Beinlängendifferenz- viel?

03.09.04  15:49

hallo!

meine Wirbelsäule wurde vermessen-Beinlängendifferenz beträgt 1 cm.Ist das denn viel?

hab' jetzt ein Fersenpolster das den kürzeren Fuß erhöht, das Ergebnis- das Gehen wird damit von tag zu tag schlechter und die schmerzen stärker. Dem Orthopäden ist's egal, ich soll 2 Monate damit rumlaufen- ENDE.

Krankengymnastik will der blöde Orthopäde mir nicht geben.

Würde Krankengymnastik denn helfen?

dann würde ich nämlich versuchen, woanders her ein Rezept dafür zu kriegen, z.B. vom Hausarzt.

vielen Dank!!

Sarah

Slarahh20x00

03.09.04  17:57

Hallo,

Natürlich kann man aus der Entfernung (per Internet) keine Stellungnahme zu Ihrem Problem geben.

Grundsätzlich kann man aber folgendes sagen:

Eine Beinlängendifferenz von 1 cm ist in der Tat nicht allzuviel, aber genug um im Laufe der Zeit Beschwerden verursachen zu können.

Allerdings kann man aufgrund einer Wirbelsäulenvermessung keine Beinlängendifferenz feststellen.

Man kann lediglich eine Schiefstellung der Wirbelsäule feststellen, die man dann durch einen künstlichen Beckenschiefstand zu korrigieren versuchen könnte (iatrogener Beckenschiefstand).

Geht es aber nicht um die Wirbelsäule sondern um den Beckenschiefstand ist grundsätzlich,wie bereits geschrieben ;-) , auszumessen ob der Beckenschiefstand aufgrund einer anatomischen (Beine wirklich unterschiedlich lang) oder einer funktionellen Beinlängendifferenz entstanden ist.

Anatomisch = Einlage aber nicht nur für 2 Monate

Funktionell = kann aller Wahrscheinlichkeit nach korrigiert werden ohne Einlagen

Künstlich herbeigeführt um die WS zu korrigieren = andere Meinungen einholen um festzustellen, ob die Abweichungen der WS nicht durch andere, geeignetere Massnahmen als einen iatrogenen Beckenschiefstand korrigiert werden können.

Also kann die Empfehlung nur lauten (mal wieder) :

Von einem Heilpraktiker oder Arzt nochmal unteruchen lassen und zweite Meinung einholen.

Beste Grüße und gute Besserung

Allexa\nder Kfreyx, HP

03.09.04  21:09

hallo Alexander,

vielen Dank für die Antwort. das Problem ist ein Beckenschiefstand in erster Linie. Aber ob anatomisch oder funktionell, keine Ahnung.

Ich glaub' nicht, daß der Orhtopäde das weiß oder den Unterschied kennt.

Auf Einlagen habe ich auch überhaupt keine Lust.

Was wären dann die Alternativen zu den Einlagen?

Was kann man machen, um das Becken wieder "grade" zu kriegen?

Ich kann mir nicht vorstellen, daß ich das schon mein Leben lang habe; denn das wäre ja mal festgestellt worden, und die Problematik ist sowieso erst kürzlich aufgetreten.

vielen Dank!!

Sarah

S=ara'h2x000

03.09.04  21:27

Hallo Sarah

Oh doch, den Unterschied kennt jeder Orthopäde aber die Behandlungsmethoden sind unterschiedlich.

Während eine Gruppe der Orthopäden die Chirotherapie einsetzt (das ist das Selbe wie die Chiropraktik bei den Heilpraktikern), hält die andere Gruppe der Orthopäden nichts davon.

Das bedeutet für den Patienten mit einem funktionellen Beckenschiefstand ganz einfach:

- Er ist bei einem Orthopäden in Behandlung, der die Chiropraktik einsetzt -> der Orthopäde versucht (wenn keine Kontraindikationen vorliegen etc.) das Becken durch einen chiropraktischen Eingriff wieder gerade zu stellen (Erfolgsquote sehr hoch). Sinnvoller Weise wird dabei auch die Symphyse kontrolliert und behandelt, denn die Beckenschaufeln sind an drei Gelenken miteinander verbunden!

- Er ist bei einem Orthopäden in Behandlung, der die Chiropraktik ablehnt -> dann bekommt er meistens Einlagen.

Also, wenn man mich einer Therapie unterziehen wollte, der ich skeptisch gegenüberstünde würde ich immer eine zweite Meinung einholen.

Natürlich kann es auch Gründe geben, einen funktionellen Beckenschiefstand mit Einlagen zu behandeln, aber die würde ich mir dann auch ausgiebig erklären lassen.

Davon abgesehen würde ich den behandelnden Orthopäden einfach mal fragen, ob die Beine nun wirklich unterschiedlich lang sind oder nicht! .... sind ja schliesslich Deine Beine und nicht seine ;-D

Beste Grüße

ALluexand(er Kreyx, HP

04.09.04  11:24

Gleiches Problem

Hallo Sarah,

ich habe das gleiche Problem, mein rechtes Bein ist 1cm kürzer und ich habe einen funktionalen Beckenschiefstand mit der Folge, dass ich seit ca. 6 Jahren morgens Blockaden habe, d.h. Verspannungen gleich beim Aufstehen, die sich erst nach ein paar Dehn- und Streckübungen lösen. Kniebeschwerden habe ich auch, was wohl daran liegt, dass sich dieser BEckenscheifstand auf die gesamte Statik auswirkt und in Schmerzen in jeglichen Gelenken münden kann.

Man kann die besten Sachen erleben: Nachdem mir bereits ein Arzt einen Besuch beim Psychiater nahegelegt hatte ??? (vorher hatte ich in den Jahren ca. 5-6 versch. Orthopäden) hat mir ein weiterer Einlagen verschrieben. Ich fühle mich jetzt wesentlich besser, wobei die morgendlichen Blockaden immer noch da sind. Aber ein Teil der Kniebeschwerden links sind fast ganz weg.

Sei deshalb nicht so eitel und greife früh zu diesen Hilfen, damit sich das nicht später wie bei mir niederschlägt. Die Einlagen trägst Du ja nicht im Gesicht |-o also tun sie Deiner SChönheit keinen Abbruch.

Übrigens trage ich die Einlagen links wie rechts. Sie sind meinem Fußabdruck nachempfunden, der beim Orthopäden gemacht worden ist.

Schlechte Erfahrungen habe ich beim Einrenken des Beckens gemacht. Könnte man bei mir alle 10 Minuten wiederholen, führt bei mir zu nichts, was natürlich schade ist. @ Alexander: Gibt es da verschiedene Methoden des "Beckenbegradigens" und wie heißen sie? Mit einer BEhandlung wird es wohl kaum getan sein, oder? VG

RLich+a2rdLöwexnherz

04.09.04  13:46

@Richard

Hallo!

Ja, die gibt es! Deshalb bin ich auch kein Freund der Empfehlung

'Trag ruhig mal die Einlagen, die haben mir auch gut getan' ;-D

Es gibt, wie ich oben schon geschrieben habe, mehrere Ursachen des Beckenschiefstandes. U.a. auch eine funktionelle Variante die nicht befriedigend u./o. nachhaltig durch Chiropraktik / Osteopathie korrigiert werden kann.

Dann sind Einlagen unumgänglich denn wenn solche Differenzen, die auch kombiniert (anatomisch + funktionell!) auftreten können halt eben nicht mehr ausreichend kompensiert werden können, kann es zu weiteren Beeinträchtigungen im gesamten Bewegungsapparat kommen. Das Knie (als Kompensation nach unten) ist ein klassisches Beispiel. Es können aber auch Sprunggelenke betroffen sein. Nach oben kann der Schiefstand sich in die Wirbelsäule hinein auswirken (wie bekannt) und das bis in den Schädel hinein.

ABER, eben erst dann!

Vorher sollte auf jeden Fall eine exakte Prüfung und eine vernünftige Behandlung durchgeführt werden.

Wie oben schon erwähnt, werden die beiden grossen Beckenschaufeln (ohne jetzt auf die anatomischen Feinheiten eingehen zu wollen) durch 3 Gelenke miteinander verbunden.

Hinten die Iliosakralgelenke (rechts und links des Kreuzbeins), vorne die Symphyse.

Bei funktionellen Beckenschiefständen ist diese oftmals mit betroffen (kann man auch auf so manchem Röntgenbild sehr schön sehen) und sollte dann entsprechend manualtherapeutisch mit korrigiert werden.

Ansonsten kann es tatsächlich über die nach wie vor (subluxierte) Symphyse, die dann eine entsprechende Spannung gegen das soeben behandelte Iliosakralgelenk aufbaut, wieder zu einer Subluxation/Blockade im Selbigen kommen.

Da wir gerade dabei sind, räumen wir doch direkt noch mit ein anderen 'Irrtümern' auf:

-Nein, es muss nicht knacken wenn eingrenkt wird :-o

-Nein, ein einmaliger Eingriff muss nicht immer ausreichen :-o

-Nein, nur einrenken alleine hilft nicht immer :-o

-Doch, auch Bodybuilder u. Sportler haben oftmals Probleme :-o

Meist durch

- falsche Bewegungsabläufe,

- zu hohe Belastung,

- zu häufige Belastung

- falsche Kombination des Trainings unterschiedlicher Muskelgruppen

etc.,etc.,etc.

Massgeblich bei der chirproaktischen Behandung ist deshalb auch die eingehende Untersuchung (inkl Anamnese) und Beratung.

- Woher kommt das Problem eigentlich

- was habe ich falsch gemacht (dass es dazu kommen konnte)

- Was kann / muss ich demnächst anders machen, damit es nicht mehr passiert

Wie oft behandelt werden muss und welche ergänzende Therapie notwendig ist kann deshalb nur der Heilpraktiker oder Arzt entscheiden ...... und nicht jemand, der auch einrenken kann :- ! (was er obendrein nicht darf!)

Also, guten Heilpraktiker oder Arzt suchen

Gute Besserung und beste Grüße

AMlexandber Kr`ey,x HP

04.09.04  13:49

DANKE an Alexander!

hallo Alexander,

danke für die tolle Antwort.

ich habe beschlossen, den Arzt zu wechseln. ich war dort nie zufrieden; der jetzige Ortopäde drückt mir eine Therapie mit einlagen auf, gegen meinen Willen und ohne mir was zu erklären.

Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, ich brauche einen Ortopäden, der das Becken einrenkt- bloß eine Frage noch-

wie finde ich so einen am besten??

tausend dank!!

Sarah

SDa-rahq20x00

04.09.04  13:52

Hallo Richard,

das hat nichts mit Eitelkeit zu tun. ich konnte Einlagen noch nie leiden, nicht wegen dem Aussehen, sondern weil ich sie super unbequem finde. werde jetzt einen anderen Orthopäden aufsuchen, und hoffe mein Becken wird eingerenkt,

beste Grüße!!

Sarah

SAarahc2x000

04.09.04  14:28

Hallo Sarah

Da darf ich leider nicht helfen :°( !

Rufe einfach die Kassenärztliche Vereinigung an (Telefonbuch) und schildere das Problem. Die können normalerweise Ärzte nennen.

@RichardLöwenherz

Sorry, hab die eigentliche Frage eben zu beantworten vergessen.

Mir sind 3 verschiedene Methoden bekannt, ein Iliosakralgelenk zu reponieren.

Für die Symphyse kenne ich 4 Techniken (Davon 3 praktikable :-x)

Lasse mich aber gerne aufklären, wenn's mehr gibt!

Alles Gute

A:lexa/nder^ Krey,i xHP

04.09.04  15:22

eine weitere Möglichkeit

Man suche sich einen Therapeuten (Heilpraktiker oder Physiotherapeut meistens, seltener Ärzte), der mit der Dorn-Methode, besser noch nach Dorn-Breuß arbeitet.

Da gibt es zum einen die Möglichkeit, ein "kürzeres" Bein wieder richtig in die Hüftgelenkspfanne zu bekommen und zum anderen gibt es wirkungsvolle Übungen für zuhause, damit das Bein nicht wieder dauerhaft aus dem Hüftgelenkt "herausrutscht".

Hier: [[http://www.dornmethode.com/]] im Menue oben dann auf "Therapeutenliste" gegen und nach Postleitzahlen suchen.

Würde ich auf jeden Fall machen, bevor ich Einlagen tragen würde.

Nicht immer sind Einlagen sinnvoll, wenn der Körper bereits darauf eingespielt ist, diesen Schiefstand auszugleichen - dann kommt es MIT Einlagen erst zu richtigen Beschwerden!

Gruß

Aentigoxne

04.09.04  19:13

DANKE

Hallo Antigone,

danke, genau das finde ich auch! ich werde das auf jeden Fall machen lassen. Ich wollte ja auch keine Einlagen, sondern Krankengymnastik; erscheint mir viel sinnvoller!!

danke für den link. Diese Dorn-Breuss-Therapie ist genau das richtige für mich.

Viele grüße,

Sarah

S9arahZ2000

05.09.04  19:18

@ RichardLöwenherz

*Gibt es da verschiedene Methoden des "Beckenbegradigens" und wie heißen sie? *

Die Korrekturen haben keinen Namen (selten), aber die Diagnosen, die als Grundlage dieser Korrekturen dienen (sollen ;-) ).

Für das Becken.

- Ilium downshift = abgesenktes Darmbein

- Ilium upshift = hochgestelltes Darmbein

- Ilim inflare = nach vorne 'eingeklapptes' Darmbein

- Ilium outflare = nach hinten 'aufgeklapptes' Darmbein

- Ilium rot.post. = nach hinten verdrehtes Ilium

- Ilium rot. ant. = nach vorne verdrehtes Ilium

- hinzu kommen noch 8 Stellungsveränderungen des Kreuzbeines, die ebensfalls jede für sich eine Korrekturmöglichkeit beinhaltet.

Grüße

C2etues

05.09.04  19:22

-> Nachtrag

Bei diesen insgesamt 14 Beckenfehlstellungen KÖNNEN sich 8X Beinlängendifferenzen als Folge darstellen.

CYetuxs

06.09.04  10:34

Von mir auch herzlichen Dank

...an Alexander und Cetus für die fachkundige Hilfe! Werde es vielleicht auch nochmal mit einer neuen Therapie versuchen. Mich würde noch interessieren, ob man wenn man einmal über Monate Einlagen benutzt hat, diese auch durch eine Therapie wieder loswerden kann (zumdindest bei einem funktionalen Beckenschiefstand). Beste Grüße und nochmals danke

R}ic|hardL-öwe$nhexrz

06.09.04  10:42

Hallo

Die Möglichkeit besteht durchaus.

Wenn keine sonstigen 'Fehlbildungen' im Fussbereich vorliegen und der Beckenschiefstand funktionell ist, ist das in aller Regel möglich.

Art und Dauer der Therapie müssen dann (wie üblich) individuell festgelegt werden.

Beste Grüsse

AylexJan;der +Krey,x HP

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