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Immer häufigere Probleme bei Atlastherapie?

b_aveUllxa hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich bin 37, männlich und arbeite (mit Freude) als Lehrer. Seit über 20 Jahren habe ich zunehmende und heute extreme Rückenprobleme. Orthopädisch diagnostiziert sind zwei Bandscheibenvorfälle und eine Protusion im LWS-Bereich und eine gravierende Fehlhaltung (Hohl-Rundrücken). Internistisch diagnostiziert ist eine rheumatoide Arthritis, wobei noch nicht abschließend geklärt ist, ob es sich um eine Psoriasis-Arthritis oder um Morbus Bechterew handelt. Ich bin seit ca. 1,5 Jahren bei einem Atlastherapeuten (akute Beschwerden) und bei einem Rheumatologen in Behandlung. Einmal wöchentlich bekomme ich Krankengymnastik (Manuelle Therapie).

Meine Probleme äußern sich durch immer häufiger wiederkehrenden Blockierungen, entweder der BWS oder der ISG. Zur Zeit habe ich mindestens 1x monatlich, eher aber alle 14 Tage einen derben 'Hexenschuß' und gehe dann zur Atlastherapie. Nach zumeist einer einzigen Anwendung bin ich am nächsten Tag in der Regel (fast) völlig Beschwerdefrei, danach merke ich dann, wie es in der darauffolgenden Zeit wieder 'Bergab' geht, bis der nächst 'Hexenschuß' wieder da ist... :-(

Daher meine Frage:

Meine Krankengymnastik ist der Meinung, dass die häufigen Manipulationen des Atlas mir dauerhaft schaden und sie die ansteigende Häufigkeit der Rezidive in diesem Teufelskreis begründet. Der Atlastherapeut beruhigt mich und sagt, die Atlastherapie kann dauerhaft und unbegrenzt häufig angewendet werden.

Nun würden mich Eure Meinungen und Ratschläge interessieren!

Vielen Dank und nette Grüße,

bavella

Antworten
HZyperixon


hm

dein therapeut hat da nicht ganz unrecht. regelmäßige manipulationen an gelenken können bestehende beschwerden verschlechtern statt sie zu verbessern.

als beispiel, es gibt leute die gehen reglmäßig zum einrenken. irgendwann sind die gelenke ausgeleiert, instabil und hypermobil (überbeweglich). dadurch blockieren die gelenke erst recht.

das sich deine rückenschmerzen verschlimmern liegt aber auch an der ungenügenden physiotherapeutischen behandlung, der atlastherapie und der forschreitenden rheumatischen erkrankung.

die atlastherapie kann hier nicht viel bewirken. denn deine probleme können nicht mit manipulationen am atlas dauerhaft gelindert werden.

was nützt es am nacken rumzumanipulieren wenn es sich um einen bsv, rheuma und einer fehlhaltung handelt?

die fehlhaltung wird dadurch nicht behoben und das rheumatische krankheitsbild nicht optimal therapiert.

kurz um, die atlastherapie ist hier fehl am platze.

auch ist die physiotherapeutische behandlung ungenügend. d.h. nur einmal wöchentlich "manuelle th" ist nicht erfolgversprechend.

es muss hier ganzheitlich behandelt werden:

- haltungsschule und haltungstraining zur beseitigung der fehlhaltung

- mobilisation und kräftigung der rumpfmuskulatur

- dehnung verkürzter muskeln

für die behandlung des m. bechterew gilt das gleiche

- intensives haltungstraining

- das verteifen der wirbelsäule verhindern durch intensive mobilistaion

- WASSERGYMNASTIK!!

die krankengymnastik muss mindestens 2-3x wöchentlich durchgeführt werden. außerdem ist ein regelmäßiges üben eines hausaufgabenprogramms absolut wichtig!

wer zuhause nichts macht kann auch keine besserung erwarten.

wie du siehst ist eine intensivere behandlung notwendig um deine beschwerden zu lindern und die folgen der rheumatischen erkrankung zu reduzieren bzw zu verlangsamen.

gruss

bNavVel=lxa


Hallo!

regelmäßige manipulationen an gelenken können bestehende beschwerden verschlechtern statt sie zu verbessern.

Genau diese Meinung vertritt auch meine Krankengymnastin. Der Atlastherapeut sagt aber, dass er ja nicht Gelenke "renkt", also diese kurzzeitig über den normalen Gelenkspielraum hinaus manipuliert. Durch den Impuls werde vielmehr auf der nervlichen Seite gearbeitet und Verspannungen, welche die Schmerzen und daraus resultierenden Blockierungen verursachen, werden gelöst.

Die mich z.Zt. am meisten interessierende Frage ist also, ob die Atlastherapie nach Arlen bei mir dauerhaft und ohne zunehmende Probleme angewendet werden kann.

irgendwann sind die gelenke ausgeleiert, instabil und hypermobil (überbeweglich). dadurch blockieren die gelenke erst recht.

Auch das wurde mir schon oft so gesagt, aber mir ist der Zusammenhang nicht klar: Eines meiner Probleme ist wohl eine Bindegewebsschwäche, wodurch ich wohl auch hypermobil bin. Überbeweglichkeit ist aber doch eigentlich das Gegenteil von einer Blockierung.

Hier würde mich der Zusammenhang mal sehr interessieren (das etwas ´dran ist, merke ich leider selber nur zu gut...).

Was mich im Augenblick auch sehr beschäftigt:

Wir fahren heute Nacht für 3 Wochen in den Urlaub. Für Probleme und große Schmerzen habe ich Iboprofen (600mg-Tab.) dabei. Wenn ich die Schmerzen aber bekomme, heißt es doch eigentlich, dass der Atlas wieder fehlgestellt ist und dadurch Blockierungen vorliegen. Durch ein Schmerzmittel werden die Ursachen (Atlas bzw. Blockierung) aber ja nicht behandelt - bedeutet das nun, dass ich solange Schmerzen habe (oder die Medikamente nehmen muss) BIS ich wieder zuhause bin und vom Atlastherapeuten behandelt werden kann? (ein Arzt vor Ort wird wahrscheinlich ja auch nur Schmerzmittel geben, bzw. wird meinerseits auch erst einmal mit Vorbehalt betrachtet werden...(was vielleicht ein Fehler ist)).

Viele Grüße,

bavella

HlyRperixon


nun

auch wenn der atlasth. die atlasblockaden mit massageähnlichen techniken löst so trägt diese behandlung nicht zu einer verbesserung deiner situation bei.

der atlas hat nichts mit einem bsv in der lws zu tun oder geschweige denn einem möglichem m. bechterew.

eine dauerhafte anwendung ist schon möglich (wenn nicht manipuliert wird) aber völlig sinnlos.

das geld welches du dafür ausgibst kannst du besser in eine vernünftige kg-behandlung investieren so wie ich sie o.g. habe.

wenn die ws-gelenke sprich also die kleinen facettgelenke hypermobil sind neigen sie schneller dazu sich gegenseitig zu verkanten also zu blockieren.

eine bindegewebsschwäche oder eine störung der gelenkstabilisierenden muskulatur tragen dazu bei. dadurch "rutscht" das gelenk schnell mal raus weil es nicht mehr ausreichend von der muskulatur gehalten wird oder das gelenkspiel zu groß ist (wie bei der hypermob.)

also, erstmal musst du von diesem atlasgedenke weg. der atlas hat mit deinen schmerzen und weiteren beschwerden wenig zu tun.

auch wenn der atlasth das einem immer eintrichtert :-(

wenn du in den urlaub fährst sollten dir die schmerztab. helfen können.

aber ich denke mal das es nicht so schlimm wird wenn du nichts außergewöhnliches anstellst ;-)

fazit:

denke nichts soviel über den atlas nach. er hat mit deinen beschw. weitaus weniger zu zun als der atlasth. immer erzählt. die folge ist das alle beschwerden nur auf den atlas geschoben werden.

"oh gott hilfe mein atlas ist schon wieder raus" so nach dem motto.

das ist unfug!

investiere dein geld in eine vernünftige physiotherapeutische behandlung. denn die wirst du brauchen wenn sich die diganose bechterew bestätigt!

gruss

b&avvelxla


Hallo!

Ok, ich werde meine ganze Situation im Urlaub mal in Ruhe überdenken. Leider war die Atlastherapie nach vielen Jahren der permanenten Rückenschmerzen bislang die erste und einzige (von mir erlebte) Behandlung, durch die ich zumindest zeitweise (fast) völlig schmerzfrei werden konnte. - Da fällt es natürlich schwer, sich davon zu lösen...

Das mein Atlastherapeut mir etwas einredet oder mich in seine Therapierichtung beeinflussen wil, kann ich wirklich nicht so empfinden! Schließlich war er es, der mir riet noch einen Rheumatologen aufzusuchen, obwohl Hausarzt , Orthopäde und Radiologe 'Jetzt haben wir's gefunden!' riefen, als die BSV auf dem MRT diagmostiziert wurden.

Na, schaun wir mal.

Vielen Dank jedenfalls für Deine Antworten! Sie geben mir einen wichtigen Anstoß. Nach dem Urlaub werde ich mich wieder in diesem Forum melden, vielleicht können wir dann ja gemeinsam weiter sehen.

Viele Grüße,

bavella

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