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Knie verdreht, seitdem ständig Probleme

H[an{s-0x01 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe seit knapp einem Jahr Probleme mit meinem linken Knie.

Es begann damit, dass ich im schnellen Gehen Knie und Hüfte schwungvoll um 90% drehte und wieder zurück. Alles in der Luft, in einem Schritt.

Beim Auftreten evtl. auch schon in der Luft verspürte ich sofort einen stechenden Schmerz. Im Laufe des Tages schwoll mein Knie im Innenmeniskusbereich an. Als ich an diesem Tag mein Knie in der Luft etwas nach links drehte, blieb mir förmlich die Luft weg.

Ein Orthopäde behandelte mich am nächsten Tag. Die Schwellung ging zurück und nach 2 Wochen konnte ich wieder richtig auftreten.

Was blieb war eine Problematik bei Drehbewegungen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, das mein Unterschenkel nicht fest mit dem Oberschenkel verbunden war. Manchmal verspürte ich dabei ein "Brennen". Irgendwann begann mein Knie zu knacken.

Vor 6 Monaten wurde eine Tomographie durchgeführt. Diagnose: Bänder, Meniskus in Ordnung. Keine Arthrose. Bis auf Steckdefizite und einem leichten Bluterguss (leicht verkapselt, soll sich selbst abbauen) eigentlich alles in Ordnung. Bei der Krankengymnastik wurde eine Instabilität speziell bei "extremeren" Belastungen festgestellt. Das Knie "schlägt" irgendwann durch. Die Beinmuskulatur ist bei mir gut ausgebildet. Bis auf das Dauerknacken (evtl. knackt jetzt zusätzlich das Sprunggelenk) schien alles in Ordnung. Das Streckdefizit ist fast weg und mein Knie kann ich gut belasten.

Vor 2 Wochen, wieder bei einer harmlosen Drehbewegung in der Luft, verklemmte sich etwas in meinem Knie. Es dauerte 30 Minuten, bis "es" weg war und ich wieder auftreten konnte. Ein paar Tage hatte ich noch Schmerzen, auch im Gelenkspalt. Bis auf eine Instabilität ist momentan alles wieder in Ordnung. Natürlich knackt es noch. Ich habe mitunter auch das Gefühl, das die Kniescheibe nicht "richtig" sitzt bzw. mein Kniegelenk nicht "rund läuft". Manchmal scheint der Oberschenkel auch auf dem Unterschenkel zu rutschen. Allerdings ohne Schmerzen.

Von akuten Problemen einmal abgesehen, habe ich keine Schmerzen im Knie (manchmal durch Schonhaltungen im Hüft- und Sprunggelenksbereich). Sport und Bewegung taten mir immer gut. Knieprobleme hatte ich vorher nie.

Ach ja, wenn ich z.B. jetzt Kniebeugen mache, merke ich, dass da etwas "unrund" läuft, auch im Bereich der Oberschenkelmuskulatur (direkt über dem Knie).

Was kann da kaputt sein?

Soll ich eine Arthroskopie durchführen lassen?

Vielen Dank im voraus

Hans-001

:)D

Antworten
H2yper{ion


hm

was sind das eigentlich für komische drehbewegungen die du da immer in der luft durchführst, ist das eine bestimmte übung oder sowas??

die schmerzen hast du nur bei diesem bewegungsablauf und beim in die hocke gehen?

gruss

HUans-x001


Drehbewegungen

Hallo Hyperion,

nein, es sind leider keine Übungen, sondern die kleinen Unwegbarkeiten im Leben. Immer, wenn ich mich nicht konzentriere und quasi ohne Muskelanspannung mich z.B. umdrehe, dann passiert's.

Ich kann, sicherheitshalber mit Kniebandage, hobbymäßig sogar Badminton (!) spielen. Natürlich ohne falschem Ehrgeiz und natürlich jetzt erstmal nicht. Bei sportliche Betätigungen knackt mein Knie auch nicht, danach ging's aber wieder los.

