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Wirtschaftliche Zuzahlungen

K(laus VReginke hat die Diskussion gestartet


Wirtschaftliche Zuzahlungen zu den medizinischen Hilfsmitteln (Schuheinlagen) – Das Resultat einer Online- und Telefonrecherchen-Odyssee:

Die wirtschaftliche Zuzahlungen sind u.a. die Konsequenz einer Pannen und Pleiten Gesundheitsreform: Neben den gesetzlich geregelten Zuzahlungen von 5-10 % - max. aber 10 € ist die wirtschaftliche Zuzahlungen bei medizinischen Hilfsmitteln (siehe die Hilfsmittel-Richtlinien Ergänzung von 2005) eine legitime finanzielle Nachforderung der Sanitätshäuser/Techniker.

Die Krankenkasse soll dem Patienten zwar Sanitätshäuser vermitteln können, die zu den Kassen-Festpreisen produzieren. (Angebote gibt es im Internet). In Hamburg gibt es in jedoch keinen einzigen Orthopädietechniker, der Einlagen zum Kassen-Festpreis von 54,92. produziert. Das Ganze ist eine Farce!

Die Ärzte sind nach den oben genannten Richtlinien verpflichtet den Patienten über zusätzliche Kosten aufzuklären: "...der Arzt soll (...) soweit im Einzelfall nötig - ebenfalls auf (...) Beschränkungen hinweisen". Er tut das aber in nicht immer– so ist meine Erfahrung. Mein behandelnder Arzt hat seine Aufklärungspflicht abgestritten. Auch Orthopädietechniker sollten (wie Wirtschaftsüblich) Kosten aufstellen. Ich habe das Kostenproblem der Informationsstelle des Gesundheitsministeriums erläutert. Die Antwort war so lapidar wie unverbindlich. Ich bat um konkreter Antworten auf meine Fragen. Eine Rückmail habe ich bis heute nicht erhalten...

Hat man den Arzt oder Orthopädietechniker nicht ausdrücklich vorher nach Kosten gefragt hat, sitzt man quasi in der staatlich sanktionierten Kostenfalle. Idealerweise ist man Rechtsschutz versichert und lässt es drauf ankommen indem man die wirtschaftliche Zuzahlung nicht zahlt - so auch eine Empfehlung einer Krankenkassen Mitarbeiterin. Das Ergebnis würde mich sehr interessieren. Ansonsten hilft m.E. nur Quittungen sammeln und gucken wie viel davon von der Krankenkasse (Einkommens abhängig) rückerstattet wird.

Antworten
Hqyp[eriFoxn


hm

ich verstehe das problem nicht :-/

zuzahlen musst du heute überall und für alles. es gibt NICHTS mehr umsonst.

KKlaqusd EReinkke


...das Problem ist, wie beschrieben, dass es keine eindeutigen Regelungen für eine saubere Aufklärung des Patienten gibt. Die Zuzahlungen sind willkürlich und unkalkulierbar. Hier wird massenhaft und kräftig abkassiert und das in Folge unscharfer gesetzlicher Regelung und folglich verunsicherten Patienten. Jeder Supermarktkunde wäre höchst ungehalten, wenn er an der Kasse statt der ausgewiesenen Summe das doppelte bezahlen soll?!

Wenn sie gerne zuviel bezahlen....Ihre Entscheidung! Ich jedenfalls denke, es gibt einen guten Grund für einen Beitrag obwohl ich weiß aber, dass es in solchen Foren auch wichtigere (gesundheitliche) Anliegen gibt...

pqaradie^sschne5cke


Das Problem hatte ich auch: Ich ging zum Orthopäden, neue Einlagen waren fällig. "Wenn Sie wollen, können wir das gleich hier machen", meinte der Orthopäde und vermittelte mir den Eindruck, er habe den Orthopädie-Techniker, der diese Einlagen herstellt, im Haus. Ich musste nur noch unterschreiben, dass mich niemand dazu gezwungen hat, diesen Orthopädie-Techniker in Anspruch zu nehmen und dies meine freie Entscheidung war. "Dann kommt die übliche Zuzahlung von 6-7 EUR auf Sie zu, aber das kennen Sie ja", meinte die Arzthelferin. Dann stieg ich mit den Füssen auf den Schaum, um Abdrücke zu machen und ging heim. Drei Wochen später konnte ich die Einlagen abholen. Soweit alles in Ordnung.

Dann kam die Rechnung. Besser gesagt, zwei Rechnungen: Eine Rechnung über die gesetzliche Zuzahlung (bezahlte ich sofort), und eine weitere Rechnung über eine wirtschaftliche Zuzahlung mit dem Hinweis "Leistungsempfänger ist die Krankenkasse".

Also ging ich zur Krankenkasse, da ich zufällig gerade in der Nähe der KK war, als ich den Brief öffnete. Ich erkundigte mich gleich vor Ort, wofür meine Kasse die Zuzahlung will. Die wussten aber von nichts. Sie bekämen kein Geld. Ich solle das nicht bezahlen. Im Internet machte ich mich dann schlau, was es mit der wirtschaftlichen Zuzahlung auf sich hat: Das ist ein Betrag, der von der Sanitätshäusern erhoben wird, wenn das Sanitätshaus mit dem Festbetrag der KK + der Zuzahlung des Patienten nicht wirtschaftlich überleben kann. Aber mir wurde im Vorfeld nichts davon mitgeteilt. Ich fühlte mich betrogen! Auch stellte ich erst als ich die Rechnungen in der Hand hielt, fest, dass der Auftrag für meine Einlagen an ein Sanitätshaus ganz bei mir in der Nähe gegangen war, nicht beim Orthopäden im Haus hergestellt.

Also ging ich zum Orthopäden und fragte nach, was ich eigentlich unterschrieben hätte. Ich wollte wissen, ob ich mich vielleicht doch mit der wirtschaftlichen Zuzahlung einverstanden erklärt hatte. Die Arzthelferinnen beim Orthopäden meinte, sie hätten die Unterlagen an das Sanitätshaus gegeben, das die Einlagen hergestellt hatte.

Also ging ich zum Sanitätshaus und wollte dort die Unterlagen einsehen. Während ich dort war, rief die Arzthelferin des Orthopäden im Sanitätshaus an und kündigte meinen Besuch an. Nachdem ich eine halbe Stunde mit zwei Mitarbeitern diskutiert hatte, wurde mir wiederholt gesagt, dass das Sanitätshaus an Unterlagen nur das Rezept gehabt hätte, das aber jetzt an die KK weitergereicht worden war. Das Sanitätshaus würde diese wirtschaftliche Zuzahlung mit den Leistungen der KK verrechnen. Ich gab es auf und zog unverrichteter Dinge von dannen.

Jetzt liegt mir die erste Mahnung vor.

Abschliessend möchte ich sagen: Die 5 EUR, die ich da zuzahlen soll, bringen mich nicht um. Was mich aber sehr ärgert, ist

a) die im Vorfeld unterlassene Aufklärung über diese Zuzahlung. Es sind 5 EUR Zuzahlung, aber es hätten auch 50 EUR oder 100 EUR sein können.

b) dass mir die Möglichkeit genommen wurde, mir ein günstigeres Sanitätshaus zu suchen.

c) die Angabe auf der zweiten Rechnung "Leistungsempfänger ist die Krankenkasse", die schlicht eine Lüge ist, denn die KK bekommt das Geld nicht, sondern das Sanitätshaus.

d) wenn ich an den Aufwand denke, den die beiden Häuser betrieben haben, um meine Abdrücke vom Orthopäden zum Sanitätshaus und dann später die fertigen Einlagen vom Sanitätshaus zum Orthopäden zu transportieren, dann wundert es mich auch nicht mehr, warum das Sanitätshaus nicht wirtschaftlich arbeiten kann . . .

p5aradieJsschne1cxke


p.s. ich habe damals nichts bezahlt.

Als später andere Einlagen notwendig waren, suchte ich mir ein kleines unscheinbares alt eingesessenes Sanitätshaus. Gute Arbeit, keine wirtschaftliche Zuzahlung. Kunde zufrieden! ;-D

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