» »

Aufruf an alle, die Wirbelgleiten haben

H=anna7-Marixa


Hallo Esther,

vielen Dank für die liebe und informative Antwort! Hat mir auf jeden Fall weiter geholfen. Was mich eben auch irritiert ist, dass sich bei mir kurze Phasen von relativer Schmerzfreiheit mit Phasen ständiger Schmerzen abwechseln können und dass hat nicht immer etwas mit Belastung zu tun. Lediglich langes Stehen löst immer eine Schmerzattacke von min. 2 Tagen Dauer aus. Warum tut es denn manchmal weh und dann wieder nicht? Gleitet der Wirbel mal hin und dann wieder zurück? Und bleibt dann ne Weile in Position? Irgendwie verstehe ich es nicht.

Am Anfang habe ich mich selbst für verrückt gehalten, weil ich Schmerzen im Liegen und Sitzen - also beim Ausruhen - bekam, anstatt beim Heben, Arbeiten oder Laufen (wie z.B. meine Freundin, die Bandscheibenprobleme hat). Deshalb habe ich mir lange eingeredet, dass es nur Einbildung oder irgendwie "nervlich" ist... Da der Schmerz aber immer nur an der einen Stelle saß (überm Gesäß)und starker Gegendruck Erleichterung verschaffte, hab ich es kontrollieren wollen.

Übrigens meint mein Mann das nicht böse - er ist ein ganz lieber -, aber irgendwie sieht es wohl schon ulkig aus, wenn eine 38jährige tiefgebeugt aus dem Bett humpelt... meist geht es nach den ersten Schritten schon besser.

Die KG meinte auch, meine Skoliose beruhe auf einem etwas kürzeren Bein und wahrscheinlich würden sich durch die Fehlhaltung irgendwann sowieso Abnutzungen an den Wirbeln bemerkbar machen. Ist also die Frage, ob eine OP alle Probleme beseitigen würde...

Meine Tante (70), auch ehemalige Krankenschwester, hat sich vor einem halben Jahr an der WS operieren lassen, da sie schon lange unter Bandscheibenvorfällen und Arthrose leidet (höllische Schmerzen). Zudem hat sie noch bis vor 1 Jahr ihren dementen Mann zu Hause gepflegt, der jetzt im Heim ist, weil sie's nicht mehr schafft. Bei ihr hat man L4/L5 versteift, hält aber nicht und L3/L4 zeigt jetzt Schädigungen.

Jetzt muss sie wieder zur OP und sie hat Angst, dass es wieder nichts bringt. Deshalb hat sie mir dringend angeraten, beizeiten zur OP zu gehen, weil sie meint, sie hätte zu lange gewartet.

Kann man denn mit einer versteiften bzw. verschraubten WS wieder im pflegerischen Beruf arbeiten? Man ist doch dann vielleicht nicht mehr so beweglich?!

Liebe Grüße

S2heepx84


Hallo Hanna-Maria,

auch bei mir schwanken die Schmerzen sehr von "kaum" bis "heftig". Ein Gleitwirbel ist instabil, d. h. manchmal kann er sich festhaken, bei manchen hakt er da auch länger, bei anderen rutscht er munter durch die Gegend. Letzteres erklärt auch die Schmerzintensität - je nachdem, wie stark der Wirbel auf welchen Nerv bzw. eine bestimmte Stelle vom Nerv drückt.

Dass Du Schmerzen im Sitzen hast, ist nicht aussergewöhnlich, da dabei die unteren Lendenwirbel gestaucht werden und diese die größte Last tragen müssen.

Ob eine OP alle Probleme beseitigen kann, bezweifle ich. Aber eine Linderung ist ja auch sehr viel wert. Allerdings wirst du hier im Forum auch einige finden, die die OP bereuen. Aber wie gesagt: Das muss jeder für sich selbst entscheiden und ne Garantie gibt's nie.

Wie's mit der Arbeitsfähigkeit in der Pflege nach der Versteifung ausschaut, kann ich leider nicht sagen (bin ja noch net operiert) - ich stelle es mir ehrlich gesagt schwierig vor, weil natürlich Sinn und Zweck der Versteifung die Verringerung der Beweglichkeit ist. Und gerade die Arbeit in der Pflege ist ja schon für den Rücken ziemlich hart.