Da das Knacken im Knie fürchterlich nervt, probiert man natürlich so manches. Letzte Woche habe ich bspw. bemerkt, daß das Knacken aufhört, wenn ich meinen großen Zeh beim Gehen nach hinten ziehe. Ich hinke dann zwar, aber diese Ruhe ... ;-)

Vielleich brauche ich auch Einlagen,

Mein Knie habe ich mir zuletzt übrigens "eingeklemmt" als ich mich spontan nach links umdrehen wollte, fast aus dem Stand. Plötzliche Drehbewegungen auf der Erde vermeide ich, deshalb ist's halt in der Luft passiert.

Ursache meiner Probleme war übrigens eine "Unachtsamkeit". Beruflich viel zu tun (Projektarbeit), übermüdet, schnelles Gehen ... ich wurde von der Seite angesprochen und sollte kurz helfen ... instinktive Drehbewegung um 90 Grad, da "bemerkte" ich, daß ich beide Hände voll hatte, Drehbewegung zurück (alles in einem Schritt) und Aua!

Mein Bein/ Knie schlenderte ich also nach rechts und wieder zurück nach links. Konzentriert wäre nichts passiert.

Ursprünglich dachte ich, daß ich mir eine Bänderdehnung zugezogen hätte, der Orthopäde schloss dieses aus (Meniskus, dann vielleicht Arthrose). Ein anderer Orthopäde tippte auf Kreuzband, was seine MRT verneinte. Fazit: Eigentlich ist das Knie OK. Ein Neurologe untersuchte mich auch (keine lumbalen- bzw. bandscheibenseitigen Ursachen für meine Knieprobleme).

Schmerzen habe ich - außer bei akuten Problemen - nicht. Natürlich verspüre ich hin und wieder etwas. So ein Druckgefühl im Innenmeniskusbereich und eben das Verrutschen der Kniescheibe (falls das zutrifft). Momentan verspüre ich im Muskelbereich oberhalb und unterhalb des Knies und im Hüftbereich etwas nerviges. Vielleicht ist's aber auch nur auf Schonhaltung zurückzuführen.

Ohne akute Probleme kann ich mich problemlos auf der Erde hinknien und werkeln.

Wenn ich Kniebeugen mache, bemerke ich ein "Knubbeln" im Knie. Vielleicht kann man es so umschreiben: Als ob man mit dem Fahrradreifen über einen kleinen Ast rollt und zurück.

Auch der Krankengymnast (übrigens ein sehr sehr guter) hat dieses "Unrunde" bei bestimmten Bewegungen festgestellt. Er tippt mittlerweile doch auf einen Bänderschaden und empfiehlt eine Arthroskopie.

Bis vor 3 Monaten hatte ich mitunter einen "ringartigen Nervenschmerz ?" um mein Knie (vorne und hinten). Dieser ist weg und mein Knie wurde immer besser ... bis ich mir davorne wieder etwas einklemmte.

Vor ca. 10 Monaten ging's mir allerdings einige Wochen echt schlecht. Weils paßte, knickte ich mit meinen rechten Fuß um und zog mir eine Bänderdehnung im Sprunggelenk zu ... und humpelte jetzt auf beiden Beinen (Sprunggelenk, Knie, Hüfte auf beiden Seiten taten weh). Ich war förmlich bewegungsunfähig. Nach 2-3 Übungseinheiten gings aber wieder merklich besser. Die Schmerzen vergingen und verlagerten sich vom Hüft-/Kniebereich in den Knie-/Sprunggelenksbereich. Vor 4 Wochen dachte ich, daß ich es echt "geschafft hatte" und alles wieder OK sei ... dachte ich.

Tja, das ist meine Leidensgeschichte.

Vielen Dank im voraus

Hans-001

H[yperiXon


hm

zuerst müssen wir uns etwas mit der kniegelenksmechanik/anatomie vertraut machen.

die drehbewegungen welche du beschrieben hast v.a. im stehen sind der typische auslöser für meniskusläsionen oder quetschungen.

durch unachtsamme oder unkoordinierte bewegungen passiert es schnell das sich der oberschenkel gegenüber dem unterschenkel verdreht bei fixiertem fuß.

hierbei werden die menisken v.a. der innere mit verdreht was schnell zu einer quetschung oder eim riß führen kann.

der innere meniskus ist dünner als der äußere und stärker befestigt.

bei einer außwärtsdrehung (außenrotation) des unterschenkels wird er deshalb stärker verlagert und gezerrt.

wenn das nun öfters passiert ist das natürlich nicht angenehm. das wäre ja so als würde man sich jedesmal den arm in der tür einklemmen ;-)

nun, ich denke das es bei dir einfach nur eine meniskusquetschung oder eine zu straken verlagerung war.

da das knie sehr empfindlich und komplex ist dauern soclhe geschichten sehr lange um zu heilen. und wir werden ja nicht jünger.

arthrose und knorpelschädigungen tragen ihr übriges dazu bei.

ich denke eine kniespeigelung ist noch nieht notwendig.

wenn du mehr auf dein knie und den bewegungen aufpasst sollte sowas nicht mehr vorkommen.

außerdem ist ein erneutes kniegelenksstabilisierendes training notwendig:

- kräftigung

- gerätetraining

- haltungsschulung

- beinachsentraining

wie gesagt. wenn du mehr acht gibst und dich nicht mehr so spontan rumdrahst sollte es mit der zeit besser werden.

gruss

HMans-L001


Beinachsenschulung ?

Vielen Dank für die vielen tollen Tipps,

was aber ist ein Beinachsentraining? Klingt jedenfalls interessant.

Ich habe nämlich auch bemerkt, daß ich auf meinem linken Fuß wesentlich instabiler stehe als mit dem gesunden rechten.

Irgendwie kippe ich immer nach außen.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß es sich um eine Wechselwirkung zwischen akuter Verletzung und Fehlhaltung (Hüfte und Sprunggelenk) handelt.

Vor 15 Jahren stellte ein Orthopäde nebenbei fest, daß meine linke Hüfte nicht besonders toll ist. Seitdem wurde ich deswegen zwar nie behandelt, aber bei bestimmten Bewegungen (Schuhe anziehen in gebückter Haltung) merke ich aktuell eine Einschränkung. Diese fiel mir allerdings erst auf, als ich die Knieprobleme hatte. Durch die Fehl-/ Schonhaltung ist wahrscheinlich meine Hüfte gereizt ... und mein Knie noch anfällig.

Ist es empfehlenswert, sich von einem Orthopäden einmal durchmessen zu lassen?

Vielen Dank im voraus

Hans-001

Hhypebrioxn


beinachsentraining

bedeutet achsengerechtes bewegungsverhalten.

d.h. die untere extremität bzw das betrofene bein wird im stand oder halbsitzstand korrigiert damit das bewegungsverhalten wieder hergestellt wird.

fehlhaltungen der gelenke werden ausgeglichen u.a. durch hilfsmittel und die muskeln dadurch stabilisiert.

wenn man sich durch verletzungen, deformitäten oder was auch immer irgendwelche unphysiologischen bewegungsmuster oder fehlhaltungen angewöhnt hat lassen die sich damit korrigieren.

später kann man das dann in den alltag integrieren bzw mit einer haltungsschulung verbinden.

eine orthopädische untersuchung wäre sehr vorteilhaft damit du genau weißt was mit dir los ist und deinem knie.

was man vor 15 jahren mal festgestellt hat ändert sich ja auch mit der zeit.

es ist wichtig auch hier auf dem neusten stand zu sein!!

gruss

HPans/-00x1


Es liegt an der Kniescheibe ...

Hallo,

ich war diese Woche bei einem anderen Orthopäden und der war klasse!

Er hörte sich nur kurz die Unfallbeschreibung an, las den MRT-Befund (stand nichts Auffälliges drin) durch, machte dann mit meinem Knie einige "orthopädische Drehbewegungen" und fand schnell heraus, daß meine Kniescheibe nicht richtig sitzt und manchmal wegbricht.

In 4 Wochen wird dies durch einen Eingriff an der Kniescheibe operativ (ambulant) korrigiert und eine Arthroskopie gleich mitgemacht. Aufgrund der Beweglichkeit meines Knies scheidet ein Meniskusschaden übrigens weitgehend aus.

Drückt mir die Daumen.

Tschüß und Toi Toi Toi an alle Kniegeschädigten

Hans-001

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