Sonntag konnte die Beatmung dann abgeschaltet werden, sie fing auch nicht wieder an zu atmen.

Todesursache soweit uns bis jetzt gesagt wurde: Geplatzes Aneurysma,Ein zu großes Gefäß. Dieses Aneurysma muss sie aber wohl schon sehr lange gehabt haben.

Nun meine Fragen:

Meine Mutter klagte schon 2-3 Wochen über sehr starke Kopfschmerzen, diese ließen sich weder mit Aspirin noch mit den verschriebenen Novalmin Tropfen lindern. Beim Hausarzt gab es ohne große Untersuchung Antibiotika, beim 2t Besuch dann noch eine kleinere Packung... Am Freitag noch, hatte sie dann auch einen ihrer Regelmäßigen Termine in der Uni Klinik, dort gab sie auch die unerträglichen Kopfschmerzen an die schon Wochen andauern.

Die Ärztin meinte es könnten Nebenwirkungen sein durch die Absetzung des Viekirax/Exviera, eine Art "Entzug".

Kann so ein "Aneurysma" wirklich solange unbemerkt bleiben bis es zum plötzlichen Tod führt?

Sie hatte sogar schon öfters CT's, in ihren aktuellen Unterlagen konnte ich auch Monate Alte Bilder ihres Gehirns finden.

Zuletzt wurde auch noch eins mit so einer Flüssigkeit gemacht.

War das platzen vielleicht erst der Grund für ihren Sturz? ihre total veränderte Stimme und die nicht wirkliche Ansprechbarkeit würden dafür sprechen?

Bessere Anlaufstelle für das alles wären wohl die Klinik Ärzte, die waren aber nicht sehr Redseelig, Sterbeurkunde etc kriegen wir auch erst noch... und da nochmal Telefonisch/Persönlich nachzufragen schaffe ich im Moment noch nicht.

Falls irgendjemand mit sowas Erfahrungen hat oder etwas dazu schreiben möchte, würde ich mich freuen.

mfg

Antworten
PJlac\ebo0#90x6


Erstmal mei aufrichtiges Beileid :)-

Ein Aneurysma kann leider sehr lange unentdeckt bleiben, gerade am Anfang wo es noch keine Symptome macht, ist ein Aneurysma meist nur ein Zufallsbefund.

Bei deiner Mutter haben sich dann auch noch das Absetzen der Medikamente mit dem Symptombeginn überschnitten. So wurde natürlich eine Diagnose bzgl. des Aneurysmas erschwert, zumal man bei starken Kopfschmerzen über 2-3 Wochen erstmal andere Ansatzpunkte hat was es sein könnte und nicht immer sofort von einem Aneurysma ausgeht..

Vermutlich wäre bald eine CT Kontrolle durchgeführt worden bei deiner Mutter hätten die Schmerzen noch länger angehalten.. und dann hätte man das Aneurysma auch entdecken können.. ob es dann noch operabel gewesen wäre bzw. überhaupt war ist wieder eine andere Sache die man jetzt leider eh nicht mehr beurteilen kann.

Ob das Platzen der Grund für den Sturz war oder der Sturz Grund fürs Platzen kann man so nicht sagen.. die veränderte Stimme und nicht wirkliche Ansprechbarkeit sind aber auf die Blutung zurück zuführen.

Ich wünsch dir aufjedenfall viel Kraft für die kommende Zeit :)*

EJvolEuzzxer


Kann so ein "Aneurysma" wirklich solange unbemerkt bleiben bis es zum plötzlichen Tod führt?**

Sie hatte sogar schon öfters CT's, in ihren aktuellen Unterlagen konnte ich auch Monate Alte Bilder ihres Gehirns finden.

Aneurysmen bleiben oft sehr lange unentdeckt, sehr oft sind sie nur ein Zufallsbefund im Rahmen einer anderen Untersuchung. Das liegt daran, dass man sie i.d.R. selber nicht spürt, außer sie verursachen andere Symptome durch Druck auf benachbarte Gefäße etc.

Ein Aneurysma braucht aber eine längere Zeit, um überhaupt zu entstehen, bildet sich also nicht innerhalb von Tagen. Eigentlich müsste es also bereits auf einem nicht all zu lange zurückliegendem CT sichtbar gewesen sein.

Dass es möglicherweise übersehen wurde ist allerdings sehr tragisch. :°_

BXrwefbs


Danke für die Antworten ihr Zwei.

Es hilft mir die Sache etwas besser zu verstehen.

Ich werde die Ärzte auf jeden Fall sobald es geht noch genauer ausfragen.

Sie sagten noch das es auch zu jeder anderen Zeit hätte passieren können, wir hätten also gar nichts machen können.

Verdammtes Aneurysma... :-X

C4aliforn"iemrin


mein Beileid :°_

Ich habe im Krankenhaus 2x Menschen an geplatzten Aneurysmen sterben sehen und war geschockt, wie schnell das geht. Man ist machtlos und derjenige hat eigentlich keine Chance. Hirnaneurysmen werden noch seltener entdeckt, als z.B. Aortenaneurysmen, es ist, wie oben schon jemand beschrieb, ein Zufallsbefund, falls gerade mal ein Schädel-CD wegen irgendwas gemacht wird. Auch länger anhaltende Kopfschmerzen sind kein Indiz dafür. Selbst, wenn es erkannt gewesen wäre, ist unsicher, ob man an der Stelle im Gehirn ohne weiteres hätte operieren können.

PSlacxeRbof0906


Sie sagten noch das es auch zu jeder anderen Zeit hätte passieren können, wir hätten also gar nichts machen können.

Damit haben sie auch recht.. Machbar wäre evtl. nur was gewesen hätte man das Aneurysma schon früher erkannt..

Ob es übersehen wurde oder nicht können wir nicht beurteilen hier.. Wie lange liegen denn die letzten Aufnahmen ihres Hirns zurück die du gefunden hast?

Wie Evoluzzer zwar richtig schreibt innerhalb von Tagen entsteht ein Aneurysma eher nicht, allerdings kann es innerhalb von Monaten entstehen ;-)

somit können die Aufnahmen schon "zu alt" sein..

Und durch die Hepatitis C kann das Gefäßsystem doch auch in Mitleidenschaft gezogen worden sein.. gerade Gefäßentzündungen treten gerne in Kombination mit Hepatitis C auf..

S*marqtiex67


Ich habe dadurch vor 2 Jahren meine Schwester verloren. War vorher bekannt aber nicht operabel. {:(

B0re?bs


Vielen Dank nochmal für alle Antworten!

Ja die letzten Aufnahmen liegen schon knapp 4 Monate zurück.

Diese extremen Kopfschmerzen (Die Zwischendurch aber auch mal besser wurden, da dachten wir noch das Antibiotika hätte geholfen und es wäre nur eine Nebenhöhlen o.ä Entzündung gewesen) waren ja auch erst seit 2-3 Wochen.

Kann schon verstehen das da nicht sofort große Scans gemacht werden...

Ihre Regelmäßigen Termine bei der Uni Klinik handelten sich ja Hauptsächlich um die Leber.

Da wurden dann immer Sonographien etc. gemacht.

Da sie von Klein auf ständig Operationen in der Uni Klinik durchmachen musste, ging sie da eh nicht gerne hin.

Aber ihr Hepatitis C durch die anti virale Therapie evtl zu heilen und ihre Lebenserwartung noch auf über 60 zu heben war es ihr dann doch Wert.

Und dann erwischt einen doch was ganz anderes...

Danke nochmal!

R4heliwa


Mein Beileid zu deinem Verlust.

Ja, eine Aneurysmaruptur ist ein dramatisches, häufig unvorhergesehene Ereignis. Da gibt es kaum Überlebenschancen.

Suche auf jeden Fall noch mal das Gespräch mit den Ärzten. Es kann eine genetische Disposition geben und da wäre es sinnvoll, euch Kinder auch untersuchen zu lassen.

BqegnmitaBx.


Eine Bekannte von mir, nie Kopfschmerzen, kerngesund mit Mitte 60 sagte nur noch, mir ist schlecht und sie kippte um.

Auch ein Aneurysma, was geplatzt war. Der Rettungsdienst war superschnell da, sie hat Dank sofortiger OP ohne Folgen überlebt, keine Ausfälle, nichts. Man hat dann noch 3 weitere Aneurysmen bei ihr entdeckt, die bereits operiert wurden.

Es ist ein großes Glück gewesen.

Ich denke mal, ein Aneurysma wird in MRT' s eher entdeckt als in CT's.

Was hier passiert ist, ist leider tragisch. :)-

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