» »

Opioide gegen rückenschmerzen

Aolex+1990 hat die Diskussion gestartet


hallo,

ich leide seit 4 jahren unter sehr starken rückenschmerzen. ich habe eine skuliose, krankengymnastik habe ich 2,5 jahre gemacht, das hat das ganze aber nur noch schlimmer gemacht.

schmerzmittel hatte ich schon viele (ASS, Paracetamol,Ibuprofen,Diclofenac,Novaminsulfon, tramal und codein, zur Zeit habe ich vom arzt meloxicam bekommen, soll wohl angeblich gegen helfen). von den medis haben lediglich tramal und codein eine minimale wirkung gezeigt.

die ganzen ärzte habe ich schon alle durch, aber keiner konnte mir so wirklich helfen. nun bin ich im internet auf etwas sehr interessantes gestoßen: das WHO-STUFENSCHEMA. demnach müsste ich also starke opioide bekommen, aber würde das wirklich was bringen? also mein hausarzt will mir eigentlich keine opioide geben, warum weiß ich auch nicht...da müsste ich also viel mit ihm reden.

es ist ja auch noch so, dass ich viele schmerzmitte (aus stufe 1) einfach nicht vertrage, weil die ganzen non-opioide mein magen und leber schön vorrübergehend platt gemacht haben. also der magen ist gerötet und gereizt, magenblutungen gab es auch schon des öfteren, demnächst soll eine ph-metrie gemacht werden. die leber ist auch nicht mehr die beste, aber die aktuellen werte bekomme ich am montag.

wäre es sinnvoll eine behandlung nach dem who-stufenschema durchzuführen, oder soll ich weiterhin alles gnadenlos mitmachen, was die ärzte machen?

was habt ihr damit für erfahrungen?

und wäre es in meinem alter überhaupt sinnvoll opioide zu verabreichen?(weil die ja einen angeblich verändern)

hätte eine verschreibung von opioiden auswirkungen auf mein leben\meine lebensqualität?

wie wäre es mit auto\motorrad fahren?

und als letztes ganz wichtig: kann man es ohne bedenken mit ritalin einnehmen?

Antworten
dWolo


Guten Morgen!

Also erstmal zur Erklärung:

Zu Opioiden gehören Tramal, Novalgin/Novalmin usw,

also das, was du schon bekommen hast.

Zu dem Opiarden gehören Morphin, Valium usw.

diese recht hoch dosierten Mitten werden eigentl. nur bei Tumor/Krebspatienten eigesetzt. (dir ist doch klar, das diese Opiarde abhängig machen, oder?)

Hat man bei dir denn schon mal ein Kernspin oder CT gemacht?

Mich wundert es, das die Krankengymnastik bei dir Verschlimmerung gezeigt hat. Krankengymnastik ist eigentl. sehr sinnvoll um die Rückenmuskulatur zu stärken.

Huolgerx-23


Hallo Alex,

der WHO-Stufenplan hat 3 Stufen.

Zur Stufe 1 zählen NSAR (Nichtsteroidale Anti-Rheumatika), z.B. Ibuprofen, Diclofenac.

Bei unzureichender Wirksamkeit werden in Stufe 2 Opioide eingesetzt, dazu zählt auch Tramal. Tramdol ist ist verwandt mit dem Opiumabkömmling Morphin, es ist ein künstlich hergestelltes Opioid. Es wirkt ähnlich wie Morphin im Gehirn und Rückenmark. Es hemmt die Wahrnehmung von Schmerzen, die Schmerzen werden nicht mehr als unangenehm empfunden. Auto/Motorrad fahren solltest Du mit diesen Medis nicht, weil das Wahrnemungs- und Reaktionsvermögen beeinflusst wird.

In Stufe 3 werden beide Medikamentenarten aus Stufe 1 und 2 kombiniert.

Aber wie Du ja selbst schon gemerkt hast, ist die regelmässige, längere Einnahme von Medikamenten gesundheitsschädigend, hier ist besonders der Magen-Darm-Trakt und die Leber betroffen. Es wirkt sich auch verkürzend auf Deine Lebenserwartung aus.

Ritalin ist doch ein BtM ??? Ich würde es nicht unbedingt mit den anderen Medis kombinieren.

Was ist denn ausser der Krankengymnastik schon unternommen worden? Eine reine Schmerzbehandlung bekämpft ja auch nicht die Schmerzursache. Ich würde mich an Deiner Stelle im Deutschen Skoliosezentrum vorstellen. Dort würden Dir nach einer gründliche Untersuchung mit Sicherheit wirksame Behandlungsmöglichkeiten angeboten werden.

Hier die Adresse:

Werner-Wicker-Klinik

Department II

Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie "Deutsches Skoliosezentrum"

34537 Bad Wildungen

Chefarzt Dr. Metz-Stavenhagen

Anmeldung Telefon 05621 803 245

Liebe Grüsse

Holger

b7iZeneK007


Was für Krankengymnastik hast Du denn gemacht und wie stark ist Deine Skoliose? Kann es sein, dass Dein Therapeut einfach nicht gut war? Wie Holger schon gesagt hat, bekämpfen Schmerzmittel ja nicht die Ursache Deiner Schmerzen. Willst Du denn Dein ganzes Leben lang Schmerzmittel nehmen? Jeden Tag? Dann doch lieber eine skoliose-geeignete Krankengymnastik (z.B. nach Schroth), jeden Tag praktiziert, die greift weder Magen noch Leber an, sondern tut dem Körper gut.

Viele Grüße,

AJlex19x90


Stufe 1

Zur Analgesie bei mäßigen Schmerzen stehen Nichtopioid-Analgetika zur Verfügung. Beispiele hierfür sind:

ASS bei entzündlichen oder knochenmetastasenbedingten Schmerzen.

Metamizol bei viszeralem Schmerz

NSAR bei muskulären oder schwellungsbedingten Schmerzen

Paracetamol bei schwachen Schmerzen oder bei bestehender Kontraindikation für eines der zur Verfügung stehenden Nichtopioidanalgetika.

Stufe 2

Erste Kombinationen sind möglich. Die Stufe 2 beinhaltet Kombination von schwachen, niedrigpotenten Opioidanalgetika, die nicht der BtMVV unterliegen, mit Nicht-Opioidanalgetika. Hier stehen schwach wirksame Opioide mit etwa gleich starker Wirkung zur Verfügung: Codein, retardiertes Tilidin/Naloxon (Tilidin mit Naloxonzusatz) oder Dextropropoxyphen.

Stufe 3

Stark wirksame Opioide. Ist mit der Kombination eines Nichtopioids plus eines schwach wirksamen Opioids keine zufriedenstellende Wirkung zu erzielen, wird in der dritten Stufe das schwachwirksame gegen ein starkwirksames Opioid ausgetauscht, etwa Morphin, Fentanyl, manchmal auch Methadon oder Buprenorphin, und andere morphinverwandte Substanzen wie Oxycodon oder Hydromorphon.

Das habe ich aus dem internet, das is das who-stufenschema.

also novalgin & co sind natürlich kein opioid, auch diazepam ist kein opioid, sondern gehört zu den bozos (benzodiazepine), das weiß ich, weil ich das eine lange zeit gegen die mit den schmerzen verbundenen schlafstörungen (die ich übrigens immer noch habe) nehmen musste.

mir ist schon klar, dass die medis auf die leber und den magen gehen, aber opiode greifen ja den magen gar nicht und die leber kaum an, deshalb erscheint es für mich auch sinnvoller, wenn ich opioide nehme, als dass ich meinen körper mit irgendwelchen anderen sachen noch mehr kaputt mache. ich bin ja mittlerweile auch schon beim gastroenterologen. die leberwerte waren in den letzten jahren nie in ordnung.

ich bin auf (starke) opiode gekommen, weil die leichten opiode (codeinphospahat, tramadolhydrochlorid) schon eine leichte wirkung erziehlen. im moment könnte mich wohl keiner zu sport treiben, weil es so weh tut. ich würde ja eigentlich gerne sport machen, aber mit schmerzen, nein, das muss nicht sein.

ich würde ehrlich gesagt lieber einmal im monat zum arzt gehen und mir mein rezept abholen, dann meine pflaster kleben oder die tabletten nehmen und dann is gut. dann muss ich auch statt 4 verschiedener tabletten auch nur noch 2 nehmen oder nur eine und das pflaster. und das beste wäre ja auch noch, dass ich wieder sport machen würde (mit spaß)...

bei der krankengymnastik habe ich so sachen an geräten gemacht, das ging dann ca. 2,5 jahre lang, davor bin ich 6 jahre geschwommen, aber irgendwann kamen die schmerzen (trotz zwei mal die woche schwimmen und viel gehen, inliner und fahrrad fahren!). jetzt mache ich seit ca. einem jahr keine kg mehr. im ct und beim röntgen war ich schon so oft, dass ich eigentlich wenn es dunkel ist leuchten müsste.

btm heißt ja nicht gleich, dass es ein opioid ist, es bedeutet ja nur lediglich, dass der staat die verschreibung dieses medikaments näher kontrollieren oder beobachten möchte.

es ist zwar unüblich, dass jemand zwei btm-pflichtige medis gleichzeitg nimmt, aber ausnahmen bestätigen die regel.

in der roten liste habe ich nichts von gegenseitigen wechselwirkungen gefunden, aber ich wollte mal wissen, ob jemand damit erfahrung hat.

mein (noch) orthopäde (ich gehe bald zu einem anderen) hat es noch nie für nötig gesehen, dass er guckt, wie meine skuliose wirklich ist. das wird sich aber hoffentlich bei einem anderen ändern.

achja: spritzentherapie, akkupunktur und solche sachen habe ich auch schon gemacht, ich habe zwar davon profetiert, aber schmerzen habe ich eben immer noch.

Fbirex-Man


hallo!

ich habe 4 bandscheibenvorfälle nen bandascheibenschaden der momentan nicht operiert werden kann gefahr für folgeschäden zu großund rheuma bekam 2000 tilidin verabreicht und nehme die tropfen seit dem regelmäßig 5-6mal 40-60 tropfen am tag bin mittlerweile voll abhängig von dem zeug! manchmal nehm ich die tropfen auch nur so damit ich auch sicher bin sie genommen zu haben! ein teufelskreis!!!!!!!davon wegzukommen geht warscheinlich nur durch nen medikamentenentzug sagt mein doc

A>lex1x990


das geht bei tropfen wohl sehr schnell, ich weiß jedenfalls von mir, dass als ich diazepam genommen habe, doch öfters mal die dosis über den verschriebenen 10mg lag.

als ich praktikum im krankenhaus gemacht hab, da hatten wir da auch eine die mal so eben eine ganze flasche valoron am tag ausgetrunken hat.

wenn ich nochmal sowas bekommen sollte, dann würde ich wohl eher auf pflaster wie durogesic zurückgreifen. bei dieser darreichungsform ist die gefahr der abhängigkeit von allen opioiden am geringsten.

ich habe mal im internet gelesen, dass es eigentlich bei schmerzpatienten gar keine abhängigkeit entstehen dürfte.

(googelt einfach mal, das steht auf fast jeder seite, wo was über opioide steht)

könnte da etwas wahres dran sein?

das ist irgendwie ein bisschen viel tillidin. das ist ja mehr als doppelt soviel, als man nehmen sollte. bei solch hohen dosen wäre wohl ein medikamentenentzug angebracht. aber da wäre ja auch erstmal die frage, ob der patient überhaupt einsieht, dass er süchtig ist, und ob er daran etwas verändern will. da gibt es sogar fälle, wo personen auch ohne entzug von koks runter gekommen sind (ich kenne auch eine, die das geschafft hat).

ausserdem sollte man sich die frage stellen, ob das medikament noch einen nutzen erfüllt, oder ob es eigentlich sinnlos ist, dieses medikament zu nehmen.(z.B. weil keine schmerzen mehr vorhanden sind)

Hzol}gerJ-23


Schmerzen

Stört das denn gar nicht, dass Schmerzen ein Warnzeichen des Körpers sind und duch die potenten Medikamente unterdrückt werden ???

Alex, keinMedikament wirkt ohne Nebenwirkung. Und dass deine Leberwarte hoch waren, ist nicht wirklich überraschend, oder ???

Toinucs


es scheint, als kämen wieder mal alle alten Vorurteile gegen Opiate zur Schmerztherapie hervor:

Opiate in der Schmerztherapie machen, korrekt angewendet, nicht süchtig (im Gegensatz zu Benzos)

und dass mit den Schmerzen als Warnzeichen ist absoluter Humbug - das gilt NUR für akute Schmerzen, chronische Schmerzen entwickeln eine Eigendynamik, die mit Warnzeichen NICHTS mehr zu tun hat.

Deshalb soll man sie auch bekämpfen - und zwar so, dass sie weg sind.

Natürlich darf man darauf nicht vergessen, die Ursache der Shcmerzen, hier eine Skoliose, zu bekämpfen.

Das WHO Stufenschema ist nur ein Gerüst, und keine zwingende Vorgabe.

Wirkliches Ziel der Schmerztherapie ist eine Beseitigung der Schmerzen, und das mit dem schwächest möglichen Medikament - aber wenn es Opiate braucht sind die auch zu geben, sonst soll man den Arzt wechseln.

Das Problem ist häufig, dass die Verschreibung von Opiaten enormen administrativen Aufwand für den Arzt bedeutet, und es deshalb nicht jeder macht.

Prinzipiell gehörst du aber in die Hände eines Skoliosespezialisten, denn die Nebenwirkungen von Schmerzmitteln sind, wie du teilweise schon erfahren hats, auch nicht so easy, dass man sein ganzes Leben welche nehmen will.

Würde dir daher da Skolioseforum - einfach googeln - empfeheln

Grüße

Tinus

H|ypeKri+on


hm

wie schon gesagt wurde wäre es besser wenn du in eine spezial skoliose klinik gehst wie z.b. die hier:

[[http://www.skoliose.com]]

es kann nicht sein das du dich mit schmerzmittel vollstopfen musst. wenn deine skoliose sher stark ausgeprägt ist sollte man vieleicht über eine operation nachdenken.

gruss

Hzolge$r-23


Tinus,

der "administrative Aufwand" für den Arzt wäre mir da völlig wurscht.

Zum Humbug hab ich da eine andere Ansicht. Ich halte die Einnahme von wirksamen Schmerzmitteln für sinnvoll, um etwa bei Rückenbeschwerden schmerzfrei krankengymnastische Übungen zur Stärkung wirbelsäulenstützender Muskulatur zu machen. Das hat für mich Sinn. Im Gegensatz dazu halte ich die langfristige, mehrjährige Einnahme von Schmerzmitteln für lebensverkürzend und nicht für sinnvoll. Solange es die Möglichkeit gibt, die Schmerzursache zu beheben, würde ich das vorziehen.

Gruss

Holger

TGinus


Holger,

der "administrative Aufwand" für den Arzt wäre mir da völlig wurscht.

da siehst du als patient so. als arzt ist da wieder was anderes. deshalb sollte man auch zu einem anderen gehen, wenn der eigene das nicht macht

Zum Humbug hab ich da eine andere Ansicht. I

Mein Humbug hat sich darauf bezogen, dass Schmerzen immer ein Warnsymptom darstellen, nicht darauf, dass es egal ist, jahrelang schmerzmedikamentation zu betreiben

[Solange es die Möglichkeit gibt, die Schmerzursache zu beheben, würde ich das vorziehen./z]

meine rede,

Grüße tinus

A{le|x19x90


akute schmerzen sind ein warnsignal, aber chronische schmerzen haben ihre aufgabe verloren. bei chronischen schmerzen hat man auch das problem, dass wenn die eigentliche schmerzursache weg ist, dass es dann aber immer noch weh tut, denn die nervenzellen produzieren jetzt grundlos schmerzen.

also sport ist bei mir ja wie ich schon geschrieben habe schon lange nicht mehr drin. anfangs konnte ich noch mit codein oder tramal sport machen, das war dann auszuhalten, aber selbst das geht ja jetzt nicht mehr.

wenn ich mal versuche eine längere strecke zu laufen oder fahrrad zu fahren, wird mir von den schmerzen ganz schwindelig. bevor ich die schmerzen hatte, habe ich auch hochleistungssport gemacht. (schwimmen beim DLRG zwei mal die woche und dann mehrere kilometer am stück und sehr schnell.) Ich bin jeden morgen 15km mit dem fahrrad zur schule gefahren und zurück. auch sonst alles mit dem fahrrad gemacht.

also sport würde ich echt gerne wieder machen.

für die dauerhafte einnahme von schmerzmitteln sind opioide angeblich am besten geeignet, dem kann man auch glauben schenken, da sie die organe so gut wie gar nicht angreifen.

Tninu=s


Hallo Alex,

lass dich wegen deiner Skoliose beraten - in einem kompetetnten Skoliosezentrum, woanders wirst du wenig davon haben - es stimmt zwar, dass sich chronische Schmerzen verselbstständigen, aber wenn die Ursache weg ist, gehen auch die Schmerzen (fast) weg - das sollte dein Ziel sein.

Opioide sind zwar tatsächlich zur längerfristigen Einnahme geeignet, haben aber doch ziemliche Nebenwirkungen auf Wachsein, Leistungsgefühl etc. - ausserdem bist du erst 16 - willst du 60 Jahre lang schmerzmittel nehmen!?

So toll ist das nicht

grüße Tinus

A3lex1x990


das stimmt, aber eigentlich möchte ich die ursache nicht mehr behandeln lassen, ich war jetzt schon bei so vielen ärzten...

ich habe mal in die befunde vom orthopäden reingeguckt, dort steht drin, dass ich eine leichte skuliose habe.

mein hausarzt meint, dass es neurophatische schmerzen sind, also die ursache für die schmerzen gar nicht mehr vorhanden ist.

das stimmt, aber die nebenwirkungen nehmen mit der zeit ab. ich denke mal, dass es eine gewöhnungssache ist.

also ich finde es besser, wenn man sein ganzes leben lang tabletten nehmen muss, als ein leben lang mit schmerzen zu leben.

gruß alex

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Orthopädie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH