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Erfahrung mit Schmerzpflaster oder dergleichen

J-oac"himxD. hat die Diskussion gestartet


Ich hatte vor einigen Jahren einen schweren Arbeitsunfall (Wirbelsäulenfrakturen u. dgl.). Nachdem ich über Jahre verschiedene Schmerzmitel genommen habe - streikt nun mein Bauch (Reizdarm u. dgl.). Da ich schon etwas Angst habe vor Krebs habe ich jetzt sämtliche Schmerzmittel abgesetzt.

Dies hatte allerdings zur Folge, dass ich meine Bewegungsdrang eingeschränkt habe! Ja und dies nicht nur weil ich neben der WS u.a. noch Probleme (linken Arm habe). Nun ist es so eine Art Teufelskreis geworden: Schmerzen - weniger Bewegung - Gewichtszunahme (im Rahmen) - "mehr Schmerz".

Gibt es hier im Forum Menschen mit ähnlichen Problemen? Ein Schmerzpflaster wurde abgelehnt - angeblich nur für Menschen jenseits von 80J. Muss ich da schlicht durch, oder gibt es da noch andere Möglichkeiten?

Akupunktur habe ich schon bekommen die Wirkung war nicht gerade groß! (' zzz ')

Antworten
Skunflow'er_73


Schmerzpflaster haben nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit der Art und Stärke der Schmerzen!!!

Such' Dir einen vernünftigen Arzt (ideal: Anästhesist o.ä. mit der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie").

Allerdings muss es nicht zwangsläufig ein Pflaster sein; man kann diese Medikamente auch als Tablette/Tropfen nehmen. Die magen- & darmschädigende Wirkung hängt nicht von der Art und Weise der Einnahme ab, sondern vom Wirkstoff. Ibuprofen und Diclofenac machen als NSAR nunmal Magen- & Darmprobleme.

Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide/Opiate machen grundsätzlich keine Magen-& Darmprobleme; allerdings v.a. am Anfang Übelkeit, da die Wirkstoffe auf das Brechzentrum im Hirn wirken. Allerdings sind es genau DIESE Substanzen, die in Schmerzpflastern verarbeitet sind.

Abgesehen von ganz wenigen Präparaten (Tramal, Valoron) unterliegen die Medikamente dem Betäubungsmittelgesetz. Soweit ich weiß (da kann ich mich aber irren), gibt es weder Tramal noch Valoron als Pflaster, sondern nur die noch stärkeren Opiate.

Aber da Du z.Zt. komplett ohne Medikamente auskommst und nicht vor Schmerzen winselst, wird Dir kein Arzt diese ganz starken Opiate verordnen, weil die wirklich schwerst schmerzkranken Patienten vorbehalten sind.

So gesehen ist die Aussage deines Arztes, dass Du kein Pflaster bekommst, durchaus korrekt.

Dir bliebe also:

- Tramal/Valoron probieren

- die bislang genommenen Medikamente (falls nicht schon erfolgt) nur in Kombination mit einem Magenschutz einnehmen, um Nebenwirkungen zu reduzieren

Bzgl. der Opioide/Opiate ist anzumerken: Bis man endgültig auf eine wirkende Dosis eingestellt ist, ist i.d.R. Autofahren etc. tabu, weil das Reaktionsvermögen beeinträchtigt wird.

tohe-cOaver


Bei chronischen Rückenschmerzen sind Medikamente ohnehin nur selten die Lösung. Gerade mit Opiaten sind in der Dauertherapie die Erfahrungen eher schlecht - in Schmerzkliniken werden in aller Regel mehr Rückenschmerzpatienten von Opioidenentzogen als neu darauf eingestellt - und meistens geht es ihnen besser damit. Es gibt keine einzige halbwegs vernünftige Studie, die einen Nutzen von Opioiden in der Dauertherapie von Rückenschmerzen nachweisen konnte!

Wichtig sind vor allem aktive Bewegungstherapien, aber auch die Mitberücksichtigung von Psyche und Verhalten des Patienten, was nachgewiesenermaßen die Prognose wesentlich mitbestimmt! Gerade gesundheitsbezogene Ängste (die Du ja anscheinend hast) spielen leider eine wichtige Rolle in der AUfrechterhaltung von Schmerzen. In hartnäckigen Fällen ist eine sogenannte multimodale Schmerztherapie sinnvoll, bei der körper-orientierte und psychologisch orientierte Verfahren kombiniert werden, um gerade auf die von Dir angesprochenen Teufelskreise anzugehen. Die Wirksamkeit der multimodalen Therapie ist übrigens deutlich besser nachgewiesen als die von Medikamenten ;-)

Grüße

Grüße

J^oacFhimD.


Nein bevor ich wegen der Schmerzen winseln tue nehme ich lieber das Novalgin. Dies aber nur wenn

es mir ganz schlecht geht!

Im Momemt ist der Stand das mich eine Anästhesistin zur nächsten geschickt hat.

Sie hat meine ganzen Unterlagen kopiert auf Grund des Unfallumfangs nicht wenige! Auf die Frage ob man es nicht zumindest mit Akupunktur versuchen könnte, nur die Antwort gehen sie zur nächsten Anästhesistin, die 20 Kilometer näher. (Wo ich statt 100km nur 80km fahren müßte..).

Die Berufsgenossenschaft braucht vier Monate um eine EAP zu genehmigen. So bleibt mir nur immer mehr auf Schmerzmittel zurückzugreifen.

Jetzt weis ich zwar nicht was eine multimodale Schmerztherapie ist aber mal sehen was das Internet dazu sagt? Jetzt werde ich dies in Verbindung mit Tramaltropfen einmal probieren! In der Hoffnung das die weniger auf den Magen-Darm-Trakt gehen!

Denn ich habe durch den Unfall schon genug Problem eine Darmkrebs brauche ich nicht noch!

VG

t3hje-ca;ver


Falls Dich das beruhigt: Keines der in Deutschland erhältlichen Schmerzmittel steht in dem Verdacht, Krebs auszulösen.

Falls Du Dich übrigens mal genauer belesen willst: Über chronischen Schmerz gibt es u.a. eine gute Veröffentlichung vom Wissenschaftsministerium. Leider vergriffen, aber als PDF noch zu haben:

[[http://www.bmbf.de/pub/chronischer_schmerz.pdf]]

Viel Spaß beim Lesen

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