Viele Grüße

Esther

H@olgedr-2x3


Hallo Hanna-Maria,

ich laufe auch mit so einem Ersatzteillager an den Wirbeln rum ;-D.

Grundsätzlich finde ich auch, die Entscheidung dafür oder dagegen triffst Du im Endeffekt selbst, wenn Dir z.B. der Leidensdruck groß genug erscheint oder, im anderen Fall, Du der Meinung bist, es ist doch (noch) nicht so schlimm, dass man sich unters Messer legen muss. Du schreibst, es ist Wirbelgleiten Grad 2. Ist jetzt noch nicht extrem, aber besser wird es wahrscheinlich mit KG und so weiter nicht werden. Im Gegenteil, es dürfte schleichend zunehmen. Ich hab Aufnahmen von Grad 1 Gleiten gesehen, da war es verwunderlich, dass überhaupt noch Bandscheibenfragmente dazwischen waren. Der Zustand der Bandscheibe und der kleinen Wirbelgelenke bestimmt meistens die Schmerzintensität und da reichen schon die paar Millimeter oder Zentimeter Bewegung mit der Instabilität aus, um das Leben richtig unerträglich zu machen.

Dazu kenne ich dank zweier Versteifungsoperationen auch den Unterschied zwischen einer "konventionellen" und einer minimal-invasiven OP. Das macht ganz schön was aus. Ich rate da ganz klar zu einer Operation, wenn andere Möglichkeiten keine Besserung mehr bringen. Und die angegriffenen Nerven können dauerhaften Schaden nehmen, je länger sie eingeengt werden.

Mit dem Gleitwirbel würde ich aber wahrscheinlich nicht mehr in der Pflege arbeiten, egal ob operiert oder nicht. Kann sogar sein, dass es möglich wäre, aber damit würde die Wirbelsäule doch belastet werden. Und wir können eigentlich froh sein, wenn es mit einem sitzenden Beruf funktioniert. Das ist auch schon belastend für die LWS. Einschränkungen in der Beweglichkeit finde ich nicht. Im Gegenteil, vorher war durch die Schonhaltung die Einschränkung größer.

:)*

Liebe Grüße

Holger

H!olgera-23


Hallo Su,

wenn eine Reha, dann würde ich eine stationäre Reha machen. Du solltest den Kopf frei bekommen und auch frei von jeglichem Streß und Sorgen sein, um Dich völlig auf den Erfolg der Maßnahme konzentrieren zu können. Auto fahren z.B. zu den Anwendungen passt da überhaupt nicht. 3 Wochen ist ja die normale Dauer, mit 1 - Wochen Verlängerung kannst Du schon rechnen. Das würde wohl den meisten Erfolg bringen. Nach der Reha kann dann noch ein ambulantes Training von 12 Wochen angeschlossen werden.

Von Heipraktikern und Osteopathen im Zusammenhang mit der Behandlung von Wirbelgleiten halte ich überhapt nichts. Die wollen nur Dein Bestes, nämlich Dein Geld. Was (Schul)medizinisch machbar ist, kann Dir die Krankenkasse zahlen. Es ist oft nur ein steiniger und langer Weg, bis man auf einen vernünftigen und kompetenten Arzt trifft.

Wenn Du zur Zeit noch eine OP ausschliesst, versuche es doch mal mit einer Reha, kann auch in Verbindung mit Stützkorsett gemacht werden. Hatte ich auch mal gemacht. Hat mir zwar nichts gebracht, heißt aber nicht, dass es bei Dir keinen Erfolg hätte. Beantragen kannst Du das bei der Krankenkasse. Die Rentenversicherung zahlt die Reha.

*:)

Liebe Grüße

Holger

HFanna-MZarixa


Hallo Anja, Esther und Holger!

Vielen Dank für die vielen Info's! Es erleichtert mich ungemein, dass es hier ein paar nette Menschen gibt, die mich verstehen und mir echten Rat geben können. Muss leider sagen, dass es in meinem Freundes- und Bekanntenkreis durchaus Leute gibt, die meinen, ich simuliere blos. Schließlich merkt man mir ja nicht viel an... Da hält man irgendwann nur noch die Klappe.

Die Entscheidung wird bei mir aber wahrscheinlich noch eine Weile brauchen. Meist überwiegt halt doch diese "wird-schon-irgendwie-weitergehen"-Haltung. Als Krankenschwester weiß man zwar um all die Risiken einer fortschreitenden Degenerierung aber eben auch um die einer OP und ist, glaub ich, etwas zögerlicher.

Meine Arbeit wieder aufgeben zu müssen, kann ich mir im Moment gar nicht vorstellen. Nicht nur, weil mein Mann wie gesagt ohne Arbeit dasteht (abbauende Elektronikbranche - da wird evtl. auch nicht so schnell was) und ich eigentlich ganz gut verdiene. Vor allem aber, weil ich endlich einen Pflegedienst gefunden habe, wo es im Team, in der Bezahlung und auch im Kundenumgang richtig gut stimmt. Und wer sich da ein bischen auskennt weiss, dass das echt selten so ist...

Ich finde auch, dass man gerade im ambulanten Dienst wenigstens zu 30-40% eine "sitzende Tätigkeit" ausübt, man fährt nämlich echt viel mit dem Auto. Langes Sitzen geht bei mir übrigens auch nicht, da bekomme ich Ischiasweh. Da ist Bewegung schon besser und mit den vielen Hilfsmitteln und Kniffen die es heute gibt, ist die Pflege nicht mehr mit den Methoden von vor 20 Jahren zu vergleichen! (Hausarbeit strengt mich wesentlich mehr an!)Trotzdem wirken sich das viele Bücken, Treppen steigen und einfach der Streß negativ aus. Im Urlaub habe ich spätestens nach 1 Woche keine Schmerzen mehr...

Wie wirkt sich bei Euch (nervlicher) Stress aus? Habt Ihr dann auch mehr Beschwerden?

Liebe Grüße

SKusasxte


Hallo Anja und Holger,

Danke für Eure Antworten!

Ich habe das Glück, einen ganz tollen Osteopathen zu haben, der mir körperlich und seelisch sehr gut tut und mich meistens 90 Minuten lang für nur 50 Euro behandelt. Er kann natürlich nichts gegen das Gleiten tun, aber für meine verspannte Muskulatur ist er Gold wert! Denn ich erwarte ja nicht, dass es mich heilen kann (und er verspricht mir so was auch nicht), sondern einfach, dass er mir für eine Weile Erleichterung verschafft.

Meine Physiotherapeutin meinte, für Kassenpatienten wären stationäre Rehas oft nicht zufriedenstellend, da man den ganzen Tag über nur ungefähr 3 Behandlungen bekäme, während man bei ambulanten Rehas 4-5 Std. pro Tag richtig behandelt würde. Ich weiß ja nicht, ob das immer so ist, aber sie konnte mir ein Therapiezentrum empfehlen.

Aber natürlich spiele ich (aber nur längerfristig) mit dem Gedanken an eine OP. Deshalb habe ich ja auch ein Forum mit Leidensgenossen/innen gesucht.

Ich frage mich halt, ab wann eine OP wichtig und richtig ist. Ich weiß, dass man das selber spüren muss, aber ich habe halt Angst vor den Folgen, davor, dass es danach nur schlimmer wird als jetzt. Denn auch wenn es mir seit einem halben Jahr echt auf die "Nerven" geht, dass ich morgens total steif bin und Schmerzen habe, bis ich "warm gelaufen" bin und mir Aufstehen und Drehen im Bett manchmal schwer fallen, habe ich ja doch noch schmerzfreie Momente. Das heisst,wenn ich nicht grad ne Blockade vom Huste habe (wie gerade jetzt nach einer Erkältung), kann ich Gehen und Sitzen, ohne Schmerzen zu verspüren. Ich werde ab übernächster Woche in einem Therapiezentrum mindestens zweimal die Woche trainieren, um die Muskulatur aufzubauen. Ich habe große Hoffnungen, dass mir das ein bisschen hilft. Und spiele eben mit dem Gedanken an eine Reha, obwohl ich mir Sorgen um meinen Job mache, wenn ich so viele Wochen abwesend bin. Aber die Gesundheit ist ja einfach wichtiger...

Aber eben, wenn es in einem Jahr noch immer so ist wie jetzt oder schlimmer, dann werden Gedanken an eine OP bestimmt noch konkreter. Aber vorher will ich mich informieren, was getan wird und worauf man achten soll, ich habe nämlich gar keine Ahnung. Oder nur sehr wenig.

Ich habe einen Traum, der sich wohl nicht mehr realisieren lässt: ich würde soooo gerne wieder Fußball spielen...

Ratlos Sue

SBheevp84


Neuer Arztbrief, neue Fragen ;-D

Was bitte heißt Folgendes?

"mäßiger TZ der gesamten Muskulatur. Stufenbildung tief lumbal tastbar. FBA 5 cm, Schober 10/13 cm, keine Kloni"

Danke schonmal

Gruß

Esther

SAheenp84


Ok, FBA und Kloni hab ich rausgefunden, aber der Rest? ???

A4njxa38


Hallo Esther,

Schober' Zeichen ist eine Beweglichkeitsprüfung und heißt: Ausbleiben des Auseinanderweichens der Dornfortsätze der unteren LWS bei max. Rumpfvorwärtsneigung als Zeichen einer Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule.

Was TZ ist, weiss ich leider auch nicht. ??? Ist wahrscheinlich so was wie AZ (Allgemeinzustand). Mir fällt dazu aber nichts ein und ich habe das auch (glaube ich) noch nicht gelesen. Schande über mich :(v.

Ich arbeite zwar beim Orthop., kann da aber nicht weiterhelfen.

Schönen Nachmittag

Anja *:)

S~heep8x4


Danke Anja,

weißt du zufällig auch, was die Zahlen bei dem Schober-Zeichen bedeuten?

Gruß

Esther

AInja3{8


Schau mal unter:

medizinfo.de/ruecken/diagnostik/untersuchung.shtml

Ist wahrscheinlich besser, als wenn ich jetzt versuchen würde etwas zu erklären.

LG an Esther

Heolgeor-23


TZ müsste Tonuszustand sein. Mäßiger Spannungszustand der gesamten Muskulatur. Auf Deutsch = Muskulärer Schlaffi :=o ;-D

LG an Esther und Euch alle

Holger

HlanHna-,Marixa


Wahrscheinlich ist mit "TZ" der Tonuszustand (Muskeltonus - normaler Spannungszustand der Muskeln in Ruhephase) gemeint. Wird meist im Zusammenhang mit AZ (Allg.Zustand) und EZ (Ernährungszustand) bei Anamnesen angegeben.

"Tief lumbal" ist der tiefe LWS-Bereich.

Hoffe, das hilft dir weiter.

Gruß

S9h.e?epx84


Erstmal Danke für Eure hilfreichen Antworten. Zum Teil hab ich mir auch einiges in der Art darunter vorgestellt.

Aber wieso "muskulärer Schlaffi"??? ? Ich mach fast täglich diese Folterübungen aus der Krankengymnastik und das seit über 'nem halben Jahr! Wofür mach ich den Qua.... überhaupt, wenn ich mir dann doch wieder Schmerzmittel reinwerfen muss. :-/ und offenbar nur mäßig Muskulatur aufgebaut hab. Hmpf >:(

Naja, c'est la vie

Gruß & Dank

Esther

H}ologer-2x3


Schäfchen :-),

das sollte jetzt nicht als Kritik gemeint sein, sondern nur meine Interpretation der Übersetzung. Und wenn Du dich schon über ein halbes Jahr mit der KG rumquälst, dürftest Du sicherlich normal ausgeprägte Muckis an Bauch und Rücken haben, stimmt´s ???

Aber so mancher Doc legt beim Rückenpatient erst mal die Schablone an:

1. Abnehmen, weil Gewichtsreduzierung ist nie verkehrt

2. Muskulaturaufbau Rücken/Bauch

Dabei haben die meisten Rückengeschädigten gar kein Übergewicht. Das sind schnell gefundene Gründe und der Patient ist erst mal eine ganze Weile beschäftigt...

Da fällt mir gerade ein Beispiel ein. Einer von den Klitschko Brüdern hatte schon 2 Bandscheibenvorfälle. Also wenn die nicht eine ausgeprägte Muskulatur haben.. :)z

Liebe Grüße Euch allen

Holger

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Orthopädie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH