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Hilfe! Dramatische Wesensveränderung 1 Jahr nach Hirnblutung

MZetu%salem hat die Diskussion gestartet


Hallo zusamen,

Der Gesundheitszustand meines Vaters (75) verschlechtert sich gerade dramatisch, daher würde mich interessieren ob hier auch jemand die gleich beschriebenen Symptome kennt und was auf uns noch zukommen könnte.

Mein Vater hatte nach einem Stoß gegen den Kopf eine Hirnblutung, wobei Hirnblutung vielleicht nicht ganz richtig ist, die Blutung fand zwischen Hirnhaut und Schädeldecke statt, drückte dann gegen das Hirn, was zu neurologischen Defiziten führte. Nach einer Kraniotomie war mein Vater nach einigen Tagen ohne neurologische Folgen in die Reha entlassen wo auch alles problemlos verlief.

Nach der empfohlenen Zeit setzte er auch alle Tabletten ab die damit zu tun hatten. Bis auf Bluthochdruck hat er keine Krankheiten.

Etwa 1 Jahr nach der OP und nach einem Sturz mit Platzwunde am Kopf, merkten wir das mein Vater anfing sich zu verändern! Die dramatische Veränderung war und ist das er meine Mutter, mit der er nun fast 50 Jahre verheiratet ist, zum Hassobjekt erkoren hat.

So war er mit ihr einige Monate im Urlaub und erzählte dort jedem Menschen was sie doch für eine Hur....sei und da sie bereits mit jedem was hatte den sie je kannte usw. Sie selbst machte er täglich mit diesen Vorwürfen fertig.

In den 3 Monaten hat meine Mutter dadurch fast 20kg abgenommen.

Zum Glück sind beide wieder in Deutschland, aber die Situation wird nicht besser, im Gegenteil. Es kommen immer krankere Beschuldigungen dazu die meiner Mutter nicht mehr aushält, auch dann nicht wenn es sich tatsächlich um eine Krankheit handeln sollte....

Mit Engelszungen konnten wir ihn überreden in die Notaufnahme einer Neurolgiestation zu gehen. Dort wurden aber nur ein CT und ein großes Blutbild gemacht, die allesamt ohne Befund waren. Kommende Woche will sich das Management des Krankenhauses mit uns in Verbindung setzen und einen Termin für eine stationäre Aufnahme machen.

Ansonsten wirkt mein Vater relativ normal, eventuell etwas verlangsamt und manchmal abwesend schauend. Aber auch im Jogger aus dem Haus gehend, was früher undenkbar gewesen wäre.

Das Problem ist das wir nicht wissen wie wir uns jetzt verhalten sollen, und auch niemanden mit ähnlicher Problematik kennen.

Meine Mutter muss da raus, aber wir können auch meinen Vater in diesem Zustand nicht alleine lassen....

Fachleute raten bisher nur und wir erhoffen uns von der stationären Aufnahme, die er hoffentlich mitmacht, Aufklärung was den nun los ist

Im KH war der erste Verdacht: Delir, obwohl wie ich es verstanden habe das eigentlich nicht so lange anhält.

Laut Hausarzt wäre das Verhalten, besonders die Anschuldigungen des Fremdgehens und die damit einhergehenden Beleidigungen, ein typisches Anzeichen einer Demenz.

Wir hoffen natürlich sehr das eine eine behandelbare Sache ist und nicht dauerhaftes.....

Kann da jemand was zu sagen?

Antworten
S2apie9nt


Ich habe beim Lesen Deines Beitrags auch sofort an (beginnende) Demenz gedacht. Es gibt leider Fälle, in denen die betroffenen Personen dann zu Bösartigkeiten neigen. Ich habe so einen Fall im Bekanntenkreis, da betrifft es auch den Vater. Der wurde immer bösartiger, uneinsichtiger und sturer. Konnte sich dann, wie es bei Demenz so üblich ist, irgendwann auch kaum noch an Dinge erinnern oder orientieren. Nächtliche Spaziergänge im Pyjama waren auch oft dabei. Widerstand gegen Regeln, das volle Programm.

Warum/wieso/weshalb er so bösartige Dinge tat und sagte wusste er natürlich selbst nicht. Von daher würde ich es nicht ausschliessen, dass es tatsächlich eine Form der Altersdemenz ist.

BleniBtaB.


Das kann sich evtl. sogar noch verschlimmern. Kenne solchen Fall aus dem Bekanntenkreis, Verhalten nach einem Schlaganfall.

Ich würde den Vater auch auf einer Geriatriestation anmelden, oder ihn dorthin verlegen lassen, weil man mit solchen Dingen dort besser vertraut ist als auf einer neurologischen Station, die sich eher auf Diagnosen konzentriert.

Auf geriatrischen Stationen oder darauf spezialisierte Ärzte ist der Umgang mit entsprechenden Medikamenten auch ein anderer.

Ihr benötigt viel Kraft und vor allen Dingen darf auch die Mutter nicht so untergebuttert werden. Sie sollte psychotherapeutischen Beistand bekommen, um zu lernen, wie sie damit umgehen soll. Sie wird sich in einer Abwehr und Verteidigungshaltung befinden, die ihr nichts nützt. Sie muß ein Programm erlernen, anders damit umzugehen. Das kann am Besten jemand vermitteln, der qualifiziert ist.

Alles Gute.

g0al`axxys


Es tut mir leid, dass ich dir nichts aufbauendes schreiben kann. Ich kenne das so ähnlich von meinem Opa. Er hatte zwei Hirnblutungen, Jahre später dann nochmal neurologische Ausfälle und Krampfanfälle ohne erkennbare Ursache. Daraufhin war er lange im Spital und mit der Zeit wurde immer mehr erkennbar, dass er dement ist. Das ist im Spital erst so richtig rausgekommen, da er dort körperlich und geistig massiv abgebaut hat. Er hat meine Oma beschuldigt, dass sie nur ins Spital kommt, weil sie etwas mit seinem Mitpatienten hat...und mir hat er auch erklärt "was die Oma die ganze Zeit aufführt"... Es ist einfach immer schlimmer geworden, alle haben versucht das nicht persönlich zu nehmen, nur meiner Oma ist das extrem schwer gefallen. Ich wünschte, ich könnte positiveres berichten, aber ich musste bei deinen Schilderungen auch sofort an meinen Opa denken, daher denke ich, dass der Verdacht der Ärzte leider nicht ganz unbegründet ist.

M]e+tu>sa.lxem


Geriatrie ist schwierig, da er sofort ausrastet und aggressiv wird sobald man ihn auf eine Wesensveränderung anspricht :(

Müssen jetzt sehen wie wir den Spagath schaffen uns um beide zu kümmern und ob eine räumliche Trennung Sinn macht, wenigstens bis zur stationären Aufnahme....

Wichtig wäre ja erst mal eine Diagnose, damit man weiß wie es weiter geht.

Auch wissen wir nicht wie gefährlich das für ihn und sein Umfeld ist....Äussern sich diese Anfälle nur durch Aggressionen und verbale Ausbrüche, oder können da Handgreiflichkeiten und schlimmeres dazu kommen :(

Katastrophe gerade alles....

Bueni t6aB.


Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, dass man mit einem Homöopathen spricht, der für dieses "Erscheinungsbild" ein oder sogar mehrere Mittel einsetzen könnte.

Meiner Mutter konnte man in ihrer Demenz alle Aggressivität durch Hyoscyamus niger nehmen und (aus der Schweiz besorg, weil hier nicht zugelassen): Piper methysticum (Kawa-Kawa).

Wir haben die Globuli immer aufgelöst und ihr Getränk getan. Sie war zwar weiterhin vergesslich, aber völlig lieb dabei, während sie vorher nicht erträglich war und handgreiflich wurde.

hleut$e_hPier


@ BenitaB.

Hat deine Mutter das wissentlich genommen oder habt ihr es ohne ihr Wissen verabreicht?

Leider denke ich auch, dass es sich um eine beginnende Demenz handelt. Damit muss man dann leider leben und kann nur unterstützen :-/

CGaramuala 3


Weitere Untersuchungen wären sicher nicht verkehrt. Es kann auch ein Altershirndruck sein. Daraus kann eine Demenz ausgelöst werden.

Ist es denn eine vollkommene Wesenveränderung oder war der Vater auch vor dem jetzigen Zeitpunkt öfters aggressiv, wenn er sich zum Beispiel hilflos gefühlt hat. Ist er denn zusätzlich vergesslich? Ich habe in einer Fernsehdokumentation einmal vom Gegenteil gehört, z.B. dass durch einen heftigen Schlag auf den Kopf, die vorher vorhandene Aggressivität verschwunden ist, weil gewisse Hirnareale praktisch gelöscht worden sind. Es kann aber auch das Gegenteil eintreffen. Hat dein Vater auch schon vor dem Unfall, vieles ignoriert, was seine Person oder Gesundheit angeht? Sollte das der Fall sein und sich das jetzt verstärken, dann versucht man gerne seine eigenen Defizite zu vertuschen, anstatt das man zur Hilfe bereit ist. Aber es kann natürlich auch sein, dass etwas völlig schief läuft bei ihm und er praktisch in keinster Weise mehr Herr seiner Sinne ist, zumindest in einigen Lebensbereichen. Da müsste man dann, wenn alle möglichen körperlichen Ursachen ausgeschlossen sind, anders vorgehen.

Deine Mutter braucht in jedem Fall Hilfe, psychisch und evt. sogar auch räumlich, einen Rückzugsort.

Ffix uundq Fuox}ie


Bei meiner Mutter war schon vor der Hirnblutung klar (auch durch Sturz oder Schlag gegen irgendwas, wir wissen es nicht so genau), dass sie an fortschreitender Demenz leidet. Sie wurde immer aggressiver. Die Hirnblutung hat ihre Demenz dann nochmal sehr befeuert und sie hatte einen Wahn gegen mich entwickelt. Mittlerweile lebt sie im Pflegeheim. Sie erstellt mir auch dauernd, dass ich mich dort mit anderen Männern rumtreibe... Es ist sehr schwer, den stetigen Verfall mit anzuschauen. Mittlerweile weiß sie oft gar nicht mehr, wer ich bin u. redet in dritter Person schlecht von mir, dann kann ich mich aber besser davon distanzieren, als wenn sie mich direkt runtermacht. Also ja, es könnte sich auch um eine Demenz handeln.

Feix unfd Foxixe


Sie unterstellt mir dauernd...

M`et>usalLem


Die typischen Symptome einer Demenz waren nie vorhanden...

Meine Mutter ist jetzt bei mir, die musste da raus, war nicht zu ertragen. Mein Bruder ist jetzt bei meinem Vater...

Ich weiß nicht wie wir in dazu kriegen sollen ins Krankenhaus zu gehen. Er ist der festen Überzeugung das er kerngesund wäre und das meine Mutter uns nur eingetrichtert hätte er wäre krank...

Er muss dringend in Behandlung aber wir wissen nicht wie :(

LOulci32


Es gibt keine typische Demenzsymptome. Demenz kann auch mit Schlafwandeln beginnen. Vergesslichkeit kommt eher von der Temporallappen, Wesensveränderung ist Frontallappen.

Ein Hydrocephalus bzw. erhöhtes Hirndruck sollte ausgeschlossen werden. Sieht man nicht immer.

Ein SDH (subdurales hämatom) ist ja schon ausgeschlossen - sieht man super auf ein CT.

Das sind die 2 häufigster neurologische Erkrankungen mit Demenzsymptome (die nicht Demenz sind).

Welche Medikamente wurden abgesetzt? Kann sein, dass sie die Symptome unterdrückt haben.

Ich habe auch leider zuerst an Demenz gedacht.

M8etus]alem


Hab mich hier im Forum noch nicht so eingelesen...schreiben hier auch ab und zu Ärzte mit?

M!etusWalexm


Über die abgesetzten Medikamente müsste ich mich mal genauer informieren...

Das SDH hat er ja vor der OP gehabt...

Vimpat hießen die Tabletten sagt meine Mutter gerade...und sie meint die Aggressionen hätten sich nach der Absetzung verstärkt

P5lüsLchbiesxt


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