» »

Unerklärliche Schmerzen im Oberschenkel mit Folgeerscheinung

-o-PatrNickx-- hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin Patrick, 19 Jahre alt, Student.

Meine Leidensgeschichte beginnt im Mai 2007. Ich bin gerade aus der Schule heim gelaufen und habe plötzlich einen leichten, ziehenden Schmerz im linken, hinteren Oberschenkel verspürt. Er war nicht sonderlich stark, deshalb hab ich das Ganze nicht weiter beachtet. Es gab keinen "Unfall", also kein Sturz, Umknicken etc. Die Schmerzen hatten folgenden Charakter: immer wenn ich mich hinsetze, tut es stark weh und wird, je länger ich sitze, besser. Beim Aufstehen wird der Schmerz wieder ruckartig ganz stark und je länger ich laufe wieder schwächer bis er ganz weg ist. Langes Stehen hingegen verschlimmert den Schmerz.

Nach wenigen Tagen waren die Schmerzen allerdings weg und es war für mich erledigt. Das war aber die falsche Annahme, leider. Als ich etwa 2 Wochen später wieder auf dem Heimweg war (restliche Zeit bin ich bei einem Freund mitgefahren), kam dieser Schmerz wieder, stärker als zuvor, aber immer noch nicht richtig schlimm. Ich dachte dass ich auf dem Weg evtl einen falschen Schritt mache o.ä. Auch hier war der Schmerz nach wenigen Tagen weg. Als ich kurz vor meinem Urlaub wieder einmal heim gelaufen bin, kam es erneut. Diesmal glaubte ich nicht an einen Zufall. Die Zeit vorm Urlaub war aber zu knapp um zum Arzt zu gehen und die Schmerzen waren immer noch nicht schlimm. Zusätzlich zu dem obigen Charakter habe ich dann gemerkt, dass wenn ich auf dem Rücken liege, die Schmerzen relativ stark spürbar sind, auf der linken Seite liegend schwächer und auf rechter Seite liegend ganz weg waren.

Dann kam mein 3-wöchiger Urlaub in den Bergen, ich wandere sehr gerne. In diesen 3 Wochen wurde der Schmerz immer schlimmer. Ich begann oftmals eine Art Schonhaltung anzunehmen um die Schmerzen zu verringern. Besonders gerade gehen tat sehr weh. Die Schmerzen waren nur im langen Sitzen, Liegen oder Laufen weg. Am stärksten waren sie beim Aufstehen/Hinsetzen.

Direkt nach meinem Urlaub bin ich zu meinem Hausarzt gegangen. Der hat dann gesehen, dass ich eine Beinlängendifferenz und einen daraus resultierenden Beckenschiefstand habe. Er hat mich zu einem Orthopäden überwiesen. Auf dem dort angefertigtem Röntgenbild wurde dann ein Beckenschiefstand von 4 cm festgestellt. Mir wurden temporäre Einlagen verschrieben, zunächst 1 cm. Diese habe ich dann 2 Wochen getestet und feststellen müssen dass sie rein gar nichts nutzen. Dann sollte ich noch einmal 1,5 cm testen und auch hier kam keinerlei Besserung. Dann wußte der Arzt keinen weiteren Rat, da er mehr auf Unfälle spezialisiert ist. Ich habe die Einlagen noch eine Weile getragen, aber sie nützten nichts, also habe ich sie gelassen, da sie nur dafür sorgten, dass ich Blasen an den Füßen bekam.

Ich bin dann wieder zum Hausarzt, der mich wiederum zu einem anderen Orthopäden überwiesen hat. Dieser hat dann gesagt, dass mein Bein ausgerenkt wäre und meine Wirbel blockiert sind. Er hat mir mein Bein eingerenkt, meine Wirbel deblockiert und eine permanente Einlage von 1 cm verschrieben. Diese war nach 2 Tagen fertig und ich erhoffte mir endlich Besserung. Doch weit gefehlt. Nichts wurde besser, die Schmerzen blieben. Daher bin ich wieder zu diesem Orthopäden. Er meinte dass mein Bein wieder ausgerenkt sei und renkte es mir wieder ein, ebenso dasselbe mit den blockierten Wirbeln.

Nachdem es über Wochen nicht besser wurde und er mein Bein noch einmal eingerenkt hat, bin ich aus Verzweiflung wieder zum Hausarzt. Diesmal mit permanenten Kopfschmerzen, steifem Hals und Verspannungen im Nacken/Schulterbereich als Sahnehäubchen. Er hat dann erkannt, dass es so nicht weitergehen kann, da die degenerativen Veränderungen immer schneller und schlimmer voranschreiten. Ich wurde in die Orthopädische Klinik in Gießen überwiesen, sollte mich dort als Notfall melden, da mittlerweile selbst starke Schmerztabletten und Schmerzspritzen mein Leiden nicht linderten.

Als ich, wieder einmal voller Hoffnung, dorthin bin, kam die größte Enttäuschung und der größte Kracher den ich je erlebt habe. Ich habe mich wie besprochen als Notfall gemeldet. Am Tresen der Aufnahme wurde ich dann gefragt was ich denn hätte. Ich habe es grob mit "Beckenschiefstand, blockierte Wirbel, dauerhaft starke Schmerzen, Bewegungseinschränkungen" umschrieben. Die Dame am Tresen schaute mich an und fragte wörtlich: "Beckenschiefstand? steht da das Becken schief?" und hat dann die Oberärztin angerufen und sich als Auszubildende gemeldet. Die Ärztin muss wohl gefragt haben was ich habe, als Antwort kam von der Auszubildenden "Beckenschiefstand und Schmerzen". Schnell war das Gespräch beendet. Ich solle einen Termin ausmachen und sei kein Notfall. Ich wurde bestimmter und habe darauf bestanden behandelt zu werden. Sie hat mich jedoch gebeten zu gehen und einen hiesigen Orthopäden aufzusuchen, die wären für mich zuständig. Dass ich darauf antwortete, dass ich bereits bei einem hiesigen Orthopäden war und ich mich hier als Notfall melden soll, wurde völlig ignoriert. Sie könne mir nicht helfen und ich solle einen Termin ausmachen (Wartezeiten von mindestens 1 Monat). In diesem Moment ist in mir etwas zusammengebrochen, ich wurde wütend, ich wurde laut. Ich bin auf eigene Faust durch die Ambulanz geflitzt ...naja, geflitzt kann man nicht sagen bei meinem Zustand... auf der Suche nach einem Arzt der mir um Gottes Willen doch bitte hilft. Ich fand nur eine MTA die gesagt hat dass ich vorne am Wartezimmer einen Arzt abfangen könnte. Gesagt, getan. Dieser erklärte mir dann, dass er nicht zuständig ist und ich mich vorne bei der Anmeldung melden solle. Ich flehte ihn quasi an, dass er oder überhaupt jemand mir hilft. Er ist dann mit mir zur Anmeldung. Auf dem Weg dorthin wurden wir von der 2.Dame von der Anmeldung abgefangen, die wörtlich zum Arzt sagte: "DIESEM Patienten haben wir alles gesagt". Ich wurde erneut laut (aber nicht unhöflich!). Daraufhin hat die Dame die Oberärztin telefonisch mit den Worten "das muss ich mir von einem Patienten nicht bieten" bestellt. Ich wartete einige Minuten bis die Ärztin kam. Sie sah sehr genervt aus. Ich betete ihr meine Leidensgeschichte vor. Sie machte den Anschein als hörte sie mir überhaupt nicht zu. Sie nickte nur und sagte ironisch "och Gott" und ging dabei immer weiter nach hinten durch einen Türrahmen, bis sie "gehen sie zu einem hiesigen Orthopäden, die sind für sie zuständig" sagte und die Tür schloß. Danach war ich ziemlich fertig und rief erstmal meinen Hausarzt an um ihm davon zu berichten. Dieser beorderte mich dann in seine Praxis und überwies mich zur Unfallchirurgie, wieder als Notfall damit ich endlich Hilfe bekomme.

Am nächsten Tag bin ich, schon wieder voller Hoffnung, dorthin gegangen. Dort wurde ich freundlich *staun* behandelt. Es wurden einige Röntgenbilder von meinem Becken angefertigt. Dieser Arzt hat mir wiederum gesagt, dass man auf den Bildern sieht, dass mein Bein niemals ausgerenkt gewesen ist und ich mit ausgerenktem Bein sowieso vor Schmerzen nicht mehr gehen könnte. Er hat eine Art Zyste in beiden Hüftgelenken diagnostiziert und mich zum MRT überwiesen. Ansonsten sei mein Becken "perfekt". Wieder einige Wartezeit in der ich litt, nicht nur unter den Schmerzen, denn ich hätte auch Krebs haben können.

Dann endlich die MRT. Ergebnislos. Nichts, keine Zyste, kein Tumor, keine Arthrose, keine Arthritis. Lediglich ein kleiner Reizerguss links und eine kleine Dysplasie rechts, die aber unerheblich ist wenn ich rechts keine Beschwerden habe. Ansonsten sei alles "perfekt". Wie ich dieses Wort mittlerweile hasse. Es ist ja schön gesagt zu bekommen, dass alles perfekt ist, aber das nimmt mir nicht meine Schmerzen. Ich solle mein Glück bei einem dritten Orthopäden versuchen.

Parallel wurde bei meinem Hausarzt ein Blutbild von mir gemacht. Nur leicht erhöhte weiße Blutkörperchen, die auf meine Grippe damals zurückzuführen sind. Zur Sicherheit wurde noch eins angefertigt nachdem ich wieder gesund war. Die weißen Blutkörperchen sind zurückgegangen, aber noch nicht ideal, deshalb soll nochmal eins im April gemacht werden. Alle anderen Werte seien "perfekt".

Vor 2 Wochen war ich dann bei Orthopäde Nummer 3. Dieser schüttelte nur den Kopf und regte sich etwas über seine Kollegen auf. Beim Nach Hause laufen von der Schule damals, sei mein Becken "stehen geblieben" und alles andere sind logische Folgeerscheinungen (Mittlerweile sogar immer öfter Taubheitsgefühle in den Armen). Ich sollte mich auf den Bauch legen. Er drückte 2 Male stark auf die linke obere Seite des Beckens. Dann sollte ich mich umdrehen. Dies ging im ersten Moment nicht, da die Schmerzen an bekannter Stelle unerträglich waren beim Versuch zu wenden. Nach einigen Sekunden jedoch ging es unter starken Schmerzen. Er zeigte mir noch, dass dieses Stehenbleiben dafür gesorgt hat dass mein linkes Bein im Sitzen länger war als mein rechtes und dass es nun wieder stimmt, also mein linkes etwas kürzer ist wie schon im letzten Jahr diagnostiziert. Die Schmerzen würden innerhalb von 2 Wochen abklingen, vorausgesetzt mein Becken bleibt nun heile.

Nun sind besagte 2 Wochen um und es ist nicht besser, keinen Deut. Morgen werde ich wieder dorthin gehen, wieder mit Hoffnung und, wie ich befürchte, wieder Ergebnislos.

Ich bin nach fast 1 Jahr voller Schmerzen und Strapazen ziemlich am Ende. Die Schmerzen quälen mich dauerhaft, nicht nur die körperlichen. Schmerzmittel schlagen nicht mehr an. Und nebenbei studiere ich Materialwissenschaften. Das fällt schon schwer.

Ich durchforste recht oft allemöglichen Foren um irgendwo Hilfe zu finden.

Nun erhoffe ich mir hier von Euch einen Hinweis, einen Tipp was es sein könnte, was ich machen soll oder wer mir helfen kann.

Grüße & Danke fürs Lesen

ein ziemlich verzweifelter Patrick

Antworten
mminYian&anaxs


Hallo Patrick,

wurde das MRT nur vom Becken gemacht? Die Röntgenaufnahmen auch nur vom Becken/Wirbelsäule?

Lass mal ein MRT mit Kontrastmittel vom Oberschenkel machen.

Wurde das MRT überhaupt mit Kontrastmittel gemacht?

Deine Leidensgeschichte gleicht der meiner Tochter. Sie hat seit 1 Jahr immer stärker gewordene Leistenschmerzen.

Mein Bein ist durch Skoliose bedingt auch kürzer, habe aber damit keine Probleme.

Meine Tochter bekam von einem Orthopäden Einlagen von 0,5 cm wegen angeblicher Skoliose. Die anderen 3 Orthopäden+orthopädische Klinik stellten keine Skoliose fest!

Wir waren auch als Notfall in der orthopädischen Klinik angemeldet. Der Orthopäde hatte den Termin ausgemacht. Hm, sie kam zwar dran, wurde aber nur untersucht, die Schmerzen in der Leiste wurden dabei festgestellt und sie wurde wieder nach Hause geschickt! Wir kennen das zur Genüge.

Mittlerweile kann sie kaum noch sitzen, gehen etc. Ein normales Leben führt sie schon lange nicht mehr. Ich weiß, dass eine OP riskant ist, weil die Stelle tief sitzt...

Auf der Onkologie waren wir auch, beim Internisten, Rheumatologen etc.

Ich wünsche Dir alles Gute

Liebe Grüße sendet Dir

Martina

-n-PIatricxk--


Hallo Martina,

erstmal vielen Dank für deine Antwort.

Deiner Tochter wünsche ich eine baldige Lösung des Problems!

Zu deinen Fragen: Ja, es wurde immer nur das Becken und die Hüftgelenke geröntgt bzw im MRT untersucht. Und das MRT wurde mit Kontrastmittel gemacht.

Ich wollte heute ja zum Orthopäden, aber der ist im Moment überlastet und nimmt erst in 1 Woche wieder neue Termine an. :-(

Liebe Grüße

Patrick

m/inWiananxas


@ Patrick

Hallo Patrick,

versuche ein MRT vom Oberschenkel zu bekommen mit Kontrastmittel. Auf Röntgenbilder sieht man nicht alles. Vielleicht macht der Orthopäde auch vorher eine Röntgenaufnahme.

Bei meiner Tochter wurde in der Klinik das Becken/Hüfte und der Oberschenkel geröntgt. Manchmal strahlt der Schmerz aus.

Bei meiner Tochter fing es am Anfang auch harmlos an. Es tat nur ab und zu weh. Deine Angst Krebs zu haben, kennen wir nur zu gut. Hat Dein HA auch den CRP-Wert mit untersucht? Bei meiner Tochter waren die Blutwerte immer normal.

Hilft Dir als Schmerzmittel Metamizol? Ist keine Dauerlösung. Bei meiner Tochter hilft es etwas, hält nicht lange an. Sie nimmt aber nur ca. 20 Tropfen. Ibuprofen, Paracetamol, Naproxen etc. half alles nichts.

Sie hat nur einen intelligenten Direktor in der Schule. Der meint auch heute noch, sie soll doch Schmerzmittel nehmen, damit sie in der Schule durchhält. Nur welche ??? ?? Die andere Lehrerin meint, sie soll sich endlich operieren lassen, so kann es nicht weitergehen! Nur, wie operieren, wenn kein Arzt die OP machen will! Auch ja, wenn sie danach im Rollstuhl landet, das findet die Lehrerin dann auch gut!

Hast Du es mit Physiotherapie probiert? Bei meiner Tochter wurde es jedes Mal schlechter. Sie wurde sogar beim Orthopäden gelasert (so als letzter Versuch) - wurde auch schlimmer. Wärme bekommt ihr gar nicht.

Sollte Dir irgendwann einmal geholfen werden können, melde Dich bitte. In diese Klinik/Arzt gehen wir dann auch.

Dränge auf ein MRT vom Oberschenkel, auch wenn z.B. die Röntgenaufnahme nichts zeigt. Du hast Schmerzen, dauerhaft ist das kein Leben. Wir kennen das. Manchmal denke ich, die Ärzte warten extra ab - in der Hoffnung das man nicht mehr kommt...

Ich kann nur eines nicht glauben, dass sie solche komplizierten langwierigen Fälle noch nie gehabt haben. So erzählt es uns jeder Arzt bzw. auch die orthopädische Klinik.

Liebe Grüße - Martina

-}-fPaWtricEk-x-


Es gibt Neues zu berichten. Nachdem ich mit Händen und Füßen versucht habe einen Termin bei meinem letzten Orthopäden zu bekommen und keinen bekommen habe, bin ich zu einem Privatarzt. Zwar teuer, aber ich sah es als letzte Lösung an. Und nun weiß ich auch endlich was ich habe. Der Arzt hat noch einmal ein MRT anfertigen lassen, aber eines von der LWS und ISG. Und dort läßt sich die Ursache für mein Leiden erkennen: Bandscheibenvorfall. Es ist ein Unding, dass die Kassenärzte dies niemals entdeckt oder wenigstens in Betracht gezogen haben. Wir leben schon in einer 2-Klassen-Gesellschaft.

@ Martina:

Der Arzt der mir geholfen hat heißt Dr.Violka in Gießen. Evtl hilft die Info ja weiter.

liebe Grüße

Patrick

iUsimeauKs11


Hallo Patrick,

ich wollte mal nachfragen, wie sich dein Problem denn gelöst hat? Es ist ja mittlerweile sehr lange her, aber ich habe aktuell das gleiche Problem.

Dass ich 2 Bandscheibenvorfälle habe, weiß ich. Einen größere zur rechten Seite der aber schon besser geworden ist und einen neuen kleineren zur linken Seite der mir grade erhebliche Probleme im linken hinteren Oberschenkel bereitet.

2 Mal habe ich schon Spritzen in den Rücken bekommen. Das erste Mal einfach so und das Zweit Mal unter Röntgenbeobachtung. Aber eine Besserung gab es nicht. Jetzt will ich am Montag mal zum Hausarzt und ihn bitten mir mal eine Spritze in den Oberschenkel zu geben. Ich hoffe, das bringt was. Denn teilweise kommen mir wirklich die Tränen in die Augen, wenn ich aufstehe.

Was hat bei dir letztlich geholfen (Ich hoffe du bist nach 8 Jahren jetzt schmerzfrei!?), hast du den ultimativen Tipp?

Ich hoffe sehr, dass du hier noch angemeldet bist und dich bei mir meldest.

VG

Isi

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Orthopädie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH