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Banscheibenprolaps L3/ 4

14.11.05  11:51

Könnten sie mir den Befund mit normalen Worten erklären?

Bin bereits operiert(April2005)worden, danach wurden neue MRT-Bilder gemacht mit diesem Befund. Habe im Oktober 2005 für 20Tage eine ambulante Reha absolviert die eine Linderung meiner Schmerzen und meiner Beweglichkeit nützlich war. Aber die Probleme sind leider geblieben. Meine Firma möchte mich gerne teilweise wieder körperlich arbeiten sehen. Wie viel kg darf man heben und wie oft am Tag? Habe das seit Februar grundsätzlich vermieden. Zudem habe ich noch eine Taubheit im linken Oberschenkel die etwas über das Knie in den Unterschenkel geht. Der Muskel verkrampft sich und schmerzt dann auch zeitweise. Sollte man sich nochmal operieren lassen? Mußte meine ganzen Hobbys aufgeben.

Befund u.Beurteilung:

Soweit in liegender Position beurteilbar: Streckfehlhaltung der LWS. Geringe linkskonvexe skoliotische Fehlhaltung

Minimale Retrolisthesis des 5.LWKörpers gegénüber dem1.Sakralwirbel um wenige mm (Meyerding Grad I)

Chondrosen in den unteren miterfaßten BWS-Segmenten bis in L1/2 mit etwas wellig konturierten Abschlußplatten thorakal.

Dehydrationen der Bandscheiben in L3/4-L5/S1. Retrospondylosen in L3 bis L% mit Punctum maximum in L4.

Initiale Osteochondrose in L3/4. Mäßige Spondylarthosen L2/3

bis L5/S1 mit Pct. max. in L4/5(mit Aktivierungen in L3/4 jeweils links und dezent in L4/5 bilateral), mit geringer Pelottierung des Duralschlauchs in L2/3/4 von beidseits dorsolateral ohne klinisch relevante Einengung des horizontalen Spinalkanaldurchmessers. normale Weiet des sagittalen Spinalkanaldurchmessers. Geringe Neuroforaminastenosen L4/5/S1. Deutliche Neuroforaminastenose in L3/4 links mit partieller Verlegung durch Weichteilgewebe. Transspongiöse Bandscheibenhernie durch die Deckplatte von LWK 2. L2/3: intakte Bandscheibe

L3/4:

Zustand nach mikrochirurgischer Bandscheiben-OP.

Fokale fettige Degeneration im Bereich der Deckplatte(dorsal)

von LWK 4. Fokaleskontrastmittelaufnehmendes Knochenmarködem(Ausdehnung ca. 1cm) in LWK 3 linksseitig oberhalb der dorsalen, hier etwas unscharf abgrenzbaren Grundplatte, abgrenzend an die Hinterkante. Kontrastmittelaufnahme der dorsalen links paramedianen und linksseitigen Bandscheibenabschnitte/DD entzündlich?/dd Vaskulasiertes Granulationsgewebe? /DD Spondylodiszitis im Frühstadium? Labrochemische Entzündungsparameter? Hier empfiehlt sich eine MRT-Verlaufskontrolle mit i.v. KM in 4-6 Woche, bei progedienter Klinischer Symptomatik entsprechend eher. Links intoforaminaler und minimal links lateraler Bandscheibenprolaps mit Kontrastmittelenhancement und Impression der gering aufgetriebenden, diskret inhomogen KM-aufnehmenden linken intraforaminalen L3er Wurzel ald Ausdruck einer Wurzelbeteiligung/DD beginnende Neuritis? Links dorsal intraforaminal auf Höhe des Neuroforamen-Einganges flüssigkeitsisointense, längliche kontrastmittelaufnehmende Formation im Bandscheibengewebe als Zeichen eines Anulusfibrosuseinrisses. Da keine postoperativen MRT-Voraufnahmen vorliegen, ist kernspintomograpisch nur eine unzureichende Differenzierung intraforaminal zwischen KM-aufnehmenden Narbengewebe und Bandscheibengewebe möglich, ebenso kann nicht zwischen einen Rest-oder Rezidivprolaps unterschieden werden.

L4/5/S1:

Kleine medial akzentuierte Bandscheibenprotusionen ohne Wurzelaffektionen

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Gillmeister

RCa2lf.gixlle

14.11.05  16:59

Hallo Ralf :-)

linkskonvexe skoliotische Fehlhaltung

= Seitneigung (konvex = Buckel) nach links.

Minimale Retrolisthesis des 5.LWKörpers

= Minimales hinteres Wirbelgleiten bei L5/S1 Grad I.

(Osteo)chondrose

= Degeneration (Verschleiss) von Knorpel/Knochenteilen.

Dehydration

= Austrocknung des Bandscheibenkerns, oft in Zusammenhang mit Osteochondrose.

Retrospondylose

= krankhafte Veränderung des Wirbelkörpers, Randzackenbildung hinten.

Neuroforamenstenose

= Einengung (Stenose) der Nervenaustrittsöffnung aus dem Spinalkanal unterhalb des Wirbelkörpers, gering bei L4, L5, S1.

Deutliche Einengung dieser Öffnung im operierten Segment L3/L4. Der Radiologe vermag nicht eindeutig zu sagen, ob durch Narbengewebe oder Bandscheibengewebe. Ein Vorfall ist in L3/4 auch vorhanden, möglich noch altes Bandscheibengewebe oder neuer Vorfall.

In 4-6 Wochen sollen neue Kontrollaufnahmen gemacht werden.

Anulus fibrosus

= Bandscheibenring. Dieser ist bei L3/L4 eindeutig eingerissen.

Neuritis

= (Mögliche) Entzündung des austretenden Nervs.

Bei L4/L5/S1 kleine mittig gerichtete Bandscheibenvorwölbungen (Vorstufe des Vorfalls) ohne die Nervenwurzeln zu bedrängen.

Deine Wirbelsäule ist in diesen Bereichen deutlich verschlissen und vorgealtert. Eine rückenbelastende Tätigkeit mit regelmässigem Heben und Tragen ist da nicht gerade geeignet.

Was hat man Dir denn in der Reha geraten bzw. zu Heben und Tragen gesagt ???

Deine Beschwerden haben als Ursache jedenfalls einen -möglicherweise- neuen Vorfall in gleicher Höhe. Es kann auch noch Gewebe sein, was bei der OP nicht beseitigt worden ist. Möglich auch, dass zudem noch Narbengewebe die Nervenaustrittsöffnung einengt. Der Radiloge schliesst auch eine Nervenentzündung nicht aus.

Was sagt denn der Operateur zu den MRT Bildern?

Liebe Grüsse

Holger

H'olger]-2x3

16.11.05  16:15

Prolaps L3/4

Hallo Holger

Vielen Dank das du dir mühe gemacht hast, das ganze mal in andere Worte zu fassen. Zu der Frage wieviel ich noch heben könnte schrieb die Ärztin in ihrem Rehaabschlußbericht, das ich noch bis zu 20kg heben könnte. Ich persönlich fühle mich überhaupt nicht mehr in der Lage dazu. Meinen alten Beruf als Kranmechaniker könnte ich zwar nicht mehr ausüben hat sie geschrieben. Ich finde 20kg schon recht viel. Meine Tochter wiegt ca 20kg und die habe ich seit Februar nicht mehr hochgehoben.Und meine Firma würde es begrüßen, die glauben das ich seit 10 Monaten nur durch die Gegend laufe und jede Menge Spaß habe. Selbst ein Artest von meinem Arzt ignorieren sie und wollen das ich teilweise wieder körperlich arbeite. Und der Arbeitsmedizinische Dienst wurde von meiner Firma angestachelt mir ordentlich auf die Finger zu hauen. Wurde wie ein Symolant behandelt. Unterste Schublade sag ich dir. Und zu der Frage was mein Operateur dazu sagt, weiß ich erst am 30.11 Bescheid. Er ist zur zeit im Urlaub. War vorgestern bei seinen Kollegen zur einer kleinen Untersuchung und dort haben sie ganz schön doof geguckt, das es so beschie.... aussieht. Dort möchten sie mich nochmal komplett für 2-3 Tage untersuchen, mit MRT-Bildern usw. Was mich interresiert ist, wer legt die Zahlen fest wieviel man noch heben darf. Möchte auf der Arbeit gut vorbereitet in die Gespräche gehen, weil es wirklich nicht geht. Im moment zumindest nicht. Ich kenne mein Chef sehr gut!!! Dem gibt man den kleinen Finger und er nimmt sich beide Hände. Vielen Dank schon mal. Hat mir sehr geholfen. Ciao und schöne Grüße nach Ostfriesland

