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Angeborene Hüftdysplasie: Nach Schwangerschaft unerträglich

D4orexa hat die Diskussion gestartet


Halloo... Ich suche jemanden, der ähnliche Probleme hat oder bereits Erfahrung mit einer Operation einer Hyftdysplasie hat. Ich habe eine angeborene Hüftdysplasie (beidseitig) und Klumpfüsse gehabt. Die Klumpfüsse wurden als Kind mehrmals operiert. Seither hatte ich beschwerdefrei gelebt. Nun - mit dreissig - und nach der Geburt meines Kindes (nun 15 Monate als) nehmen die Beschwerden stetig zu. Anfangs war der Kleine noch leicht - jetzt kann ich nicht mehr schmerzfrei gehen, Velofahren oder so sowieso nicht mehr. Immer öfters knicke ich ein. Zudem habe ich nun eine Schleimbeutelentzündung erhalten und Wasser in den Gelenken, usw. Die Ärzte schlagen mir eine Operation beider Hüfte vor. Ich habe ziemliche Angst vor einer solchen OP und ob die Beschwerden dann wirklich weg sind? ich möchte ein zweites Kind? Kann mir jemand raten - ob das vor oder nach so einer OP geplant werden sollte? Ich möchte nicht die Hüfte operieren lassen und nach einer zweiten Schwangerschaft gleich wieder.....

uiuiui.. nun habe ich doch einen Roman geschrieben... bin aber sehr dankbar für Antworten!!! Merci *:)

Antworten
E[c}hi


Hallo Dorea...ich habe auch beids. HD und habe letztes Jahr eine Dreifachbeckenosteotomie (Tönnis) rechts machen lassen und bin heilfroh darüber. Ich wußte gar nicht mehr wie es ist schmerzfrei sitzen, gehen und liegen zu können!!! Kinder habe ich selbst noch keine, habe aber von vielen Betroffenen gehört, bei denen die Schmerzen nach einer Schwangerschaft schlimmer geworden sind, bei manchen wurde die HD erst da entdeckt.

Warst Du denn schon bei einem Hüftspezialisten in einer Klinik (würde Dir unbedingt zu Bremen, Dortmund, Unna oder Wuppertal raten, da sitzen die Experten!!!)?

Wenn nicht würde ich Dir das als allererstes empfehlen. Die können Dir dann auch mehr dazu sagen wie dringend eine OP bei Dir ist, denn man darf ja nicht vergessen, dass eine HD zu vorzeitigem Verschleiß führen wird und wenn die Athrose erst da ist...hilft meist nur noch eine TEP! Ich habe die zweite OP auch noch vor mir, allerdings ist meine linke Seite nicht annähernd so schlimm wie die rechte war und ich habe auch nur ganz selten leichte Beschwerden. Aber ich persönlich würde die OP vor einer Schwangerschaft machen, denn man fällt schon einige Zeit aus, sodass die Versorgung von kleinen Kindern gar nicht möglich ist. Und wenn Du schon jetzt starke Beschwerden hast wäre es für Dich ja auch nicht so prickelnd Dich damit durch noch eine weitere Schwangerschaft zu quälen, oder?

In manchen Kliniken sind die OPs in einem Abstand von 6-9 Monaten möglich, sodass Du nach spätestens 1,5 Jahren damit durch sein könntest. Die Wartezeiten für eine solche OP liegen zwischen 6 Monaten und mehreren Jahren, je nach Klinik.

Ich kann Dir echt nur raten Dich in der Ambulanz einer der vier Kliniken vorzustellen (in Bremen und Wuppertal sind die Wartezeiten am kürzesten!) um einfach mal zu hören was die Fachmänner dazu sagen!!!

Gruß *:)

D1orexa


Hallo Echi... merci viel mal für die Tipps. Das tönt schon verlockend - mal ohne Schmerzen zu sein... Wie lange ging es, bis du nach der OP einigermassen schmerzarm warst? Wie lange ging es, bis du wieder Gewicht tragen konntest? Ja, ich mache mir ziemliche Sorgen, weil ich nach einer OP mein Kind gar nicht mehr tragen kann für eine Zeit lang...

Wegen dem Ort: Ich bin aus der Schweiz und werde die OP wohl in Bern machen lassen. Dass es Wartezeiten dafür gibt, wusste ich nicht, das muss ich unbedingt noch abklären, wie das in der Schweiz ist.

Aber jetzt noch: Was ist denn eine Dreifachbeckenosteotomie? Ein Hüftspezialist von mir rät eine "Hüftluxation mit Trimmung des Pfannenrandes". Ein anderer riet mir von dieser OP ab, da diese sehr heikel sei. Nun geh ich noch zu einem anderen Arzt, um eine dritte Meinung zu bekommen.

Ich habe immer noch die Hoffnung, dass ich die momentane Schleimbeutelentzündung durch eine Cortison-Spritze und Akupunktur wegbekomme und damit eine OP überflüssig würde... Hast du da auch solche Versuche gemacht?

Wann ist bei dir die linke Seite dran?

Also mit lieben Grüssen Dorea

E9chyi


Hallo Dorea...hmm, von einer solchen OP habe ich noch nichts gehört. Ist das denn diese POA? Dass die in der Schweiz durchgeführt wird hab ich schon mal gehört, weiß allerdings auch nicht was da gemacht wird. Würdest Du denn dann ins Inselspital Bern gehen?

Bei einer Dreifachbeckenosteotomie nach Tönnis werden Sitz-,Darm- und Schambein durchtrennt und dann wird das losgetrennte Becken so geschwenkt, dass der Hüftkopf eine gute Überdachung hat. Scham- und Darmbein werden dann mit Schrauben wieder fixiert, das Sitzbein wächst so wieder zusammen. Ich durfte halt 6 Wochen nicht mehr als 60 Grad die Hüfte beugen, d.h. man darf nicht sitzen. Für zuhaus gabs ein Krankenbett, weil man in ein normales nicht reinkommt mit so wenig Beugung. Nach 6 Wochen darf man auf 90 Grad beugen (wenn das neue Röntgenbild ok ist) und nach 12 Wochen findet nochmal eine Kontrolle in der Klinik statt. Die Bremer dürfen dann direkt auf Vollast, in den anderen Klinik wird die Belastung langsam gesteigert, ich hatte nach 12 Wochen dann ne dreiwöchige Reha und war dann wieder einigermaßen fit. Danach habe ich dann auch mal meinen kleinen Neffen auf den Arm genommen und hatte auch keine Schmerzen mehr. Ich bin 5 Monate nach der OP mit Nordic Walking angefangen und bin 2-3 mal pro Woche ca. 5 km gelaufen. Dabei hatte ich keinerlei Schmerzen mehr. Bei manchen dauert es etwas länger, es kommt halt immer auf mehrere Faktoren an. Wo man operiert wird, die vorherige körperlich Fitness und natürlich auch darauf wie die OP und die nachbehandlung verlaufen sind.

Aber bei der Dir empfohlenen OP kann der Verlauf natürlich ganz anders sein. Hat man Dir denn schon erklärt was bei dieer OP-Methode gemacht wird?

Ob es in der Schweiz auch Wartezeiten gibt, weiß ich natürlich nicht. Hier ist es halt nur so, weil NUR in diesen KLiniken diese OP regelmäßig durchgeführt wird und man immer wieder gewarnt wird in eine andere Klinik zu gehen, weil einbfach die Gefahr zu groß ist, dass was schief geht. Und da doch einige unter HD leiden sind die Wartelisten halt lang. Und bei der Dreifachen muss man auch vorher Eigenblut spenden, was man dann während der OP zurück bekommt, falls der Blutverlust sehr groß ist. Von daher MUSS das ja auch von etwas längerer Hand geplant werden!

Bei mir war die HD sehr schlimm, ich konnte glücklicherweise 2 tage nach der Diagnose durch meinen Orthopäden gleich nach Bremen in die Ambulanz, da dort jemand abgesagt hatte. Bei dem Vorstellungsgespräch sagte mir der Arzt auch gleich ganz deutlich, dass er bei der Fehlstellung der Hüfte nur noch 2 Jahre gibt bis nur noch eine TEP hilft. Spritzen usw. hab ich nicht bekommen, hab nur Tabletten gegen die Schmerzen genommen. Mein Orthopäde hielt auch gar nichts davon, er meinte die Fehlstellung könnte man nicht wegspritzen, entweder eine Dreifache oder gleich ne TEP...Aber gegen die Entzündung hilft es ja vielleicht!!

Wann ich meine zweite Seite machen lasse weiß ich noch nicht, ich studiere noch und ich will das Studium nicht nochmal unterbrechen.

Aber wenn ich stärkere Beschwerden bekomme werde ich mich wieder auf den Weg ins ferne Bremen machen...

Liebe Grüße

DyorJeNa


hey merci viel mal für die ausführliche antwort.... ich komme grad von der akupunktur - und das hat mir diesmal ziemlich genützt.... nun - auch wieder keine ahnung, was diese poa ist...?............... ich studier eben auch noch - und das ist für mich auch noch so ein grund, weshalb die op ziemlich ungelegen kommt - ....

also, mit lieben grüssen

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