RialfgiFlxle

16.11.05  23:07

20 kg tragen.

Hallo Ralf,

freut mich, wenn ich etwas Licht ins Dunkel bringen konnte. Hab ich meinen Grips mal ein wenig nach den vergrabenen Lateinschätzen suchen lassen. Die Angaben zur Gewichtsbegrenzung beim Heben und Tragen sind meiner Meinung nach willkürlich gewählt. 20 kg finde ich auch etwas hoch angesetzt. Aus eigener Erfahrung ist mir so 10kg bis 15 kg genannt worden. Letzendlich ist aber entscheidend, wie Du Dich als Patient dabei fühlst. Im Normalfall probiertst Du ab und zu mal das Tragen mit einem solchen Gewicht aus. Hast Du dabei vermehrt Schmerzen oder geht es Dir dadurch sonst irgendwie schlechter, die Versuche sofort sein lassen und das dem Arzt mitteilen. Deine subjektive Meinung ist dafür unbedingt massgebend. Und lass Dich auf keinen Fall durch den Argeitgeber unter Druck setzen, jetzt wieder "Bäume auszureissen".

In Deinem Fall ist es so, dass Du nach der Befundung des Radiologen weiterhin akut geschädigt bist, sinngemäss:

Deutliche Einengung der Nervenwurzelaustrittsöffnung im operierten Segment L3/L4...

Ein Vorfall ist in L3/4 auch vorhanden, möglich noch altes Bandscheibengewebe oder neuer Vorfall.

Unter dieser Voraussetzung solltest Du überhaupt kein Gewicht Heben oder Tragen, bis diese Schädigungen beseitigt sind.

Ich bin Rettungassistent und hab nach meiner Bandscheibenoperation die Konsequenzen ziehen müssen, soll heissen, konnte in dem Job nicht mehr arbeiten. Ich konnte danach schon mal ab und zu auch etwas schwereres Heben, aber um das regelmässig mehrfach täglich beruflich zu machen, fehlten dann die körperlichen Voraussetzungen. Dass muss natürlich nicht auch für alle anderen Operierten gelten. Vielleicht geht´s bei Dir ja mal wieder, aber jetzt sicher noch nicht.

Liebe Grüsse

Holger

Hholgelr-2x3

17.11.05  22:35

Hi RalfGille,

bin der gleichen Meinung wie Holger ... bei diesem Befund 20 kg heben, da kannst du gleich direkt wieder ins Krankenhaus spazieren.

Ich hatte einen ähnlichen Prolaps und hab mich mit Händen und Füßen gegen eine OP gewehrt. Sehr geholfen hat mir die KG, regelmäßiges Rückentraining und Yoga. Zum Schluss (als ich nach einem Jahr wieder laufen konnte) bekam ich auch eine 3wöchige Reha und die sorgte für die Behebung der letzten verbliebenen Schäden wie Muskelverspannungen und so was.

Ich bin wieder voll auf dem Damm und könnte rein theoretisch auch Gewichte heben ... was ich aber vorsorglich vermeide, nur manchmal vergisst man es :-/ Das würde ich dir auch raten. Kannst du denn deine Arbeit ohne das Heben von schweren Gewichten nicht ausführen bzw. eine andere Aufgabe übertragen bekommen?

Auf jeden Fall musst du dich praktisch täglich um deinen Rücken kümmern im Sinne von Training und Rücksichtnahme (auf gerade Haltung achten, nicht heben, bestimmte Bewegungen vermeiden).

Toi toi toi

Shuryka

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